Lyrik und Sound

Kategorie: Klimawandel (Seite 1 von 2)

Apokalypse

Apokalypse, Sterne fallen
wie Raketen aus dem All.
Einschläge von Bomben,
Schüsse knallen.

Apokalypse
Apokalypse

Apokalypse, kein Regen,
weite, wogende Felder verdorrt,
werden überschwemmt,
wenn Stürme darüberfegen.

Apokalypse
Apokalypse

Apokalypse, Angst und Schrecken
im verminten Kampfgebiet,
grimmiger Tod brüllt,
falls uns die Zünder entdecken.

Apokalypse
Apokalypse
Apokalypse

Ich kann die Welt nicht retten

Nein – ich kann die Welt nicht retten
die fühlt sich wohl in ihren Ketten
es scheint ihr noch nicht heiß genug
Die Menschen werden zu spät klug

Die Menschen erkennen ihr Verderben
Erst wenn sie reihenweise sterben
Erst wenn der Sargnagel sie trifft
doch dann ist alles – schon verschifft

Dann kann uns nichts mehr retten
Die letzten Toten wird niemand betten
in trockene Erde, Steine und Sand
bedecken feuerheißes Land

Aber das ist doch zu viel
ist ein Katastrophenspiel
So wird die Welt nicht untergehn
wird nicht wie die Venus glühn

Nur Übertreibung – Klagen, nur klagen
Doch können wir das mit Gewissheit sagen
mit Sicherheit, dass uns das nicht blüht
dass sich die Menschheit genügend bemüht

Sind viele Kippunkte überschritten
dann helfen allen keine Bitten
Das Leben wird es wohl überstehen
um uns jedoch ist es geschehen

Die Lieferketten splittern zerstreuen
die Pfeiler unserer Wirtschaft brechen
die Sonnenstrahlen Äcker zerstechen
wir werden unsere Kurzsicht bereuen

Nein – ich kann die Welt nicht retten
auch wenn wir vor dem Abgrund stehn,
Die Dummheit tobt in unseren Städten
die Menschheit wird zugrunde gehn

Zu klein

Zu klein ist uns hier diese Erde,
wir haben sie in Stücke zerbrochen,
durch uns verlor sie ihre Würde,
wir haben unsere Heimat erstochen.

Zu klein für unseren Neid, die Gier,
den Drang, es allen anderen zu zeigen.
Wir bleiben Affen, kurzsichtiges Tier,
wir drehen auf, anstatt zu schweigen.

Zu klein ist unser ganzes Denken,
zu klein die Demut vor der Welt.
Die Welt, sie soll uns alles schenken,
soll schenken, tun, was uns gefällt.

Die Welt, sie hat sich nie gewehrt,
erfühlt uns immer noch nicht.
Wir rauben sie aus, sie wird verheert,
wir verstehen, beachten sie nicht.

Wir sind und waren immer zu klein,
sie zu umfassen, zu verstehen.
Ja, unsere Größe war immer nur Schein –
wir werden bald zugrunde gehen.

Nichts tun!

Je mehr wir tun,
umso größer das Scheitern
wir sollten mehr ruhen
nur Betten erweitern.

Der wilde Konsum
vergiftet uns,
jeder Boom
verheizt uns.

Egal was wir bauen
alles zerfällt
Habt kein Vertrauen
mehr In diese Welt.

Hier müssen wir sehr sorgsam sein
Jede Ungeduld zerstört
Pfleg jeden Garten und Hain
sehr langsam, sehr, sehr abgeklärt.

Ruhe braucht das Leben
– eine gemütliche Welt
– keinen Dauerregen
aus Krisen, wenig Geld.

Tanzt! Versucht es zumindest,
die Welt sagt dazu nicht nein.
Sucht, ob ihr einen Ausweg findest
und prescht in die Lücken hinein.

Wir brauchen vor allem viel Humor,
um unter dem Galgen zu lachen.
Das kommt einem nie spaßig vor,
trotzdem muss man es machen.

Ohne Humor geht alles bankrott.
Feiern wir! – Mitten in der Wüste,
feiern wir mit Teufel und Gott,
auf öden Bergen, an windiger Küste.

Feiern wir ganz bescheiden,
mit dem, was unser Körper trägt,
und allen Prunk, das Fressen vermeiden,
weil es auf den Magen schlägt.

Ganz sanft sein und beweglich
und nackt und auch mal scharf.
Vielleicht die Sprache – anzüglich,
sagen, was man nicht sagen darf.

Allem aber entkommen,
was zu viel Energie bewegt.
Nicht mehr als drin ist entnommen,
die Welt gepflegt, gehegt!

Nicht ausgebeutet, aufgerissen,
das macht nur sehr viel Staub.
Sonst wird zu viel mit eingerissen,
irgendwann endet jeder Raub.

Und dann ist alles leer,
und nichts, gar nichts bleibt übrig,
Überleben ist unendlich schwer,
das Kapital – zu umtriebig!

Das Kapital – ein Turbo, ein Rotor,
der alles zerfetzt, zermahlt,
ein kräftiger, gefährlicher Motor,
für dessen Folgen niemand zahlt.

Das Kapital – seid faul, legt euch
in die großen Federbetten!
Geld ist Geld, reich ist reich,
doch kein Reichtum kann uns retten!

Nur Faulheit noch – nichts tun!
Nur Verzicht rettet das Leben!
Abwärts! Abwärts! Ruh’n, ja ruhn!
Nichts auf eitlen Luxus geben.

Unser Luxus das sind wir,
unser Körper, unser Geist
wer gierig ist der ist ein Tier,
das um leere Beutel kreist.

Es meint die Beutel seien voll,
sein Traum wächst immer mehr,
das Tier wird giftig, böse, toll,
es bricht sie auf – doch – alle leer!

Leer! – Alles leer und umsonst!
Die Kräfte – für nichts verausgabt,
Und kein Beutel mehr hier sonst,
das letzte Mahl – gehabt!

Verschwunden

Ach Thomas, Thomas!
Atme durch und halt mal an,
nimm nicht alles im Übermaß,
wo man nicht alles bekommen kann.

denn es gibt immer eine Grenze
die Dich stoppt und festhält
und noch so feurige Tänze
Du weißt wie schnell man fällt!

Viele scheinen kein zu viel zu kennen
Doch Grenzen, sie sind Realität
Man kann nicht über Klippen rennen
ohne, dass man ins Fallen gerät.

Doch ja, man rennt gern über das Ende
hinaus und setzt dann an zu Sprung
Doch hält die Luft nicht, noch starke Winde
ab den Sturz, den tödlichen Umschwung.

Ich höre zehntausend Teufel lachen:
„Die beschwören noch immer den Konsum!
Obwohl sie in die Katastrophe krachen
verharren sie weiter im Irrtum!

Und wollen noch immer mehr und mehr
und kriegen ihren Arsch nicht voll,
sie fallen deshalb übereinander her
und kreisen noch immer

um sich selbst wie toll

Ach sie werden es nie lernen
sie lernen das nie mehr
sie greifen zu den Sternen
doch ihr Verstand hat es schwer.

Die Gier, die hat sie groß gemacht,
die zog sie hoch aus dem Dreck
doch geben sie auf ihre Gier nicht acht,
und irgendwann

sind sie dann weg!

Tote Asche

Wisst ihr, die Sonne singt
und die Erde lacht,
und alles, was daneben klingt,
das hat der Mensch gemacht.

Der hat die Welt zerschlagen
mit Kapital und Kohle,
schlug sich immer voller den Magen
und schrie immer – zum Wohle!

Der hat die Vielfalt geplättet
durch industrielle Monokultur.
Wenn der sich seinen Arsch noch rettet,
dann wär das ein Wunder pur.

Das hat es nie gegeben,
das wird auch nie so sein.
Weil wir am Alten kleben,
rasen wir ins Verhängnis hinein.

Wir rasen, wir beschleunigen,
Bremsen will nicht gelingen.
Wir werden uns erledigen,
die Welt knallend zerspringen.

Am Ende ruft man: Geld! Mehr Geld!
Noch schneller ist der Tod der Rasche.
Denn Geld, das ignoriert die Welt

die Hitze bleibt, der Zeiger fällt -,
die Sonne brennt auf tote Asche.

November


Ach du grauer, trister November,
selbst der Klimawandel läßt Dich kalt.
Du bist von reichlich tumber,
dunkler und nebliger Gestalt.


Sei froh darüber und laß mich ruhn.
Ihr seid hingegen zu viel beschäftigt,
der Erde Schlechtes anzutun.
tut so viel schlimmes, wer hat euch berechtigt,

Arten reihenweis auszulöschen?
Meint ihr, ihr rettet die Welt mit Geld?
Da muss ich euch tief enttäuschen,
Geld kommt nicht vor, in unserer Welt!

Da Geld nur Schein ist, ohne Bezug,
zur Ewigkeit, den Kräften der Welt,
nur Scheine sinds, doch ihr nicht klug
und euer Traum, ach er zerfällt!

Eure Bits und Bytes und all das Papier,
das Gold gehortet, ihr könnt es bald – fressen!
Ihr seid genau, wie jedes andere Tier,
auf viel zu kurzen Vorteil versessen.

Ihr habt einfach nicht das Format
und das ändert sich auch nicht.
Ich kenne da nur einen Rat
und der wird nicht schmecken, übt Eines: Verzicht!

Doch keiner will den Rat je hören,
von mir dem November, denn ich bin trist.
Als würdet ihr euch – um gar nichts scheren,
bis es zu spät, für euch alle ist!

Geh also weg und lass mich in Ruh.
Ich fühl mich im Dunkeln so wohl.
Geh gerne straks auf den Winter zu
und finde den lockeren Mai so hohl!

Und wäre ich auch nur einmal so schön,
einmal so schön wie der Mai!
Dann würdest du zugrunde gehn.
Im Sommer wärs vorbei.

Nur im Suff

Nur im Suff kann man die Welt verstehen,
im Rausch der großen Illusionen.
torkelnd auf der richtigen Seite stehen,
besoffen kann sich Wahnsinn lohnen.

Natürlich ist das alles nichts Neues,
die Welt brennt immer mal dort mal da,
ploppt auf, wie Blasen eines Breies,
und feuert grade – nah, nah, nah.

Doch nur im Suff ist das klar!
Nur im Suff ist es so klar!
Klar wie Zwetschgenschnaps,
klar – ich weiß – ich habs!

Vergessen! – und ignoriert.
Man überlebt nicht, wenn man alles sieht.
Sieht – wie der Gerechte verliert,
wie die Bombe im Garten glüht.

Nur im Suff kann man vergessen.
Nur im Suff wird die Welt wieder heil.
Kann man krumme Wege gerade messen,
liegt Gerechtigkeit im kleineren Teil.

Auch ich habe Illusionen,
die mir die schlimmsten Leiden verdecken,
erlauben im Sicheren, Hellen zu wohnen,
obwohl viele um mich herum verrecken.

Bei mir ist es die feurige Liebe,
das Verlangen, die Zunge die leckt.
Die alten, beständigen, kräftigen Triebe,
wo ein Kerl sich hoch Richtung Sonne reckt.

Manchmal trinke ich davon,
genieße den heißen, wilden Zauber,
jauchze und singe in diesem Ton
und werde für die Wirklichkeit tauber.

Ich brauche den kurzen Glanz das Entzücken,
sonst könnte ich unsere Welt nicht verstehen,
könnte nicht mehr in den Abgrund blicken,
den wir nun alle vor uns sehen.

Doch wär es auch Glanz, ganz ohne Leiden.
Das Glück, die Liebe brauchen keinen Gegner
Sie würden uns immer schöner kleiden
Doch sind sie eben auch ganz große Segner,

Heilkräuter, Kräfte gegen das Leiden.

Glühwürmchen

Ein Würmchen glüht hier, ein paar glühen dort,
die fliegenden Männchen sind noch fort,
nur wenige fanden bis jetzt den Wald,
oft schwirrten, verbrannten sie ganz kalt –
blütig ermordet an heißen Lampen oder
verirrten sich im wilden Geloder der Funken
von Fenstern und fernen, blassen Lämpchen.

Nur glückliche Männchen finden An-ge-be-te-te,
sofort von ihnen rasant umtänzelte,
knackige, leuchtend schöne Glühwürminnen.
Vereinen sich mit ihnen bald, bedrängen sie kurz,
halten sie festgedrückt an ihr Insektenherz,
verhaken sich ganz feurig mit ihr,
ganz ähnlich dem, wie wir
es tun – nur nicht so lyrisch beschrieben,
wie wir es besingen, wie wir es trieben.
Das tun sie eben doch nicht.
Ihnen reicht ein wenig Glühwürmchenlicht.

Nachdem sich Männchen, Weibchen getroffen –
das schreibe ich nun hart und offen –
haben sie ihr Ziel bereits erfüllt.
Die Erwachsenen haben keinen Hunger gestillt,
sie lebten nur noch von Larvenfett
und legten sich bald aufs Totenbett.
Eier, Larven, Imagos, neue Generationen –
ein smarter Weg, muss ich betonen.
Ein millionenfach begangener Weg,
ein eingefahrener, fester, gerader Steg.

Vermehren, nicht weniger werden zumindest,
ein kurzes Glück, wenn du Partner findest.
Mehr glauben diese Würmchen nicht –
nur wir sehen tiefer, sehen ins Licht,
sehen, meinen, da wäre ein Plan,
als bräche sich da doch mehr Bahn,
als bloße Vermehrung – viel mehr! Erkenntnis!
Alles durchschauen, verstehen – Hybris!

Wir wollen dahinter mehr erkennen,
das was wir Sinn – dahinter – nennen.
Das Leben mit all seinem Leiden, der Qual –
das ist doch letztendlich nicht so banal!
Das hat doch irgendwie mehr Sinn,
da steckt doch noch viel mehr dahinter,
dass grade – ich – jetzt hier auf Erden bin!

Sommer

Blumen seufzen Trockenheit,
Gräser verlieren saftiges Grün,
Vögel fliegen um Wasser weit,
Keiner kann sich der Hitze entziehen.

Bäche erwärmen sich, auch Flüsse,
Seen werden grüne Brühen,
Fische, die nicht weiter wissen,
schnappen Luft, die Algen blühen.

Ameisen huschen über Asphalt,
Hitze würde sie gern braten,
Spinne macht beim Netzbau halt,
ihr feines Netz will nicht geraten.

Selten hängt noch ein Insekt,
zappelt in den weiten Netzen,
Tischlein jetzt so mager gedeckt,
warst einst voll von Schätzen.

Weiter machen, weiter spinnen,
denk jetzt nicht und zieh den Faden,
gib nicht auf, du wirst gewinnen,
träum von dicken Fliegen, Maden.

Plötzlich hört sie kraftlos auf,
rollt sich erschöpft zusammen.
Heißer Atem zieht herauf,
zündelt – alles steht in Flammen.

Alles versengt die heiße Sonne,
Rinder brüllen, finden nichts,
trocken strahlt die Regentonne,
spiegelt die Hitze des Lichts.

Sommer, so wie Sommer immer,
heißer als der Letzte war,
heißer, immer etwas schlimmer,
bis er dann der Letzte war.

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