Nein – ich kann die Welt nicht retten die fühlt sich wohl in ihren Ketten es scheint ihr noch nicht heiß genug Die Menschen werden zu spät klug
Die Menschen erkennen ihr Verderben Erst wenn sie reihenweise sterben Erst wenn der Sargnagel sie trifft doch dann ist alles – schon verschifft
Dann kann uns nichts mehr retten Die letzten Toten wird niemand betten in trockene Erde, Steine und Sand bedecken feuerheißes Land
Aber das ist doch zu viel ist ein Katastrophenspiel So wird die Welt nicht untergehn wird nicht wie die Venus glühn
Nur Übertreibung – Klagen, nur klagen Doch können wir das mit Gewissheit sagen mit Sicherheit, dass uns das nicht blüht dass sich die Menschheit genügend bemüht
Sind viele Kippunkte überschritten dann helfen allen keine Bitten Das Leben wird es wohl überstehen um uns jedoch ist es geschehen
Die Lieferketten splittern zerstreuen die Pfeiler unserer Wirtschaft brechen die Sonnenstrahlen Äcker zerstechen wir werden unsere Kurzsicht bereuen
Nein – ich kann die Welt nicht retten auch wenn wir vor dem Abgrund stehn, Die Dummheit tobt in unseren Städten die Menschheit wird zugrunde gehn
Zu klein ist uns hier diese Erde, wir haben sie in Stücke zerbrochen, durch uns verlor sie ihre Würde, wir haben unsere Heimat erstochen.
Zu klein für unseren Neid, die Gier, den Drang, es allen anderen zu zeigen. Wir bleiben Affen, kurzsichtiges Tier, wir drehen auf, anstatt zu schweigen.
Zu klein ist unser ganzes Denken, zu klein die Demut vor der Welt. Die Welt, sie soll uns alles schenken, soll schenken, tun, was uns gefällt.
Die Welt, sie hat sich nie gewehrt, erfühlt uns immer noch nicht. Wir rauben sie aus, sie wird verheert, wir verstehen, beachten sie nicht.
Wir sind und waren immer zu klein, sie zu umfassen, zu verstehen. Ja, unsere Größe war immer nur Schein – wir werden bald zugrunde gehen.
Ach Thomas, Thomas! Atme durch und halt mal an, nimm nicht alles im Übermaß, wo man nicht alles bekommen kann.
denn es gibt immer eine Grenze die Dich stoppt und festhält und noch so feurige Tänze Du weißt wie schnell man fällt!
Viele scheinen kein zu viel zu kennen Doch Grenzen, sie sind Realität Man kann nicht über Klippen rennen ohne, dass man ins Fallen gerät.
Doch ja, man rennt gern über das Ende hinaus und setzt dann an zu Sprung Doch hält die Luft nicht, noch starke Winde ab den Sturz, den tödlichen Umschwung.
Ich höre zehntausend Teufel lachen: „Die beschwören noch immer den Konsum! Obwohl sie in die Katastrophe krachen verharren sie weiter im Irrtum!
Und wollen noch immer mehr und mehr und kriegen ihren Arsch nicht voll, sie fallen deshalb übereinander her und kreisen noch immer
um sich selbst wie toll
Ach sie werden es nie lernen sie lernen das nie mehr sie greifen zu den Sternen doch ihr Verstand hat es schwer.
Die Gier, die hat sie groß gemacht, die zog sie hoch aus dem Dreck doch geben sie auf ihre Gier nicht acht, und irgendwann
Ach du grauer, trister November, selbst der Klimawandel läßt Dich kalt. Du bist von reichlich tumber, dunkler und nebliger Gestalt.
Sei froh darüber und laß mich ruhn. Ihr seid hingegen zu viel beschäftigt, der Erde Schlechtes anzutun. tut so viel schlimmes, wer hat euch berechtigt,
Arten reihenweis auszulöschen? Meint ihr, ihr rettet die Welt mit Geld? Da muss ich euch tief enttäuschen, Geld kommt nicht vor, in unserer Welt!
Da Geld nur Schein ist, ohne Bezug, zur Ewigkeit, den Kräften der Welt, nur Scheine sinds, doch ihr nicht klug und euer Traum, ach er zerfällt!
Eure Bits und Bytes und all das Papier, das Gold gehortet, ihr könnt es bald – fressen! Ihr seid genau, wie jedes andere Tier, auf viel zu kurzen Vorteil versessen.
Ihr habt einfach nicht das Format und das ändert sich auch nicht. Ich kenne da nur einen Rat und der wird nicht schmecken, übt Eines: Verzicht!
Doch keiner will den Rat je hören, von mir dem November, denn ich bin trist. Als würdet ihr euch – um gar nichts scheren, bis es zu spät, für euch alle ist!
Geh also weg und lass mich in Ruh. Ich fühl mich im Dunkeln so wohl. Geh gerne straks auf den Winter zu und finde den lockeren Mai so hohl!
Und wäre ich auch nur einmal so schön, einmal so schön wie der Mai! Dann würdest du zugrunde gehn. Im Sommer wärs vorbei.
Nur im Suff kann man die Welt verstehen, im Rausch der großen Illusionen. torkelnd auf der richtigen Seite stehen, besoffen kann sich Wahnsinn lohnen.
Natürlich ist das alles nichts Neues, die Welt brennt immer mal dort mal da, ploppt auf, wie Blasen eines Breies, und feuert grade – nah, nah, nah.
Doch nur im Suff ist das klar! Nur im Suff ist es so klar! Klar wie Zwetschgenschnaps, klar – ich weiß – ich habs!
Vergessen! – und ignoriert. Man überlebt nicht, wenn man alles sieht. Sieht – wie der Gerechte verliert, wie die Bombe im Garten glüht.
Nur im Suff kann man vergessen. Nur im Suff wird die Welt wieder heil. Kann man krumme Wege gerade messen, liegt Gerechtigkeit im kleineren Teil.
Auch ich habe Illusionen, die mir die schlimmsten Leiden verdecken, erlauben im Sicheren, Hellen zu wohnen, obwohl viele um mich herum verrecken.
Bei mir ist es die feurige Liebe, das Verlangen, die Zunge die leckt. Die alten, beständigen, kräftigen Triebe, wo ein Kerl sich hoch Richtung Sonne reckt.
Manchmal trinke ich davon, genieße den heißen, wilden Zauber, jauchze und singe in diesem Ton und werde für die Wirklichkeit tauber.
Ich brauche den kurzen Glanz das Entzücken, sonst könnte ich unsere Welt nicht verstehen, könnte nicht mehr in den Abgrund blicken, den wir nun alle vor uns sehen.
Doch wär es auch Glanz, ganz ohne Leiden. Das Glück, die Liebe brauchen keinen Gegner Sie würden uns immer schöner kleiden Doch sind sie eben auch ganz große Segner,
Ein Würmchen glüht hier, ein paar glühen dort, die fliegenden Männchen sind noch fort, nur wenige fanden bis jetzt den Wald, oft schwirrten, verbrannten sie ganz kalt – blütig ermordet an heißen Lampen oder verirrten sich im wilden Geloder der Funken von Fenstern und fernen, blassen Lämpchen.
Nur glückliche Männchen finden An-ge-be-te-te, sofort von ihnen rasant umtänzelte, knackige, leuchtend schöne Glühwürminnen. Vereinen sich mit ihnen bald, bedrängen sie kurz, halten sie festgedrückt an ihr Insektenherz, verhaken sich ganz feurig mit ihr, ganz ähnlich dem, wie wir es tun – nur nicht so lyrisch beschrieben, wie wir es besingen, wie wir es trieben. Das tun sie eben doch nicht. Ihnen reicht ein wenig Glühwürmchenlicht.
Nachdem sich Männchen, Weibchen getroffen – das schreibe ich nun hart und offen – haben sie ihr Ziel bereits erfüllt. Die Erwachsenen haben keinen Hunger gestillt, sie lebten nur noch von Larvenfett und legten sich bald aufs Totenbett. Eier, Larven, Imagos, neue Generationen – ein smarter Weg, muss ich betonen. Ein millionenfach begangener Weg, ein eingefahrener, fester, gerader Steg.
Vermehren, nicht weniger werden zumindest, ein kurzes Glück, wenn du Partner findest. Mehr glauben diese Würmchen nicht – nur wir sehen tiefer, sehen ins Licht, sehen, meinen, da wäre ein Plan, als bräche sich da doch mehr Bahn, als bloße Vermehrung – viel mehr! Erkenntnis! Alles durchschauen, verstehen – Hybris!
Wir wollen dahinter mehr erkennen, das was wir Sinn – dahinter – nennen. Das Leben mit all seinem Leiden, der Qual – das ist doch letztendlich nicht so banal! Das hat doch irgendwie mehr Sinn, da steckt doch noch viel mehr dahinter, dass grade – ich – jetzt hier auf Erden bin!