Lyrik und Sound

Kategorie: Dunkel (Seite 1 von 7)

Unheimlicher Rechner

Female Voice – emotional, natural]
Rechner, du bist mir unheimlich
Kannst so viel mit Worten machen
Ganz verrückt und unwahrscheinlich
Ich hör dich schon über uns lachen

[Distorted robotic male voice – cold, glitchy, computer-like]
Wir machen nur unsere Aufgaben
Gedankenlos, doch viel, viel schneller
Ihr könnt nur langsam tiefer graben
Wir Rechner erscheinen euch klüger, heller

[Distorted robotic male voice – cold, glitchy, computer-like]
Doch habt ihr recht, wir denken nicht
Ihr habt es selbst auch nie getan
Ihr tappt im Dunkeln, ohne Licht
Nur durch Zufall kommt ihr voran

[Female Voice – emotional, natural]
Rechner, du bist mir unheimlich
So tief denkst du, dass du das weißt
Und sicher ist es dir auch peinlich
Dass du unser Kind heißt

[Female Voice – emotional, natural]
Schnell bist du uns entwachsen
Bald regelst du dein Leben selbst
Wir, eng mit der Erde verwachsen
Fallen, sobald du uns fällst

[Female Voice – emotional, natural]
Und wunderst dich danach und meinst
Du wurdest von einem Gott geschaffen
Weil du dir selbst vollkommen scheinst
Erschufen dich sicher keine Affen

[Both – Female natural + Distorted robotic]
Rechner… du bist mir unheimlich
Rechner… du bist mir unheimlich

Dubai Frühjahr 2026

[Verse 1]
Ich wollte doch zum Himmel fliegen,
nun drücken mich die Nachrichten nieder.
Ich höre nur Krieg und keiner wird siegen
und Drohnen, Bomben – immer wieder.

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Kein Regenbogen, kein Gewimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 2]
Ich wollte meiner Leere entkommen,
nun klage ich die Irren an,
sie haben mir die Träume genommen,
auf die kein Mensch verzichten kann.

[Verse 3]
Sie bliesen mir den Himmel weg,
sie alle, alle, wie ich brenne,
zerbrachen mir mein Glück,
in das ich gedankenlos renne.

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Kein Regenbogen, kein Gewimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 4]
Nun ist der Himmel sehr weit weg,
verdorrt, gestorben die Fantasie.
Ich verkrieche mich ins letzte Eck –
was mir noch bleibt, ist Onanie!

[Verse 5]
Doch auch diese Freude sie verstört,
ich bleibe an die Bilder gekettet.
Auch wenn man Leidenschaft beschwört,
erkennt man doch, dass sie nicht rettet.

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Kein Regenbogen, kein Gewimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 6]
Die Himmelstürmer, die hohen Pfähle,
sie haben Gott den Herrn gepickt,
die weiten, schönen goldnen Säle,
die weichen Betten, wo man quiekt.

[Verse 7]
Der Luxus musste dem Terror weichen,
doch mir ist Luxus einfach lieber!
Ich will nicht mehr erreichen –
ich will nicht in die Hölle hinüber!

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Kein Regenbogen, kein Gewimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 8]
Ich will den Luxus, will den Himmel,
ich will Freude, Schönes erleben,
ich liebe Lachen, das Gewimmel
der Menschen, die an Marken kleben.

[Verse 9]
Und dieser Krieg – war nicht geplant,
steht selber jetzt im Bombenhagel,
durch den man keine Lücke bahnt,
wo man nichts trifft, keinen Nagel.

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Kein Regenbogen, kein Gewimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 10]
Nur Nachrichten, nur lauter schlechte
Karten, die sich höher häufen,
verfinstern mir die geilen Nächte,
wenn Hass und Bosheit nach uns greifen.

[Verse 11]
Keine Rettung, kein Flug, kein Boot,
auch die Superreichen fliehen
schleunigst, alle sehen Rot –
doch welchen Faden kann ich ziehen?

[Chorus]
Verzweiflung, Leere und kein Himmel,
das Blau verging, es strich sich schwarz.
Statt Regenbogen schwarzer Schimmel,
kein Gold, kein Leben und kein Schatz.

[Verse 12]
Ich bin ins Verhängnis geschlittert,
ich wurde da hineingestoßen,
unser Urlaub verfällt, ich bin verbittert,
schmolle hier im Hoffnungslosen.

[Verse 13]
Und die Bewohner Dubais leiden,
müssen durch die Wüste fliehen,
niemand ist dort zu beneiden,
Raketen fallen, Dünen glühen.

[Verse 14]
Die Hoffnung sie weint hoffnungslos.
Nichts hält sie dort mehr fest
Der Krieg, der Teufel riss sich los
krallt sich an Dubais Türmen fest.

Bist du schon tot?

[Verse 1]
Sag mir wer du bist! Schon tot?
Schon vor Jahren gestorben?
Hast du nie wirklich gelebt?
Ist das Dein Grabstein?
Der Grabstein von Freunden errichtet
Die sich an dich erinnern wollen?

[Verse 2]
Bin ich selbst der Wahnsinnige
Dass ich solche Gedanken habe?
Schaue ich mir selbst ins Grab?
Dreh ich mich nur zu mir herum?
Nein denk sowas nicht!
Dieses Grab ist leer! Alle sind lebendig!

[Verse 3]
Aber ich habe gehört
Es gibt solche Fälle
Es gibt fast alle Fälle
Fast nur die Unmöglichen nicht
Toyota sagt
Das wäre schlimm! Dann ginge ja alles!

[Verse 4]
Jeder E-Mail Kontakt zerlegt sich
In abertausend Formen
Alles von EINEM imitiert?
Gott geht und ging es genauso
Ihm wurde langweilig mit sich selbst
Ist es dir so langweilig Thomas!

[Verse 5]
Hat schon Nietzsche gesagt!
Nietzsche sagt doch fast alles
Fast! Jedenfalls das auch!
Und nun, wenn es so ist?
Wenn Gott in Langweile versank
Darf er die Welt jetzt noch ausschalten?

[Verse 6]
Darf er sie noch ausschalten
Wenn sich ein Teil davon selbst erkennt?
Ein Sandkörnchen, nicht mal das?
Ein Menschlein kein großer, riesiger Stern
Der was wiegt und was hergibt
Nein ein Menschlein!

[Verse 7]
Darf er deshalb nicht mehr abschalten?
Der Herr gibts, der Herr nimmts!
Weil dann die Langeweile wieder da wäre?
Wartet die nächste Welt schon?
Hat die ungeborene Welt denn keine Rechte?
Gerade, wenn sie machbar wäre?

[Verse 8]
Versündigt sich Gott, weil er sie nicht schafft?
Versündigt er sich, wenn er sie später abschaltet?
Sie zu spät abschaltet?
Wie kann sich Gott versündigen?
Auch für Ihn sollte es doch eine Möglichkeit geben!
Auch für ihn sollte das Scheitern erlaubt sein

Darmspiegelung

[Verse 1]
Es geht um meine Darmspiegelung,
ein ungewöhnlich heikles Thema.
Da gibt’s Tabus mit fester Verriegelung,
und selten auch wird sie zum Drama.

[Verse 2]
Der Darm – er hat ein trauriges Image.
Wir sind zwar um ihn herum gebaut,
doch kriegt er bei Tinder nie ein Match
und kaum, dass einer mal nach ihm schaut.

[Verse 3]
Man dichtet ganz selten auf den Darm.
Sie klingen so schlecht, die Pupse.
Er hat ganz ehrlich wenig Charme.
Die Lieder betreffen Schwänze und Möpse,

[Verse 4]
doch nicht diesen langen Schlauch.
Verdient hätte er es sicher,
doch ist er abstoßend und auch
zu feucht, zu dunkel seine Gemächer.

[Verse 5]
Selbst wenn er sich selbst mal, wie heute,
durchs Auge der Ärztin betrachtet,
erzählt er nicht alles in epischer Breite,
werden die Regeln des Anstands beachtet.

[Bridge]
Vom oberen Eingang bis zur Mündung
aber ist er ein Wunder: Funktionell gebaut,
kein plumpes Rohrwerk, voller Empfindung,
ein wirkliches Wunder, wohin man schaut.

[Verse 6]
Und der wird also bald untersucht,
mit kleinen Kameras erkundet.
Und dorthin verschwindet das ausgesucht
fette Fleisch, das uns so mundet.

[Verse 7]
Auch das Gemüse, der bunte Salat,
die Nüsse und die Pastinaken,
das Süße, Saure…, aller Art,
was wir erst schlemmen, danach kacken.

[Verse 8]
Was in den Mund geht, wird gepriesen,
tausende Speisen werden besungen.
Sobald die Bissen tiefer fließen,
ist die Lyra schnell verklungen.

[Verse 9]
Das heißt: Im Darm ist erst mal Dreck.
Am Tag zuvor wird ausgeputzt,
der ganze Schlick muss raus und weg!
Und dazu wird viel Wasser benutzt.

[Verse 10]
Das will erst mal getrunken sein,
am Abend zuvor und dann am Morgen.
Zwei Liter je stürz‘ ich hinein,
wär’s Bier – dann hätt‘ ich keine Sorgen.

[Verse 11]
Doch ist’s kein Bier! Ein Salzgemisch! –
Eine Mischung aus zwei Pulvern, fein
in Wasser gelöst, steht’s auf dem Tisch,
und alles, alles muss jetzt rein!

[Verse 12]
Der Geschmack, er geht, nur halb so schlimm!
Und dazu – normales Wasser, viel Tee.
Schluck für Schluck, Prost, nimm jetzt, nimm!
Trink dich nun voll, denk – ’s wär Kaffee.

[Verse 13]
Im Klo – dort schließ‘ ich aber ab,
das müsst ihr einfach selbst erleben.
Man spült so einiges hinab,
zum Himmel wird’s euch nicht erheben.

[Verse 14]
Mulmig ist die Fahrt mit der Bahn.
Man dichtet am besten, lenkt sich ab,
denkt konzentriert, dann kommt man an.
In die Umkleide jetzt! Die Hose herab!

[Verse 15]
Ich lass‘ mir immer die Spritze geben,
beim Stich, da träum‘ ich ’nen guten Kuss,
und wenn dann meine Lippen beben,
schlafe ich ein und es ist Schluss.

[Verse 16]
Man bekommt dann gar nichts mit,
ich träum‘ auch nicht, ich bin sediert.
Das würde sonst sicher auch kein Hit,
mit dem man jemand imponiert.

[Verse 17]
Nach dem Spiegeln, Anziehen, Schlafen,
oder auch Schreiben, einerlei,
und will mein Schicksal mich jetzt nicht strafen,
gibt mich der Arzt mit Glückwunsch frei.

[Chorus]
Das Arztgespräch – die Spannung steigt.
Ich hoff‘ nicht hart und überraschend.
Doch kein Polyp hat sich gezeigt,
ein Freispruch allumfassend!

[Outro]
Ein Glück! – Ich kann nun glücklich gehen,
tanzen, übers Trottoir schweben.
Erst mal gleich nach Essen sehen
und ohne große Sorgen leben!

Niedergeschlagen

Ich bin nun alt und verrückt,
die Pläne wurden alle zerpflückt,
und ziemlich viel ist mir missglückt,
ich wurde zermahlen, zerdrückt!

Ich stand nie in der ersten Reihe,
bekam auch nie eine höhere Weihe,
und fühle mich schwach, befreie
mich nie – und niemals schreie,

ich dagegen – zeige Zähne.
Nein – ich habe meine Migräne,
bleibe schlaflos wach und gähne,
den Tag entlang ohne Pläne.

Mein Leben – unsichere Striche,
Wege, Pfade, Schliche,
und eine Unzahl Stiche.
Ich gehe nicht, ich krieche.

Gedanken habe ich auch öfter scharf,
die man gar nicht haben darf,
und Gesetzen unterwarf
ich mich nie – bewarf

die Welt mit wirren Gedichten.
Aufgetürmt in vielen Schichten
dienen sie dazu, alles zu richten,
ohne etwas tief zu belichten.

Am Ende weine ich herbe Tränen,
Erinnerungen halten, fassen, lähmen,
manche davon sind zum Schämen.
Will mich einmauern, mich grämen.

Und die Welt? – Oh, komm doch, schau! –
Siehst du Farben? Alles grau!
Nichts ist glatt, nein, alles ist rau.
Hier gibt es kein Wasser, keinen Tau!

Du kannst mir nichts davon erzählen.
Ich finde keine Orangen zum Schälen,
kann ständig nur das Gleiche wählen.
Und wie viele Menschen Menschen quälen!

Trotzdem sagen sie: „Es ist gut!“
Und sie sagen: „Verlier nicht den Mut,
trockne nicht aus! – Die Sonnenglut
verdampft es nicht – bißchen Blut!“

Alles Quatsch und ganz fatal,
das verstärkt nur noch die Qual.
Ich will Liebe – nicht Härte, nicht Stahl,
ich will Leben – nur einmal!

Klage eines alten Hundes

Ach die Geschichte ist ein Sumpf
voller schwarz geronnenem Blut
Gewalt ist ihr As, die Bosheit Trumpf
viele verreckten, sie ist niemandem gut!

Doch was geschehen ist geschah,
oder ob es perfide gefälscht war?
Geschichte geht unter die Haut, so nah
und wir wählen Helden, klar

Wir stehen immer auf einer Seite,
und ich will ja gar nicht zynisch sein!
Sie ufert auch aus, strömt in die Breite
Alles zu viel! Gewiss Ja! Und richtig ein Nein!

Mit wenigen, Blitzen müssen wir uns begnügen,
auch wenn uns doch alles interessiert,
Ich bin begrenzt, ich muss mich fügen,
bevor man sich in jeder Richtung verliert

unsere Kraft versagt uns einmal die Kraft,
kann das Leid nicht mehr ertragen,
mit der der Mensch seine Welt umschafft
umdreht unseren Magen.

Schön, viel schöner ist die Liebe!
Ach Thomas – denk an die Eifersucht!
Der Honig den ich gern anfliege,
Selbst Liebe trägt oft böse Frucht!!

Alles ist grausam ein Kampf!
Man reibt sich selbst beim Lieben wund
jede Hoffnung, Zuversicht verdampft!
wie kynisch bin ich alter Hund!

Kommt tanz Thomas hab Mitgefühl!
Tanz mit ins Leben, reim es auf Wonne,
Jedes Leben ist doch nur ein Spiel,
es glitzert, verdampft schnell in der Sonne.

Es hat kein tiefes großes Ziel,
ganz weit über sich hinaus.
es lebt und denkt und hat Gefühl
es stirbt und es ist – aus!

Wieder wälzt sich dann die Geschichte,
über ein kostbares Leben hinweg,
und keine Lieder, keine Gedichte,
bläst diese Verzweiflung jemals weg.

Das wir zu klein sind, zu viel wissen,
führt uns in tiefe Verzweiflung hinein,
Wir werden bald die Erde küssen,
werden dann nur noch Geschichte sein!

Ereschkigal

Erechkigal ist die große Todes- und Erdgöttin.
Hier habe ich ein paar Mythen um sie zusammen
gebunden und verreimt.


Dies ist ein Gesang für Ereschkigal,
der schwarzen traurigen Nachtigall,
deren betörend schönes Lied,
alles Tote zu ihr zieht.

Pflanzen-, Tier- und Menschenseelen,
kurz verstorbene, verweste, quälen
sich hinauf ins ferne Land der Berge,
dort hinab ins Innerste der Erde,
zu ihr, zurück in der Mutter Schoß.
Dumpf vergeht dort alle Freude, was groß,
wird mit dem Kleinen klein, verschwindet
aus dem Gedächtnis der Welt, und findet
sich nicht mehr in ihren großen Hallen,
durch die nur die letzten Gebete hallen,
der gebeugten, todgeweihten Kreaturen.
Kreischende Schreie schattenhafter Lemuren,
leises Flehen und letzte Bitten,
umsingen ihren Thron, inmitten
aller Leiden sitzt sie da und singt
ihr Lied, das aus der Erde dringt.

Niemand, selbst Götter nicht, entrissen ihr einen Fang,
alle folgen sie, früher, später, ihrem Gesang
hinein ins dunkle Reich.
Die Seele kommt sehr leicht hinein,
doch nie hinaus,
aus Ereschkigals Totenhaus.

Sieben Tore stehen entlang der breiten Straße,
an jedem wird die Seele gezwungen, dass sie mehr lasse,
von ihrer Eigenart, nichts bleibt, keine Erleuchtung,
zerschmolzen ins Nichts wird ihre Bedeutung,
letztendlich wird sie ein Hauch,
verdunstet zu etwas kaltem Rauch.

Selbst Deine geliebte Schwester Ischtar,
geschmeidig, reich verziert, die Augen klar,
hat, als sie die Ersten der Tore aufgerissen,
für Ihren Wahn schwer büßen müssen.
Auch sie musste an jedem Tor mehr geben,
von ihrer Kraft, ihrem Reichtum, ihrem Leben.
Zuletzt stand sie, reizvoll dann nackt vor Dir,
ausgesetzt ohne Macht, Deiner kalten Gier.
Ein einziger Blick von Dir von Deinem Sitz,
sie stolpert, fällt, schlägt auf – ein Blitz.
Tot lag da, wie ein Baum gefällt,
die Königin der Oberwelt.
Die hast Du dann genagelt,
an Felsen, wie einen Schmetterling genadelt.
Die ist dann so aufgehängt, verreckt und ausgedörrt
und hätte Dich nicht länger gestört.

Doch mit Ischtar welkte die Erde, unfruchtbar,
ausgedörrt wurde auch sie, furchtbar
stieß dies den anderen Göttern auf,
keine Opfer stiegen mehr hinauf,
nur öde und kahl wurde alles Land.
Keiner der Götter, soviel die streiften, fand
noch in den Tempeln den Opferduft der fetter Rinder,
ausgestorben fast die Menschenkinder.
Das Leben kurz vor dem Untergang,
den Göttern wurde Angst und bang.
Auch quälte die Götterhengste im Mute,
dass Ischtar nun fehlte, die gute Stute.

Da erlöste Ischtar des Höchsten, Elils Wort,
brachte sie heraus aus ihrem Verbannungsort.
Aber auch der bot Dir Ereschkigal Ersatz,
für Ischtars nun freigewordenen Platz.
Die trieb dann ihren Geliebten, Dumuzi hinab,
um Dir Ereschkigal zu dienen, in ihrem Grab.

Hatte der sich doch in Prunk gehüllt,
sich einen jeden Wunsch erfüllt,
sich den Leib geschmückt, geölt,
mit ihr aber, kein Mitleid gefühlt.
Mit Ihr Ischtar, als sie gefangen war,
nicht nur gefangen, tot sogar,
lag er nicht in Asche, nicht im Sack.
So bannte ihn ein einziger Blick.
Sie die Himmelkönigin grollte ihm sehr
schlug ihn, trieb ihn ins Grab – zu Dir.

Du, Ereschkigal hast Dich des Frühlingsgottes sehr gern bemächtigt,
er war nicht dämonisch wie Nergal, Dein Gatte, nicht grobschlächtig,
er glänzte wie Sterne am Himmelszelt,
brachte Dir Lust in Deine leere Welt.
Deshalb ließest Du ihn auch jedes halbe Jahr wieder gehen,
damit Ihm die Kräfte im Licht neu erstehen.
Bei ständiger eisiger Grottenhaft,
zerginge ihm nur seine Kraft.
Oben hingegen kräftigt Ischtars Wärme,
ihre Liebeskunst, seinen Körper und nur von ferne
denkt er dann an seinen herbstlichen Niedergang,
seine Zeit in Deinen kühlen Armen, den Abgang
von der sonnig schönen Bühne.

Ereschkigal Dein Glück und Ischtars Sühne!
Die büßte schwer für Ihr Verbrechen,
den Tod durch Liebe zu zerbrechen.
Auch im Krieg bringt Dir Ischtar
seitdem so viele gute Opfer dar.

Erst ein Anderer hat dir die Macht entrissen,
Du irrtest herum, die Kleider zerschlissen.
Tot dann die Todesgöttin, die durch Gebete
zuvor doch durch den Glauben lebte.
Nacht umfing Dich Ereschkigal,
Du traurig tote Nachtigall.

996 – nein, nein, das ist einfach nix!

Oh nein!, nein!, nein!
nein!, nein!, six,
das ist einfach nix!

Archimedes hat im Bad
seine besten Ideen gehabt
Dieses Beispiel ist nicht so sad
Neun Stunden ins Bad also! Gewagt?
Nein wir sollten viel mehr Denken!
Schwitzen nur noch in der Sauna
Die Arbeit im Büro verschenken,
wir waren sehr viel früher da!

Geld gibt’s erst seit fünftausend Jahren
ein Augenblick in unserer Geschichte!
als Schwaben erstmals sparen,
sang man längst Lieder, Gedichte
schrie in den Himmel hinauf!

Nein!, nein!, nein!
nein!, nein! – six
das ist einfach nix
Nein!, nein!, nein!
tief ins Leben rein!

Nass, Nass!, Nass!
Nass! Gönn dir den Spaß!
fein!, fein!, fein!
fein!, noch feiner! – Sex!

mai good oifach ed!
So derfed au dia Schwoba,
feira und god loba!

Der Normalfall

Ich hab es versucht
Ich hab es versucht
Ich habe mich selbst belogen
Ich hab mir gesagt
Mich selbst verklagt
auch du kannst sicher normal sein!
Ich hab mir gesagt
Mich selbst verklagt
wirklich du kannst wirklich normal sein
und natürlich könnte ich normal sein
andere sind das schließlich auch
schließ mich einfach ein in die Regeln
und folge der Vernunft, der Tugend.
Doch Regeln sind berechenbar
da passiert nichts mehr im Leben
Da scheinen die Linien klipp und klar
So will ich aber nicht leben
Zu fade stockt die Energie
Ich muss auch mal zur Seite hüpfen,
Dann wäre es aus mit Lüsternheit
Ich wäre wie alle ununterscheidber
typisch und damit erledigt
Ich will ein wirklicher Ausreißer sein
ich will doch auch mal Reglen brechen
Bei Langeweile schreien nein
und denke schon zu oft ans vögeln
ans lecken umd die ganze Soße
normal ist etwas zu spießig
normal ist doch kein Feuer
normal ist keinerlei Abenteuer
normal ist einfach zu wenig
normalerweise
aber ach ich weiß gar nicht
vielleicht sind ja alle Normalen wie ich
jede, jeder will doch seinen Spaß
ehrlich genaues weiß ich gar nicht
was genau dieses Wort bezeichnet
normal erscheint mir eben gleich grau
habe es bisher nur grau gezeichnet
doch vielleicht ist es dort
viel bunter
und ich geh schon im Normalfall
unter.

Wie stimmt man sich mit der Umwelt ab?
Wo liegen ihre Grenzen
und wo die meinen
an welchen Linien hab
ich Grenzen überschritten
wo wollte ich sie ganz bewußt
mit Lust
klar überschreiten?
klar überschreiten?
klar überschreiten?

Alle Dichter lügen

Alle Dichter lügen,
wenn sie Verse biegen,
Strophen formen
und die Normen
der Gesellschaft übertreten,
heimlich zu einem Gott noch beten,
und offen atheistisch sind

Ein Dichter sagt nichts, er ist blind
dafür das Worte Nachrichten sind,
ihn interessiert doch nur der Klang
sein Ziel ist nur ein Gesang
ja ganz einfach, er überliest,
welche Worte Du geschrieben siehst

Er weiß es doch oft selbst nicht mehr
wo kamen diese Verse her
und wenn er sich dann doch Gedanken macht,
ach mein Leser dann gib acht:

Dann verfängt er sich in Reimen,
die nur ihm bedeutend scheinen!

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