Lyrik und Sound

Schlagwort: Krankheit

Geh wieder auf Tour

[Verse 1]
Um Fünfe morgens: der Teufel fuhr
schrillend aus der Hölle
„Du gehst wieder auf Tour“
schrie er aus der Stille

[Verse 2]
„Zwei Wochen hast Du versäumt
Zwei Wochen warst Du krank
Zwei Wochen wieder verträumt
Sag Gott nun vielen Dank!“

[Verse 3]
„Ich hab mit einem Norovirus
die langen Tage breit geschlagen
saß auf dem Klo, wie oft ich muss!
und hab gekotzt!“

[Chorus]
„Kein Klagen will ich von Dir hören
Du bist doch wieder gesund
Niemand soll deine Arbeit stören
Nun läuft doch alles wieder rund!“

[Verse 4]
„Die Datenlieferungen schreien
Besprechungsräume heulen
Geräte werden dir nichts verzeihen
Du solltest schnell zu ihnen eilen

sie schreien schon lange Inventur!
Die Inventur solltest du machen!“
„Ich rieche überall die Spur
die Teufel höhnen und lachen“

[Chorus]
„Also los zum neuen Anfang!
Nach der Krankheit aus dem Bett
Sei nicht ängstlich – da entlang
Zur Arbeit weiter – werd nicht fett!“

Darmspiegelung

[Verse 1]
Es geht um meine Darmspiegelung,
ein ungewöhnlich heikles Thema.
Da gibt’s Tabus mit fester Verriegelung,
und selten auch wird sie zum Drama.

[Verse 2]
Der Darm – er hat ein trauriges Image.
Wir sind zwar um ihn herum gebaut,
doch kriegt er bei Tinder nie ein Match
und kaum, dass einer mal nach ihm schaut.

[Verse 3]
Man dichtet ganz selten auf den Darm.
Sie klingen so schlecht, die Pupse.
Er hat ganz ehrlich wenig Charme.
Die Lieder betreffen Schwänze und Möpse,

[Verse 4]
doch nicht diesen langen Schlauch.
Verdient hätte er es sicher,
doch ist er abstoßend und auch
zu feucht, zu dunkel seine Gemächer.

[Verse 5]
Selbst wenn er sich selbst mal, wie heute,
durchs Auge der Ärztin betrachtet,
erzählt er nicht alles in epischer Breite,
werden die Regeln des Anstands beachtet.

[Bridge]
Vom oberen Eingang bis zur Mündung
aber ist er ein Wunder: Funktionell gebaut,
kein plumpes Rohrwerk, voller Empfindung,
ein wirkliches Wunder, wohin man schaut.

[Verse 6]
Und der wird also bald untersucht,
mit kleinen Kameras erkundet.
Und dorthin verschwindet das ausgesucht
fette Fleisch, das uns so mundet.

[Verse 7]
Auch das Gemüse, der bunte Salat,
die Nüsse und die Pastinaken,
das Süße, Saure…, aller Art,
was wir erst schlemmen, danach kacken.

[Verse 8]
Was in den Mund geht, wird gepriesen,
tausende Speisen werden besungen.
Sobald die Bissen tiefer fließen,
ist die Lyra schnell verklungen.

[Verse 9]
Das heißt: Im Darm ist erst mal Dreck.
Am Tag zuvor wird ausgeputzt,
der ganze Schlick muss raus und weg!
Und dazu wird viel Wasser benutzt.

[Verse 10]
Das will erst mal getrunken sein,
am Abend zuvor und dann am Morgen.
Zwei Liter je stürz‘ ich hinein,
wär’s Bier – dann hätt‘ ich keine Sorgen.

[Verse 11]
Doch ist’s kein Bier! Ein Salzgemisch! –
Eine Mischung aus zwei Pulvern, fein
in Wasser gelöst, steht’s auf dem Tisch,
und alles, alles muss jetzt rein!

[Verse 12]
Der Geschmack, er geht, nur halb so schlimm!
Und dazu – normales Wasser, viel Tee.
Schluck für Schluck, Prost, nimm jetzt, nimm!
Trink dich nun voll, denk – ’s wär Kaffee.

[Verse 13]
Im Klo – dort schließ‘ ich aber ab,
das müsst ihr einfach selbst erleben.
Man spült so einiges hinab,
zum Himmel wird’s euch nicht erheben.

[Verse 14]
Mulmig ist die Fahrt mit der Bahn.
Man dichtet am besten, lenkt sich ab,
denkt konzentriert, dann kommt man an.
In die Umkleide jetzt! Die Hose herab!

[Verse 15]
Ich lass‘ mir immer die Spritze geben,
beim Stich, da träum‘ ich ’nen guten Kuss,
und wenn dann meine Lippen beben,
schlafe ich ein und es ist Schluss.

[Verse 16]
Man bekommt dann gar nichts mit,
ich träum‘ auch nicht, ich bin sediert.
Das würde sonst sicher auch kein Hit,
mit dem man jemand imponiert.

[Verse 17]
Nach dem Spiegeln, Anziehen, Schlafen,
oder auch Schreiben, einerlei,
und will mein Schicksal mich jetzt nicht strafen,
gibt mich der Arzt mit Glückwunsch frei.

[Chorus]
Das Arztgespräch – die Spannung steigt.
Ich hoff‘ nicht hart und überraschend.
Doch kein Polyp hat sich gezeigt,
ein Freispruch allumfassend!

[Outro]
Ein Glück! – Ich kann nun glücklich gehen,
tanzen, übers Trottoir schweben.
Erst mal gleich nach Essen sehen
und ohne große Sorgen leben!

Grippaler Infekt

Ich bin erschlagen müde
Die Krankheit legt Gewichte auf,
belastet mich und rüde
quält sie im harten Verlauf.

Ich habe keine Schmerzen,
doch leichtes Fieber so heiß.
und keines tief im Herzen,
ein echtes Fieber – nicht nice.

Ich meinte: Halb so schlimm.
Doch stand ich erst am Anfang.
’Ne Pille rein – da nimm,
das stützt den Tag entlang.

Doch nein! Das Virus schlägt ein,
es schlägt wie wild drauf drauf,
Ich liege schwer wie Stein
und rappel mich selten auf.

Ins Bett darf ich nicht pissen –
hab Lust auf Mandarinen
will Süßes nicht vermissen
die Krone davon: Pralinen!

Die feinen Stücke trösten,
sehr ungesund, ich bin aber krank.
Die Viren wollen mich rösten!
Pralinen euch sage ich Dank.

Ein Haufen Elend träumt vom süßen
Leben auf einer schmucken Yacht,
vom Strand, vom Meer, Alpenwiesen –
das böse Virus, wie es da lacht!

und springt und zieht mir schwere,
Ketten – Mattheit – um die Brust.
Die Träume fallen ins Leere,
ich habe auf nichts mehr Lust.

Da geht nichts, geht nichts mehr.
Das Virus kocht, ich bleiche.
Es geht nichts, klebe wie Teer –
ich liege starr – eine Leiche!

Das ist das letzte Protokoll:
die traurige Todesballade.
Packt mein Grab mit Blumen voll –
voll Pralinen und Schokolade!

Dicke Tropfen

Leute ich hab Schnupfen
Ich bin so lahm und kalt
Zur Erde fallen dicke Tropfen
Ich spüre deutlich – ich bin alt

Leute klar ganz ungefährlich
Damit komm ich nicht in Kur
Doch erschlagen bin ich ehrlich
von meinen Kräften fehlt jede Spur

Ihr dürft auch drüber lachen
Ich fühle mich deshalb nicht noch kränker
Ich kann auch nichts dagegen machen
Steh drüber als Dichter und Denker

Mir zaubert selbst ein lustiges Lied
Kein Lächeln mehr auf die Lippen
Ich bin zusammengepresst, so müd
und drohe manchmal umzukippen.

Klagen bringt zwar auch nicht viel
doch lachen ist mir ganz unmöglich
Ich spür die Welt – sie ist kein Spiel
und In ihr leben – kaum erträglich.

Alles wegen meinem Schnupfen
genau und logisch abgeleitet
Philo und die dicken Tropfen
ein Pärchen das mich treu begleitet.

Inspitation: Ich war krank und hatte Schnupfen später kamen noch Halsschmerzen und eine Bronchitis dazu

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