
Traurig ist mein Klagen,
weil die Minne tief in mich schnitt.
Minne – wehe!
Wie soll ich dieses Herzleid tragen?
Dieses Leid reist immer mit,
brennt stets in meiner Nähe.
So soll ich Minne – freien?
Nein! – Ich wehre ab den Schaden
Ich rette mich aus dieser Not,
will mich schnell befreien,
mich – so schwer beladen
durch den Tod!
Der verjage
was ich beklage
alle Tage
voll endlosem Leid.
Ich singe wie ein Schwan
der sich dem Kahn
des Todes naht, im Wahn
seine Lieder schreit
Ach meine Freundin edle Rebe,
wundert dich nicht, dass ich noch lebe?
Ja meine treue Zuversicht
tröstet und verlässt mich nicht.
Nichts sonst hilft – Minne in diesem Leben,
dem harten, dass du mir gegeben.
Soll wohl getrennt von meiner Liebsten – oh Nein!
dein Schildknappe sein?
Der kann dann die Not beklagen
muss den Schild alleine tragen
und kommt in große Not
wenn der Schild sich gegen ihn wendet
Ihr Treffen ohne Treffer endet.
Schon ohne zu sterben ist er tot!
Doch lasst sie erst zusammenkommen,
dann wird ein Spielchen unternommen,
das Freude über Freude entfacht,
bis es sie nach dem Abschied grämt,
vom langen traurigen Schach gelähmt,
aus hellen Tagen fällt die Nacht!
Die Minne ist so ein Geselle,
wer ihr auch dient, die Quelle,
ist heute süß und morgen bitter,
das sind Liebessturmgewitter.
Wer je einmal spielte
unter dem Liebesschilde,
tat es übel, Leid und Gut,
was ihr Liebenden so tut.
Uns erzählten die Alten
von solch sehnsuchtsvoller Not,
dass sich mancher darbot
dem grimmigen Tod,
als ihn die Minne übermannt.
Nun lehre mich,
Minne, wie mach ich
deinen Schild und dich
schön und minniglich
meinen Freunden bekannt.
Komm auf und tritt hinzu,
strebst du ihr freudig zu?
Willst du ihr guter Dienstmann
sein mit Hoffnung auf herrlichen Lohn?
Dann lasse ich es hier
dich wissen, sage dir,
wie Venus gab und geben kann
ihr Minnezeichen, ihren Ton.
Nun habt acht, das ist der Schild
mit dem mancher spielt so wild.
Auf rotem Feld ein nacktes Kind
mit einer Krone, das ist blind
ein Pfeil aus Gold in einer Hand.
und in der anderen Feuerbrand.
Das Kind es hat zwei Flügel
im schnellen Fluge ausgebreitet
bis zum Rand auf dem Schildhügel.
Spange sind um den Schild geleitet.
Habt ihr vernommen
woher sie kommen
der Schild und sein Material?
Schild und Kind,
sie sind nur Wind,
vergessen wir die Auslegung mal.
Weck auf Minne,
Schärfe die Sinne.
Tu deine Pflicht durch das dein Heer
dich erkennt
Schießt und brennt!
Deine Feinde erkenn an der Gegenwehr.
Wahrhaftig hier kommt Amor geflogen
bringt die Fackel und den Bogen
Sein Pfeil durchschlägt eine ganze Wand
und hinterher schleudert er Brand
dann kommt Feuer und Lust
bald in die nach Liebe verlangende Brust
Was er tut und was er treibt
ist alles nur kindliches Spiel
Weshalb man ihn als Kind beschreibt
voll kindischer Tücke, ohne Ziel.
Die Krone trägt
er voller Würde
der manchen König bezwang.
Ei flieh, flieh! Weich!
Wie stolz ist er, wie reich
und überwindet wonach er greift.
Geht um zu schauen
nach lieblichen Frauen
und lasst euch dort auch sehen
Kommt dann leise still
beiden der Wunsch: Ich will!
Toll! Dann ist ein Schuss geschehen!
Schone Minne schone,
tob nicht mit der Krone.
Du bist in ihrem Land
setz nicht alles in Brand
Du trafst gleich auf einmal
zwei mit einem Pfeil voll Qual
gleich so miteinander verstrickt
haben sich ihre Augen erblickt,
drückten sie aneinander die Brüste
entzünden sich ihre Lüste,
ihr Feuer selbst auf der Straße
und sprengte alle Maße
Doch muß ich deine Blindheit beklagen
denn zu oft sieht man einen Zagen
nach dem sollte hohe Minne jagen.
Nackt und blind hast du immer gespielt
erkenn es wers erkennen will,
doch reden hilft nichts, ich bleib still.
Verlangen, heiße Gedanken
das ist dein Gefieder
das schlägst du mit schlanken
Flügeln auf und nieder.
Wen bringst du nicht ins straucheln, schwanken?
Fliegst du mal weg, zurück fliegst Du wieder.
Lass deinen Schild uns schauen
Sein Feld ist rot,
wo ein Mann bei Frauen,
kommt in große Not.
Dein Schwert es bringt dem einem Grauen,
den anderen schlägt es tot.
Wer diesen Schild nun führen will
stehe nicht betrübt und still,
wenn das Kind mit der Krone
Ihn zwingt und nie verschone
er sich, sondern folge der Melodie, dem Tone,
den Paris über das Meer
aus dem Land der Griechen.
brachte zu uns Kranken, Minnesiechen.
Seit damals, als das Heer der Griechen Troja schlägt
Ist der, der Minnefesseln trägt
von Leid und Klagen geprägt
von lauter Ach und Weh.
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