Einundsechzig – es steigt die Zahl der Jahre bis hinauf zum Ende. Mal seh’n, ob ich ein einziges Mal auch mal den Rückwärtsgang finde.
Der mich um Jahre jünger macht (mit Monaten wäre ich nicht zufrieden). Dann geht es ab, dann gute Nacht! Dann fang‘ ich sicher an zu sieden.
Doch leider, weiß es Gott wohl auch und fürchtet, dass spräche sich ‚rum. Verwandelt alle Tricks in Rauch. Die Zeiger drehen sich einfach nicht um!
Zur Strafe muss ich mir selbst zusehen, wie alles langsam langsamer geht. Wie alles erstarrt, bis zu den Zehen, ein immer kälterer Wind um mich weht.
Nur der Humor malt mir noch Farben und fährt mich ein wenig ins Licht, holt aus vertrockneten Garben lausige Ähren, aber mehr auch nicht.
Doch will ich jetzt nicht weiter weinen, da hier kein Weinen etwas bringt. Seh‘ lieber schön die Sonne scheinen und wie das Weltei zerspringt und singt!
Singt Liebeslieder und der Mai, der spielt dazu, lässt uns tanzen. Der Maizauber sagt eins, zwei, drei! Verzaubert diese Welt im Ganzen.
Verzaubert und zerbricht, jeglichen Zaun und Zaum, wirft Feuer, Licht auf Licht, Farbe hinaus in den Raum.
Nein – ich kann die Welt nicht retten die fühlt sich wohl in ihren Ketten es scheint ihr noch nicht heiß genug Die Menschen werden zu spät klug
Die Menschen erkennen ihr Verderben Erst wenn sie reihenweise sterben Erst wenn der Sargnagel sie trifft doch dann ist alles – schon verschifft
Dann kann uns nichts mehr retten Die letzten Toten wird niemand betten in trockene Erde, Steine und Sand bedecken feuerheißes Land
Aber das ist doch zu viel ist ein Katastrophenspiel So wird die Welt nicht untergehn wird nicht wie die Venus glühn
Nur Übertreibung – Klagen, nur klagen Doch können wir das mit Gewissheit sagen mit Sicherheit, dass uns das nicht blüht dass sich die Menschheit genügend bemüht
Sind viele Kippunkte überschritten dann helfen allen keine Bitten Das Leben wird es wohl überstehen um uns jedoch ist es geschehen
Die Lieferketten splittern zerstreuen die Pfeiler unserer Wirtschaft brechen die Sonnenstrahlen Äcker zerstechen wir werden unsere Kurzsicht bereuen
Nein – ich kann die Welt nicht retten auch wenn wir vor dem Abgrund stehn, Die Dummheit tobt in unseren Städten die Menschheit wird zugrunde gehn