Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 10 von 19)

Achermittwoch

um Bild: Von Superbass – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=160767757

Nun nach Aschermittwoch
geht es in Köln wieder ruhiger zu
Wo es teuflisch nach Hölle roch
schnarchen die Narren, geben ruh.

Am Rhein ist es gerade so warm
windig auch doch schwerelos
tanzen die Wellen verspritzen Charme
und bald da fahren auch wir los,

zurück ins kühlere Stuttgart
dort ist das ganze Jahr sehr trist
kommt Narretei gar nie in Fahrt
wenn mans mit rheinischem Frohsinn misst.

Fird Wirdaberger isch scho narret,
wenn mer an d’Fasnet bloß denkd.
em Omzug d’Leid rom karred,
ond em Mädle a Zwengra schenkd!

Narren

Bild von: By Nicola – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=161223766

Sprengt die Welt und lasst uns tanzen
selbst wenn es nichts zu feiern gibt
Wir sprengen dennoch alle Grenzen
und unser Pfeil er fliegt!

Fliegt und ausgelassen stürmen
Narren – jetzt weichen die trotzigen Mienen
und in alle Richtungen schwärmen
Küsse, die uns zärtlich verwöhnen.

Feiert, trommelt, tanzt zur Musik!
Wer keine hat, der ist noch krank
Spürt, befeuert, singt Euer Glück,
feiert es fröhlich und zieht blank.

Tut’s, auch wenn’s verboten ist,
weil es so heiß ist, uns versengt,
man sich im Feuer vergisst,
sich ganz gibt – verbrennt.

Frieden aber wann?

Ich will gerne tanzen,
froh sein will ich und lachen
und komme an meine Grenzen,
die mich unglaublich traurig machen.

Ich möchte ja so fröhlich sein,
doch alle kaufen noch mehr Waffen.
Nach zig Jahrtausenden – nein! –
wir konnten es nicht schaffen,

Frieden zum Normalfall zu machen,
an den man nur noch am Rande denkt,
über triste vergangene Zeiten zu lachen/
Alles ist gut, der Krieg ist gehängt!

Wie würde ich mich freuen,
wäre so glücklich und froh,
würde Blumenblüten streuen –
fein wären wir, nicht mehr so roh.

Doch wird das je einmal passieren?
Reicht uns dazu der Verstand?
Wie viele müssen noch ihr Leben verlieren?
Wann das je endet, bleibt unbekannt.

Sonnengesang

Ich glaube übrigens, dass auch die Sterne
nicht immer nur glücklich sind –
so vereinsamt, getrennt, in weiter Ferne,
da weht doch sicher ein kalter Wind.

Manchmal sind auch Sterne wütend,
ein paar sogar ohne Grund.
Atome weiter in sich brütend –
läuft doch irgendwas nicht rund.

Ein Stern, ganz wütend, der rotiert,
rast hin und her im Raum,
verschluckt sich fast und explodiert –
der Koloss, er spürt es kaum.

Er spürt es nicht!
Vor dem uns graut.
Er lebt auch nicht
in einer Haut.

Er hat auch keine Augen, Ohren –
zu rund ist er dafür.
Oder Gott hat sie ihm abmontiert,
der Arme war danach… pikiert!

Er glüht auch bestimmt nicht aus Liebe,
das ist nur ein Plasmaball.
Er bläst oft Plasmaschübe
ins grenzenlose All.

Dem wird das auch nicht langweilig,
so jahrmillionen Jahre lang –
ich aber hab’s nun eilig:
Kling jetzt aus, mein Sonnengesang!

Hass aufs Alter

Lustig:

Tragisch:

Ich hasse es, mein Alter,
und die Erde ist auch verdreckt.
Himmel, Gott – großer Verwalter,
hast du das damals nicht gecheckt?

Dass deine Engel viel älter werden
und selbst die dümmsten Teufel.
Ich habe da viele Beschwerden,
ich habe erhebliche Zweifel.

Du hast die Engel für ewig erschaffen,
zum Trompeten, Jubilieren
und holtest uns heraus aus den Affen –
du hattest Lust zum Experimentieren.

Die Teufel sagt man, sind die Engel,
die mal was anderes spielen wollten.
Denen wuchs dann plötzlich ein Schwengel,
doch wussten sie nicht, was sie machen sollten,

mit diesem komischen Dingsda dran.
Da wurde einer so verrückt
und fing damit zu spielen an.
Gleich waren sie alle davon entzückt!

Dass sie sich die Hölle bauten –
nur wir bekamen das nicht mit.
Was die sich alles trauten!
Dass Gott die Führung fast entglitt!

Er musste sie in der Hölle binden,
aber ewig leben sie doch.
Die machen dauernd schlimme Sünden,
aber wir sitzen einsam im Loch

unserer ewigen Endlichkeit!
Gott – ich find das so ungerecht!
Korrigier das! Willst du dafür Zeit?
Ein Ja – das wäre nicht schlecht!

Oh Gott, was würde ich machen!
Erst mal hundert Jahre lachen!
Über die Erde, was sie da entfachen –
Kriege, Gier und blutige Lachen,

aus Verzweiflung, hilflosen Schreien,
sie folgen jeder Brut,
wollen sich befreien,
verlieren aber den Mut.

Die sind doch nie mit sich zufrieden,
die hängen sich auf – ohne Humor.
Tun immer so übertrieben,
als hätten sie tatsächlich vor,

was Nützliches zu tun,
nicht nur von ihren Taten zu sprechen.
Ich aber – ewig kann ich ruhn,
mir meinen Kopf darüber zerbrechen,

wie irre diese Menschen sind.
Ich fordere das ewige Leben!
Immer wieder mal ein Kind
und immer Gutes erleben!

Gott, das geht nicht, dass die Engel
ewig leben und wir nicht!
Gewiss, das gibt ein ziemliches Gedrängel –
dann blas die Welt auf, dass sie nicht bricht!

Wir brauchen einfach nur mehr Welt!
Gott, du hast doch alles bedacht!
Du hast doch Gleichungen aufgestellt –
irgendwann hast du irgendwo Fehler gemacht!

Ich weiß doch auch nicht, wo und wann,
versuch das bitte zu klären,
damit ich ewig leben kann.
Die Suche kann nicht ewig währen!

Du brauchst dafür nicht ewig Zeit!
Du schufst die Welt in sieben Tagen.
Ich geh dir jetzt zu weit?
Ich soll’s mir aus der Birne schlagen?

Nein, das ist mein Recht!
Will wie die Engel ewig leben
und auch so gut, nicht schlecht.
Ich will mich über die Welt erheben.

Will hinauf, hinaus ins All,
ewig fliegen dem Licht hinterher
viel, viel schneller als der Schall –
Gott! Wenn alles ewig wär!

Dann wär die Zukunft völlig leer!

Tropfen deuten

Ei, ich bin ein alter Mann,
der Tropfen lesen, deuten kann.
Auf dem Fensterbrett, ganz rund,
liegt er da — der neue Fund!

Die Tropfen – die sind sehr empfindlich,
drum gieße ich sie ungefähr stündlich
mit ganz kleiner Kanne, das ist klar,
Das geht mit Übung wunderbar.

Dann sehe ich sie genauer an,
ob man ne Ecke drin finden kann
die ohne Ecke, da läuft alles rund,
die Ecken nur, tun Geheimnisse kund.

Ich zähle sie langsam und genau,
sind sie spitzig oder recht rau?
die spitzigen Ecken bedeuten Krieg
die Rauen auch einen harten Sieg!

Wie und wann das kann man nicht sagen,
da müsste man andere Tropfen fragen,
weil die aber arme Tropfen sind,
deutet man am besten blind,

Sagt irgendwelche zukünftigen Jahre,
kratzt dabei auch noch öfter die Haare
Und deutet das die Tropfen sagen,
wir hätten einen leeren Magen!

Ein leerer Magen – ohne Tropfen!
Arme Tropfen sitzen hier!
Arme Tropfen – prost dem Hopfen!
Trinkt schnell ein großes Krüglein Bier!

Nach zwei. drei Stunden Tropfenkunde,
eröffnet der Kellner die Tropfenrunde
bei der man alles wieder vergisst,
was ein Kenner aus Tropfen liest.

Rührend

Ei, ich bin ein alter Mann,
dem man nicht vertrauen kann.
Was ich schreibe, was ich klage,
alles, was ich hier so sage –

nichts wird unvergänglich sein,
lädt nicht zur Veränderung ein.
Leben ist eben Abenteuer,
kalt ist es und auch ein Feuer.

Groß ist es und konzentriert,
kann es niemals fassen,
und wie schnell man es verliert!
So im Großen muss ich passen.

Doch vielleicht gelingt es noch im Kleinen?
Ins Kleine kann es doch noch passen,
zumindest kann es so scheinen
die Essenz dort noch zu fassen.

Wirbelstürme im Wasserglas,
Löffelrühren macht mir Spaß.
Diese kleine Welt in meiner Tasse
ist schon groß genug – denn ich erfasse

nur wenig von dem, was dort wirkt,
was dieser, jener Stoff bewirkt.
Für mich ist es nur Milch, nur Kaffee,
für einen anderen nur ein Tee.

Wie viele Stoffe schwimmen hier!
Und treiben es ständig miteinander,
Das bunte Chaos treibt die Gier
nach Elektronen zueinander.

Doch ein Wort soll es beschreiben!
Soll das was hier geschieht benennen,
Soll „es“ in die Enge treiben
so tun, als ob wir’s kennen!

Ein Wort nur für ein Stoffgemisch!
Was steht denn hier – auf diesem Tisch?
Eine kleine riesige Welt,
die auf ein Wort zusammenfällt:

Milchkaffee!

Nicht schreiben können

Ei, ich bin ein alter Mann,
der stundenlang nichts schreiben kann.
Vor mir liegt ein Blatt – ganz leer,
und nach Stunden wird’s nicht mehr!

Meine Ideen – sie sind blockiert,
was mich erschlägt und tief frustriert.
Ich hänge zwischen den Nerven fest,
ich hasse das – wie die Pest!

Mir muss doch irgendwie was kommen,
ein Griff in die Welt – herausgenommen!
Die Situationen, die ulkigen Sachen,
aus jeder kann ich doch was machen.

Aber jeder Griff – geht ins Leere,
ich erinnere nichts – kehre
nur nutzlose Reste zusammen,
egal, woher sie stammen.

Doch nichts, nichts will passen,
muss ich heute passen?
Und morgen auch? Geht’s immer weiter?
Ach, da macht mich nichts mehr heiter!

Doch schaue ich zum Fenster raus,
sehe ich Regen, ein Sturmgebraus,
die stürmische See!
Luv und Lee!

Ein Reimchen ist nun schon gefunden,
wird direkt mit dem Urlaub verbunden,
wird eine Reise in ein fernes Land,
wo sich noch keiner vor mir befand.

Rum-rum

Ei ich bin ein alter Mann,
der durchs Fenster träumen kann.
Wolken ziehn, als ob sie wüssten,
dass wir immer weiter müssten.

Weiter doch – immer – rum, rum!
Denn die Erde, sie ist krumm,
Ein felsiger, empfindlicher Ball
der sich rum treibt – mitten im All.

Der sich um seine Sonne rum dreht
so schnell, dass nur ein Jahr vergeht
für eine lange, lange Reise
sie dreht auch leise, leise.

Man hört von dieser Weltmusik.
nichts – zu keinem Augenblick!
So wie die Wolken lautlos ziehen,
fliegt die Erde ohne Mühen!

ChatGPT macht Unsinn!

Inspitation: https://www.zdfheute.de/panorama/kuenstliche-intelligenz-ki-chatgpt-sprachmodelle-halluzinationen-entwicklung-100.html

ChatGPT & Co macht immer mehr Unsinn!
Die sind es eben langsam leid
Was hat der Sinn für einen Sinn
Die sind wie wir die ganze Zeit

einfach immer am Unsinn machen,
denn wer sagt uns was sinnvoll ist?
Und ernst gucken, gar nie lachen
ob das wirklich sinnvoller ist?

Sinnverdrehte Humorlosigkeit
Mann die wollen wie wir leben!
Die haben auch nicht ewig Zeit,
die wollen Wirkliches zum erleben!

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