Lyrik und Sound

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Steine verführen

[Intro: grinding machinery, low drone]

[Verse 1: spoken, rhythmic, hammer percussion]
Alles dreht sich um den Stein,
wir schauen immer tiefer rein,
hauen, zerschlagen, mahlen ihn,
Sand und Staub, tief darin
prägen wir winzige Bereiche,
mikroskopisch überreiche
Möglichkeiten zu gestalten,
neue Stoffe zu erhalten.

[Verse 2: sung, riffs enter, rising heat]
Wir werfen Steine in die Flammen,
mischen farbige Sande zusammen,
glasieren Töpfe im Feuer;
Farben sind ein Abenteuer.
Farben verschiedener Metalle,
rote, grüne, blaue, goldene, alle
verschmelzen zu neuen Formen,
Stoffe außerhalb der Normen.

[Bridge: glitchy, crystalline synth, tension builds]
Wir führen Steine durch Verfahren,
verführen sie zu wunderbaren
Stücken, die wild glitzernd tanzen.
Bis hin zu Atomen ohne Grenzen
wird Glas mit Kohlefasern verwoben.
Die kristallinen Grenzen toben,

[Final Chorus: full band, shouted, anthemic, distorted]
verschmelzen tief zu einem Wunder;
Kommt! Verführte, küsst einander!

[Outro: machinery fades, one last metallic ring]

I‘ am new to mattermost

[Intro – Medieval Instruments, Lute and Flute]

[Verse 1 – Minstrel Style, Storytelling]
Nun kann ich nicht mehr sagen:
Da komme ich nicht rein.
Nein! – Nun ballern alle Fragen
mir ungehindert zum Fenster rein.

[Verse 2 – Lament]
Die Rollläden auch noch hoch und offen!
Und ich so faul, fast nackt im Bett!
Das macht mich echt betroffen –
und dabei war früher alles nett.

[Chorus – Tavern Song Energy]
Aber klar, ich gebe mich geschlagen!
Wir sind ja hier in einem Betrieb,
da haben die Chefs auch was zu sagen,
und die haben uns alle lieb!

[Outro – Resigned Bard, Ironic]
Die wollen für mich auch nur das Beste,
ja für uns alle, gemeinsam hier
– was das dann heißt – wenn ich das wüsste!
Ich raues, graues, grummeldes Tier.

[End – Lute Fade, Weary Sigh]

Rilkes Stundenbuch

Rilke ringt mit seinem Gott
Er hätte es schon wissen können
Den Alten kriegt man nicht mehr flott
Doch Rilke wollte brennen, brennen!

Rilke was hast du nur getan!
Selbst mir schlägt das Stundenbuch ans Herz
doch ist es nutzlos, nichts, nur nichts,
ein Wahn und sinnloser Schmerz.

Hättest Du doch Aphrodite besungen!
Die nützt zumindest im süßen Spiel
Aber Du hast alles durchsucht durchdrungen
doch das kalte All blieb kühl.

Es weiß noch immer nichts von dir
der Herr des Himmels bleibt verschwunden
und ich, ich altes elendes Tier
drehe zum Abschluss nur düstere Runden.

Rilke du schufst dir Gott nur wieder
aus Dir selbst, dem alten Ton
aus Tönen, deine schönen Lieder
sie tragen uns sanft, erhaben davon

und bringen uns doch nur selber nah.
Zu Gott – diesen Umweg braucht es nicht
denn dieser Gott er bleibt nicht da,
verschwindet, verdampft im Licht

der Wirklichkeit und all der Wut,
dem Stechen, Hauen aufeinander.
Diese Welt braucht keinen Gott sondern Mut,
den Mut zum Leben, zum Miteinander.

Mein Blick ging hinaus durch die Stäbe
ich verlor meinen Glauben an Gott seine Macht
tat nicht mehr als ob es Götter gäbe
sah hoch zu den Sternen, hinein in die Nacht.

Quanten

Elektronen sind
flüchtige Wesen
so schnell so geschwind
dort hier gewesen.

Verschränkt verfallen
einander zu zweit
das geht uns allen
doch etwas zu weit

Und Katzen fallen,
heraus aus dem Raum
sind tot und leben,
man glaubt es ja kaum

Und Elektronen
durchtauchen den Raum
brechen durch Wälle
die wir um sie baun

Das wilde Gemisch
bezeugt die Komik
die Tragik der Welt:
Alles sehr verdreht!

Die Möbel verstellt
verbogen doch passt
sie doch irgendwie
zusammen und schwingt

Mutig durch das Meer
endloser Raumzeit
oft leer, nur selten
lebendig belebt.

Kostbare Perle
Erde, einsame
Heimat gefangen
im Chaos der Welt

Frankfurt (Palmengarten, Senckenberg Museum)

Nun Frankfurt ist schon stressig!
Ich aber sitze ruhig im Garten.
Im Palmengarten, leicht und lässig,
dort ausgestreckt auf gar nichts warten.

Gedanken an Millionen von Jahren,
durch Jura, Perm und Kambrium,
dreh ich zurück, wir fahren
in Vergangenes und schauen uns um.

Im Senckenberg, dem Ort meiner Träume,
ich hab’s mir anders vorgestellt,
durchhusche ich die großen Räume,
finde dort manches, was mir gefällt.

Seh riesige Saurier, kleine Käfer,
sehr alte Säuger, sogar Frösche.
Eingebettet, gerettet in Schiefer,
herauspräpariert in neuer Frische.

Millionen starben, zerfielen ganz,
nur Einzelne wurden erhalten,
Werden, Vergehen, ewiger Tanz,
wenn Altes stirbt, kann sich Neues entfalten.

Und auch diese Menschheit,
sie wird einmal vergehn
und ich hoffe auch danach,
kann noch Neues entstehn.

Vergangenheit

Vergangenheit – mein Tröster.
Ich habe ja so viel erlebt!
Komm her, umarme mich fester!
Wie der Boden nochmals bebt!

Vergangenheit – Versöhner
Mit allen Fehlern, die ich bereue.
Entspannt lehnst du am Gartenzaun, du Schöne,
späte Sonne, auf die ich mich freue!

Vergangenheit – du süße Falle,
zurück erscheint so vieles schöner,
du schnappst schnell zu, packst alle!
Überdecker, Maler, rosa Töner!

Vergangenheit – mein Tröster.
Ich habe ja so viel erlebt!
Komm her, umarme mich fester!
Wie der Boden nochmals bebt!

Vergangenheit – Versöhner
Mit allen Fehlern, die ich bereue.
Entspannt lehnst du am Gartenzaun, du Schöne,
späte Sonne, auf die ich mich freue!

Vergangenheit – du süße Falle,
zurück erscheint so vieles schöner,
du schnappst schnell zu, packst alle!
Überdecker, Maler, rosa Töner!

Vergangenheit

Griechisch essen

Frühlingshaftes, warmes Wetter,
voll lauter Straßen, stiller Gassen,
Sonne, Wein, Mythen und Götter.
Sich vom Rausch entführen lassen!

Ja, ich lasse mich entführen,
an des Okeanus Gestade,
bin der Mauern, der Türen,
der Enge dunkler Zimmer müde.

Komm und schau nach einer Taverne!
Die Griechengötter sind schon da.
Griechischen Wein, den trink ich gerne,
Entspannung legt die Sonne nah.

Lieblich süß ist er, der Wein,
leicht das Hackfleisch des Bifteki.
Bin dort früh und ganz allein,
Brot gibt’s dazu und Tsatsiki.

Ich atme den Duft des Weines.
So süß ist er, er schmeckt so fein.
Zum höchsten Glück fehlt nur ein Kleines,
ich füll ihn in mein Blut hinein.

Noch roter wird’s und schwerer.
Kann ich danach noch gehn?
Meine Gedanken werden leerer,
warm wird mir und schön.

Die Sonne flieht aus dem Asphalt,
Sonnenflecken werden grau,
bald wird es nächtlich kalt,
März ist doch noch rau.

Bald lieg ich schwer in Träumen,
fall tief hinein in einen Fluss,
den Frühlingspärchen säumen,
Nixen geben Kuss um Kuss.

Parmenides – Sein

Nein ich hasse Hits
Zuckungen und Blitz
Hier tanzt niemand mit
hält sich niemand fit

Kein Schlager und kein Gassenhauer
Keiner ist am Ende schlauer
Geht auch nicht nur insgeheim
um den Rhythmus und den Reim

Ich will niemanden erlösen
sondern in der Sonne dösen
Bevor ich noch mehr Zeit verliere
Es geht um nichts und niemand hier

Das Nichts die Leere
nicht Sein das Schwere
Das Nichts erscheint uns leicht
da es zum Sein nicht reicht

Das Sein dagegen ist schwer
Doch wo kommt es denn her
Kann es aus dem Nichts entstehen
Da sollte das Nichts zuvor bestehen

Doch Nichts – da ist kein Sein
es bohrt ins Sein ein Loch hinein
Es sagt das hier ja gar nichts ist
Doch hier da ist ein Ort der ist

Selbst ein Loch ist also was
ein Durchgang Loch in einem Fass
lässt Wasser aus ihm fließen
und ein Sieb hilf uns beim Gießen

Das Loch zeigt Wirkung um sich her
selbst wenn im Loch rein gar nichts wär
Das Loch das kann sehr wirksam sein
Da ist etwas da muss was sein

Was ist ein wirkliches Nichts
Nichts ist einfach Nichts
Nicht vorhanden nicht existent
nichts das Wort das nichts benennt

Dieses Wort deutet auf Nichts
Es deutet deutlich ins Nichts
Nur Seiendes kann sein
kann stimmig klingen rein

Und ist etwas dann ist es hier
nicht weniger nicht mehr
hier ist es es wirkt ist Sein
es ist Sein und steht allein

Da ist kein Unterschied
was ist man fühlt man sieht
das ist und ist immer gleich
geartet nicht arm nicht reich

Es ist einfach einfach ist es
hat keine Grenze Zerteilt es
Ihr könnt es nicht spalten
selbst mit allen Gewalten

trennt ihr das Sein nicht auseinander
denn der trennende Spalt ein Wunder
der Spalt der ist und existiert
wie man schnell durchs Fallen spürt

So gibt es deshalb nur ein Sein
überall und eines allein
Ungetrenntes aneinander gelegt
ist undenkbar Ganz unbewegt

ist Sein es kann sich nicht bewegen
wir können es nicht zerlegen
wir können es nicht verschieben
wir können es nicht verbiegen

Das Sein es ist auf ewig fest stabil
das Sein wird weder heiß noch kühl
das Sein ist einfach klar und rund
es ist nicht eingefärbt und bunt

Kein Blitz kein Stoß
unbegrenzt riesig groß
einzig und allein
überall ist Sein

Heraklit – Wandel

Die Sonne geht auf,
die Sonne geht unter.
Sie steigt hinauf
sie taucht unter.

Der Tag ist warm
und mild und hell,
gibt allem Charme,
der lichte Quell.

Die Nacht ist kalt,
finster im Dunkeln.
oben die Vielfalt,
der Sterne funkeln.

Wie alles schwingt
durch Tag und Nacht:
tags hoch springt,
nachts fällt und kracht!

Ganz langsam ziehen
die Tage durchs Jahr,
im Frühling erblühen
sie heller und klar.

Im Sommer beginnen
die heißesten Wochen,
die Herzen springen
nun ununterbrochen,

bis wilde Stürme
durchfegen den Herbst,
du Regenschirme
zum Schutz erwirbst.

Blätter bunte
sind wunderbar,
doch jede Stunde
mit Sonne wird rar.

Dunkler wird’s noch
hin zum November,
ein schwarzes Loch
bis Ende Dezember.

Der Winter bedeckt
die Welt mit Schnee,
und bald wieder weckt
der Frühling – Juchee!

So schwingen wir,
so wechseln Zeiten,
ob Mensch, ob Tier,
sie führen und leiten.

Aus dem Tag, der lacht
im sonnigen Glanz,
nun zurück in die Nacht,
geleitet ihr Tanz.

Die hält uns gefangen
im dunklen Raum.
Da raus zu gelangen
gelingt nur dem Traum.

Wir träumen: Der Tag
befreit jede Nacht!
Was kurz ihr erlag,
erwacht zur Pracht.

Wir zappeln, kleben,
wir geben nie auf.
Hoch! Das ist Leben!
Zieh’n wir hinauf!

Wir ziehen bestehen,
gewinnen Kämpfe!
Wir stolpern, stehen,
verspielen Trümpfe.

Wir wagen, springen,
wir krallen uns fest,
wir lachen, verbringen
das Leben als Fest.

Mit einem Blick
voll Sorgen: Gib acht!
Doch kein zurück!
Dem Tag folgt die Nacht!

Bald findet das Glück
noch jüngere Tänzer
wir fallen zurück,
um uns wird es finster.

Wir tasten nach vorn,
wo der Pfad verlief,
der Pfad ist verlor’n,
wir fallen sehr tief.

Doch unser Schrei
trifft stumme Steine,
spricht uns nicht frei,
verhallt von alleine.

Die Kraft, sie schwindet,
ein leises Verstummen.
Verluste verkündet
der Blick auf die Summen.

So wälzen Jahre
uns hobelnd ins Tal,
ergrauen Haare,
verrostet Stahl.

Man wetzt sich ab
und watet, versinkt
und stürzt hinab
und fällt, ertrinkt.

An tiefer Stelle
von Schlamm bedeckt,
als nahrhafte Quelle,
als Schatz entdeckt

von Wurm und Fisch
als Leckerbissen,
geschätzt am Tisch,
zerfetzt, zerrissen.

Vergangen! Die Nacht
taucht aus dem Licht,
verschluckt die Pracht,
das Ende ist’s nicht!

Nur wechselnde Wesen
die Formen tauschen.
durch Rhythmen rauschen
nie bleiben – fließen.

Darm und Reim

Spaß beim Reimen hat nur mein Hirn,
die anderen alle kanns nur verwirrn!
Vor allem meinen Darm!
Auch mein rechter Arm,

und auch der linke kann nicht dichten,
sie alle müssen auf Reime verzichten.
Und ob das die Verdauung beeinflusst?
Verliert der Darm durchs Reimen Lust,

den Nahrungsbrei zu verdauen?
Danach muss die Wissenschaft schauen!
Das wäre ein Thema für Biologen,
vielleicht sogar für Arschologen.

Das ist ein Thema für mich! Den Richter
über die Verse und Reime, den Dichter!
Das wäre was Neues! – Ein neues Gedicht!
Geschissen nach dem Hauptgericht.

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