Lyrik und Sound

Kategorie: Denken (Seite 8 von 9)

Weiter!


Denken ach ist überwinden,
immer wieder Wege finden.
Ist weiter gehen, niemals stoppen,
lass dich einfach nicht mehr foppen!
Lass dir den Kopf nicht mehr verdreh’n!
Du musst nicht immer weiter geh’n!
Weg musst du hier! Bleib hier nicht steh’n!

Hör jetzt nicht auf zu atmen.
Nein tanz auf neue Rhythmen
und sei nicht mehr so leise!
Schrei auf, auf wilde Weise!
Lass dir nicht den Kopf verdrehen,
du musst jetzt immer weiter gehen,
bleib jedenfalls nicht stehen!

Weiter dreht sich alles im Kreis,
niemand kommt an, wie jeder weiß.
Niemand wird sich offenbaren.
Keiner wird zur Hölle fahren
und auf keinen kommt es an.
Du kommst an keine Ziele ran.
Geht jetzt weiter, wer weiter gehen kann.

Irgendwann dann geht’s nicht mehr.
Alle Räder drehen leer!
Weiter willst du und wirst nicht weiter kommen!
Träume? Alle sind sie längst zerronnen.
Mit denen man in die Luft stach!
Alle Felder liegen längst schon brach,
nur das Weiter! Rennt dir nach.

Haltet Euch fest!

Ich weiß, ich sollte mich schämen
doch will ich mich nicht grämen.
Ich will als Narr nur tanzen,
auf der Spitze des Ganzen.

Ich spüre – das All – fliegt auseinander
was machen wir da miteinander?
Wir halten uns ganz feste
und hoffen auf das Beste

Geschwindigkeit


Ich bin verdammt! Geschwindigkeit
sie jagt und ist auch schon vorbei.
Sie dauert eine Ewigkeit.
Sie gibt mich nicht mehr frei.


Ein Lärm, ein Schock, ein Unfall,
im Koma eingefroren
Ein Schlag, ein kurzer Knall.
Mein Gedächtnis verloren.

Ein langsames Ertrinken,
eintauchen in die Ewigkeit.
Nur tröpfchenweise denken
und irgendwann – verschwindet die Zeit.


Das Ende – aber nie erlebt,
da das Erleben früh erlischt.
Ganz starr und fest am Ende kleben,
dem man nicht mehr entwischt.


Kalt als Leichnam aufgetischt,
am Ende dieser seltsamen Welt,
aus der man kein Erlebnis mehr fischt,
sich selbst auflöst, zerfällt.


Jetzt leb ich, ja noch leb ich! Ja!
Doch alles geht oft furchtbar schnell!
Ich rase und dann packt es mich da
zerrt und zieht mir ab mein Fell.


Rasen, Rasen, noch gefangen,
schreddert mich die Zeit ganz fein!
Termin, Termine! Giftige Schlangen,
beißen, drücken, schnüren mich ein.


Was soll das alles? Streck Dich aus!
Deinen Zehen geht es gut.
Streck sie im Bett zur Sonne raus
Schau in ihr Licht, spring in die Flut!


Pfeift auf die Geschwindigkeit
Träge seid mir, seid mir schlau
Langsam, langsam lasst Euch Zeit
Schaut zärtlich zur Sonne ins Blau.

Chaos Welt

Ich hab der Welt hier nichts zu sagen
Ich schlag mich nur mit ihr herum
Es lohnt hier nicht sehr viel zu wagen
Auch grade Wege biegt sie krumm.

Viele vermuten dahinter Gott
Damit sie nicht bricht hält der sie zusammen
Der schmiert sie dauernd hält sie flott
Und der Teufel kämpft gegen die Flammen

Nein ich seh das Göttliche nicht
Hier geht viel schief und wenig gut
Viel Dunkelheit spärliches Licht
Und wenn es flutet ist es gleich Glut

Nein hier ist nichts tief geplant
Sehr selten geht es ordentlich zu
Es ist zu kalt zu heiß, miteinander verzahnt
schwingt hier nichts, alles stürzt ohne Ruh

Die Welt sie läuft hier wild und leer
Verliert sich in der Zeit der Leere
Moleküle schießen hin und her
Rennen sich ständig selbst in die Quere

Und auch wir und unsere Wünsche
kollidieren und zerspringen
Wir spielen mit Masken nutzen Tünche
Während wir nachdenklich Lieder singen

Schleudergang

Welt, du rast im Schleudergang,
spülst uns Sicherheiten weg,
schabst uns rau die Trommel entlang,
verschleuderst Wahn und Dreck.

Sauber, sicher wird es niemals!
Ein Wirbel drückt uns auf ein Riff,
fest in der Schlaufe eines Schals,
würgen wir in seinem Griff.

Der Frühlingsrock zerfetzt, zerknittert
Goethes Gedichte säuseln nur Schitt
Die Welt in Schlamm geschlittert
durchgedreht rotiert alles mit

Kalt so kalt, der Frühling lässt
Noch ewig auf sich warten.
Bomben trommeln, schlagen fest,
fegen Orte aus den Karten.

Bullen, Bären sind geflohen,
Schläge, Schrecken, Hitze, Leid.
Flammen saugen, Menschen verrohen
Zerbissen Zungen – Totes schreit!

Die Wirklichkeit zerstört, zermahlt,
schwarz und kahl, verbrannte Bäume,
versperrte Türen, teurer bezahlt
wird jeder unserer schönen Träume.

Schrei auf zu deinem gnädigen Gott!
Statt Regen regnet es Raketen.
Seht! Euer Herr treibt mit euch Spott,
will Euch zusammen prügeln, kneten.

Euer Gott schuf eine harte Welt,
er liebt es, lässt es gerne krachen.
Wenn Mensch um Mensch zur Erde fällt,
wird er sich einfach neue machen.

Leiser Widerstand

Mir fällt kein glückliches Lied mehr ein,
ich kann die Lust nicht mehr besingen.
Die Wirklichkeit greift immer herein,
kann jeden Witz erwürgen, verschlingen.

Doch würde ich gerne weiter hinaus,
dem ganzen Wahn der Welt entkommen,
und bleibe doch eine kleine Maus,
mein Widerstand verschwommen.

Ich habe nur ganz kleine Pläne,
muss mir mein Leben mühsam töpfern,
und zeige nur sehr kurze Zähne,
will mich nicht fürs Ganze opfern.

Ja, da ist schon Eigenwille,
ich gebe mich längst nicht geschlagen.
Da kocht es tief in der Stille,
doch dreht’s mir auch den Magen.

Ich schwitze dann, friere fatal,
bin lustlos ohne Sicherheit,
giftig auch und doch auch schal,
ohne Biss und Schneid.

Aus Trotz muss ich wohl tanzen,
zurück erobern meinen Traum,
mich zwischen Lust verschanzen,
doch Chancen habe ich kaum.

Ich kann nur strichweise flöten,
die Wirklichkeit packt doch zu sehr.
Die Wirklichkeit steckt voller Kröten,
die Wirklichkeit ist hinter mir her.

Der Tod

Der Tod – er ist das Tor zum Leben,
zu mir meiner begrenzten Zeit, .
Er fragt mich, wonach will ich streben?
und was gibt Halt und Sicherheit?

Der Tod – der Anfang des Denkens,
er reißt aus der gewohnten Bahn.
In welche Richtung soll ich lenken?
Ja worauf kommt es mir denn an?

Den Tod – bedenk ich jede Zeit,
damit er mich nicht zu früh findet.
Mich nicht überrascht, meine Endlichkeit,
trotz aller Grenzen ins Leben mündet.

Der Tod – der gibt mir tiefe Ruhe.
Ich kann hier nichts verlieren.
Verrückt darf ich sein – bis zur Truhe!
und darf mich selbst verführen.

und darf mich öffnen, muss nicht zuschlagen,
ja nichts gibt’s , was mich zum Quälen zwingt,
Ich lasse mich nicht plagen!
Nicht pressen, bis mein Leib zerspringt.

Wir sind hier frei! – Entscheiden!
Nein alle fallen, stürzen, sinken!
Verdammt, verdammt dazu zu leiden,
bis wir den letzten Becher trinken.

Vampire

Über Vampire wurde viel geschrieben,
doch wo sind sie denn geblieben?
Außerhalb von Film und Papier –
wo findet man noch echte hier?

Habe wieder eine lange Nacht
im Bett alleine zugebracht,
einsam mit meinen Gedanken gespielt,
doch keinen Vampir bei mir gefühlt.

Schließlich mach ich das Fenster auf,
schau zum fahlen Mond hinauf.
Vielleicht gibt’s Vampire auf dem Mond,
damit sich die ganze Raumfahrt lohnt.

Ein Windstoß trug die Gardinen herein –
Vampire, Vampire könnten es sein!
Doch ist es ein Sturm, die Klimawende,
die menschengemachte Supersünde.

Da zischt es, raucht, und überall Nebel –
ganz sicher Vampire, Flegel!
Es sind Raketen, die explodieren,
dass viele Vampire ihre Gräber verlieren.

Zu krass wird für Vampire die Welt,
das hat ein Bundesamt festgestellt.
Bevor unser letzter Vampir zerfällt,
wird er nun schnell unter Schutz gestellt.

Doch nützt Papier Vampiren nicht,
durch die Wolken fällt schon Licht.
Bomben, Blitze, ein Knall
bringen den letzten Vampir zu Fall.

Keine Vampire gruseln uns mehr,
ihre Gräber sind verlassen und leer,
und unsre Probleme sind so groß –
da werden Vampire bedeutungslos.

Inspiration: Laberfach Vampire

Provokant

Ich bin provokant
und natürlich verkannt
unbekannt auf dieser Welt
obwohl KI Musik gefällt.

Gefällt – bald immer mehr.
Doch in der Masse ist es schwer
trotz leiser Selbstironie
erfolgreiche Lieder werden es nie.

Nur die Auflösung großer Werte
Und der Intellekt wird dekonstruiert
Ich Lehre nur was er mich lehrte
Am Besten ist’s man onaniert

Ich bin also provokant
warum wird das so selten erkannt?
Ich schreibe es doch bitter klar
Vom Sofa aus, der Party Bar.

Ich bin auch Teil der Lösung
trotzig meine Selbstentblößung
wenn ich mich nur ändern würde!
nähme ich jetzt diese Hürde

und wäre nicht nur provokant
ich hätte die leeren Sätze verbrannt
die Ich oft schreibe, bitter, klar
vom Sofa heraus, hinein in die Bar.

ein Leben wäre es mit Würde
unbelastet ohne Bürde
gelassen, ironisch könnte ich sterben
Doch ich lasse alles verderben.

Ich bleibe immer provokant,
es bleibt ewig unbekannt,
was Ich schreie, bitter klar
vom Sofa aus, hinein in die Bar.

Inspiration: Meine Traum berühmt zu werden selbst auf die Schippe genommen.

Schwächen

So vieles bringt mich zum Verzweifeln,
auch über mich selbst muss ich klagen,
wie sich Versäumnisse anhäufen
und Fehler – nein! – Nicht fragen!

Es reicht mir schon, dass ich sie kenne,
die ganze Gedankenlosigkeit,
dass ich so schnell bin und wegrenne
und so gut vertrödle all meine Zeit.

Doch wenn ich so streng zu mir wäre,
wär ich’s zu and’ren gleich viermal,
deshalb nehme ich die Schwere,
trage sie kraftlos, diese Qual,

die mir mein träges Leben bereitet.
Weich bin ich eben, kein harter Stahl,
der nur mit Mühe austeilt und streitet,
der zurückweicht jedes Mal.

Du, Thomas, machst es dir zu einfach,
da deine Trägheit auch and’re betrifft,
gibts viele Stöße, viel Streit, viel Krach,
und alle werden angeschifft.

Sei lieber doch noch etwas strenger,
lass das grenzenlose Ruhn,
vielleicht wird’s für andere enger,
doch mehr hast du mit dir zu tun!

Red dich nicht mit schönen Versen heraus!
Es wird dir im Leben nichts nützen!
Schau früh nach Regenwolken aus,
Leben heißt leider auch – Schwitzen!!

Ach schnelle Peitschen, harter Streich,
Ach Skylla, ach Charybdis
zwischen zu hart und zu weich,
zu wählen – ein Verhängnis!

Es gibt einen Weg mitten hindurch!
Einen Weg nicht ohne Gefahr!
Auf wir müssen durchs Leben durch,
Macht dazu alle Segel klar!

Kämpf und streng Dich härter an,
Doch lass es, dieses Kritischsein
Tu das was man machen kann,
und sag auch manchmal nein.

Weich und fest in einem zusammen,
Knochen und Fett und Haut drum herum
Wasser gemeinsam mit Flammen,
ein gutes, menschliches Drumherum.

Das singen alle selig,
und wissen – das klappt nie,
Ein Glück – viel wächst dazwischen,
kommt lasst uns beides mischen!

Inspiration: Selbstzweifel (24.04.2026)

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