Nacht und wieder Morgen
Rattert wieder die Arbeit
Unablässig husten Sorgen
Ich vergeude meine Zeit

Seh ich’s nicht? – Nur – ein – Leben!
Wie lange will ich mich treiben lassen?
Statt mich aus dem Alltag zu heben!
Um meine Ziele – anzufassen!

Ziele? – Verschwinden um die Ecke!
Ein festes Ziel kann es nicht sein
Doch bin ich mehr als eine Mücke
Ich sage zur Verzweiflung nein!

Du bist aber überheblich!
Die Mücke lebt so gern wie du!
Du bist wie sie – nichts und sterblich
Du rennst auf dein Verhängnis zu!

Dein Denken ist nur schöner Schein
Ein eitler Teufel, der uns betrügt
Ist unser Spiegel: Wir allein!
Oh, wie dieser Spiegel lügt!

Schau das All – seine Weiten!
Und nirgendwo ist dort ein Ende!
Und diese schier endlosen Zeiten!
Und deine Eitelkeit ist Sünde!

Die Mücke lebt genauso froh
In ihrer beschränkten Welt
Wie du das Tier im Menschenzoo
In deinem verrückten Gedankenzelt

Du hast da keinen Vorteil
Nein – du weißt nur zu viel mehr!
Du weißt, du hast den schrecklichen Teil!
Du spürst dein Verhängnis zu sehr!

Es versauert dir den Glücksmoment
Es scheißt auf jeden deiner Tage!
Du weißt, alles wird weggeschwemmt
Du stehst viel schlechter! – Keine Frage!

Aber du – du bist so viel eitler, größer!
Dein Gehirn – es träumt zu viel!
Du bist viel teuflischer und böser!
Und du meinst, es gäbe ein Ziel!

Doch diese Welt ist für niemand geschaffen
Ein Niemand war’s auch, der sie schuf!
Nichts niemand – nur ein paar Affen
Hörten plötzlich – diesen Ruf!

Diesen Ruf – den sie sich selbst zuriefen
War herzzerreißender Selbstbetrug!
Als sie träumten, miteinander schliefen!
Doch – ach – nun sind sie noch so klug,

Ihren eigenen Unsinn zu erkennen!
Ihren Unsinn erkennen zu müssen!
Alle Träume über sich zu verbrennen!
Zurück ins Glied zu müssen!

Zurück, um die Mücke anzusehen!
Und um mit ihr zusammen zu weinen!
Doch die Mücke wird es nie verstehen
Sie tanzt unermüdlich auf sechs Beinen

So bin ich also bestraft!
So bin ich also geschlagen!
Auf Lebenszeit in Einzelhaft
Zu lebenslänglichem Klagen!

Nein! – Schau wie die Mücken tanzen!
Wie wild schwirren sie herum!
Die lieben es, sich fortzupflanzen
Das treibt die winzig Kleinen um!

Was willst du denn viel weiter schauen?
Tanz froh mit ihnen zu ihrer Musik!
Sieh nicht andauernd auf das Grauen!
Und tanz jetzt mutig, munter, flüssig!

Ja tanz jetzt in den erwachenden Morgen!
Schau jetzt – der Himmel färbt sich blau!
Der zertanzt dir fröhlich deine Sorgen
Der befreit die Welt aus ihrem Grau!

Lern von deinen kleinen Brüdern
Wie sie mit vielen Beinen tanzen
Summ nach ihren weisen Liedern
Doch such keinen Sinn mehr im Ganzen