Lyrik und Sound

Kategorie: Dunkel (Seite 6 von 7)

Verloren


Manchmal fühle ich mich verloren
doch weiß ich nicht warum
Ich wurde glücklich geboren
und kam auch bisher nicht um


Das sollte also alles passen
Dennoch manchmal fühle
Ich es trotzdem: Besser alles lassen,
verloren sein und ohne Ziele

durchzuhängen im haltlosen Netz
mich im Leben seltsam fremd fühlen
Meine Rolle verkaufe ich dann, versetz
sie gerne an die, die immer noch spielen


Doch meine Rolle kauft mir niemand ab
Keiner will verzweifelt sein
Dieses Gefühl stößt jeden hinab
Ich bin nicht fröhlich – nein

Doch ein Grund dazu fehlt auch
Ein triftiger Grund zu resignieren
Um mich weht ein eisiger Hauch
Ich kann ihn sehr gut spüren


Ich rieche Feuer, es gibt Rauch!
Doch andere lachen, hüpfen
vor Freude, voll den Bauch,
die aus dem Vollen schöpfen

Für mich scheint es noch zu wenig?
Was fehlt mir denn noch zu Glück?
Es geht mir besser als manchem König
Doch passe ich nicht, ein Stück


Das immer fest reingedrückt wird
Immer in Spannung ist meine Form
unpassend einfach, verwirrt
Ich träume zu weit von der Norm

Ich träume und es gibt keinen Weg
Die Wirklichkeit steckt fest im Schlamm
frisst sich immer fester: Das geht nicht!
Leg die Axt nie an deinen Stamm

zerschneide das Netz nicht, das dich hält
du fällst auch umsonst denn unten
bist du noch immer in der Welt
die wunderschön ist voll mit bunten


Ablenkungen, Spielzeugen, Spiegeln
die Dich behüten vor dem Schaudern
vor dem Nichts bedecken, versiegeln
Es ist gut Dein Verstand, dein Zaudern

Es ändert nichts wenn Du Dich änderst
Es geht gar nicht um die Richtung
Ach wie Du Dich selbst so räderst
Du entkommst nie der Verpflichtung


Dein eigenes Leben zu leben
Doch jedem wird es vorgegeben
Obwohl wir selber wählen, wählen
wir die Wege die uns quälen


Es gibt nur Wege
die ins Nichts führen

Ruhe nach dem Sturm

Wenn die alten Jahre blühen,
blühen sie gegen die Zeit
rennen gegen den Tod
in längst verbrannte Jugend

Träume umzüngeln erstarrte Bahnen
saugen heraus Text, Poesie
malen Seen voll mit Schwänen
voller Leben, Phantasie

dann verschwindet alles im Dunkeln
Uhren ticken zum letzten Mal
langsam in einsamen Winkeln
verschwindet die Lust, löst sich die Qual

Wohin???

Wohin soll ich rennen
wenn alle Wege brennen
Alle Gleise brechen
Schiffe nicht mehr stechen

In die weite Welt ins Meer
Übrig bleibt nur ein leer
getrunkenes Fass voller Bier
Mehr gibt es nicht mehr hier.

Die Zukunft ist verreist
Die Gegenwart vereist
Und stürzt herab ein Blitz
ändert das doch nichts

Der kleine Mann der ist verbrannt
Die kleine Frau davon gerannt
Niemand pflegt mehr mit den Rechen
Aus denen längst die Zähne brechen.

Der Mai wurde der Sonne geopfert
Die Hitze frisst die Frühlingsluft
Grün wird – was man rot verkupfert
Singt ein kurzer Regen, sein Duft

Vertrocknet dennoch alles verschwindet
verdampfter Regen er verschwindet
Und das blau des Himmels tauscht
Ins Graue, regnerisch rauscht

das Grau später Flüssen entlang ins Meer
Alle Wege stehen quer
Alle Wege brennen
Keiner kann mehr rennen.

Bleib im Bett!!

Habe das depressive Gedicht nun in einen etwas leichteren Ton gefasst.
Dazu gibt es nun auch ein Gemini Notebook: https://gemini.google.com/share/0571cc6478d0
Das ist Geminis Männerphantasie! Nicht meine 😉

Das depressive Original

Dunkel Wolken, grau getüncht,
den ganzen Himmel rüber –
und längst schon wieder ohne Schnee.
Oh bleib im Bett, mein Lieber.

Oh bleib im Bett, was willst du tun?
Was willst du raus und frieren?
Hier ist es warm, ruft zum Ruhn,
hier kannst du träumen, oh…

Dort draußen sind die Wolken dicht,
zerdrücken Lust und Laune.
Dort fehlt dir Wachstum, fehlt das Licht,
doch hier im Bett da herrscht die Daune.

Die Daune kocht dich und es dampft,
die packt dich, reißt dich hoch.
Werd jetzt nicht panisch und verkrampft,
und bleib in deinem kleinen Loch.

Es ist besser als draußen die Kälte,
da draußen stehn schon Massen gerne.
Die Welt geht ohne dich nicht pleite,
dem Nebel draußen fehlen alle Sterne.

Träum, der Tag der geht vorüber.
Bleib dir treu und bleib dabei.
Bleib in deinem Bett, mein Lieber –
hier in diesem Bett, hier bist du frei.

Haltet Euch fest!

Ich weiß, ich sollte mich schämen
doch will ich mich nicht grämen.
Ich will als Narr nur tanzen,
auf der Spitze des Ganzen.

Ich spüre – das All – fliegt auseinander
was machen wir da miteinander?
Wir halten uns ganz feste
und hoffen auf das Beste

Chaos Welt

Ich hab der Welt hier nichts zu sagen
Ich schlag mich nur mit ihr herum
Es lohnt hier nicht sehr viel zu wagen
Auch grade Wege biegt sie krumm.

Viele vermuten dahinter Gott
Damit sie nicht bricht hält der sie zusammen
Der schmiert sie dauernd hält sie flott
Und der Teufel kämpft gegen die Flammen

Nein ich seh das Göttliche nicht
Hier geht viel schief und wenig gut
Viel Dunkelheit spärliches Licht
Und wenn es flutet ist es gleich Glut

Nein hier ist nichts tief geplant
Sehr selten geht es ordentlich zu
Es ist zu kalt zu heiß, miteinander verzahnt
schwingt hier nichts, alles stürzt ohne Ruh

Die Welt sie läuft hier wild und leer
Verliert sich in der Zeit der Leere
Moleküle schießen hin und her
Rennen sich ständig selbst in die Quere

Und auch wir und unsere Wünsche
kollidieren und zerspringen
Wir spielen mit Masken nutzen Tünche
Während wir nachdenklich Lieder singen

Schleudergang

Welt, du rast im Schleudergang,
spülst uns Sicherheiten weg,
schabst uns rau die Trommel entlang,
verschleuderst Wahn und Dreck.

Sauber, sicher wird es niemals!
Ein Wirbel drückt uns auf ein Riff,
fest in der Schlaufe eines Schals,
würgen wir in seinem Griff.

Der Frühlingsrock zerfetzt, zerknittert
Goethes Gedichte säuseln nur Schitt
Die Welt in Schlamm geschlittert
durchgedreht rotiert alles mit

Kalt so kalt, der Frühling lässt
Noch ewig auf sich warten.
Bomben trommeln, schlagen fest,
fegen Orte aus den Karten.

Bullen, Bären sind geflohen,
Schläge, Schrecken, Hitze, Leid.
Flammen saugen, Menschen verrohen
Zerbissen Zungen – Totes schreit!

Die Wirklichkeit zerstört, zermahlt,
schwarz und kahl, verbrannte Bäume,
versperrte Türen, teurer bezahlt
wird jeder unserer schönen Träume.

Schrei auf zu deinem gnädigen Gott!
Statt Regen regnet es Raketen.
Seht! Euer Herr treibt mit euch Spott,
will Euch zusammen prügeln, kneten.

Euer Gott schuf eine harte Welt,
er liebt es, lässt es gerne krachen.
Wenn Mensch um Mensch zur Erde fällt,
wird er sich einfach neue machen.

Leiser Widerstand

Mir fällt kein glückliches Lied mehr ein,
ich kann die Lust nicht mehr besingen.
Die Wirklichkeit greift immer herein,
kann jeden Witz erwürgen, verschlingen.

Doch würde ich gerne weiter hinaus,
dem ganzen Wahn der Welt entkommen,
und bleibe doch eine kleine Maus,
mein Widerstand verschwommen.

Ich habe nur ganz kleine Pläne,
muss mir mein Leben mühsam töpfern,
und zeige nur sehr kurze Zähne,
will mich nicht fürs Ganze opfern.

Ja, da ist schon Eigenwille,
ich gebe mich längst nicht geschlagen.
Da kocht es tief in der Stille,
doch dreht’s mir auch den Magen.

Ich schwitze dann, friere fatal,
bin lustlos ohne Sicherheit,
giftig auch und doch auch schal,
ohne Biss und Schneid.

Aus Trotz muss ich wohl tanzen,
zurück erobern meinen Traum,
mich zwischen Lust verschanzen,
doch Chancen habe ich kaum.

Ich kann nur strichweise flöten,
die Wirklichkeit packt doch zu sehr.
Die Wirklichkeit steckt voller Kröten,
die Wirklichkeit ist hinter mir her.

Der Tod

Der Tod – er ist das Tor zum Leben,
zu mir meiner begrenzten Zeit, .
Er fragt mich, wonach will ich streben?
und was gibt Halt und Sicherheit?

Der Tod – der Anfang des Denkens,
er reißt aus der gewohnten Bahn.
In welche Richtung soll ich lenken?
Ja worauf kommt es mir denn an?

Den Tod – bedenk ich jede Zeit,
damit er mich nicht zu früh findet.
Mich nicht überrascht, meine Endlichkeit,
trotz aller Grenzen ins Leben mündet.

Der Tod – der gibt mir tiefe Ruhe.
Ich kann hier nichts verlieren.
Verrückt darf ich sein – bis zur Truhe!
und darf mich selbst verführen.

und darf mich öffnen, muss nicht zuschlagen,
ja nichts gibt’s , was mich zum Quälen zwingt,
Ich lasse mich nicht plagen!
Nicht pressen, bis mein Leib zerspringt.

Wir sind hier frei! – Entscheiden!
Nein alle fallen, stürzen, sinken!
Verdammt, verdammt dazu zu leiden,
bis wir den letzten Becher trinken.

Trump und trüber

Es geht Trump und drüber,
drunter geht nichts mehr
Alle Sicherheit – vorüber
Versprechungen alle leer.

Alles Öl wird ausgetrunken
Wahnsinn geht uns alle an
Die Zukunft im Chaos versunken
Wo man sie nie mehr finden kann.

Nur die Dichtung wehrt sich
Und dichtet doch nie ab
Trotz Zeichen, Strich für Strich
rutschen wir ins Verderben hinab

Alles keine Träume
Wie ich sie immer habe
Wenn ich mein Pferdchen zäume
heiße Ritte wage

Alles Mist und Wirklichkeit
Ich kann mich nicht entziehen
Oft geht mir alles viel zu weit
Und ich kann doch nicht fliehen.

Trump und immer trüber
Färbt sich der Himmel ein
Gute Zeiten lange vorüber
waren eh nur immer Schein.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Kamellenregen

Theme von Anders Norén — Hoch ↑