Die leuchtende Sonne wird untergehen, macht sich bereit für den Abend. Bald wird sie beginnen zu sprühen, erfreut uns und – in ihrer Röte badend,
wird sie in der Tiefe verschwinden. Sie legt sich dort wie wir zur Ruh, wird Glück und Entspannung finden. Vielleicht träumt sie auch, wie ich und du.
Und dann kam irgendwann – irgendeiner und riss dir deinen Traum aus der Brust: „Ein Stern sei die Sonne!“ – „Beseelt?“ „Sei keiner!“ „Ein Gasball nur – ohne Verstand und Lust“.
Und sie ginge auch nicht unter, die Erde wär es, die sich dreht. Was träumt der Irre da putzmunter? „Man kann doch sehn, dass sie untergeht!“
Doch irgendwann wissens fast alle, dass man nicht immer sieht, wie’s ist. Die Wahrnehmung ist oft eine Falle, auch wenn du dir ganz sicher bist.
Doch mancher Wahn ist so resistent, mit so viel Ängsten und Panik verbunden, dass man noch heute Menschen verbrennt, die sagen, sie hätten ihn überwunden.
Der schlimmste Wahn ist übersinnlich, dagegen kann man kaum was machen. Der ist nicht von hier, ist unüberwindlich, kümmert sich um die ganz großen Sachen.
Der Wahn ist, zu Göttern zu flehen, seien es mehrere oder nur einer. Man kann es wenden und drehen, am Ende bleibt dann immer – keiner!
Wie sollte er denn beschaffen sein? Warum erschuf er nicht nur den Himmel? Weshalb ist er grundlos zu Kindern gemein? Warum erfand er Viren und Schimmel?
Weshalb muss sein Sohn uns erlösen? Warum braucht er Propheten, Vermittler? Warum muss er uns oft Furcht einflößen? Der ist doch gut, kein Adolf Hitler.
Der ist doch weise und verständig, der hat doch tiefes Mitgefühl. Der hat uns geschaffen, auswendig kennt er uns – und treibt doch ein Spiel?
Dass er verborgen ist und uns bestraft und vor dem Himmel erst tüchtig quält? Dass er nebenbei die Hölle erschafft, und nie alleine kämpft, sondern auf uns zählt.
Auf die Gläubigen zählt, denn die müssen töten. Gott selbst, der tötet nur selten, fast nie. Sie glauben auch alles – ohne Erröten, und Gläubige rufen: „Das ist Blasphemie!“
Gott selbst sitzt still, bescheiden im Dunkeln. Wer Unsinn glaubt, hat den Test verfehlt. Verständige sucht er in allen Winkeln – hat bisher nur Atheisten erwählt.
Wieder mal wieder ein Wochenende wieder vorbei – ein Wochenlauf. Vergiss die Arbeit! – mach ne Wende, träum oder steig in die Berge hinauf.
Ach Gott – ich geh’s gewöhnlich an. Morgen wird erst einmal geputzt. Vorher kommt der Einkauf dran. Der Samstag der wird ausgenutzt.
Nur Sonntags kann man sich entspannen, hat zumindest Aussicht aufs Glück. Sammelt ein paar Blüten zusammen und isst ein kleines Kuchenstück.
Warum muss man immer bescheiden, so kleine Glückskamellen lutschen? Statt sich am Glück besaufen – leiden? Nicht von oben runter-rutschen
ins Glück sich stürzen – in einen Pool voller Billionen großer Scheine. Dagobert Duck – das wäre cool! Nicht Lebenswege voller Steine.
Ach Glück – Thomas! Das ist nicht Geld! das können keine Millionen erzwingen. Das weißt du auch – in dieser Welt, kann Glück nur klein dosiert gelingen.
Nur Augenblicke, höchstens Stunden, danach ist man schon wieder im Tal. Glück immer spärlich in Runden um Runden und sicher wieder – beim nächsten Mal.
Die Sommerwelt weit ausgebreitet, von Freude und von Lust belebt, der Horizont noch ausgeweitet, ein Vogel, der über allem schwebt!
Das will ich sein und nicht so kleinlich, die Tage mit Sandsteinen vollgestopft. Nein! Hinauf in den Himmel! herrlich, reinlich werde ich glücklich umgetopft.
Träume! Träume! Alles nur Luft! So verwegen sie auch sind. Ich bin Mensch, ein elender Schuft! Und auf beiden Augen blind!
Ich weiß nicht, was die Welt von mir will, ich hoff nur immer, dass es gut geht, dass ich gelassen bleibe, eher still, und mutig, wenn ein Sturm weht.
Was und wozu? Ich bin aus Erde! Geformt dazu, zu überleben in all dem Dreck und ohne Würde und den Kopf – manchmal – in den Himmel heben!
Und ihn natürlich nicht verstehen. Denn der hat sich selbst auch nichts gedacht. Periodisch, immer am Kommen und Gehen, aufwärts, abwärts – Tag und Nacht.
Die Bühne der Welt hat keinen Sinn, es ist das Spiel, das Stück, das zählt. Ich hoffe, dass ich ein Schauspieler bin, der sich eine gute Rolle wählt.
Die beste Rolle die es geben kann, wenn sich alles um mich verhakt. Am liebsten liege ich dann tief unten, stürmisch, wild und nackt.
Das ist schön, so heiß der Ritt, so kurz die Augenblicke auch sind, sie reißen mich dennoch so mit! Ja – Ich bin Erde! – Und blind!
Alles läuft mir gerade so quer so ohne einen Sinn – läuft rasant und leer und rennt ohne Gewinn.
Jeder strengt sich nochmal an, reibt, erhitzt die Welt, reibt so lange er reiben kann, als ob das Reiben was aufhält.
Doch noch leben wir ja bequem, ballt es sich erst langsam zusammen. Man kann zwar schon was brennen sehen, doch sind es noch keine richtigen Flammen.
Doch wenn es richtige Flammen sind, bleibt nur noch das Entsetzen, die Funken – eilig verteilt sie der Wind und Donner rasen und blitzen
und alle Unternehmenswerte – helfen nichts – für das laute Geschrei um Rettung als man Panik spürte, ist die Zeit dann längst vorbei.
Die Wirtschaft war nie ineffizient, sie holte viel zu viel aus dem Boden, verteilts überall, dass es überall brennt, ist sehr effektiv, beim Sägen und Roden.
Und niemals schrien wir: Genug! Ein rasanter Höhenflug! ein fataler Selbstbetrug, ein letzter, allerletzter Zug
aus der qualmenden Kippe des Wahns, im Engen, Begrenzten stets weiter zu wachsen, die Hybris dieses unsinnigen Plans,
plötzlich wird der Luftballon platzen,
zerfetzt – und niemand hält dagegen, gegen die ganze Welt voll Physik. Die Hitze, die Strahlung, zerlegen unsere Pläne, das schnelle Stück,
das ganze Theater um Aktien und Boni. Was gar nicht zählt! – Nur pure Energie! Planks Strahlungsformel, Geld doch nie, Geld zählte nie – ist leere Magie.
Rasant war es! – In dreihundert Jahren
eine ganze Welt gekräscht! Blitzschnell gegen die Wand gefahren, immer rasanter – ausgelöscht!