Lyrik und Sound

Schlagwort: Arbeit

Zwei Wochen

Lass dir den Urlaub nicht nehmen,
austauschbar sind wir, nicht wichtig.
Genieß die Tage, die Nächte, die Schönen,
Leben muss man gut und richtig.

Die Firma wird schon rechnen, wissen,
dass wir ihr immer reichen, genügen,
dass wir die Sonne schmerzlich vermissen,
gern oft weit weg ins Freie fliegen.

Zwei Wochen, die sind ganz schnell um,
das Rad, es wird sich weiter drehen.
Milliarden Jahre gingen schon herum,
bis wir nur kurz im Blitzlicht stehen.

Genieß den Urlaub, lass ihn nicht verderben,
nimm ihn munter, sorglos, froh,
denn alles zerfällt einmal in Scherben,
zwei Wochen – verdunsten – ins Nirgendwo!

Zwei Wochen, die sind ganz schnell um,
das Rad, es wird sich weiter drehen.
Milliarden Jahre gingen schon herum,
bis wir nur kurz im Blitzlicht stehen.

Chaos im Büro

Mehr Chaos brauch ich nicht zu machen,
das tanzt von sich aus ganz alleine.
Steckt man nicht drin, kann man lachen,
mir aber ist so, dass ich weine.

Ich brauch auch gar nicht still zu sein,
das Chaos trommelt eh schon laut.
Es kreischt mir so in die Ohren rein,
dass es selbst mich, den Teufel, graut.

Das Chaos ist mein Element,
so sagte ich früher immer,
doch nun, wo alles brennt,
will mein Wahnsinn nimmer!

Ich Teufel sehn mich, schrei: Jetzt Ruhe!
Doch hören kann mich keiner mehr.
Ich verschwand in einer Truhe,
dort ist es ruhig und leer.

Daraus schaue ich sehr oft nur zu,
doch gerade das kann stressen.
Man kann die Spannung in der Ruh
mit Teratonnen Sprengstoff messen.

Und mir bleibt nur noch das Grübeln,
das Nichtwissen, wo jetzt hin,
was mir auch viele gleich verübeln,
dass ich ein so ruhiger Teufel bin.

Da schlägt die Turmuhr vier,
dank dir, altem Christentum!
Ich dank dir, altem Gott, dafür,
das lockert alle um mich herum.

Doch morgen ist es wieder so,
das Kapital hat wirklich Macht.
Man zerspringt im Stress und lächelt froh,
und teuflische Ruhe gibt dann den Rest.

Erfolge

Ach ich weiß uns küssen Erfolge
oft in wilden Träumen nur.
Richtige Wege bedecken welke
Blätter und leer ist die frostige Flur.

Was soll das Wort Erfolg denn heißen
In einer Welt in der man verliert
In der wir stets zu Gräbern reisen,
man stirbt und danach nichts mehr spürt?

Erfolge sind sinnlose Schatten,
voll Hoffnung, dass man uns nie vergisst
zumindest nicht so, wie man die Ratten
nach ihrem Tod nicht mehr vermisst.

Arbeitslied

Arbeiten kannst du bis ins Grab,
wenn du tust, was andere wollen.
Lass dich führen, Galopp statt Trab.
Schöpf für andere aus dem Vollen.

Natürlich sollst du kreativ sein.
Doch eigene Ideen in deinem Kopf?
Das darf doch jetzt nicht wahr sein.
Die pressen sie dir doch in den Schopf!

Natürlich heißt es: Wandel wagen,
doch wichtige Steine nicht versetzt!
Auch nie die Ordnung hinterfragen.
Sonst sind zu viele darüber entsetzt.

Natürlich sollst du wirtschaftlich handeln,
doch deshalb nicht mehr Geld verdienen.
Du sollst all deine Bedürfnisse bündeln,
andere dürfen sich selbst bedienen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich sollst du erfolgreich sein
und deinem Chef den Vortritt lassen.
Er sonnt sich dann in deinem Schein
und darf nach seinen Lorbeeren fassen.

Natürlich darfst du Kosten sparen.
Du bist dein eigenes Sparpaket.
Du darfst am eigenen Leib erfahren,
wie Kosten einsparen richtig geht.

Natürlich sind wir ein bunter Kreis –
siehe nur den Schrank voll bunter Tassen!
Alle genormt und langweilig weiß?
Dann ist mit uns wohl nicht zu spaßen!

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich ist irgendwann Schluss,
das bedauern wir ehrlich sehr,
dass man von hier mal scheiden muss,
sonst lägen die Alten doch kreuz und quer.

So läuft es weiter bis ins Grab,
so wirst du sehr viel Zeit verlieren.
Am Ende lässt man dich hinab,
doch lass dich davon nicht frustrieren!

Frag nicht zu früh nach dem Sinn,
sonst willst du nicht mehr fliegen.
Du wirfst deine Flügel zu früh hin
oder kannst sie nicht mehr biegen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Stell Dir vor …


Inspiriert durch „Imagine“ von John Lennon


Stell dir vor, es gäb viel Arbeit,
doch du rennst da gar nicht hin.
Stell dir vor, du sparst viel Zeit!
Sehr ökonomisch, Zeitgewinn.

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor, mit offenen Augen,
Kohle ist schwarz und nicht dein Glück.
Stell dir vor, die Kohlen taugen
nur noch als Museumsstück!

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor, du würdest leben!
Dass du oft mit Freunden isst.
Stell dir vor, dass man aufs Streben,
Hierarchien, alle pisst.

Stell dir vor, nur grüne Wiesen,
auf denen du dich lange streckst.
Stell dir vor, der Zwang zerrissen!
Frei und ganz, mit einem Sprung.

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor – all das all,
dieses ganze große Glück.
Stells dir vor – vor dem Fall.
Dem Fall zur Hölle, zu uns zurück!

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