Gott, ich habe die Tage getauscht,
es ist an mir vorbei gerauscht.
Am Donnerstag dacht ich, dass Freitag ist,
es gruselt mich, was für ein Mist!

Das war kein kurzes Versehen,
lang habe ich es nicht gesehen,
mit Blindheit war ich geschlagen,
mir stellten sich keine Fragen.

Nun ein Blick auf die Uhr im PC
und plötzlich die Einsicht: Ach herrje!
Der Tag, der schon vergangen schien,
kommt erst noch, mit seinen Mühen!

Ist deshalb die Welt so böse und öde?
Weil ich so langsam schon verblöde?
Weil ich die Schönheit nicht mehr sehe,
an Hirnschwund elend zugrunde gehe?

Gewiss, ich glaube, ich kann noch denken
und Worte in schöne Sätze lenken,
doch kann es sein, das scheint nur so
und was ich schreibe, ist fürs Klo?

Macht jetzt schon nichts mehr Sinn,
weil ich bereits am Zerfallen bin?
Mir scheinen die Reime, die Sätze zu stimmen,
ihr aber seht – er ist von Sinnen!

Wie kann ich mich noch selbst erkennen,
wenn meine Nerven nicht richtig brennen?
Ich erkenne dann nicht mehr den Fall,
den Sturz, die Glätte überall!

Auch wenn ich rutsche, spüre ich’s nicht,
ich denke nur: Passt! Doch – es bricht!
Oh, sagt mir nicht, dass alles stimmig ist,
ihr seid nur lieb, bedeckt den Mist!

Ihr wollt es mir nur nicht gestehen,
doch könnt ihr schon den Wahnsinn sehen!
Die Sätze machen längst keinen Sinn mehr,
die Wörter stehen schon länger quer!

Nur mir erscheint noch alles klar,
ganz durchgestailt und wunderbar!
Ich habe mich völlig verrannt,
doch all das ist mir unbekannt!

Mein Gehirn ist so verschlissen,
ich kann, was fehlt, nicht mehr vermissen.
Und wenn das noch nicht jetzt geschieht,
weiß ich, dass es mir sicher blüht!

Dass es vielleicht gerade beginnt,
dass mein Verstand ganz langsam zerrinnt.
Und alle sind in der furchtbaren Lage,
kein Wunder, dass ich da verzage.

Ich sehe nur noch Krieg, die Plagen,
voll furchtbaren Leiden, die an uns nagen.
Wenn ein Gott wirklich die Welt erschuf,
hat er einen viel zu guten Ruf.

Denn er ergötzt sich versteckt, verborgen,
an all unsren Leiden, all unsren Sorgen.
Das hat der Teufel schon früh erkannt
und wurde dann gleich in die Hölle verbannt.

Ein Grausen packt mich und eisig kalt
läuft es mir den Rücken hinab!
Ja, ich werde, ach, bin schon alt!
Und irgendwann bricht alles ab!

Zum Teufel auch, zur Hölle hinab!
Das alles mag schon richtig sein.
Doch was bringt es, alter Sack?
Gibt’s nicht auch die Sonne, roten Wein?

Springt dir nicht manchmal das Herz
zum Himmel und du bist glücklich?
Lachst du nicht bei jedem Scherz?
Nur Unglück ist auch unmöglich!

Sei mutig, nicht vom Leben entsetzt,
parier ihm treffend jeden Schlag.
Freu dich, feiere das Gute im Jetzt.
Lob und genieß jeden warmen Tag.

Freu dich, schätze die Sorglosigkeit,
sag immer: All das hat noch Zeit!
Und wenn du wirklich gestorben bist,
ist alles vergessen, wird nichts vermisst.

Denn wer denkt, ist nicht gestorben,
und wer starb, vermisst keinen Morgen.
Lass dich verzweifelt, doch nie zerdrücken,
du darfst die süßen Äpfelchen pflücken!

Die Lage ist zwar gar nicht schön,
doch wohin könnten wir sonst gehen?
Geworfen sind wir in die Welt,
uns ist das Leben dadurch vergällt,

doch ein paar feine Kuchenstücke
gibt es – sucht euch jede Lücke,
schaut zum Unglück nicht zurück.
Sammelt sorgsam jedes Glück.

Pflanzt euch immer mal ’nen Baum,
der wächst, treibt Zweige, neue Triebe,
gebt ihm Platz und weiteren Raum,
pflegt ihn achtsam, gebt ihm Liebe.

Pflückt die prallen Äpfel dann,
backt einen wundervollen Kuchen,
saftig, darauf kommt es an,
nascht und lasst euch versuchen.