
Die Sonne geht auf,
die Sonne geht unter.
Sie steigt hinauf
sie taucht unter.
Der Tag ist warm
und mild und hell,
gibt allem Charme,
der lichte Quell.
Die Nacht ist kalt,
finster im Dunkeln.
oben die Vielfalt,
der Sterne funkeln.
Wie alles schwingt
durch Tag und Nacht:
tags hoch springt,
nachts fällt und kracht!
Ganz langsam ziehen
die Tage durchs Jahr,
im Frühling erblühen
sie heller und klar.
Im Sommer beginnen
die heißesten Wochen,
die Herzen springen
nun ununterbrochen,
bis wilde Stürme
durchfegen den Herbst,
du Regenschirme
zum Schutz erwirbst.
Blätter bunte
sind wunderbar,
doch jede Stunde
mit Sonne wird rar.
Dunkler wird’s noch
hin zum November,
ein schwarzes Loch
bis Ende Dezember.
Der Winter bedeckt
die Welt mit Schnee,
und bald wieder weckt
der Frühling – Juchee!
So schwingen wir,
so wechseln Zeiten,
ob Mensch, ob Tier,
sie führen und leiten.
Aus dem Tag, der lacht
im sonnigen Glanz,
nun zurück in die Nacht,
geleitet ihr Tanz.
Die hält uns gefangen
im dunklen Raum.
Da raus zu gelangen
gelingt nur dem Traum.
Wir träumen: Der Tag
befreit jede Nacht!
Was kurz ihr erlag,
erwacht zur Pracht.
Wir zappeln, kleben,
wir geben nie auf.
Hoch! Das ist Leben!
Zieh’n wir hinauf!
Wir ziehen bestehen,
gewinnen Kämpfe!
Wir stolpern, stehen,
verspielen Trümpfe.
Wir wagen, springen,
wir krallen uns fest,
wir lachen, verbringen
das Leben als Fest.
Mit einem Blick
voll Sorgen: Gib acht!
Doch kein zurück!
Dem Tag folgt die Nacht!
Bald findet das Glück
noch jüngere Tänzer
wir fallen zurück,
um uns wird es finster.
Wir tasten nach vorn,
wo der Pfad verlief,
der Pfad ist verlor’n,
wir fallen sehr tief.
Doch unser Schrei
trifft stumme Steine,
spricht uns nicht frei,
verhallt von alleine.
Die Kraft, sie schwindet,
ein leises Verstummen.
Verluste verkündet
der Blick auf die Summen.
So wälzen Jahre
uns hobelnd ins Tal,
ergrauen Haare,
verrostet Stahl.
Man wetzt sich ab
und watet, versinkt
und stürzt hinab
und fällt, ertrinkt.
An tiefer Stelle
von Schlamm bedeckt,
als nahrhafte Quelle,
als Schatz entdeckt
von Wurm und Fisch
als Leckerbissen,
geschätzt am Tisch,
zerfetzt, zerrissen.
Vergangen! Die Nacht
taucht aus dem Licht,
verschluckt die Pracht,
das Ende ist’s nicht!
Nur wechselnde Wesen
die Formen tauschen.
durch Rhythmen rauschen
nie bleiben – fließen.
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