Lyrik und Sound

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Wochenende

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wär es ohne Ende.
Das wär ein echter Renner.

Doch Himmel – wird es mir gekürzt,
muss ich traurig ins Leere schauen!
Schon der Gedanke, wie er schmerzt,
macht mich verrückt, ein Grauen.

Da müssen wir uns wehren
Sonst werden wir zu Sklaven.
Als ob wirs nicht schon wären!
Uns drohen ständig Strafen!

Wo würde ich gern Sklave sein?
Doch höchstens bei den Frauen.
Ein Mann niemals!! Da Schrei ich nein!
Der darf mich nie verhauen!!

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wär es ohne Ende
Das wär ein echter Renner.

So wie die Enten schnattern
wie Hühner galant im Cafe gackern
Genießen, feiern unserem Land
von ganzem Herzen zugewandt.

Nicht nur hart sein Geld verdienen,
auch mal schöne Kleider tragen
mit lachenden offenen Mienen
auch mal ja zum Unfug sagen.

Ja diese lieben Wochenenden,
ich hätt sie gerne länger
Ja Feste sollen sie sein, nie enden,
und wilde Tänze, Dauerbrenner .

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wär es ohne Ende
Das wär ein echter Renner.

Weihnacht ohne Religionen

Es ist schon lange, lange her
das erzählt uns jede Mär
dann wird ein großes Schauspiel gegeben
die Götter stehen mitten im Leben.

Die Götter haben Gewicht und Glanz
das glaubt man gerne voll und ganz
das glaubt man gern, so tief aus der Ferne
leuchten alte Texte wie neue Sterne

Damals war es längst nicht so schwer,
da traf man Gott auch mal zuhaus,
nur heute, da bleibt alles leer
zieht Gott selbst nie zum Kampf hinaus.

Ein Mensch der meint, der Text gibts her,
denkt nicht mehr weiter, denk nie mehr,
er schlägt nur dicke Bücher auf,
zeigt streng auf alte Worte drauf,

und weiß und sagt: Es steht geschrieben!
Und allle habens abgeschrieben,
und auch er ergreift die Feder,
und schreibt dasselbe auf neues Leder,

und schreibt gern heilig, heilig,
Religionen haben es nicht eilig,
lange, lange haben sie gedacht
die ganze Welt hat Gott gemacht

und das war gar kein schlechter Gedanke,
bevor ich falle, bevor ich schwanke
halte ich mich an etwas fest,
baue ein Luftschloss – hohes Nest

und könnte oben sicher sein,
gäb es nur einen, einen allein
von dem wir sicher gehalten werden,
der behütet seine Herden

Doch verschidene Glaubenssätze,
trennen sich durch Kriege und Hetze
denn irgendwer muss richtig liegen,
über den direkten Draht verfügen!

Doch Religionen streiten schon immer
doch manchmal denkt man es wird schlimmer
gerade jetzt zur Weihnachtszeit,
machen sich diffuse Ängste breit!

Liebe Leute lasst doch all den Schmarren,
lasst uns die Götter, alle verscharren!
Den richtigen Gott, findet ihr nie
der steckt versteckt in der Poesie

im leichten Leben hält er sich versteckt,
das ihn kein strenger Richter erschreckt,
Er meidet beflissen die Orthodoxie,
Rechtgläubigkeit anerkannte er nie

er schuf nämlich die Erde rund
und das sich alles reimt auf bunt
das t und d sind zwar verschieden,
der Bruch jedoch wird vermieden

Die Reimworte verklebt man ganz
sanft mit etwas Toleranz,
doch nicht gegen die Orthodoxie
nein oh Gott im Leben nie,

nur die die sich Toleranz zuspielen,
dürfen sich hier zu Hause fühlen.
Am besten lässt man den Firlefanz,
den ganz großen Glaubensschwanz

und schlemmt und feiert Weihnacht,
ohne Religion und lacht
und liest die Götter wie Poesie,
denn Poesie der glaubt man nie

die flirtet und sie tanzt durchs Leben,
kann niemand einen Arschtritt geben.
sie schlemmt und isst gern Pommes
und sagt, das ist nichts schlimmes!

Erstes Gedicht

Tübingens erster schöner Tag
Die laue Luft ist angenehm
Manche schon im Grase lag
Und hat den Himmel angesehen

Tübingen und dieses erste
Gedicht das ich zärtlich schrieb
Für dich, es ist sicher das Kleinste
Indem ich auch nicht übertrieb

Und sicher das Liebste, welch ein Gefühl
Wie tief wühlt es in mich hinein
Es wurde auch kein kurzes Spiel
Ohne Dich das kann nicht sein

Ein Gefühl das mich noch heute
Aus weiter Ferne gleich zu dir führt
Wenn ich wieder den alten botanischen Garten durchschreite
Wie sehr hast du mich berührt

Das sind nun mehr als vierzig Jahre
Ein kurzer Zeitraum für die Welt
Tübingen du große, wunderbare
Zauberhafte, die mir gefällt

Ich tauche in dich und du verführst
Und ich gehe dir immer auf den Leim
Und wenn du mich zur Wiese führst
Atme ich auf und schreie: Daheim

Und auf der Wiese liegen Frauen
Wie damals ist es Frühling wieder
Der Winter jetzt ist kalt ein Grauen
Nur der Frühling schenkt mir Lieder

Die er durch den Winter durchschiebt
Wenn er mich winters mal besucht
Mir immer kleine Geschenke gibt
Für mich extra herausgesucht

Süße Verführer

Viele kleine Rosinen
Datteln und Feigen
Honig fleißiger Bienen
tanzen einen Reigen

Tanzen auf der Zunge
und das Glück es fließt
befreit atmet die Lunge
das schöne Leben grüßt

schwingt sich durch die Süße
durch leichte Gedanken schön
flüstert zärtlich genieße
Warm wirds bis zu den Zehn

Man schluckt und riecht
dem Duft entspringt ein Klang
der hüpft zärtlich leicht
und schwebt der Zunge entlang

Greift weiter greift und greift
bis nichts mehr da ist zu
Weil es eben niemals reicht
Erst am Ende gibt es Ruh

Zwei Wochen

Lass dir den Urlaub nicht nehmen,
austauschbar sind wir, nicht wichtig.
Genieß die Tage, die Nächte, die Schönen,
Leben muss man gut und richtig.

Die Firma wird schon rechnen, wissen,
dass wir ihr immer reichen, genügen,
dass wir die Sonne schmerzlich vermissen,
gern oft weit weg ins Freie fliegen.

Zwei Wochen, die sind ganz schnell um,
das Rad, es wird sich weiter drehen.
Milliarden Jahre gingen schon herum,
bis wir nur kurz im Blitzlicht stehen.

Genieß den Urlaub, lass ihn nicht verderben,
nimm ihn munter, sorglos, froh,
denn alles zerfällt einmal in Scherben,
zwei Wochen – verdunsten – ins Nirgendwo!

Zwei Wochen, die sind ganz schnell um,
das Rad, es wird sich weiter drehen.
Milliarden Jahre gingen schon herum,
bis wir nur kurz im Blitzlicht stehen.

Wie Obelix

Wie Obelix

Ich bin wie Obelix ersoffen
Als Kind in einem Zauberbrei
Der Topf war tief, er stand weit offen
Ich fiel hinein, in Spielerei!

Seither muss ich nichts mehr nehmen
Das war schon damals viel zu viel
Das Zeug, es würde mich nur lähmen
Seither tanze ich das Spiel

Seither weiß ich um mein Ende,
Und dass mir keine Zeit mehr bleibt
Alles zerstreut sich doch im Winde,
Wie man sich auch die Zeit vertreibt.

Deshalb weg mit Geld und Ehre
Verdien mir lieber Zeit und Ruh.
Fliege gegen alle Schwere,
auf den offenen Himmel zu

Selbst über manches Unglück lachen
Das auch die Trauer nicht vertreibt
Ihm eine lange Nase machen
Lang bevor es richtig reibt

Seither weiß ich um mein Ende,
Und dass mir keine Zeit mehr bleibt
Alles zerstreut sich doch im Winde,
Wie man sich auch die Zeit vertreibt.

Doch auch da, immer auch wissen
Am Ende verlierst du das Spiel
Doch du durftest dafür küssen
Unsre Natur, sie gibt so viel!

Sie ist ein solcher Schatz, den wir
Uns bewahren, pflegen dürfen
Voll Spaß und voller Einsicht hier
freundlich, reichlich schlürfen.

Wie Obelix

Chaos im Büro

Mehr Chaos brauch ich nicht zu machen,
das tanzt von sich aus ganz alleine.
Steckt man nicht drin, kann man lachen,
mir aber ist so, dass ich weine.

Ich brauch auch gar nicht still zu sein,
das Chaos trommelt eh schon laut.
Es kreischt mir so in die Ohren rein,
dass es selbst mich, den Teufel, graut.

Das Chaos ist mein Element,
so sagte ich früher immer,
doch nun, wo alles brennt,
will mein Wahnsinn nimmer!

Ich Teufel sehn mich, schrei: Jetzt Ruhe!
Doch hören kann mich keiner mehr.
Ich verschwand in einer Truhe,
dort ist es ruhig und leer.

Daraus schaue ich sehr oft nur zu,
doch gerade das kann stressen.
Man kann die Spannung in der Ruh
mit Teratonnen Sprengstoff messen.

Und mir bleibt nur noch das Grübeln,
das Nichtwissen, wo jetzt hin,
was mir auch viele gleich verübeln,
dass ich ein so ruhiger Teufel bin.

Da schlägt die Turmuhr vier,
dank dir, altem Christentum!
Ich dank dir, altem Gott, dafür,
das lockert alle um mich herum.

Doch morgen ist es wieder so,
das Kapital hat wirklich Macht.
Man zerspringt im Stress und lächelt froh,
und teuflische Ruhe gibt dann den Rest.

Wurm

Ich bin ein kleiner Wurm,
ein kleines pralles Ding,
das sich in der Welt,
im Netz des Seins verfing.

Mein Leben ist kein Auftrag,
Gott hat mich nicht angestellt,
Ich weiß, dass nach dem letzten Tag,
mein Körper verwest und zerfällt.

Mein Leben hat auch keinen Zweck,
nichts weist von mir weg,
zu irgendetwas anderem hin.
Ich weiß nur, dass ich bin.

Ich weiß nur, dass ich bin und lebe
und mich freut das sehr,
dass ich dieses Leben liebe.
Ich halt’s hoch, es ist nicht schwer.

Tropfen deuten

Ei, ich bin ein alter Mann,
der Tropfen lesen, deuten kann.
Auf dem Fensterbrett, ganz rund,
liegt er da — der neue Fund!

Die Tropfen – die sind sehr empfindlich,
drum gieße ich sie ungefähr stündlich
mit ganz kleiner Kanne, das ist klar,
Das geht mit Übung wunderbar.

Dann sehe ich sie genauer an,
ob man ne Ecke drin finden kann
die ohne Ecke, da läuft alles rund,
die Ecken nur, tun Geheimnisse kund.

Ich zähle sie langsam und genau,
sind sie spitzig oder recht rau?
die spitzigen Ecken bedeuten Krieg
die Rauen auch einen harten Sieg!

Wie und wann das kann man nicht sagen,
da müsste man andere Tropfen fragen,
weil die aber arme Tropfen sind,
deutet man am besten blind,

Sagt irgendwelche zukünftigen Jahre,
kratzt dabei auch noch öfter die Haare
Und deutet das die Tropfen sagen,
wir hätten einen leeren Magen!

Ein leerer Magen – ohne Tropfen!
Arme Tropfen sitzen hier!
Arme Tropfen – prost dem Hopfen!
Trinkt schnell ein großes Krüglein Bier!

Nach zwei. drei Stunden Tropfenkunde,
eröffnet der Kellner die Tropfenrunde
bei der man alles wieder vergisst,
was ein Kenner aus Tropfen liest.

Soldatenlied

Wir sind gar keine Helden
Wir sterben gar nicht gern
Wir haben bloß nichts zu melden
Wie wollen leben – wie unsre Herrn

Herren die sich für zu wichtig halten
um in einem Krieg zu sterben
Kerle die lieber Macht entfalten
die statt zu verrecken lieber erben

Ja das sind die Wichtigen
die kennen die Masche: Wichtig tun!
Die für den Tod zu Beschäftigten
die gern in ihren Villen ruhn

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