Lyrik und Sound

Kategorie: Im Bett

Morgennebel

Nebelig und am Morgen noch dunkel,
ich spüre die Kälte, wenn ich’s nur sehe!
Milchig alles statt Sternengefunkel –
ich will nur Ruhe! Alles macht Mühe!

Ich will im Bett wieder verschwinden,
im warmen Bett, wo alles so schön ist!
Will Sträuße dort aus Gedanken binden,
einfach schlafen – doch so ein Mist!

Die Gesellschaft drängt zum Handeln,
zum Aufstehen, um zur Arbeit zu gehen.
Doch weshalb sollte grad ich so handeln?
Ich will doch jetzt keinen Nebel sehen!

Ich forme meine Lippen zum Kuss,
ja, küssen würde ich jetzt gerne.
Doch leider, wenn man arbeiten muss,
rücken Küsse in die Ferne!

Kalt ist mir, es ist erschreckend,
was so ein dichter Nebel macht!
Trostlos in die Welt raus blickend,
gibt es niemanden der lacht!

Womit kann ich Euch nur trösten?
Erlösen wenn mein Kuss versagt?
Durch kleine, zarte Gesten?
Nicht dadurch, dass man drüber klagt!

Also mit gespieltem Schwung,
den mir sicher niemand glaubt?
Mit einer Morgenübung?
Die gleich alle Power raubt!

Morgenübungen machen Spaß!
Aber nur, wenn es die Richtigen sind!
Ach Anspielung! Lass sie! Lass!
Wo wir doch noch so müde sind!

Ein träger Tag

Es ist ein träger Tag.
Wie träge Tage mal so sind.
Trägt mich träg, so träg ich’s mag,
träg ist sogar schon der Wind.

Schon träg zum Frühlingsanfang.
Da sollte der Wind doch stärker sein!
Das fängt ja gar nicht gut an,
ein träger Wind! Nein, nein!

Der Träge trägt kein einziges Blatt,
kein Papierchen in die Welt hinaus.
Der schläft ja fast, wie ich, so matt.
Los, Wind! — Jetzt saus und braus!

Ich bin glücklich hier, so träg,
hab also gar nichts falsch gemacht.
Die Welt fliegt eh schon schräg,
dass sie bald ins Weltall kracht.

Da will ich’s nicht übertreiben,
die Hitze genügt schon jetzt vollkommen.
Da will ich sie nicht weiter treiben,
da liege ich bewusst, besonnen,

ganz bewusst: — Ich arbeite nicht!
Denn Arbeit zerstört, ist unerträglich.
Genauso Konsum — ist schlicht
sehr oft Verschwendung, unsäglich,

eine Revolution gegen den Verstand
sind alle Aktionen und Ideen,
die Neues kreieren. Verbrannt
ist alles dadurch — träge vergehen

die heiligen Stunden auf der Couch.
Ich habe längst keine Ideen mehr,
liege flach und lege zerknautsch’
meine Knochen zurecht. — Sehr

schön! Ich betrachte die Pflanzen,
das frische Grün im Zimmer.
Glück! Ein Traum vom harmonischen Ganzen.
Es fallen dicke Tropfen vom Schimmer

der Sonne in meine Trägheit hinein.

Faul sein

Liege am liebsten lang gestreckt
zwischen weichen Daunenkissen,
werd von ihnen leicht bedeckt,
Entspannung, lass dich küssen!

Wie sanft das weiche, zarte Feeling,
so warme, herrliche Gefühle –
ich werf mich ins Bett in den Ring,
heraus aus der schrecklichen Mühle,

der Arbeitswelt mit zehntausend Regeln.
Zehntausend Küsse sind doch süßer!
In der Firma nimmt man mich zum Kegeln,
doch im Bett – da bin ich Genießer.

Vergesse alles und tue mir gut,
ich will nun schwelgen, einfach liegen.
Manchmal kocht dann hoch mein Blut,
oder ich träume vom Meer im Süden.

Alles ist jedenfalls aufgeräumt,
ich denke nicht mehr viel,
gefühlt wird, schön geträumt,
hier und da ein zärtliches Spiel.

Thomas – das kann doch nicht ewig gehen!
Nicht Ewigkeiten – ein einziger Tag!
Sich tief entspannen, Faulheit pflegen,
nur machen, was ich wirklich mag.

Ich tue nichts – das ist nicht schlecht,
mich beißt nicht mal mein großer Zeh.
Die geschäftige Welt ist ungerecht,
zerstört, konsumiert die Umwelt – oh weh!

Nein, das will ich einfach nicht!
Sie ist der Teufel, die Betriebsamkeit.
Ich bleibe faul, ein elender Wicht –
mein Bett gibt mir die Heiterkeit.

Ja, manchmal muss ich pupsen,
Bakterien, Hefen sind arbeitsam.
Das Gas – muss raus! Ein leichtes Schubsen,
nichts Lautes – leise und zahm.

Im Bett den Körper fallen lassen,
lange – und doch nur ein einziger Tag.
An diesem Tag muss ich nicht passen,
der Tag läuft so, wie ich es mag!

Bleib im Bett!!

Habe das depressive Gedicht nun in einen etwas leichteren Ton gefasst.
Dazu gibt es nun auch ein Gemini Notebook: https://gemini.google.com/share/0571cc6478d0
Das ist Geminis Männerphantasie! Nicht meine 😉

Das depressive Original

Dunkel Wolken, grau getüncht,
den ganzen Himmel rüber –
und längst schon wieder ohne Schnee.
Oh bleib im Bett, mein Lieber.

Oh bleib im Bett, was willst du tun?
Was willst du raus und frieren?
Hier ist es warm, ruft zum Ruhn,
hier kannst du träumen, oh…

Dort draußen sind die Wolken dicht,
zerdrücken Lust und Laune.
Dort fehlt dir Wachstum, fehlt das Licht,
doch hier im Bett da herrscht die Daune.

Die Daune kocht dich und es dampft,
die packt dich, reißt dich hoch.
Werd jetzt nicht panisch und verkrampft,
und bleib in deinem kleinen Loch.

Es ist besser als draußen die Kälte,
da draußen stehn schon Massen gerne.
Die Welt geht ohne dich nicht pleite,
dem Nebel draußen fehlen alle Sterne.

Träum, der Tag der geht vorüber.
Bleib dir treu und bleib dabei.
Bleib in deinem Bett, mein Lieber –
hier in diesem Bett, hier bist du frei.

© 2026 Kamellenregen

Theme von Anders Norén — Hoch ↑