Lyrik und Sound

Kategorie: Denken (Seite 3 von 9)

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl …

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl,
nur so schlau zu sein?
Das native Olivenöl, dagegen macht keinen Hehl
daraus, das Naive zu sein.

Es ist stolz auf sich, ein richtiger Naturbursche
mit allem Dreck, der durch die kalten Filter kommt.
Es ist das ungezähmte, Barsche,
das starke Original!

Das saubere, glückliche, gelbe
ist aber rein. Probiert es einfach mal,
ob ihr den Unterschied erkennt, es nicht dasselbe
ist…

Nur eines mit braunem,
das andere mit weißem Zucker gefärbt.

Chaos im Büro

Mehr Chaos brauch ich nicht zu machen,
das tanzt von sich aus ganz alleine.
Steckt man nicht drin, kann man lachen,
mir aber ist so, dass ich weine.

Ich brauch auch gar nicht still zu sein,
das Chaos trommelt eh schon laut.
Es kreischt mir so in die Ohren rein,
dass es selbst mich, den Teufel, graut.

Das Chaos ist mein Element,
so sagte ich früher immer,
doch nun, wo alles brennt,
will mein Wahnsinn nimmer!

Ich Teufel sehn mich, schrei: Jetzt Ruhe!
Doch hören kann mich keiner mehr.
Ich verschwand in einer Truhe,
dort ist es ruhig und leer.

Daraus schaue ich sehr oft nur zu,
doch gerade das kann stressen.
Man kann die Spannung in der Ruh
mit Teratonnen Sprengstoff messen.

Und mir bleibt nur noch das Grübeln,
das Nichtwissen, wo jetzt hin,
was mir auch viele gleich verübeln,
dass ich ein so ruhiger Teufel bin.

Da schlägt die Turmuhr vier,
dank dir, altem Christentum!
Ich dank dir, altem Gott, dafür,
das lockert alle um mich herum.

Doch morgen ist es wieder so,
das Kapital hat wirklich Macht.
Man zerspringt im Stress und lächelt froh,
und teuflische Ruhe gibt dann den Rest.

Das Geheimnis

Nein – ich weiß es nicht,
das Geheimnis dieser Welt
kenne ich nicht.
Ich weiß nicht einmal,
ob es überhaupt eins gibt.

Vielleicht ist es ja ganz einfach
und wird bis heute übersehen,
da es im Krach des Denkens
zu leise und selbstverständlich,
gar nicht zu hören ist.

Unsere Erwartungen viel zu hoch sind,
wir immer darüber hinweg schauen
und es deshalb nicht finden.

Ich jedenfalls – ich –
kenne dieses Geheimnis nicht,
meine zwar, dass es ein solches Geheimnis gibt
und die Welt sich irgendwie selbst am Schopf packen kann.

Die Welt in einer Endlosschleife mit sich selbst verwoben ist
und aufgeklärt werden kann,
weshalb es überhaupt etwas gibt.

Aber wissen tue ich es nicht
und ich werde wieder aus der Welt verschwinden
bevor ich nur einen Funken davon verstehe.

Das ist eine Tragik
ohne Ende und Trost!

Gottes Pläne

Die Gläubigen denken nicht logisch,
immer steht Gott auf ihrer Seite,
das findet Gott oft ziemlich komisch,
will keine Hilfe und sucht das Weite.

Sie glauben nicht, dass Gott bestimmt,
dass Gott ihre Ziele nicht teilt,
dass Gott sich nicht wie sie benimmt,
an seinen eigenen Plänen feilt.

Sie meinen, sie seien mit Gott verbunden
und hätten zu ihm den direkten Draht.
Doch Gott hat nichts an ihnen gefunden,
was er sich von ihnen erbat.

Gott täuscht sie, muss sie enttäuschen,
sie rechnen nur immer mit sich selbst.
Er wird sie verdammen ignorieren
ihr Kreischen.
Gott will was er will, alleine nur selbst.

Glaubt man also, dann mit Vorsicht,
denn Gott durchkreuzt man keine Pläne,
selbst ist man eh ganz ohne Einsicht,
zeigt besser also keine Zähne,

führt keine Kriege als seine Armee.
Hält achtsam bedeckt seinen heiligen Namen
Denn wer ging seine Wege denn je?
Wer kann schon seine Pläne ahnen?

Da fügt man sich dem Lauf der Dinge,
denn Gott weiß alles, weiß es allein.
Er zieht einen schon aus der Schlinge,
doch wie, da sieht man nicht hinein.

Kölner Dom

Dunkel schwarz springen die Steine
Hoch hinauf in den Himmel
Staunend schaut ein Mensch, der kleine
Hinauf, heraus aus dem Gewimmel

Der Menschen auf dem Domplatz
Hinein in die blaue Pracht, das Licht
Das gute Wetter ist ein Schatz
Das die große alte Masse zerbricht

Und strahlend neu den Dom erbaut
Der entlang dem stählernen Eisenband
Der Gleise weit hinausschaut
Ins Tal, das weite flache Land

Über die Brücke und den Rhein
Wie mächtig auch der ist und groß
Ich fühl mich als Mensch ganz klein
Und so begrenzt, so hoffnungslos

Doch in der Weite des Flusses, des Himmels
Da kann man sich auch geborgen fühlen
Inmitten des immensen Getümmels
Sich fröhlich und gut glücklich fühlen

Zoo

Überwuchert, ganz verwildert

liegt der „Zoo“ nun da,
nicht wie ihn Erinnerung bebildert,
wie ich ihn damals sah.

Damals tanzten wir Nutbush
standen Schlange vor der Türe
Wie ich Vergänglichkeit – husch,
den Verfall jetzt spüre!

Es gibt keine Erlösung,
auch Neues wird wieder vergehen
Genieße jetzt! – Auch keine Lösung
will man für länger bestehen.

Aristoteles meint: Wählt die Mitte
dort ist es sicher – zwischen den Büschen
Individuum und Sitte
dürfen sich dort vermischen.

ChatGPT besteht sein Abi

Das ChatGPT besteht sein Abi!
Wir brauchen’s nicht mehr machen!
Wir sind dann alle cool und lucky,
und kümmern uns um andere Sachen.

Die Schule wird so langsam ersetzt,
doch wird uns das nicht schaden,
ihr Platz wird vom Vergnügen besetzt,
wir lernen zu feiern, zu flirten und baden.

Wir werden von Maschinen verdrängt,
die vieles besser machen als wir,
weit besser das, als eingezwängt
in Zeiten und Regeln, als Arbeitstier.

Längst waschen Maschinen mir im Klo,
so warme, sanfte Spritzpistolen,
den wunderhübschen, prallen Po.
Und ChatGPT hat’s mir empfohlen!

In meinen Knien diese Legierung,
so gute, allerfeinste Metalle,
Und diese Mineralölschmierung!
Ja, damit rennen jetzt doch alle.

Mein Hirn wird immer weiter entlastet,
der Taschenrechner war schon cool.
Dank Zoom wird nicht ins Büro gehastet,
wir festgebunden dort am Stuhl.

Jetzt könnte es die Freiheit geben,
die ich für meine Liebe brauche,
für ein von Sonne erfülltes Leben,
in das ich gerne, ganz tief tauche.

Mein Geld verdient dann mein Avatar,
mein schlauer Sklave, stromdurchzuckt.
Er druckt es selbst, wie wunderbar,
er diese Scheinchen zu mir spuckt!

Maschinen bauen sich dann selbst,
sie putzen, mauern, helfen und lenken,
und antworten, falls Du Fragen stellst
und sind uns weit überlegen im Denken.

Doch sind wir denn im Denken gut?
Das Denken fällt doch immer schwer!
Es kocht doch anders, unser Blut,
tief Denken dächte viel zu sehr!

Das wäre alles so angenehm!
Doch hören wir wirklich auf, zu schuften?
Das wäre der Durchbruch durch das System!
Es hört dann auf, nach Schweiß zu duften.

Die Wirtschaft verlöre ihren Sinn,
verlöre den Grund für Arm und Reich.
Ein jeder bekäme ab vom Gewinn,
geteilt durch alle und alle gleich.

Doch das wird sicher nicht passieren,
dann würde oben und unten fehlen,
dann würden sich alle frei amüsieren,
und niemand bräuchte sich zu quälen.

und könnte keine Ausdauer zeigen!
Ihm bliebe nur noch das Laufband!
Ohne Meetings müssten Schwätzer schweigen,
die Sklaven verlören die harte Hand!

Die Regeln würden völlig drehen.
Verwirrung verwirbelt die Welt!
Neid kann man nicht mehr verstehen,
kein Maß für Erfolg mehr wäre das Geld.

Und so wird nichts davon geschehen,
die meisten werden nicht entlassen
und dürfen weiter arbeiten gehen
um Fragen an ChatGPT zu erfassen.

Mückentanz

Nacht und wieder Morgen
Rattert wieder die Arbeit
Unablässig husten Sorgen
Ich vergeude meine Zeit

Seh ich’s nicht? – Nur – ein – Leben!
Wie lange will ich mich treiben lassen?
Statt mich aus dem Alltag zu heben!
Um meine Ziele – anzufassen!

Ziele? – Verschwinden um die Ecke!
Ein festes Ziel kann es nicht sein
Doch bin ich mehr als eine Mücke
Ich sage zur Verzweiflung nein!

Du bist aber überheblich!
Die Mücke lebt so gern wie du!
Du bist wie sie – nichts und sterblich
Du rennst auf dein Verhängnis zu!

Dein Denken ist nur schöner Schein
Ein eitler Teufel, der uns betrügt
Ist unser Spiegel: Wir allein!
Oh, wie dieser Spiegel lügt!

Schau das All – seine Weiten!
Und nirgendwo ist dort ein Ende!
Und diese schier endlosen Zeiten!
Und deine Eitelkeit ist Sünde!

Die Mücke lebt genauso froh
In ihrer beschränkten Welt
Wie du das Tier im Menschenzoo
In deinem verrückten Gedankenzelt

Du hast da keinen Vorteil
Nein – du weißt nur zu viel mehr!
Du weißt, du hast den schrecklichen Teil!
Du spürst dein Verhängnis zu sehr!

Es versauert dir den Glücksmoment
Es scheißt auf jeden deiner Tage!
Du weißt, alles wird weggeschwemmt
Du stehst viel schlechter! – Keine Frage!

Aber du – du bist so viel eitler, größer!
Dein Gehirn – es träumt zu viel!
Du bist viel teuflischer und böser!
Und du meinst, es gäbe ein Ziel!

Doch diese Welt ist für niemand geschaffen
Ein Niemand war’s auch, der sie schuf!
Nichts niemand – nur ein paar Affen
Hörten plötzlich – diesen Ruf!

Diesen Ruf – den sie sich selbst zuriefen
War herzzerreißender Selbstbetrug!
Als sie träumten, miteinander schliefen!
Doch – ach – nun sind sie noch so klug,

Ihren eigenen Unsinn zu erkennen!
Ihren Unsinn erkennen zu müssen!
Alle Träume über sich zu verbrennen!
Zurück ins Glied zu müssen!

Zurück, um die Mücke anzusehen!
Und um mit ihr zusammen zu weinen!
Doch die Mücke wird es nie verstehen
Sie tanzt unermüdlich auf sechs Beinen

So bin ich also bestraft!
So bin ich also geschlagen!
Auf Lebenszeit in Einzelhaft
Zu lebenslänglichem Klagen!

Nein! – Schau wie die Mücken tanzen!
Wie wild schwirren sie herum!
Die lieben es, sich fortzupflanzen
Das treibt die winzig Kleinen um!

Was willst du denn viel weiter schauen?
Tanz froh mit ihnen zu ihrer Musik!
Sieh nicht andauernd auf das Grauen!
Und tanz jetzt mutig, munter, flüssig!

Ja tanz jetzt in den erwachenden Morgen!
Schau jetzt – der Himmel färbt sich blau!
Der zertanzt dir fröhlich deine Sorgen
Der befreit die Welt aus ihrem Grau!

Lern von deinen kleinen Brüdern
Wie sie mit vielen Beinen tanzen
Summ nach ihren weisen Liedern
Doch such keinen Sinn mehr im Ganzen

Stille Begleiter

Das Leben hier erscheint uns sicher
Obwohl viele Brocken im All um uns tanzen
Ja, sorglos sind wir – gefährlich wahrscheinlicher
Sind unsere Selbstzerstörungstendenzen

Doch wenn sie treffen, treffen sie
Die Großen zertrümmern ganze Regionen
Wir beobachten – vermessen sie
Taumeln sie in gefährliche Zonen?

Dort hin, wo wir uns ganz sicher sind
Es knallt in wenigen Jahren!
Ein Brocken dort treibt sorglos und blind
Der wird es nie erfahren

Wir aber! Was können wir noch machen?
Genügt es, Raketen dorthin zu senden?
Lassen wir neben ihm Bomben krachen?
Können wir ihn, unser Schicksal noch wenden?

Doch sehen wir ihn denn überhaupt
Wenn uns die Sonne hinter ihm blendet?
Ein böser Gedanke, vor dem es mich graut
Fehlt uns die Zeit, nachdem man ihn findet?

Die Brocken schweben, fliegen weiter
Um uns und unsere Sonne herum
Es sind so viele, unsere stillen Begleiter
Und davon ein großer bringt uns mal um!

Doch wann? Und ist denn sonst nichts los?
Haben wir keine andren Probleme?
Hier sind doch längst die Sorgen groß
Beißen uns, zeigen giftige Zähne

Ja, wir treiben es noch ärger!
Die Mächtigen wollen nichts verlieren
Auch andere nicht, alle sind stärker
Und lassen alles – explodieren!

Und dann die Klimakatastrophe
Dank Wachstum, das den Halt verliert
Unser aller Konsum, der hypertrophe
Der uns stracks in die Hölle führt

Zerstört die Umwelt, unser Heim!
Die Schwermetalle, Plastikmeere
Wir sind doch nicht mehr sicher daheim
Fühlen schon die große Kehre

Die Wende zurück in magerste Zeiten
Weil uns die Erde nicht mehr erträgt
Doch unser Verstand kann uns nicht leiten
Die letzten Bäume schnell noch zersägt!

Die letzten Tropfen gierig getrunken
Die letzten Böden – weit weggeweht!
Die letzten Körner – nicht mehr gesät!
Die letzten Menschen – im Müll versunken!!

Fernes fremdes Lied

Aus ferner, fremder Zeit,
da klingt ein Lied zu mir,
es klingt so sanft, und weit
öffnet Tor und Tür

in fremde, ferne Zeiten,
mit Bauern, Mönchen, Bürgern,
wo wilde Ritter reiten,
voll von schrecklichen Würgern,

die sehr, sehr viele hinraffen.
Da gibt es Stände und Zünfte,
zwischen denen Gräben klaffen.
Man liebt und wütet, schlägt und schimpft,

genauso wie es auch heute geschieht,
nur ohne Smartphone und Elektrizität,
und die Häuser, durch die der Wind zieht,
bieten nur wenig Platz für Intimität.

Fernes Lied aus and’rer Zeit,
sing mir Liebe, erzähl davon,
ob so wie immer, so wie heut,
frisch und feurig war der Ton,

voll frischer Luft, hellem Gesang?
Mit einem kecken, frivolen Blick
zu Frauen stolz von hohem Rang,
jauchzend schau ich hoch ins Glück!

Ja! Sing mir, Lied, mit frohen Tönen,
mach mir deine Welt bekannt,
mal mir ein paar bunte Szenen
aus deiner Zeit im fremden Land.

Erst traurig, schwer klingst du herein,
schwebst du, träge, kalt und karg,
dann wirst du schneller, Sonnenschein,
und plötzlich tanzt du – es wird arg.

Du lustiges Mädchen, lass dich küssen,
dreh dich wild im Tanz nach vorn.
Die Ritter werden dich vermissen,
zieh’n sie weg zum Kampf ganz fern!

Du liebliches Lied aus fernen Zeiten,
ich hör‘ deiner schönen Stimme zu,
lass mich gern in Träume gleiten,
hops zum wilden Tanz wie du.

Ferne, fremde Zeiten
zieh’n an der Ewigkeit entlang,
Lieder, die sie stolz begleiten,
geben ihnen ihren Klang,

öffnen die Vergangenheit,
strömen in die Gegenwart,
sind frisch vom Staub befreit,
bereit zu einem neuen Start.

Lieder, schöne, fern, vergangen,
klingen, springen aus der Zeit.
Schnell, ach, sie verklangen –
bin ich zurück im Heut!

Burgen, trostlos, längst Ruinen,
träumen noch vom frohen Fest.
An ihren Mauern wilde Bienen
bauen dort ihr Felsennest.

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