Lyrik und Sound

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Inventurwalzer

[Verse 1]
Die Inventur, die Inventur!
Öffnet nicht das Durcheinander!
In den Abgrund führt die Tour,
dort reiben Zahlen aneinander.

[Chorus]
Inventur im Dreivierteltakt,
das Zahlen-Scannen ist vertrackt,
schnell nun aus- und eingepackt,
Strichcodes sind so abgefackt.

[Verse 2]
Habt ihr sie jemals gemacht?
Euch schon mal an ihr verbrannt?
Mehr gewartet, heimlich gelacht?
Spät aufgeregt herumgerannt?

[Chorus]
Inventur im Dreivierteltakt,
das Zahlen-Scannen ist vertrackt,
schnell nun aus- und eingepackt,
Strichcodes sind so abgefackt.

[Bridge]
Inventur! Wenn man es kann –
wäre sie schon längst gemacht.
Und mit mir, einem alten, behinderten Mann?
Vergebt mir, dass mein Herz laut lacht!

[Final Chorus]
Inventur im Dreivierteltakt,
das Zahlen-Scannen ist vertrackt,
schnell nun aus- und eingepackt,
Strichcodes sind so abgefackt.

Lauthals Lachen

[Verse 1]
Schaut sie wollen, wollen mich brechen
Doch ich breche, breche einfach nicht
In welche Stelle sie hauen auch stechen
Jeder Stahl, der splittert und zerbricht

[Verse 2]
Ja sie kennen, kennen keine Grenzen
Nur das Gesetz weißt sie manchmal zurück
Doch mir mit vierundsechzig Lenzen
Mir zerreiß das alles, alles nicht mein Glück

[Chorus]
Ich dichte, verdichte was schrie und rief
Ich schieße, beschieße sie mit Versen
Manchmal treff ich, treffe sie tief
Und bleibe ihnen dicht auf den Fersen

[Verse 3]
Ich kann, kann nichts gegen sie machen
Wenn sie so stürmen, stürmen wild und roh
Als Lieder singen, singen lauthals lachen
Schon der Gedanke daran macht mich froh

[Outro]
Lauthals lachen…
Schon der Gedanke macht mich froh.
[Fade Out]

Doch noch etwas vergessen

[Nun ist mein Firmen-IPhone dauerhaft auf Flugmodus eingestellt.
Hat einen Tag gedauert, bis sie das bemerkt haben.
Deshalb kann ich nun auch vom IPhone nicht mehr auf das Internet zugreifen.]

[Verse 1]
Ja sie hatten noch etwas vergessen:
Der Teppich war zu kurz gemessen.
Natürlich wusste ich das schon,
sagte aber keinen Ton

Sie denken zu kurz und behäbig
Der Teppich halb und schäbig
deckte die Lücke nicht ab,
man zog den Rollo nur halb herab.

[Verse 2]
Das kommt vor und ist doch schade.
Das gibt mir kranker giftiger Made
eine schöne Chance zu spotten,
nicht unbemerkt zu verrotten.

Nicht unterzugehen in der Musik
vom Miteinander und vom Glück,
gemeinsam nach den reifen
schwarzen Kohlen zu greifen.

[Chorus]
Bei Kununu werben Sie ja schon
Ja und das im richtigen Ton,
im Tonfall sehr familienfreundlich,
zu Mitarbeitern gut und redlich.

Aber Thomas was ist denn passiert?
Wie wurdest du diesmal angeschmiert?
Mein iPhone bleibt nun im Flugmodus
obwohl ich nicht fliege, nicht wie Krösus

[Verse 3]
der ständig zwischen Sardes und Stuttgart fliegt
mir bescheiden, klein genügt
die Fahrt auf Erde, Schlamm und Dreck.
Die U-zwölf – direkt nach Remseck.

Deshalb ist mir das Surfen verwehrt
Mein ganzes Leben sinnentleert
Ich lese darum die Odyssee
die große Fahrt von Luv nach Lee

[Bridge]
zum Kiffen mit den Lotophagen
dann Kyklopen blenden, plagen.
Und schließlich Kirke – wunderschön
Kirke küssen, aufs Ganze gehn.

Ich beginne richtig zu schwitzen
so heiß wird mir in den blauen Sitzen
Dann das Ende: Neckargröningen
Ich darf es nicht beschönigen

[Chorus]
Die Sperre ist wieder begreifbar
jede Grenze, Klippe klar
alles rau, unbequem
quetscht und drückt extrem.

Doch auch Odysseus hat viel erduldet
geriet in Stürme – nicht unverschuldet!
Ein Beispiel sei dir, Thomas, seine Schläue
und – ja auch – seine Treue!

[Outro]
Die Kirke also schon vergessen?
Das wäre einfach zu vermessen
Der Odysseus, der war stark und schön,
du darfst dich nicht im Spiegel sehn.

Das Internet muss sterben


Inspiration: Vom Rechner im Büro komme ich nicht mehr auf externe Seiten,
man schrieb mir:

Hallo Thomas,

zur Erfüllung Deiner Aufgaben ist kein Zugriff auf das Internet erforderlich.
Aus diesem Grund bist Du derzeit auch nicht für den Zugriff auf das Internet freigeschaltet.

 

Das Internet muss sterben
Oje, oje, oje
Sie schlagen es in Scherben
Owe, owe, owe

Sie werfen mit den Steinen
Kach, kach, krach
Nun sollte ich wohl weinen
Toi, toi, toi!

Doch kann ich nicht nur lesen
auch schreiben, schreiben, schreiben
Ein komplexes Wesen
schreibt und schreibt und schreibt

Ich schreibe in mein Hirn
Rein, rein, rein
Gleich hinter meine Stirn
Auf Knochen, Knochen, Knochen

Wo es auch Heine versteckte
Vergrub, vergrub, vergrub
Die Douaniers neckte
Keiner was entdeckte

Ich will Lieder schreiben
Das Internet es lebt
Das Internet wird bleiben
Es hüpft, es singt, es schwebt
Es hüpft, es singt, es schwebt!
(Oans, zwoa, g’suffa!)

Geh wieder auf Tour

[Verse 1]
Um Fünfe morgens: der Teufel fuhr
schrillend aus der Hölle
„Du gehst wieder auf Tour“
schrie er aus der Stille

[Verse 2]
„Zwei Wochen hast Du versäumt
Zwei Wochen warst Du krank
Zwei Wochen wieder verträumt
Sag Gott nun vielen Dank!“

[Verse 3]
„Ich hab mit einem Norovirus
die langen Tage breit geschlagen
saß auf dem Klo, wie oft ich muss!
und hab gekotzt!“

[Chorus]
„Kein Klagen will ich von Dir hören
Du bist doch wieder gesund
Niemand soll deine Arbeit stören
Nun läuft doch alles wieder rund!“

[Verse 4]
„Die Datenlieferungen schreien
Besprechungsräume heulen
Geräte werden dir nichts verzeihen
Du solltest schnell zu ihnen eilen

sie schreien schon lange Inventur!
Die Inventur solltest du machen!“
„Ich rieche überall die Spur
die Teufel höhnen und lachen“

[Chorus]
„Also los zum neuen Anfang!
Nach der Krankheit aus dem Bett
Sei nicht ängstlich – da entlang
Zur Arbeit weiter – werd nicht fett!“

Siebenter Tag 25.08.2026

Komm, lass uns in die Tiefe steigen,
wo Rechnungen, Tickets, Briefe brennen –
soll ich dir die Postfächer zeigen?
Die vielen Leute, die ständig rennen?

Weil die Angst sie ständig jagt,
sie keine Zeit verlieren wollen.
Sie lachen selbst – wenn man sie plagt.
Die nur noch tun – was sie tun sollen.

Ja – du musst hier schlau sein,
dich unter Geschäftigkeit verstecken.
Doch ich bin gierig öfter unrein,
denke an wenig, außer dem Stecken.

Nein – Thomas – sei nicht so töricht!
Du wirfst die Leute aus der Bahn!
Sobald der Krug im Brunnen bricht,
zerspringt dein Leben mit dem Wahn.

Sei treu und ehrlich und schrei
nicht – hier hilft dir keine Lust.
Du bist verdammt und vogelfrei,
drück dich nieder! Sag: Du musst!

Sag zur Freiheit nie – Du musst!
Sonst reißt sie dich auseinander,
zeigt dir ihre scharfen Krallen,
schlägt dich mehrfach hintereinander,
lässt dich von oben – herunterfallen.

So böse wird die Freiheit,
ahnt sie nur den Zwang,
verwirft alle Bescheidenheit,
steigert sich hoch in ihrem Drang,

Ihren Willen sich zu behaupten
mit kräftigen Stößen – heiligem Nein!
Will sich holen, was sie ihr raubten,
und abschmettern Stein um Stein.

Ja, die Freiheit, sie will singen,
obwohl man ihr den Mund zudrückt,
sie will beißen, toben, ringen,
bis ein Stoß von ihr dann glückt.

Die Freiheit, sie will stark sein,
sie springt mit einem Satz,
in alte Regeln, Dornen hinein
und schafft sich neuen Platz.

Und ich will wieder dort sein,
wo ich am Anfang stand und war,
ich bin nicht tot, ich bin nicht klein,
ich schreibe direkt und klar.

Sechster Tag 24.08.2026

Ruhig war es heute
Die Straße gerade geteert
Worüber ich mich freute
Niemand hat sich beschwert

Man ließ mich meine Arbeit tun
Oder hat sich nicht getraut
Leichter freier ging ich nun
Ihabe nach den Räumen geschaut

Ist es die Ruhe vor dem Sturm?
Ich kleiner Frosch ich springe
durch die Räume drück den Wurm
in mich rein und singe.

Flog durch Sie und schrieb
manches fehlte da und dort
Es erschien still und lieb
Man wechselte kein Wort

Überall lauert hier Gefahr
Man traut sich nicht bleibt still
Missachtet meine Fragen klar
Auf die man gar nicht eingehen will

Ist es die Ruhe vor dem Sturm?
Ich kleiner Frosch ich springe
durch die Räume drück den Wurm
in mich rein und singe.

Doch meine Fragen sind nicht geklärt
dann kann ich auch nichts tun
Heute hat sich keiner beschwert
und nichts erklärt was nun?

Gut ich habe Arbeit genug
Ich kenne langsam die Räume
ich lerne gerade Zug um Zug
betrachte alles ohne Träume

Ist es die Ruhe vor dem Sturm?
Ich kleiner Frosch ich springe
durch die Räume drück den Wurm
in mich rein und singe.

Es ist ruhig doch der Sturm
Der kann schon morgen kommen
Morgen – heute ist der Wurm
gediehen und nicht umgekommen!

Fünfter Tag 21.08.2026

Heut wurde ich sehr kritisiert
das hat mich wirklich amüsiert
man will mich hier ja quälen
und meine kleinsten Popel zählen

Will mich fangen, fassen
nicht entkommen lassen
will mir eine scheuern,
mich am Ende feuern

und ich will alles garnieren
quer durch meine Strophen führen
in die weite Welt verstreuen
mich an meinen Reimen freuen.

Will Euch immer kontra geben
mich vielleicht zum Himmel heben
werde mich nun nicht mehr scheuen
laut zu kreischen und so schreien

Ja ich werde unter gehen
doch Verse, Verse werden entstehen!
Ihr lasst mich hier nicht programmieren?
Dann will ich mich gut amüsieren!

Verse, Strophen, Texte machen,
Euch garnieren und laut lachen.

Gift und Teufel

Besser die anderen sehen rot
damit ich weiß – ich bin nicht tot.
Wenn ich weiß sie schäumen
bin ich nicht am träumen

Ist alles ganz real
Meine Freude ihre Qual
Dann weiß ich ohne Zweifel
ich bin nicht lieb, ich bin ein Teufel

ein ungehobelter Bauer
Eine Schlange auf der Lauer
von solchen die ganz giftig sind
und manchmal sanft, so wie ein Kind

Ich bin furchtbar angeeckt
Ich habe mich entdeckt
Ich weiß es ohne Zweifel
Jetzt bin ich ein Teufel

Ein Teufel der schmollt und zischt
giftige Verse zusammen mischt
Der sich freut und lacht
Viele kleine Späße macht

manche davon könnten zünden
und meine Ohnmacht überwinden.
Ich weiß es ohne Zweifel
Ich bin Gift und Teufel

Vierter Tag 20.08.2026

Die Räume muss man buchen,
nur ich darf sie besuchen,
um allein mit ihnen zu sein,
fast wie zu zweit bei Kerzenschein.

Darf Mäuschen fest in Händen fassen,
von den Tasten nicht mehr lassen,
alles ganz geheim, intim,
wie heiß die bunten Stifte glühn,

die die Ergebnisse beschreiben,
die im Archiv erhalten bleiben.
So hangle ich mich durch die Räume,
wobei ich immer wieder träume,

endlich wieder zu Hause zu sein,
mit zarten Träumen ganz allein,
nicht mit Rechnern, Tastaturen,
den Monitoren, Rotzespuren,

den Kissen smarter Stühle entlang,
kurz gedreht, dem Abgesang
aus vertrocknetem Schleim –
nein, wild und frei daheim!

Einfach liegen und sich strecken,
im Traum an schlanken Fingern lecken,
die in der Tiefe steckten,
die feine Kirsche weckten.

Oh nein, du bist doch hier,
und hier ein Arbeitstier,
hier gibt es keine Betten,
keine Träume retten

dich davor, genau zu prüfen.
Steig nun wieder hinab die tiefen
Stufen zur Hölle voller Tickets und Zahlen,
der Zeitdämonen, irrer Qualen.

Schau – vor dir liegt die Tastatur!
Oh Thomas, Thomas, wo warst du nur!
Träum hier nie vom Perlensaft,
denn du bist Schwabe, und der schafft,

selbst wenn er träumt mit letzter Kraft,
selbst ganz allein in Einzelhaft,
mit Tastatur und Monitor,
geht für ihn die Arbeit vor.

Lässt sich gar nicht gern was schenken,
muss immer schuften, sich verrenken,
muss immer Protokolle schreiben
darin maßlos übertreiben.

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