Lyrik und Sound

Kategorie: Dunkel (Seite 5 von 7)

Realer Albtraum

Uns umgeben lauter Brände
Uns umzingeln Feuerwände
Im Norden brennen weite Wälder,
im Süden versengen prächtige Felder
und Städte werden überschwemmt.
Die Natur ist wild und ganz enthemmt.

Raketen durchwühlen verkeilte Heere,
duchschlagen Wände, fügen schwere.
Wunden zu, zerreißen den Bauch,
Glas zersplittert, Staub und Rauch,
verklebt die rosigen Bläschen der Lunge,
verfärbt sie weiß, die verfallende Wange.

Und all das real, nicht nur geschrieben,
nicht nur geträumt in Fieberschüben,
nur dünnen Nervenfasern entsprungen.
Ganz real werden wir verschlungen,
der heilen Welt, dem Spiel der bunten
Fahnen zum Trotz, fällt unser schwarzes Blut nach unten.

Der Krieg ist jetzt und doch schon lange,
sticht uns der Krieg, die Schlange!
Alles real und doch – nur eine Binsenweisheit!
Zu oft gehört, die Verzweiflung, das Leid,
ist gewöhnlich geworden und ganz real
ignorieren wir die furchtbare Qual,

solange es andere sind, die brennen,
die schreien, ins Verderben rennen.
Doch auch wir, wir werden dem nicht entgehen,
und können das eigene Ende schon sehen.
Denn die Feuer fressen sich näher heran
und keiner ist da, der sie aufhalten kann.
Und zuletzt steckt einer, mit fester Hand,
atomar die ganze Welt in Brand.

Was dann noch bleibt, beschreibt kein Albtraum,
diesen endlos leeren, leblosen Raum

Nur im Suff

Nur im Suff kann man die Welt verstehen,
im Rausch der großen Illusionen.
torkelnd auf der richtigen Seite stehen,
besoffen kann sich Wahnsinn lohnen.

Natürlich ist das alles nichts Neues,
die Welt brennt immer mal dort mal da,
ploppt auf, wie Blasen eines Breies,
und feuert grade – nah, nah, nah.

Doch nur im Suff ist das klar!
Nur im Suff ist es so klar!
Klar wie Zwetschgenschnaps,
klar – ich weiß – ich habs!

Vergessen! – und ignoriert.
Man überlebt nicht, wenn man alles sieht.
Sieht – wie der Gerechte verliert,
wie die Bombe im Garten glüht.

Nur im Suff kann man vergessen.
Nur im Suff wird die Welt wieder heil.
Kann man krumme Wege gerade messen,
liegt Gerechtigkeit im kleineren Teil.

Auch ich habe Illusionen,
die mir die schlimmsten Leiden verdecken,
erlauben im Sicheren, Hellen zu wohnen,
obwohl viele um mich herum verrecken.

Bei mir ist es die feurige Liebe,
das Verlangen, die Zunge die leckt.
Die alten, beständigen, kräftigen Triebe,
wo ein Kerl sich hoch Richtung Sonne reckt.

Manchmal trinke ich davon,
genieße den heißen, wilden Zauber,
jauchze und singe in diesem Ton
und werde für die Wirklichkeit tauber.

Ich brauche den kurzen Glanz das Entzücken,
sonst könnte ich unsere Welt nicht verstehen,
könnte nicht mehr in den Abgrund blicken,
den wir nun alle vor uns sehen.

Doch wär es auch Glanz, ganz ohne Leiden.
Das Glück, die Liebe brauchen keinen Gegner
Sie würden uns immer schöner kleiden
Doch sind sie eben auch ganz große Segner,

Heilkräuter, Kräfte gegen das Leiden.

Nebel

Noch ist es Nacht, Fünfe, doch der Nebel
leuchtet draußen trüb im Schein der Laternen.
Ich sehe ihn also, den Knebel
meiner Fröhlichkeit. Von den Sternen

aber sieht man nichts mehr. Kühl
friert es mich schon vom Sehen.
Über den Rücken läuft ein Eisgefühl.
Dieser Herbst wird nicht mehr gehen

und dem Sommer wieder Platz machen.
Ich mag es nicht zu frieren.
Das erinnert mich ans kalte Grab. Lachen
kann ich frierend nicht. Verlieren,

fallende Blätter, keine Kraft, Frost und Eis –
Ende, Erstarrung – alles grausame Worte.
Natürlich, auch zu heiß
ist es nichts, aber kalte Orte

sind trotzdem etwas schlimmer.
Da gibt es eben überhaupt nichts mehr,
nur der Tod und ein grimmer
Schneesturm fegt alles aus. So leer,

gefühllos wird alles. Ich zittere tief drin.
Nebel, dunstig beleuchtet, blubbert
in den Tälern feucht vor sich hin,
dringt in mich, kühlt mich aus, knabbert

von meinen Knochen das kalte Fleisch.
Im unangenehm feuchtkalten Grab
zittern meine Kiefer. Das Geräusch
klappernder Zähne, die nicht aufhören, gab

einen Eindruck davon, was es heißt,
in der kalten Erde eines Friedhofs zu ruhen.
Wenn es dir vor Kälte die Haut zerreißt
in den Särgen, diesen engen Truhen,

knackt – kommt alles noch auf uns zu!
Warten wir’s ab und kuscheln wir jetzt
schnell in unsere wärmsten Decken.
Wir werden ja nichts spüren davon.

Machen wir uns keine Hoffnung!

Die Welt

Ach Liebste, ach mein Liebster Du,
ich hadre oft mit dieser Welt.
In der rast alles aufs Ende zu
und selbst das Schönste – zerfällt!

Überall lauert der sichere Tod.
Begrenzt ist alles, zu jeder Zeit.
Die Sorgen drücken und die Not.
Hier kommt man niemals weit.

Natur sie treibt mit uns nur Spott,
vertuscht das Leid mit bunten Scherben.
Kurz glaubt man dann an einen lieben Gott,
der doch Krankheiten erfand und elendes Sterben!

Die Erde hält uns fest, in einem Raum,
der endlos weit und furchtbar leer ist.
Ein riesiger, ewiger, wilder Albtraum:
Oft steinig, eisig, zu heiß, zu kalt, zu trist.

Nur von fern, ganz fern, ganz weit,
funkeln sie harmlos, die Sterne.
Leichte Pünktchen, was uns freut,
die sind so schön, die sehen wir gerne.

Doch etwas näher und gar nicht so nah,
dann tötet uns das Sternenlicht.
Von Zartheit ist dann nichts mehr da,
der Albtraum kocht, der Schein zerbricht.

Die Welt ist schon im Kern brutal,
mit viel zu viel Kraft, um zärtlich zu sein.
Oft furchtbar öde, kalt und kahl,
oft Wüste aus Feuer, Lavagestein.

In diesem Elend der Leere gedeiht,
verloren in diesem endlosen All
und von ihm bedroht, die ganze Zeit,
und manchmal kurz vor dem Zerfall –

das Leben! Pflanzen Tiere, Pilze,
die Archäeen, Bakterien, Viren zusammen,
vermengt mit Wasser, sie bilden Filze,
dünne Filme, dann weite Wälder, Savannen.

Sie tummeln sich im großen Meer!
Und sind füreinander Delikatessen!
Sie saugen einander gierig leer,
und jagen sich und fressen.

Das Leben frisst sich voll,
an sich selbst, die Lebewesen,
so schön sie sind und wundervoll,
sind Ausgeburten des Bösen,

sie töten, um zu überleben.
Sie nutzen dazu alle Tricks,
sie lernen feine Netze weben,
sie schlagen zu, ganz fix.

Die Zeit schärft ihren Körperbau,
durch fangen, fressen, fliehen,
durch Hirne werden sie schlau,
mit Augen um nach Feinden zu sehen,

um dicke Beute zu machen. Vieles entsteht,
nur unter dem Druck der feindlichen Welt,
nur weil ein rauer Wind hier weht,
die Umwelt leichte Wege verstellt.

So viel verdanken wir dem Grauen!
Erraubten, erkämpften den Intellekt
Einzelne, Gruppen – stechen und hauen,
der Weg zu uns – ist blutbefleckt!

Die ganze Welt – sie ist so eng!
Sie drückt in uns die Gewalt hinein!
So eisern ist alles, fest und streng!
Die Welt, sie hält uns kurz und klein!

Die Welt – sie ist nicht Eden,
die Existenz oft voller Qual,
die Tatsachen erzählen, reden,
beschreiben – ein großes Jammertal!

Gerade‘ der Mensch nutzt seine Einsicht,
oft nur dazu, um tief zu schaden.
Tötet, zerstört mit Absicht
freut sich daran, im Blut zu baden.

Gesetze sind oft nur ein Trick,
um die Gerechtigkeit zu biegen.
Die Macht drängt immer das Recht zurück,
erdrückt Verlierer, die am Boden liegen.

Ich hadere mit dieser Welt,
sie ist bestimmt nicht gut!
Hier, wo alles stirbt, zerfällt,
braucht es besonderen Mut!

Habt Mut! Habt Mut! Hier zu leben,
das war niemals Zucker schlecken!
Hier stehen Fallen, öffnen sich Gräben!
Doch lasst Euch nicht erschrecken!

Ihr dürft Euch nicht erschrecken lassen!
Ihr könnt der Welt ja nicht entkommen
Ihr könnt ihre Tiefe auch nie erfassen
Und was sie uns gibt, wird uns wieder genommen.

Doch Liebste und mein Liebster Du,
wir sind aus hartem Stein geschlagen!
Wir stehen auf, wir gehen in Ruh
auch bittere Wege, um Neues zu wagen!

Aus dunklen, riesigen, eisigen Wolken,
rieseln Flocken, in einen See,
voll Tränen und alle Blumen welken,
es fällt dort viel – so viel Schnee!

Die Welt sie ist gewaltdurchdrungen,
vom Fressen, vom gefressen werden,
die herrliche Welt – ist zersprungen,
scheint voller Leid, voller Beschwerden.

Da singt ein Vogel, ein Fröschlein quakt,
die Liebeslieder, die die beiden singen,
durchbrechen den Schmerz – gewagt
seh ich die zwei zum Weibchen springen.

Ein neues Motto wird entworfen,
die Lust, sich gut tun, bekommt seine Chance.
Das Hauen und Stechen wird kurz verworfen,
das Männchen, Weibchen geraten in Trance.

Die Schönheit steigt aus dem Meer,
die Schaumgeborene neigt sich uns zu,
sie hebt uns hoch, nichts scheint mehr schwer,
ein Tanz beginnt, zwischen ich und du.

DIe Blumen locken mit warmen Düften,
die Bienen tauchen in Blüten hinein.
Sie tragen den Pollen an ihren Hüften,
zu anderen Blüten, zu sich heim.

Sehr schöne Melodien entsteigen,
den kalten Seen, dem eisigen Meer
und einen kurzen Moment da schweigen,
die Leiden, die Liebe legt sich quer.

Die Liebe lässt keine Klage mehr zu,
wie sie uns mit Musik begeistert!
Trumpft auf, sie gibt keine Ruh,
das Leben wird mit Farben bekleistert!

Das Leben erhält durch sie seinen Sinn,
das Leben wird durch sie lebenswert,
oh gebt Euch leicht der Liebe hin,
und sträubt Euch nicht, begehrt!

Oh meine Liebste, oh mein Liebster Du,
lass uns die Augenblicke feiern,
die Guten, Schönen, den Träumen zu,
dorthin lasst uns rudern und steuern!

Weißt du, alles ist nicht so einfach

Weißt du, alles ist nicht so einfach.
Die Welt steckt voller kleiner Details.
Sie reiht sich nicht sauber Fach an Fach,
treffend ist das Bild des Knäuels.

Aber nicht ordentlich aufgespult,
sondern chaotisch in sich verstrickt,
von Regeln durchzogen, durchgewühlt,
in denen man keine Ordnung erblickt.

Zerschneidet man ihn, dann fällt
er in kurze Fädchen auseinander.
Dann fehlt, was ihn zusammenhält:
die Kreuzungen übereinander.

Da versagt die einfache Weltsicht,
nichts scheint mehr zu passen.
Die ganze Welt bricht auseinander –
man kann sie einfach nicht umfassen.

Staub

Wohnungen – muss man putzen.
Jedes Staubkorn wird aufgesaugt.
Rein sein muss es, es muss blitzen,
und der Boden proper gelaugt.

Doch schon nach wenigen Tagen
findet man den Gegner wieder
Ohne laut etwas zu sagen
ließ er sich überall nieder.

Der ist dreist! Wir hoffnungslos!
Wie schafft der Staub das nur alleine?
Wie macht er das denn bloß?
Anweisungen gab ich ihm keine!

So schnell ist er schon wieder da.
Verteilt sich überall geschäftig
er rückt den Möbeln viel zu nah,
ein Kämpfer ist er wild und heftig!

Raubt uns viele Stunden.
Aufs Leben aufaddiert,
dreht man endlos Runden.
Wieviel Zeit man so verliert!

Der Dreck hat sich verschworen,
drängt tief und frech herein.
Den lasse ich nicht ungeschoren.
Ab jetzt – ab in den Müll hinein!

Kein Körnchen soll entkommen,
kein Stäubchen soll entgehn.
Danach kann ich entspannen,
hinaus zur frohen Sonne seh’n.

Doch nein! – Der Sonnenschein
lässt den Staub erst richtig scheinen!
Er strudelt, tanzt ins Zimmer hinein,
er lacht – bringt mich zum Weinen!

Wir sind zum ewigen Wischen verdammt
Als Sisyphos mit Besen und Kehrwisch
Die ganze Menschheit insgesamt,
fegt diese Erkenntnis – unter den Tisch!

Glühwürmchen

Ein Würmchen glüht hier, ein paar glühen dort,
die fliegenden Männchen sind noch fort,
nur wenige fanden bis jetzt den Wald,
oft schwirrten, verbrannten sie ganz kalt –
blütig ermordet an heißen Lampen oder
verirrten sich im wilden Geloder der Funken
von Fenstern und fernen, blassen Lämpchen.

Nur glückliche Männchen finden An-ge-be-te-te,
sofort von ihnen rasant umtänzelte,
knackige, leuchtend schöne Glühwürminnen.
Vereinen sich mit ihnen bald, bedrängen sie kurz,
halten sie festgedrückt an ihr Insektenherz,
verhaken sich ganz feurig mit ihr,
ganz ähnlich dem, wie wir
es tun – nur nicht so lyrisch beschrieben,
wie wir es besingen, wie wir es trieben.
Das tun sie eben doch nicht.
Ihnen reicht ein wenig Glühwürmchenlicht.

Nachdem sich Männchen, Weibchen getroffen –
das schreibe ich nun hart und offen –
haben sie ihr Ziel bereits erfüllt.
Die Erwachsenen haben keinen Hunger gestillt,
sie lebten nur noch von Larvenfett
und legten sich bald aufs Totenbett.
Eier, Larven, Imagos, neue Generationen –
ein smarter Weg, muss ich betonen.
Ein millionenfach begangener Weg,
ein eingefahrener, fester, gerader Steg.

Vermehren, nicht weniger werden zumindest,
ein kurzes Glück, wenn du Partner findest.
Mehr glauben diese Würmchen nicht –
nur wir sehen tiefer, sehen ins Licht,
sehen, meinen, da wäre ein Plan,
als bräche sich da doch mehr Bahn,
als bloße Vermehrung – viel mehr! Erkenntnis!
Alles durchschauen, verstehen – Hybris!

Wir wollen dahinter mehr erkennen,
das was wir Sinn – dahinter – nennen.
Das Leben mit all seinem Leiden, der Qual –
das ist doch letztendlich nicht so banal!
Das hat doch irgendwie mehr Sinn,
da steckt doch noch viel mehr dahinter,
dass grade – ich – jetzt hier auf Erden bin!

Wohin?

Wohin nur treibt uns unsre Welt,
wenn unser Wert dank der K-I zerfällt,
die K-I auch wenn sie nie was denkt,
so viele von uns zur Seite drängt?

Wenn sie den Anwalt, den Banker ersetzt
das Messer des Chirurgen wetzt
den Influencer arbeitslos macht
sie uns im Film entgegen lacht?

Wenn sie erfolgreich und routiniert
ganz automatisch Firmen führt.
Drehbücher dicke Romane schreibt.
Als zahmer Reschi-sör im Büdschett bleibt?

Ja selbst das Handwerk geht verloren
denn Robo fängt an frei zu bohren,
nun steht es um den Nachwuchs schlecht.
Das wird gefährlich ungerecht.

Auch Planen kann der Rechner besser,
alles wird fein und genau optimiert.
Die Pläne lieben Zahlenfresser,
doch Menschen streichbar werden reduziert.

Denn Menschen brauchen Ruhe Zeiten,
auch Urlaub, Feiertage bereiten
den Planern nur Eines: Restriktionen.
Die Menschen werden sich nicht mehr lohnen.

Sie sollten zwar viel mehr arbeiten
vor allem ihrer Rente wegen
doch sie sind einfach vorbei die Zeiten
wo Menschen mehr als Maschinen bewegen.

Ohne Menschen läuft es effizient,
am Besten bleiben Sie zuhaus.
Der sperrige Mensch verpufft, verbrennt.
Uns presst die K-I aus der Arbeit heraus.

Noch schauen viele gerne weg
Verlassen sich drauf: Ich habe Glück!
sie lassen Katastrophen geschehen
Bis sie – nach ihrer Kündigung – gehen!

Sie haben nicht damit gerechnet
nun einmal wirklich frei zu sein
Sie haben die Zukunft falsch berechnet
zu gerechter Verteilung sagten sie nein.

Sie wollten immer weiter schuften,
Sie wollten immer klassisch duften,
nach Schweiß und herber Anstrengung.
Nun sind sie Opfer ihrer Verdrängung.

Bald schürfen sie immer weniger Kohle
und der Konsum bricht deshalb ein
die Wirtschaft hängt fest in der Sohle
gerät immer tiefer ins Tal hinein.

Die Menschen durchsuchen kein Angebot
Die Wirtschaft klemmt, gerät in Not
Die Wirtschaft die die Chancen verschlingt
wild um die letzten Käufer springt,

schreit und tanzt und bricht zusammen.
Der Reichtum investiert nicht mehr.
Die ganze Ordnung steht in Flammen.
Alle Kassen sind nun leer.

Ach nein! Reißt doch das Ruder herum!
Den Menschen edel schlagt nicht krumm!
Der Mensch verdient als Mensch schon Lohn,
setzt alle Menschen auf den Thron!

Gebt Menschen Geld um zu konsumieren
und lasst die Maschinen alleine schuften
Der Mensch, der soll sich doch amüsieren
und glücklich nach schönen Träumen duften!

Ach nein! Reißt doch das Ruder herum!
Den Menschen edel schlagt nicht krumm!
Der Mensch verdient als Mensch schon Lohn,
setzt alle Menschen auf den Thron!

Gebt Menschen Geld um zu konsumieren
und lasst die Maschinen alleine schuften
Der Mensch, der soll sich doch amüsieren
und glücklich nach schönen Träumen duften!

Eingewickelt und kontrolliert

Von der KI eingewickelt
durchgecheckt und durchgeschüttelt
Was haben wir da noch zu tun,
außer zu schlafen, auszuruhn?

Ich werde überall entlastet,
heimlich gemessen, abgetastet,
ist er heute schon gekommen?
hat er seine Tablette genommen?

Alles scheint so rosa rot,
vielleicht sind wir ja morgen tot!
Unser freundlicher Rechner beschloss,
morgen stirbt mein Boss!

Vom Weihnachtsmann geschenkt
und von ihm aus der Ferne gelenkt,
wurde mir mein Robo umgedreht
gefährlich wird jeder der es versteht

meinen Robo so gut zu betören
von außen in ihn reinzugreifen
um seine Hemmung zu zerstören
seinen Schutz herabzustreifen.

Wenn man nur an Russland denkt!
Und was hat China nicht verschenkt!
Daneben steht lächelnd die USA
Ihr CIA war schon immer da

Wir hatten uns schon an ihn gewöhnt,
ganz demokratisch zusammen gefrönt,
Nun steht die Demokratie dort auf der Kippe,
und der CIA weiter tief in der Strippe.

Nein es ist überhaupt nichts mehr sicher
Es ist gefährlich unbequem
und wollen wir wieder sicher ruhn
gib es nun mächtig viel zu tun.

Corrida

Nun bin ich frei auf fetter Weide
fünf Jahr lang stürmisch aufgewachsen
und tatet mir auch nichts zuleide
sporntet mich an, wild hochzuwachsen

Und nun in einen Hinterhalt
drängt ihr mich in die Arena hinein
Was seid ihr Leute grob und kalt
Menschen, Pferde, viele – ich allein!

Kein Mut, ihr seid zu feige mir allein
meinem Stürmen standzuhalten
treibt zur Schwächung Spieße hinein
in mein Fleisch, Schmerzen entfalten

Ihre Wucht – ich stürze wütend los
So hinterhältig wie ihr seid.
Mein Widerstand ist stolz und groß –
Was tut ihr mir zuleid?

Mein Tod ist lange nicht der Eure
Ihr seid von Ängsten durchzogen
mich töten – das ist eine Ungeheure
Schandtat, Mord ohne Sinn, verlogen.

Inspiration: https://www.abipur.de/gedichte/analyse/727-corrida-rilke.html

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