Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 16 von 19)

KI ist sie kreativ?

Geschmetter der Pauken
Die Götter die Lauten
Sie rasen im Tempel
Spielen den Krenpel

all der KI Musik
Jedes einzelne Stück
Ob klangvoll oder aggressiv
Ob hohe Töne oder tief

KI ist sie kreativ?
In den Tempeln klingts nicht schief
Laut schlagen die Götter die Pauken
Diese alten, uralten Rabauken.

Weißt du, alles ist nicht so einfach

Weißt du, alles ist nicht so einfach.
Die Welt steckt voller kleiner Details.
Sie reiht sich nicht sauber Fach an Fach,
treffend ist das Bild des Knäuels.

Aber nicht ordentlich aufgespult,
sondern chaotisch in sich verstrickt,
von Regeln durchzogen, durchgewühlt,
in denen man keine Ordnung erblickt.

Zerschneidet man ihn, dann fällt
er in kurze Fädchen auseinander.
Dann fehlt, was ihn zusammenhält:
die Kreuzungen übereinander.

Da versagt die einfache Weltsicht,
nichts scheint mehr zu passen.
Die ganze Welt bricht auseinander –
man kann sie einfach nicht umfassen.

Minneleich (Minnelied des wilden Alexander)

Traurig ist mein Klagen,
weil die Minne tief in mich schnitt.
Minne – wehe!
Wie soll ich dieses Herzleid tragen?
Dieses Leid reist immer mit,
brennt stets in meiner Nähe.

So soll ich Minne – freien?
Nein! – Ich wehre ab den Schaden
Ich rette mich aus dieser Not,
will mich schnell befreien,
mich – so schwer beladen

durch den Tod!

Der verjage
was ich beklage
alle Tage
voll endlosem Leid.
Ich singe wie ein Schwan
der sich dem Kahn
des Todes naht, im Wahn
seine Lieder schreit

Ach meine Freundin edle Rebe,
wundert dich nicht, dass ich noch lebe?
Ja meine treue Zuversicht
tröstet und verlässt mich nicht.
Nichts sonst hilft – Minne in diesem Leben,
dem harten, dass du mir gegeben.
Soll wohl getrennt von meiner Liebsten – oh Nein!
dein Schildknappe sein?

Der kann dann die Not beklagen
muss den Schild alleine tragen
und kommt in große Not
wenn der Schild sich gegen ihn wendet
Ihr Treffen ohne Treffer endet.
Schon ohne zu sterben ist er tot!

Doch lasst sie erst zusammenkommen,
dann wird ein Spielchen unternommen,
das Freude über Freude entfacht,
bis es sie nach dem Abschied grämt,
vom langen traurigen Schach gelähmt,
aus hellen Tagen fällt die Nacht!

Die Minne ist so ein Geselle,
wer ihr auch dient, die Quelle,
ist heute süß und morgen bitter,
das sind Liebessturmgewitter.
Wer je einmal spielte
unter dem Liebesschilde,
tat es übel, Leid und Gut,
was ihr Liebenden so tut.

Uns erzählten die Alten
von solch sehnsuchtsvoller Not,
dass sich mancher darbot
dem grimmigen Tod,
als ihn die Minne übermannt.
Nun lehre mich,
Minne, wie mach ich
deinen Schild und dich
schön und minniglich
meinen Freunden bekannt.

Komm auf und tritt hinzu,
strebst du ihr freudig zu?
Willst du ihr guter Dienstmann
sein mit Hoffnung auf herrlichen Lohn?
Dann lasse ich es hier
dich wissen, sage dir,
wie Venus gab und geben kann
ihr Minnezeichen, ihren Ton.

Nun habt acht, das ist der Schild
mit dem mancher spielt so wild.
Auf rotem Feld ein nacktes Kind
mit einer Krone, das ist blind
ein Pfeil aus Gold in einer Hand.
und in der anderen Feuerbrand.

Das Kind es hat zwei Flügel
im schnellen Fluge ausgebreitet
bis zum Rand auf dem Schildhügel.
Spange sind um den Schild geleitet.

Habt ihr vernommen
woher sie kommen
der Schild und sein Material?
Schild und Kind,
sie sind nur Wind,
vergessen wir die Auslegung mal.

Weck auf Minne,
Schärfe die Sinne.
Tu deine Pflicht durch das dein Heer
dich erkennt
Schießt und brennt!
Deine Feinde erkenn an der Gegenwehr.

Wahrhaftig hier kommt Amor geflogen
bringt die Fackel und den Bogen
Sein Pfeil durchschlägt eine ganze Wand
und hinterher schleudert er Brand
dann kommt Feuer und Lust
bald in die nach Liebe verlangende Brust

Was er tut und was er treibt
ist alles nur kindliches Spiel
Weshalb man ihn als Kind beschreibt
voll kindischer Tücke, ohne Ziel.

Die Krone trägt
er voller Würde
der manchen König bezwang.
Ei flieh, flieh! Weich!
Wie stolz ist er, wie reich
und überwindet wonach er greift.

Geht um zu schauen
nach lieblichen Frauen
und lasst euch dort auch sehen
Kommt dann leise still
beiden der Wunsch: Ich will!
Toll! Dann ist ein Schuss geschehen!

Schone Minne schone,
tob nicht mit der Krone.
Du bist in ihrem Land
setz nicht alles in Brand
Du trafst gleich auf einmal
zwei mit einem Pfeil voll Qual
gleich so miteinander verstrickt
haben sich ihre Augen erblickt,
drückten sie aneinander die Brüste
entzünden sich ihre Lüste,
ihr Feuer selbst auf der Straße
und sprengte alle Maße

Doch muß ich deine Blindheit beklagen
denn zu oft sieht man einen Zagen
nach dem sollte hohe Minne jagen.
Nackt und blind hast du immer gespielt
erkenn es wers erkennen will,
doch reden hilft nichts, ich bleib still.

Verlangen, heiße Gedanken
das ist dein Gefieder
das schlägst du mit schlanken
Flügeln auf und nieder.
Wen bringst du nicht ins straucheln, schwanken?
Fliegst du mal weg, zurück fliegst Du wieder.
Lass deinen Schild uns schauen
Sein Feld ist rot,
wo ein Mann bei Frauen,
kommt in große Not.
Dein Schwert es bringt dem einem Grauen,
den anderen schlägt es tot.

Wer diesen Schild nun führen will
stehe nicht betrübt und still,
wenn das Kind mit der Krone
Ihn zwingt und nie verschone
er sich, sondern folge der Melodie, dem Tone,
den Paris über das Meer
aus dem Land der Griechen.
brachte zu uns Kranken, Minnesiechen.
Seit damals, als das Heer der Griechen Troja schlägt
Ist der, der Minnefesseln trägt
von Leid und Klagen geprägt
von lauter Ach und Weh.

Sonnenaufgang

Die Sonne geht auf am Horizont,
zügig steigt sie, sehr gekonnt.
Sie steigt wird heiß und glüht.
Begeistert jede Blume blüht.

Jede Pflanze streckt ihr die Blätter entgegen
und schlürft aus ihrem Licht ihr Leben
Oh schöner, großer, glühender Ball,
so weit von uns weg, freischwebend im All.

Du weißt es nicht und wirst es nie wissen,
wie sehr wir dich, jede Nacht vermissen.
Doch nun bist du da und du steigst auf
und ziehst uns mit Dir ein Stück hinauf.

Und unsere Herzen jauchzen glücklich:
Die Sonne geht auf! Oh Endlich! Endlich!

Arbeitslied

Arbeiten kannst du bis ins Grab,
wenn du tust, was andere wollen.
Lass dich führen, Galopp statt Trab.
Schöpf für andere aus dem Vollen.

Natürlich sollst du kreativ sein.
Doch eigene Ideen in deinem Kopf?
Das darf doch jetzt nicht wahr sein.
Die pressen sie dir doch in den Schopf!

Natürlich heißt es: Wandel wagen,
doch wichtige Steine nicht versetzt!
Auch nie die Ordnung hinterfragen.
Sonst sind zu viele darüber entsetzt.

Natürlich sollst du wirtschaftlich handeln,
doch deshalb nicht mehr Geld verdienen.
Du sollst all deine Bedürfnisse bündeln,
andere dürfen sich selbst bedienen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich sollst du erfolgreich sein
und deinem Chef den Vortritt lassen.
Er sonnt sich dann in deinem Schein
und darf nach seinen Lorbeeren fassen.

Natürlich darfst du Kosten sparen.
Du bist dein eigenes Sparpaket.
Du darfst am eigenen Leib erfahren,
wie Kosten einsparen richtig geht.

Natürlich sind wir ein bunter Kreis –
siehe nur den Schrank voll bunter Tassen!
Alle genormt und langweilig weiß?
Dann ist mit uns wohl nicht zu spaßen!

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich ist irgendwann Schluss,
das bedauern wir ehrlich sehr,
dass man von hier mal scheiden muss,
sonst lägen die Alten doch kreuz und quer.

So läuft es weiter bis ins Grab,
so wirst du sehr viel Zeit verlieren.
Am Ende lässt man dich hinab,
doch lass dich davon nicht frustrieren!

Frag nicht zu früh nach dem Sinn,
sonst willst du nicht mehr fliegen.
Du wirfst deine Flügel zu früh hin
oder kannst sie nicht mehr biegen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Staub

Wohnungen – muss man putzen.
Jedes Staubkorn wird aufgesaugt.
Rein sein muss es, es muss blitzen,
und der Boden proper gelaugt.

Doch schon nach wenigen Tagen
findet man den Gegner wieder
Ohne laut etwas zu sagen
ließ er sich überall nieder.

Der ist dreist! Wir hoffnungslos!
Wie schafft der Staub das nur alleine?
Wie macht er das denn bloß?
Anweisungen gab ich ihm keine!

So schnell ist er schon wieder da.
Verteilt sich überall geschäftig
er rückt den Möbeln viel zu nah,
ein Kämpfer ist er wild und heftig!

Raubt uns viele Stunden.
Aufs Leben aufaddiert,
dreht man endlos Runden.
Wieviel Zeit man so verliert!

Der Dreck hat sich verschworen,
drängt tief und frech herein.
Den lasse ich nicht ungeschoren.
Ab jetzt – ab in den Müll hinein!

Kein Körnchen soll entkommen,
kein Stäubchen soll entgehn.
Danach kann ich entspannen,
hinaus zur frohen Sonne seh’n.

Doch nein! – Der Sonnenschein
lässt den Staub erst richtig scheinen!
Er strudelt, tanzt ins Zimmer hinein,
er lacht – bringt mich zum Weinen!

Wir sind zum ewigen Wischen verdammt
Als Sisyphos mit Besen und Kehrwisch
Die ganze Menschheit insgesamt,
fegt diese Erkenntnis – unter den Tisch!

Eine Dame stand allein (Minnelied von Elmar von Eist)

Eine Dame stand allein,
schaute weit in die Heide hinein,
schaute aus, nach ihrem Liebsten.

Träumt mit ihm, dort draußen zu liegen.
Da sah sie einen Falken fliegen.
„Gut Falke, dass es dich gibt!

Du fliegst wohin du willst,
dorthin wo du dich selig fühlst,
auf diesen Baum, der dir gefällt.

Das habe ich auch gemacht, den Mann
gewählt, den ich einzig lieben kann,
den meine Augen fanden, erkoren.

Doch neidisch macht das and’re Frauen
die ihn nun umtänzeln, locken, beschauen.
Weshalb so neidisch? Nein lasst ihn mir!
Schau auch nach keinem anderen hier!“

Husch Ihrer Augen (Minnelied von Burkhard von Hohenfels)

Ein Blick, ein Schwenk,
Freude und Leid
zeigt mir ein
Husch ihrer Augen.
Wendet sie ihren Blick
von mir ab, zerreißt
es mein Freudenkleid
mitten in zwei Stücke.
Was sie auch will,
Sorgen, Spiele,
kann sie mir schenken.

Keiner der Falken
stürzt doch schneller
hinab zur Beute
wie mein Herz
ihres anfliegt.
Kühn immer wieder stürzt es,
stößt an ihr Herz.
Es ist ein großes Wunder,
das es sie nicht niederstößt.

So heftig wie je,
so ist mein Herz
und viele wunderts,
wie leicht sie es hinführt,
das wilde Herz,
dass es nicht zuckt.
Das was stets so wild
und unstet ist,
dann sogar noch zu ihr fliegt.

Von der mir Liebe geschieht (Minnelied von Reinmar)

Liebe wird mir widerfahren
mein Herz wird sich vergnügen
Geist und Seele zum Himmel fahren
wie Falken, Adler – schweben, fliegen.
Doch ich lasse die Freunde zurück.
Es ist mein größter Wunsch, mein Glück
dass ich sie finde, wie ich sie verließ.

Sehr gut ist es, bei ihr zu sein
Gott gestatte sie wiederzusehen!
Statt ihrer Sorgen gibts Sonnenschein
ums gutzumachen, solls besser gehen.
Und quälen sie irgendwelche Sorgen,
soll sie erleichtert aufstehen am Morgen,
und sie erleichtern mich auch.

So können wir beide Freunde genießen
Schön ist dann die lange Nacht.
Was könnte mich an ihr verdrießen?

Tropfenkunde

Ei, ich bin ein alter Mann,
der Tropfen lesen, deuten kann.
Auf dem Fensterbrett, ganz rund,
liegt er da — der neue Fund!

Die Tropfen – die sind sehr empfindlich,
drum gieße ich sie ungefähr stündlich
mit ganz kleiner Kanne, das ist klar,
Das geht mit Übung wunderbar.

Dann sehe ich sie genauer an,
ob man ne Ecke drin finden kann
die ohne Ecke, da läuft alles rund,
die Ecken nur, tun Geheimnisse kund.

Ich zähle sie langsam und genau,
sind sie spitzig oder recht rau?
die spitzigen Ecken bedeuten Krieg
die Rauen auch einen harten Sieg!

Wie und wann das kann man nicht sagen,
da müsste man andere Tropfen fragen,
weil die aber arme Tropfen sind,
deutet man am besten blind,

Sagt irgendwelche zukünftigen Jahre,
kratzt dabei auch noch öfter die Haare
Und deutet das die Tropfen sagen,
wir hätten einen leeren Magen!

Ein leerer Magen – ohne Tropfen!
Arme Tropfen sitzen hier!
Arme Tropfen – prost dem Hopfen!
Trinkt schnell ein großes Krüglein Bier!

Nach zwei. drei Stunden Tropfenkunde,
eröffnet der Kellner die Tropfenrunde
bei der man alles wieder vergisst,
was ein Kenner aus Tropfen liest.

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