Lyrik und Sound

Kategorie: Hell (Seite 3 von 6)

Cello

Ich raste in jedem Konzert von Dir
Lag dort, zu Deinen Füßen
Dein Cello klang da, wie ein Stier
Mit kräftig, tiefen Schnauberstößen

Yeah! Yeah! Yeah!

Du rockst Cello und ich tanze
Du paukst Cello und ich wein
Du rockst Cello, gehst aufs Ganze
Ich träum Nächte lang – allein

Du schlugst mit Deinem Cello Takt
Hardrock mit stampfendem Bogen
Das war so groß und abgefuckt
Die Saiten sind Dir weggeflogen

Du rockst Cello und ich tanze
Du paukst Cello und ich wein
Du rockst Cello, gehst aufs Ganze
Ich träum Nächte lang – allein

Nun schreit Dein Cello in der Ecke
Du hast es einfach reingeschmissen
Es zeigt Schrammen auf der Decke
Und seine Saiten sind zerrissen

Du paukst Cello und ich weinte
Du rockst Cello und ich schrie
Du liebst Cello, was uns einte
Und ich vergaß Dich – einfach nie

Komm spiel und hol es raus
Hörst Du es nicht, sein tiefes Stöhnen?
Zurück zur Bühne, spring hinauf
Lass Saiten, Bogen wieder dröhnen

Komm rock Cello und ich tanze
Komm pauk Cello und ich wein
Komm rock Cello, geh aufs Ganze
Und ich träum nicht mehr allein

Nicht mehr allein! Nicht mehr allein!

Die blaue Blume

Lass dort die schöne Blume stehen,
und gönn ihr die sonnigen Tage.
Soll nicht vertrocknen sie soll blühen
soll blüh’n und stell ihr keine Frage,

reiß ihr nicht die Blättchen einzeln
aus dem weichen Blütengrund.
Lass nur die Augen sehen, blinzeln,
ein Lächeln schenke diesem Fund.

Ruf sie, die Liebste, her, ganz nah,
bewundert diese blauen Blüten,
sie zu bewundern ist sie da,
ihr Duft ist dunkel wie alte Mythen.

Legt euch ins satte Gras, ins weiche,
dort lugt durch Zweige alter Bäume
die Sonne hell, im Schatten reiche
ihr deinen Mund ganz sanft und träume.

Küss sie – und lasst die Blumen stehen,
damit sich alle an ihnen freuen.
Gib ihr den Kuss – lang, wunderschön,
und immer wieder, wieder von neuem.

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl …

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl,
nur so schlau zu sein?
Das native Olivenöl, dagegen macht keinen Hehl
daraus, das Naive zu sein.

Es ist stolz auf sich, ein richtiger Naturbursche
mit allem Dreck, der durch die kalten Filter kommt.
Es ist das ungezähmte, Barsche,
das starke Original!

Das saubere, glückliche, gelbe
ist aber rein. Probiert es einfach mal,
ob ihr den Unterschied erkennt, es nicht dasselbe
ist…

Nur eines mit braunem,
das andere mit weißem Zucker gefärbt.

Ins Freie

Ins Freie will ich fliehen,
von dieser Welt hier nichts mehr sehen,
ihre Verbrechen, vergeblichen Mühen,
Schmerzen und Tod – zugrunde gehen.

Ich will fliehen in die Luft,
hoch, noch weiter, um Schönes zu sehen,
wo Sonnen, helle Sterne glühen,
die Wirbel wilder Schöpfung drehen.

Hinaus, hinauf, fort aus der Enge,
kleinlich-krämerischer Gedanken,
den Gefängnisen enger Zwänge,
dem Wirrwarr aus Zäunen, Schranken.

In Zärtlichkeit, Musik hinein,
hin zu betörenden Küssen, Festen,
in einen Bottich voll Milch und Wein,
in einen Tanz aus Licht und Liebe.

Hinaus, hinauf, fort aus der Enge,
in einen Tanz aus Licht und Liebe.

Hin zum Mai

Hin zum schönen Mai
strömen meine Gedanken.
Mai passt gut zu frei,
Gedanken – ohne Schranken.

Und ohne Schranken erblühn
die Blumen auf der großen Wiese,
so viel so frisches Grün,
so viele süße,
freche Küsse – zarte Umarmungen!

Gefahr für Deutschland

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/strudelwurm-100.html

Fleischfressende Würmer breiten sich aus,
man traut sich nicht mehr aus dem Haus.
Selbst Würmer knabbern nun an uns rum,
sind die eigentlich so dumm?

Das ganze Mikroplastik im Körper!
Das trifft die dann doch nur noch stärker!
Da reichert sich doch Plastik an,
was keinem Wurm ja guttun kann.

Ich wage mich trotzdem ganz weit raus,
Ich wehre mich gegen den schlimmen Graus,
ich könnt‘ den Würmern gar nicht schmecken,
dass sie beim Kauen gar erschrecken!

Ich weiß, das ist nicht ausgemacht!
Doch hat ein Wurm denn mal gelacht?
Die wühlen doch nur lustlos rum,
strecken sich und winden sich krumm,

doch denken tun sie nicht wie ich!
Die gehen nicht mal auf den Strich!
Die werden auch keine Freude haben,
selbst wenn sie sich gut an mir laben!

Ja, Würmer sind als Lebewesen
zu keiner Zeit sehr klug gewesen!
Vor Würmern kann ich doch zügig fliehen,
die ess‘ ich selbst, ganz ohne Mühen!

Mathe

a plus b Quadrat
Gleich a Quadrat
Plus zwei a b
Plus b Quadrat

Mathe, ach, das ist nicht fad
Mathe – nein – es ist famos!
Ich löse alle Gleichungen los
Sie drehen auf, auf tausend Grad!

Ich liebe es zu differenzieren
Das mache ich ganz heimlich
Und dann zurück gleich integrieren
Mir ist nichts mehr peinlich!

Ich steh zu meiner Liebe
Auch wenn’s die ganze Welt erschreckt
Wenn ich durch Topologien fliege
Sich alles ins Unendliche reckt

Wem so Orgasmen kommen
Dem liegt die Einsicht nicht mehr fern

Ich bin verrucht und verkommen
Oh Gott! – Ich mache Mathe gern!

Kloballade

„Ein paar Minuten am Tag ist man froh… da sitzt man dann – allein auf’m Klo… Das hat schon der Bert Brecht besungen… ihm ist das sicher auch besser gelungen…“

„Dieses Gefühl des Glücks, seine Strahlen, klar aufzuzeichen, auszumalen… Ich will hier auch nicht übertreiben, und alles – allzu genau beschreiben… Denn in diesen wenigen Zeilen hier, gehts nicht ums Geschäft sein Plässier!“

„Dies zu beschreiben, fiele mir schwer! Vielmehr geht es – ums – NACHHER!“

„Ja – nachher – Ich will wieder gehn. Und es klappt auch aufzustehen… das Papier gut auszunutzen… den Hintern schön zu putzen! Alles klappt so gut und ausnahmslos, schnell auch, bin ich in der Hos‘!“

„Schnell auch – nach der Klinke – greifen… doch nun – Oh – am Schicksal streifen! Dem Schicksal, das ganz anders will. Mein Schicksal hält die Klinke still!! Mein Schicksal blockt die alte Mechanik!! Sie kriecht in mir hoch, die nackte Panik!“

„Das Ding geht einfach – nicht mehr auf! Zieh mal dort, hau dort mal drauf! Alles, alles ist vergebens! Das Ende meines Lebens?“

„Ach – ich wart‘ einfach – ich hab ja Zeit! Hilfe kommt – bestimmt, es treibt, dein Drang wohl auch noch andere her! Irgendwann – da kommt schon wer!“

„Glück im Unglück, sei ohne Sorgen! Schließlich ist doch Dienstagmorgen… nicht kurz vor knapp, vor Wochenende. Hör! – Da wäscht wer – seine Hände!“

„Keck gerufen! Der Kollege, gleich da! Und gleich ist vielfache Hilfe nah! Zwei vor der Tür, ein Schraubenzieher, bring mich der Befreiung näher… Doch hilft am Ende – nur rohe Gewalt, denn das Schloss, lässt alles kalt…“

„Stehe ganz hinten, voller Hoffen… Ein Krach, ein Sprung – die Tür ist offen! Ein einziger, kräftiger Stoß, Der Schaden ist auch gar nicht groß!“

„Danach, am Ende – bin ich wieder frei! Vielen Dank! Wie ich mich freu! Kann getragen, auf sanften Schwingen, ein neues, kleines Liedchen singen…“
(Song fades out on a happy, repeating piano and accordion melody.)

Achermittwoch

um Bild: Von Superbass – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=160767757

Nun nach Aschermittwoch
geht es in Köln wieder ruhiger zu
Wo es teuflisch nach Hölle roch
schnarchen die Narren, geben ruh.

Am Rhein ist es gerade so warm
windig auch doch schwerelos
tanzen die Wellen verspritzen Charme
und bald da fahren auch wir los,

zurück ins kühlere Stuttgart
dort ist das ganze Jahr sehr trist
kommt Narretei gar nie in Fahrt
wenn mans mit rheinischem Frohsinn misst.

Fird Wirdaberger isch scho narret,
wenn mer an d’Fasnet bloß denkd.
em Omzug d’Leid rom karred,
ond em Mädle a Zwengra schenkd!

Narren

Bild von: By Nicola – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=161223766

Sprengt die Welt und lasst uns tanzen
selbst wenn es nichts zu feiern gibt
Wir sprengen dennoch alle Grenzen
und unser Pfeil er fliegt!

Fliegt und ausgelassen stürmen
Narren – jetzt weichen die trotzigen Mienen
und in alle Richtungen schwärmen
Küsse, die uns zärtlich verwöhnen.

Feiert, trommelt, tanzt zur Musik!
Wer keine hat, der ist noch krank
Spürt, befeuert, singt Euer Glück,
feiert es fröhlich und zieht blank.

Tut’s, auch wenn’s verboten ist,
weil es so heiß ist, uns versengt,
man sich im Feuer vergisst,
sich ganz gibt – verbrennt.

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