
Aus ferner, fremder Zeit,
da klingt ein Lied zu mir,
es klingt so sanft, und weit
öffnet Tor und Tür
in fremde, ferne Zeiten,
mit Bauern, Mönchen, Bürgern,
wo wilde Ritter reiten,
voll von schrecklichen Würgern,
die sehr, sehr viele hinraffen.
Da gibt es Stände und Zünfte,
zwischen denen Gräben klaffen.
Man liebt und wütet, schlägt und schimpft,
genauso wie es auch heute geschieht,
nur ohne Smartphone und Elektrizität,
und die Häuser, durch die der Wind zieht,
bieten nur wenig Platz für Intimität.
Fernes Lied aus and’rer Zeit,
sing mir Liebe, erzähl davon,
ob so wie immer, so wie heut,
frisch und feurig war der Ton,
voll frischer Luft, hellem Gesang?
Mit einem kecken, frivolen Blick
zu Frauen stolz von hohem Rang,
jauchzend schau ich hoch ins Glück!
Ja! Sing mir, Lied, mit frohen Tönen,
mach mir deine Welt bekannt,
mal mir ein paar bunte Szenen
aus deiner Zeit im fremden Land.
Erst traurig, schwer klingst du herein,
schwebst du, träge, kalt und karg,
dann wirst du schneller, Sonnenschein,
und plötzlich tanzt du – es wird arg.
Du lustiges Mädchen, lass dich küssen,
dreh dich wild im Tanz nach vorn.
Die Ritter werden dich vermissen,
zieh’n sie weg zum Kampf ganz fern!
Du liebliches Lied aus fernen Zeiten,
ich hör‘ deiner schönen Stimme zu,
lass mich gern in Träume gleiten,
hops zum wilden Tanz wie du.
Ferne, fremde Zeiten
zieh’n an der Ewigkeit entlang,
Lieder, die sie stolz begleiten,
geben ihnen ihren Klang,
öffnen die Vergangenheit,
strömen in die Gegenwart,
sind frisch vom Staub befreit,
bereit zu einem neuen Start.
Lieder, schöne, fern, vergangen,
klingen, springen aus der Zeit.
Schnell, ach, sie verklangen –
bin ich zurück im Heut!
Burgen, trostlos, längst Ruinen,
träumen noch vom frohen Fest.
An ihren Mauern wilde Bienen
bauen dort ihr Felsennest.
Schreibe einen Kommentar