Wieder mal wieder ein Wochenende wieder vorbei – ein Wochenlauf. Vergiss die Arbeit! – mach ne Wende, träum oder steig in die Berge hinauf.
Ach Gott – ich geh’s gewöhnlich an. Morgen wird erst einmal geputzt. Vorher kommt der Einkauf dran. Der Samstag der wird ausgenutzt.
Nur Sonntags kann man sich entspannen, hat zumindest Aussicht aufs Glück. Sammelt ein paar Blüten zusammen und isst ein kleines Kuchenstück.
Warum muss man immer bescheiden, so kleine Glückskamellen lutschen? Statt sich am Glück besaufen – leiden? Nicht von oben runter-rutschen
ins Glück sich stürzen – in einen Pool voller Billionen großer Scheine. Dagobert Duck – das wäre cool! Nicht Lebenswege voller Steine.
Ach Glück – Thomas! Das ist nicht Geld! das können keine Millionen erzwingen. Das weißt du auch – in dieser Welt, kann Glück nur klein dosiert gelingen.
Nur Augenblicke, höchstens Stunden, danach ist man schon wieder im Tal. Glück immer spärlich in Runden um Runden und sicher wieder – beim nächsten Mal.
Die Sommerwelt weit ausgebreitet, von Freude und von Lust belebt, der Horizont noch ausgeweitet, ein Vogel, der über allem schwebt!
Das will ich sein und nicht so kleinlich, die Tage mit Sandsteinen vollgestopft. Nein! Hinauf in den Himmel! herrlich, reinlich werde ich glücklich umgetopft.
Träume! Träume! Alles nur Luft! So verwegen sie auch sind. Ich bin Mensch, ein elender Schuft! Und auf beiden Augen blind!
Ich weiß nicht, was die Welt von mir will, ich hoff nur immer, dass es gut geht, dass ich gelassen bleibe, eher still, und mutig, wenn ein Sturm weht.
Was und wozu? Ich bin aus Erde! Geformt dazu, zu überleben in all dem Dreck und ohne Würde und den Kopf – manchmal – in den Himmel heben!
Und ihn natürlich nicht verstehen. Denn der hat sich selbst auch nichts gedacht. Periodisch, immer am Kommen und Gehen, aufwärts, abwärts – Tag und Nacht.
Die Bühne der Welt hat keinen Sinn, es ist das Spiel, das Stück, das zählt. Ich hoffe, dass ich ein Schauspieler bin, der sich eine gute Rolle wählt.
Die beste Rolle die es geben kann, wenn sich alles um mich verhakt. Am liebsten liege ich dann tief unten, stürmisch, wild und nackt.
Das ist schön, so heiß der Ritt, so kurz die Augenblicke auch sind, sie reißen mich dennoch so mit! Ja – Ich bin Erde! – Und blind!
Jag oh Frühling durch die Städte, jag im Porsche durch die Welt, Lieg bei mir im Jugendbette und am Strand im Plastikzelt!
Frühling an den fremden Küsten, am Hotelpool knallig heiß. Saug Dich fest an Sommerbrüsten, Schau Frühlingsschenkel zentnerweis.
Frühling will sein blaues Band, entlang der Autobahnen tragen. Bunte Bänder quer durchs Land die im Winde flattern, schlagen.
Flattert es dann durch die Lüfte Lacht der Frühling, springt auf Berge, bekränzt auch dort noch ein paar Lifte, Zufrieden sieht er seine Werke.
Die Technik bekommt ganz neuen Glanz, der Frühling gibt ihr reichlich Sprit und sie vergisst sich schließlich ganz, reißt all die schönen Fabriken mit!
Reißt sie aus den Dörfern, Städten, wie steinerne Tippiche wirbeln sie! Blau sind nun die Maschinengärten, Roboter tanzen! Sieht man sonst nie!
Frühling, Frühling mit welcher Wucht hebelst Du die Ordnung aus! Maschinen, Menschen, Tier und Frucht, strömen zur Natur hinaus!
Das Eis der Flüsse knistert, knackt, kracht und bricht entzwei, die Schollen drängen nordwärts, an langen Ufern vorbei.
Vögel fliegen von Süden ein, es zwitschert wieder im Wald, Sonne fällt in den Schnee hinein und löst ihn auf ohne Halt!
Nur kurze Zeit noch! Geschmolzen springt der Schnee in den Bach, sieht man ihn sich über Steine wälzen, sprudelt zusammen, wächst hundertfach.
Schnell, so schnell erblüht es, keiner trauert und liegt brach. Licht, die Sonne gießt es, wirft es einem jedem nach.
Voller praller Sonne, wildem Spiel, fehlt bald das Eis, die Blüte bricht, alle überwältigt Gefühl, alles will Licht, mehr Licht!
Leben explodiert, drängt und rast nach oben, zetert, trillert, quakt und schnattert. Licht, Strahl um Strahl! Hinausgeschoben wird Blatt um Blatt. Ein Eichhorn ergattert
seine erste Nuss, herausgehoben hat sich ein Keimling aus dem Samen, öffnet breit sein Blatt zur Sonne, sprosst hoch, sprengt seinen Rahmen.
Die Herzen hüpfen, tanzen, alles springt, alles lacht, erschlägt seine Sorgen, alles gelingt, es wächst, gedeiht und singt. Jeder Tag ist voll, ein immer neuer Morgen.
Göttin Frühling, wie bist du so groß! Du hast ja alles überflutet mit Werken! Komm, binde uns die Winterfesseln los! Halt deine Kraft nicht mehr verborgen!
Sei zugeneigt, uns gnädig, gib uns ein leichtes, lichtes Los! Sei mit uns morgens früh schon tätig, zieh munter mit zum Säen los!
Erbarme dich und schenk für immer so herrlichen Beginn am Tag. Doch Ängste schick sie nimmer! Send keine Krankheit, keinen Schlag!
Kein Verderben! – Diese Welt sei grün! Wir müssen ihre Wallung bewahren, fröhlich feiern, Furchen ziehen, unsere Göttin soll sich offenbaren!
Sendet zu ihr eine mutige Seherin, ein junges, unbeschwertes Mädchen, hinauf zur großen Göttin hin, als Weihgeschenk von Land und Städtchen.
Sendet sie, dass sie erfleht weiter herrliche, schöne Tage, dass es weiter – Prost! – so blüht, weiter glänzt in herrlicher Lage!
Wie können wir die Götter erreichen? Wer darf von uns zu ihnen ziehn? Wann, auf welches Zeichen? Welche von uns ist so kühn?
Seht! Keine will das Opfer sein! Alle fliegen schnell aus dem Kreis. Priester rennen, fangen ein, alle rufen: „Um keinen Preis!“
Wie Vögel, die ins Weite ziehen, stoben die Mädchen auseinander! Eine davon, die hilft kein Fliehen, umkreisen die Alten eng beieinander.
Versperren wie Adler ihren Weg und jagen sie zurück zur Mitte. Sie findet keinen Ausweg, ihr hilft auch keine Bitte.
Tanzen muss die Junge, Schöne! Reine Magd, durchjag den Abend, durchjagt die finstere Nacht, jagt auch am frühen Morgen. Fall erst mittags in gleißender Pracht!
Damit die Götter, die große Göttin, sich versöhnt mit ihrem Stamm, der Erde, gibt sie sich tanzend hin, nimmt auf sich schwere Bürde.
Tanzen muss sie, wirbeln, wie Shiva durch das Chaos reiten, schnell, ganz eng um die Achse zwirbeln, ihre Arme ganz weit ausgebreitet.
Langsamer werden, höher springen, rasend um den Tanzplatz sausen, sich verbiegen, sich verschlingen, Haare, Locken, Kleidung zerzausen.
Löst den Schopf, sie dreht, wirbelt die Haare im Kreis herum. Sturmwind, der durch sie weht, schnellt gerade, klappt sich krumm.
Springt hoch, verschwendet im Zusammenbruch ihr Leben. In Trance, zitternd überwindet sie den Abgrund, fliegt, bebt,
wankt, schwankt, fällt, zitternd Schritt nach Schritt, erschöpft zu Boden knallt – dumpf. Ihr Körper kommt nicht mit!
Doch ihre Seele jagt nach oben, zittert, sie fasst der Göttin Hand! Donnern, Grollen, Erschüttern! Sie steht im anderen Land!
Die Göttin küsst und grüßt sie, umarmt sie, erfüllt sie mit Glück. Nur ihren leeren Leib ließ sie, Göttin nun selbst – zurück!
Die Sonne geht auf am Horizont, zügig steigt sie, sehr gekonnt. Sie steigt wird heiß und glüht. Begeistert jede Blume blüht.
Jede Pflanze streckt ihr die Blätter entgegen und schlürft aus ihrem Licht ihr Leben Oh schöner, großer, glühender Ball, so weit von uns weg, freischwebend im All.
Du weißt es nicht und wirst es nie wissen, wie sehr wir dich, jede Nacht vermissen. Doch nun bist du da und du steigst auf und ziehst uns mit Dir ein Stück hinauf.
Und unsere Herzen jauchzen glücklich: Die Sonne geht auf! Oh Endlich! Endlich!