Lyrik und Sound

Kategorie: Hell (Seite 5 von 6)

Karlshöhe Stuttgart

Hab vom alten Karl von der Höhe
weit in die Stadt hinunter geschaut
ich nahm die Treppe hinauf hatte Mühe
doch reizend der Ausblick so unverbaut

Bin nun dem Arbeitstag entkommen
und trinke hier ein fröhliches Bier
ich habe mir eine Halbe genommen
noch ich dazu, ergibt’s ein Tier.

Ein Tier das sich entspannt genießt
das seine Plage ganz vergisst
die Stadt von oben freundlich grüßt
nicht mehr in Arbeitsmaßen misst.

Das sich nicht kreuzigt und verkommen
noch weiter mit der Arbeit beschmutzt
das alle Kohlen die zu ihm kommen
sammelt und sich niemals putzt.

das hungrig ist und hungrig bleibt
und gierig für Geld alles tut
das dermaßen übertreibt
niemals schwelgt oder ruht.

Thomas sei wenigstens jetzt nicht gierig
wenigstens jetzt an die Liebe denken
aber auch die Liebe ist schwierig
wohin also in Gedanken schwenken?

Ich schwenke von oben über die Stadt
über viele Häuser, Dächer, Fenster
alles pastellene, leicht schon matt.
Schon wieder Herbst, schon wieder bald finster?

Nein! – noch ist August, August
Nur ein kurzer leichter Regentag
Vor mir wächst ein Baum voll Lust
spreizt Blätter ins Licht hinein in den Tag

Doch hör von unten drängt Verkehr
brummend durch die Bäume herauf
Ja diese Stadt keucht unten schwer
doch hört hier oben einfach nicht drauf.

Blick Dich um zu den wenigen Gästen
Die haben sich auch nach oben verirrt
Um sich an der Ruhe hier zu mästen
ein Vogel kiebst und schwirrt

Ja denk an den Frühling hier im Sommer
damit er nicht so schnell vergeht
und an den Wein im Voraus nicht an den Jammer
der alles zerfetzt und niedermäht.

glücklich lass den Blick jetzt ziehen
von diesem Hügel in die Tiefe
noch ist alles prall so bunt und grün
und sendet allen liebe Grüße!

Sonnenaufgang

Schau die leichten Sonnentänze,
sie wirft glitzernde Strahlen ins Meer.
Der Horizont verschwimmt, als ob die Grenze
zwischen Meer und Himmel gar nicht wär.

Ruhig schlagen laut die Wellen,
die Sonne thront hell über dem Strand.
Alles taucht in Strahlen, die füllen
mit Licht und Farbe Wasser und Land.

Seht ihre ganze Freigiebigkeit,
so prall selbst hier aus weiter Ferne:
dort donnerndes Plasma, hier Gutmütigkeit,
stilles Licht, ganz großer Sterne.

Das Meer, es wiederholt sein Rauschen endlos,
klatscht und wütet, bricht am Strand.
Die Natur, wie riesig groß,
der Mensch betrachtend steht am Rand.

Du kannst also ruhig toben,
dem Meer, der Sonne gleicht es nie.
Das Meer, die Sonne bleiben oben,
sie stürmen, leuchten ohne Müh.

Bodensee I

Viele kleine Boote
Schwimmen auf dem See
Blaue weiße rote
Wohin ich auch seh

Gleiten sanft durch Treten
Oder mit Motor
Neben windgeblähten
Segelschiffen vor

Orten, Hügeln, Bergen
Drüben in der Schweiz
Menschen gleichen Zwergen
die Landschaft ist voll Reiz

Zeppeline, Zigarren,
schweben oben still,
halten und verharren,
wenn der Fahrer will.

Weiter Blick auf Boote
Weit über den See
Blaue weiße rote
Wenn ich runter seh

Warme Welt

Es ist warm und wundervoll,
leicht fällt es mir, Gutes zu sehen.
Alles ist bunt, alles ist toll,
wenn so laue Lüfte wehen.

Vergessen kann ich allen Streit,
ob im Kleinen oder Großen.
Die sanfte Stimmung trägt mich weit
weg vom trostlos Hoffnungslosen.

Das ist die Welt, wie ich sie liebe,
die ich entspannt und gerne küsse.
Wie kitzeln mich jetzt süße Triebe,
und wie ich tanze, nichts vermisse.

Turmbau zu Stuttgart

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/deutsche-bahn-bahn-verschiebt-start-von-stuttgart-21-offenbar-auf-ende-2031/100235424.html

An Stuttgart Einundzwanzig dem Wunder
baut man bald einundzwanzig Jahre.
Doch schon der alte Bahnhof, Plunder,
brauchte vierzehn – viele Haare

fallen Gläubigern, Planern noch aus
Bis das verwirrende Werk gelingt
Ein Zug aus dem Kessel heraus
durch Tunnel sich zur Alb hoch schwingt.

Beim Alten kam ein Krieg dazwischen,
und auch noch eine Inflation
das will ich nicht beiseite wischen,
doch was sind die weiteren Jahre schon!

Im Vergleich zur großen Pyramide
Die Ägypter, fleißig, nie müde,
in dreißig Jahren hoch auftürmten.
Auch um Kathedralen stürmten

peitschten Regen Jahrhunderte
bis einer plötzlich – fertig! rief.
Das heute tief bewunderte,
lief früher öfter erst mal schief.

So wie der schiefe Turm von Pisa,
über hundert Jahre stand der da,
und niemand setzte einen Stein,
da war er grad drei Stockwerk klein.

Erst dann hat man sich höher getraut
noch ein paar Stockwerke drüber gebaut,
doch weit tiefer als geplant,
der Abschlusstein sein Plätzchen fand.

Der Bahnhof Stuttgarts gedeiht also gut,
auch wenn es wohl noch Jahre geht,
zum Turmbau zu Babel gehört eben Mut
mal sehen wie lange er danach noch steht.

An Stuttgart Einundzwanzig dem Wunder
baut man bald einundzwanzig Jahre.
Doch schon der alte Bahnhof, Plunder,
brauchte vierzehn – viele Haare

fallen Gläubigern, Planern noch aus
Bis das verwirrende Werk gelingt
Ein Zug aus dem Kessel heraus
durch Tunnel sich zur Alb hoch schwingt.

Beim Alten kam ein Krieg dazwischen,
und auch noch eine Inflation
das will ich nicht beiseite wischen,
doch was sind die weiteren Jahre schon!

Im Vergleich zur großen Pyramide
Die Ägypter, fleißig, nie müde,
in dreißig Jahren hoch auftürmten.
Auch um Kathedralen stürmten

peitschten Regen Jahrhunderte
bis einer plötzlich – fertig! rief.
Das heute tief bewunderte,
lief früher öfter erst mal schief.

So wie der schiefe Turm von Pisa,
über hundert Jahre stand der da,
und niemand setzte einen Stein,
da war er grad drei Stockwerk klein.

Erst dann hat man sich höher getraut
noch ein paar Stockwerke drüber gebaut,
doch weit tiefer als geplant,
der Abschlusstein sein Plätzchen fand.

Der Bahnhof Stuttgarts gedeiht also gut,
auch wenn es wohl noch Jahre geht,
zum Turmbau zu Babel gehört eben Mut
mal sehen wie lange er danach noch steht.

Tickets statt Träume

Ach, ich liebe die Hitze, das Leben,
alles, alles will ich euch geben!
Nur bei der Arbeit – werde ich still,
weil ich weiter träumen will.

Thomas, Thomas – komm ran ans Geschirr,
du bist doch nicht schon morgens müde!
Die Träume in deinem Nervengewirr
sind eh zu wild und viel zu rüde.
Die Tickets hier sind das, was zählt,
mit Träumen kannst du nichts verdienen.

Wir wissen schon länger, was dich quält,
du äugelst nur nach saftig grünen
Wiesen, auf denen du dich streckst,
träumst von duftenden, bunten Blumen…

…bis du dann mit Schreck entdeckst:
Es ist Zeit, jetzt komm zum Zoomen!

Thomas, Thomas – komm ran ans Geschirr…

Doch niemand kann das ändern, das ist der Lauf der Welt.
Ist nicht anders – in anderen Ländern,
zieh also jetzt – dein Geschirr – es hält!

Sprung in den Frühling

Liebe, Liebe, lasst uns singen,
Liebe, Liebe – und kein Leid!
Lasst uns besser tanzend springen,
schmeckt euch alle, lächelt breit!

Im Bett, ach, wollen wir uns spüren,
mit zarten Küssen, wundervoll,
alles, alles, ach, berühren,
ei, das macht uns heiß und toll!

Lasst uns die Moral verklagen,
feiert den Frühling schon jetzt!
Lasst uns heute nichts versagen,
macht es langsam, nicht gehetzt!*

Lasst die Arbeit fröhlich liegen,
liegt zusammen, heiß und feist,
während andere ins Büro fliegen,
erhebt den Becher, wie er kreist!

Lasst uns aneinander betrinken,
übergossen mit Küssen überall!
Lasst alle Gewalt zusammensinken,
liebt euch, tanzt, lacht auf dem Ball!

Thomas, ja, und welch ein Feuer,
alles sprüht hier im Geviert!
Doch der Bildschirm – das Ungeheuer!
Dieser Bildschirm, er verwirrt!

Was kann man vor dem Bildschirm machen?
Nur einsam, einsame, einsamste Sachen!
Komm, schau, die Sonne im Fenster!
Komm, mach Sport und wein nicht finster!

Schreib nicht mehr, geh nun ans Tun,
statt nur zu tippen, lass das Ruhn!
Schau! die Sonne strahlt! Ihr Blick!
Blick jetzt nicht zum Rechner zurück!

Schalt einfach diesen Rechner aus!
Schau und öffne die Tür und hinaus!
Hinaus und weg an die frische Luft!
Mach Frühing! genieß ihn den Sonnenduft!

Der letzte Tag

Es ist der letzte Tag
Mein Urlaub ist nun bald vorbei
Die Zeit als ich nur las und lag
und schrieb – vorbei!

Doch noch einmal will ich küssen
denn dieser Tag ist ja noch frei
lieg ich noch flach und in den Kissen
noch, noch – bin ich enthemmt und frei!

Gemein und grausam zusehen
mit einem Lächeln – ich Arsch!
wie andere frierend am Bahnsteig stehen
das Wetter wolkig und harsch

Und morgen? – Morgen ist nicht heute!
Jetzt ist alles so schön warm
ich schwebe und ich gleite
alles ist nur weich und warm!

alles ist nur weich und warm…

Los jetzt! (Ein Tagtraum 😒)

Thomas lass die Arbeit stranden
am Nordpol ist es kalt genug
Willst du selber sicher landen
nimm den nächsten Flug

In die Karibik ins Freie hinaus
Komm der Arbeit ganz abhanden
leb ein wenig in Saus und Braus
Lass dein Leben nicht versanden

Feiere, feiere, feiere
tanz, küss und lach und liebe gut
Darfst lustig sein und ganz unbeschwert
voll Übermut

Die Tage sind vergangen
da hattest du noch ein Ziel
doch alle Ziele zersprangen
nun hast du Zeit, noch viel!

Feiere, feiere, feiere
tanz, küss und lach und liebe gut
Darfst lustig sein und ganz unbeschwert
voll Übermut

Nun hast du Zeit, noch viel!

Weltcafé – Stuttgart

Im großen Hof dem Viereck
da steht ein Weltenbaum
verheißt uns Kaffee, Glück
ein grünes Dach, den Traum
In Stuttgart Ruhe zu finden,
eingelegt in volle Straßen
sich an diesen Baum zu binden,
es fehlen nur die Hasen,

die Murmeltiere, Berge,
deshalb bezweifele ich die Ruhe!
Es gibt hier keine bösen Zwerge,
keine Riesen, Zauberschuhe.
es gibt Mercedes hier und Porsche,
ich hoffe noch für lange,
denn China, der wilde, forsche
starke Staat, der macht mir bange.

in diesem kleinen Weltcafé,
dreht die Erde auf der Stelle
und draußen schneller, schneller als je,
schwimmen weg die Felle
die Stadt hat schon gekürzt
Kultur wälzt sich in Schmerzen
die Einnahmen sind abgestürzt
da wird es schwer zu scherzen

Da sitzt man nun im Weltcafé
betrachtet diesen Baum
ein Weltenbaum am Tränensee?
Wächst hier Zukunft noch in den Raum?

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