Die Welt ist so verdorben, ich hasse sie, diese Welt! In ihr bekommen Mörder Orden, und Schutzlose werden gequält!
Sie scheint mir voller Teufel, es hausen hier dumpfe Affen, daran habe ich keine Zweifel, die rauben und zusammenraffen,
was immer sie nur schnappen können! Ja, wir werden es schon schaffen, wir werden die Welt verbrennen! Zumindest die schlauen Affen!
Wir werden uns selbst vernichten mit Hitze, Strahlung, Plastik, wir werden bald verzichten auf Kaviar, Hummer, feinen Aspik.
Plastik, ja – das schlucken wir schon jetzt in rauen Mengen, voll frisst sich davon jedes Tier, in jeder Pflanze drängen
sich mikrokleine Plastikteilchen. Bald wird es überall zu viel, gut, das dauert noch ein Weilchen, doch dann ist es aus – unser Spiel!
Man lacht gern über alte Römer, ihr Blei, den Bleizucker, den sie gerne tranken, doch wir genießen gerne Plastikbrei und werden daran erkranken!
Und Blei – war damals noch nicht überall! Dem Plastik aber – entkommen wir nicht! Ob Ozean, Feld, ob Hühnerstall: Plastik zu jedem Hauptgericht!
Und Plastik ist nur eines der Zeichen, die wir, Teufel, schwarz in den Himmel malen. Es gibt viel mehr! – Es wird gut reichen zu vielen, vielen Schreien, Qualen.
Weißt Du, meine Nervenketten sind aus ihren Kränzen gesprungen, da ist auch nichts mehr zu retten, die Ritzel sind tief eingedrungen
ins weiche Gehirn, quirlten es flüssig. Jetzt schäumt es auf nach allen Seiten, seine prallen Falten fallen rissig ein, unfähig Gedanken weiterzuleiten.
Niemand kann uns noch leiten, Ordnung bringen in der Welt. Worte, Sätze, nur Belanglosigkeiten, die nichts mehr zusammenhält.
Nichts hält sich noch für errettbar, entkommt dem Haus der Verwesung. Ruinen, Ideologien starren leer, klar, früher da schien noch alles machbar.
Neuer Wohlstand explodierte für alle, der Brunnen Erde spuckte Reichtum. Heute streckt CO₂ seine Kralle aus und nichts wird’s mit grenzenlosem Konsum.
Der frisst die letzten Gedanken auf, aufgelöst fließen Hirne in Gullys – hinab, nicht in den Himmel hinauf, – hinab mitten in die Kanäle, ins Verlies,
wo der schaumige Schleim der Träume mit bitteren Tränen gemixt wird. Nichts, luftige, ölige Schwärme aus Pilzen, Bakterien, Algen, zersetzt, umschwirrt
von Fliegen und ausgeschlürft von bald zerplatzenden Maden, die der dunkle Fluss auswirft. Wahnsinnige gehen dort noch baden.
Wahnsinnige suchen im blähenden Schaum nach Licht und Weisheit und Erkenntnis, geben der Hoffnung immer noch Raum. Wahnsinnige! Das wird nichts!
Wir sind nicht dazu geboren, um Erkenntnis aus dem Lauf der Welt zu filtern. Wir stopfen unsere Mägen mit Kadavern voll, verloren wären wir hier sonst, überwintern
müssen wir jedes Jahr im Dreck, dem Boden voller Würmer, Pilzhyphen, den Schleim schiebt man nicht weg, die Hände und Lippen triefen.
Trinken Plastikcocktails aus blauen Flaschen, rufen die Wogen der Meere, erstickt in Netzen, Taschen, voll riesiger Strudel, blauer Leere!
Kein Leben mehr außer Mikroben, Fadenwürmer behausen Plastikwälder, die die Meere durchziehen von unten bis oben, nur noch leere, endlose Behälter!
Das Leben hier erscheint uns sicher Obwohl viele Brocken im All um uns tanzen Ja, sorglos sind wir – gefährlich wahrscheinlicher Sind unsere Selbstzerstörungstendenzen
Doch wenn sie treffen, treffen sie Die Großen zertrümmern ganze Regionen Wir beobachten – vermessen sie Taumeln sie in gefährliche Zonen?
Dort hin, wo wir uns ganz sicher sind Es knallt in wenigen Jahren! Ein Brocken dort treibt sorglos und blind Der wird es nie erfahren
Wir aber! Was können wir noch machen? Genügt es, Raketen dorthin zu senden? Lassen wir neben ihm Bomben krachen? Können wir ihn, unser Schicksal noch wenden?
Doch sehen wir ihn denn überhaupt Wenn uns die Sonne hinter ihm blendet? Ein böser Gedanke, vor dem es mich graut Fehlt uns die Zeit, nachdem man ihn findet?
Die Brocken schweben, fliegen weiter Um uns und unsere Sonne herum Es sind so viele, unsere stillen Begleiter Und davon ein großer bringt uns mal um!
Doch wann? Und ist denn sonst nichts los? Haben wir keine andren Probleme? Hier sind doch längst die Sorgen groß Beißen uns, zeigen giftige Zähne
Ja, wir treiben es noch ärger! Die Mächtigen wollen nichts verlieren Auch andere nicht, alle sind stärker Und lassen alles – explodieren!
Und dann die Klimakatastrophe Dank Wachstum, das den Halt verliert Unser aller Konsum, der hypertrophe Der uns stracks in die Hölle führt
Zerstört die Umwelt, unser Heim! Die Schwermetalle, Plastikmeere Wir sind doch nicht mehr sicher daheim Fühlen schon die große Kehre
Die Wende zurück in magerste Zeiten Weil uns die Erde nicht mehr erträgt Doch unser Verstand kann uns nicht leiten Die letzten Bäume schnell noch zersägt!
Die letzten Tropfen gierig getrunken Die letzten Böden – weit weggeweht! Die letzten Körner – nicht mehr gesät! Die letzten Menschen – im Müll versunken!!
Zu klein ist uns hier diese Erde, wir haben sie in Stücke zerbrochen, durch uns verlor sie ihre Würde, wir haben unsere Heimat erstochen.
Zu klein für unseren Neid, die Gier, den Drang, es allen anderen zu zeigen. Wir bleiben Affen, kurzsichtiges Tier, wir drehen auf, anstatt zu schweigen.
Zu klein ist unser ganzes Denken, zu klein die Demut vor der Welt. Die Welt, sie soll uns alles schenken, soll schenken, tun, was uns gefällt.
Die Welt, sie hat sich nie gewehrt, erfühlt uns immer noch nicht. Wir rauben sie aus, sie wird verheert, wir verstehen, beachten sie nicht.
Wir sind und waren immer zu klein, sie zu umfassen, zu verstehen. Ja, unsere Größe war immer nur Schein – wir werden bald zugrunde gehen.
Blau ist der Himmel. Wunderschön wölbt er sich über Stuttgart. Frühling. Ich freue mich. Alles scheint gut zu sein.
Ich weiß schon, dass das nur ein Traum ist, dass Leid überall auf uns Menschen prasselt. Ja, es ist nichts mit der Ordnung hier. Furchtbar ist das.
Ich will weg. Einfach weg von hier. Der blaue Himmel ist eine Fata Morgana. Aber er macht etwas mit mir,
streichelt mich so sanft. Ich will alles vergessen, was diesen blauen Himmel zu einer Zumutung, einem Ärgernis macht.
Für sich allein und isoliert küsst er mich so zärtlich, und die Kanonen werden nicht schrecklicher, wenn ich nicht an sie denke.
Einen Halt, einen Witz braucht man einfach. Ich will raus, unter dem blauen Himmel stehen. Ich verkünde eine neue Welt, eine gerechte, großzügige Welt.
Eine Welt, wie sie nicht ist. Ich verkünde sie trotzdem. Ich rufe die gute Welt aus, die warme, heiße Welt der Liebe.
Das wird nichts ändern, macht aber auch nichts schlimmer. Schlimmer sollte es dadurch nicht werden.
Ich möchte noch nicht schlafen. Ich will noch nicht ins Bett. Vermeide Schlaf, den sicheren Hafen. Ich will hinaus und einfach weg.
Obwohl die Augen drücken. Sie fallen mir schon zu. Ich drohe einzunicken, doch geb ich keine Ruh.
Will Mitternacht durchschreiten, als wäre sie ein heller Tag. Die dunkle Nacht durchreiten, wobei der Mond mir leuchten mag.
Doch draußen tut sich nichts. Die Nacht sie schläft hier selber still. Trotz des Monds, des Sternenlichts, scheint alles ruhig.
Oh was zu Teufel will ich hier in diesen leeren Gassen? Keine Bar hat jetzt mehr offen. Alle schlafen, Menschenmassen? Wo? Was will ich hier noch hoffen?
Du bist am falschen Ort. Das ist nicht deine große Stadt.. Du musst viel weiter fort. Doch ich bin erledigt, matt.
Die Nacht verlief ins Nirgendwo. Dabei war ich doch so aufgewühlt so stark und wild und roh. Doch niemand da, der mit mir spielt.
Doch werden neue Nächte kommen! Wilde Nächte mit Goldbeschlag. Nass und feurig ganz verkommen, leuchtend wie der erste Tag.
Ach Thomas, Thomas! Atme durch und halt mal an, nimm nicht alles im Übermaß, wo man nicht alles bekommen kann.
denn es gibt immer eine Grenze die Dich stoppt und festhält und noch so feurige Tänze Du weißt wie schnell man fällt!
Viele scheinen kein zu viel zu kennen Doch Grenzen, sie sind Realität Man kann nicht über Klippen rennen ohne, dass man ins Fallen gerät.
Doch ja, man rennt gern über das Ende hinaus und setzt dann an zu Sprung Doch hält die Luft nicht, noch starke Winde ab den Sturz, den tödlichen Umschwung.
Ich höre zehntausend Teufel lachen: „Die beschwören noch immer den Konsum! Obwohl sie in die Katastrophe krachen verharren sie weiter im Irrtum!
Und wollen noch immer mehr und mehr und kriegen ihren Arsch nicht voll, sie fallen deshalb übereinander her und kreisen noch immer
um sich selbst wie toll
Ach sie werden es nie lernen sie lernen das nie mehr sie greifen zu den Sternen doch ihr Verstand hat es schwer.
Die Gier, die hat sie groß gemacht, die zog sie hoch aus dem Dreck doch geben sie auf ihre Gier nicht acht, und irgendwann