Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 13 von 19)

Blüten

Wie schön sind doch die Blüten
der Blumen um uns herum,
zarte, bunte Wundertüten,
umgeben vom Gesumm

der Bienen und der Hummeln,
Insekten, fern mit uns verwandt,
die sich um sie tummeln –
das ist auch jedem bekannt.

Und doch ist es zum Staunen:
Blüten sind für uns attraktiv!
Ein Zufall? Eine der Launen
der Natur – ohne Grund, nicht tief?

Warum freut uns eine Wiese,
wenn Blüten Farben verstreuen?
Die Blumen senden Bienengrüße –
nur Bienen sollten sich erfreuen.

Die Blüten sind mit den Bienen
verbandelt auch für uns sehr schön.
Das läuft auf getrennten Schienen:
Ungleiche Augen die ähnliches seh’n?

Die Vorfahren aller Insekten
trennten sich früh von unseren ab,
noch ohne Augen – die streckten
höchstens Fühler aus, tasteten ab.

Doch finden wir beide es attraktiv,
mit Tulpen und Rosen zu tändeln.
Wie das auch immer zusammenlief –
es ist nicht leicht zu händeln.

Sind das etwa die vielen Farben,
der Reichtum einer bunten Welt,
die Symmetrie der Blätter, Narben –
die Blüten betont herausstellt?

Sie fallen allen auf, die etwas sehen.
Was auffällt kann gefährlich sein:
Daran kann man zugrunde gehen –
„Schau – ein Tiger!“ – „Nein!“

Ein ganzer Haufen bunter Blüten
zwischen Schatten und Sonnenschein,
ungefährdet, erleichtert, behütet
trottet der Affe ins Dickicht hinein.

Wenn er den Busch betrachtet,
dann fühlt er sich in Sicherheit.
Die feinen Blüten – unbeachtet –
ja heil, da wird es friedlich sein.

Die Blüten zeigen Frieden an,
wo Hummeln sorglos brummen.
Das Farbenspiel, Insektengesang
lassen seine Angst verstummen.

Blüten – Reize, die harmlos sind.
Zeichen bunten Friedens. Geizt
nicht, sammelt sie fürs Kind.
Auch die Verliebten reizt

die blühende Wiese vor dem Geplänkel,
um ihr Nest froher, bunter zu gestalten.
Im heimlichen, schattigen Winkel
die Lust so herrlich zu entfalten!


Sicher sind wir – frische Blüten
streu ich dir auf den nackten Leib.
Die Vögel – hör wie sie flöten –
begleiten unseren Zeitvertreib.

Freuen wir uns am Gesprenkel
der vielen Farben und Tupfen.
Lippen, Hände, Arme, Schenkel –
alle jubeln, tanzen, hupfen.

Wir sind miteinander verbunden
die Menschen, Bienen, Hummeln
sehr eng aneinander gebunden,
alle die sich um Blüten tummeln.

Wenn Du …

Wenn du schreien willst, dann schrei,
wenn du stumm sein willst, bleib stumm.
Du segelst in dein Leben hinein,
die See ist offen, der Himmel klar.

Wenn du nach oben willst, jag drüber,
wenn du klein sein willst, sei klein.
All diese Wege offen sind dein,
ja, mach es dir klar!

Ja, mach es so, wie du willst,
du darfst deine Chancen nutzen.
Und egal, wo du dich jetzt befindest,
geh neue Wege, wenn du sie findest.

Du darfst es – mach es wahr,
und du darfst auch wieder umdrehen.
Du siehst, dass es ganz einfach ist,
du musst es einfach nur wissen.

Wenn du Ja sagen willst, sag Ja,
und sag auch Nein bei einem Nein.
Das Meer steht dir ganz offen,
und der Himmel ist auch klar.

Wenn du frei fühlen willst – sei frei.
Wenn du du sein willst – sei du.
Willst du Sklave sein, dann sei devot,
führ in die weite See dein Lebensboot.

Wenn du ich sein willst, folg mir,
und wenn du du sein willst, folg dir.
Nutz die unzähligen Chancen hier,
das siehst du ganz klar.

Du darfst tun, was du willst,
du darfst es machen, wie du dich fühlst.
Du darfst es nehmen und es sein,
all deine Chancen sind dein.

Das war das Lied meiner Jugend,
zwischen wildem Sex und keuscher Tugend,
zwischen allen Möglichkeiten,
wildes Lied aus Jugendzeiten.

Lied – und ich war damals Harold,
nun bin ich alt, wie damals Maude.
Und viele Jahre gelebte, vergangen,
und viele Chancen – nicht gesehen!

Möglichkeiten muss man erfassen,
viele ist man gezwungen zu lassen.
Jede Lebenslinie ist zu schmal,
egal wie du lebst – das ist egal.

Die Auswahl begrenzt unser Leben,
nicht der Topf der Möglichkeiten.
Es kann sehr viele Chancen geben,
nur ein Pferd können – wir reiten.

Glückskeks

Schön ist es einfach glücklich zu sein,
durch die wilde Welt zu tanzen,
zu rennen, zu hüpfen auf einem Bein,
einen Freiheitsbaum zu pflanzen.

Und seien es auch nur Augenblicke!
Wo ich die Welt so an mich drücke.
Den Augenblick lang will ich eben,
in schönen Momenten schweben.

Wochenende wird es gekürzt?

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wäre es ohne Ende.
Das wär ein echter Renner.

Doch nein – wird es gekürzt?
Merz ist alles zuzutrauen!
Schon der Gedanke, wie er schmerzt,
ist verrückt, ein Grauen.

Da müssen wir uns wehren
Sonst werden wir zu Sklaven.
Als ob wirs nicht schon wären!
Uns drohen ständig Strafen!

Wo würde ich gern Sklave sein?
Doch höchstens bei den Frauen.
Bei Merz niemals!! Da Schrei ich nein!
Der darf mich nie verhauen!!

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wäre es ohne Ende
Das wär ein echter Renner.

Viel lieber mit den Enten schnattern
als mit dem Merz zusammen rackern
den alten Mann aus Sauerland
hat uns die Weltwirtschaft gesandt

Der kann nur Geld verdienen,
die gute Laune ist ihm fremd,
dem schmecken nur die sauren Mienen
der wilde Strom, ist abgeklemmt

Doch ich liebe Wochenenden,
und hätt sie gerne länger
Ja Feste sollen sie sein, nie enden,
und wilde Tänze, Dauerbrenner .

Ich liebe es das Wochenende,
und hätt es gern viel länger
Am Besten wäre es ohne Ende
Das wär ein echter Renner.

November


Ach du grauer, trister November,
selbst der Klimawandel läßt Dich kalt.
Du bist von reichlich tumber,
dunkler und nebliger Gestalt.


Sei froh darüber und laß mich ruhn.
Ihr seid hingegen zu viel beschäftigt,
der Erde Schlechtes anzutun.
tut so viel schlimmes, wer hat euch berechtigt,

Arten reihenweis auszulöschen?
Meint ihr, ihr rettet die Welt mit Geld?
Da muss ich euch tief enttäuschen,
Geld kommt nicht vor, in unserer Welt!

Da Geld nur Schein ist, ohne Bezug,
zur Ewigkeit, den Kräften der Welt,
nur Scheine sinds, doch ihr nicht klug
und euer Traum, ach er zerfällt!

Eure Bits und Bytes und all das Papier,
das Gold gehortet, ihr könnt es bald – fressen!
Ihr seid genau, wie jedes andere Tier,
auf viel zu kurzen Vorteil versessen.

Ihr habt einfach nicht das Format
und das ändert sich auch nicht.
Ich kenne da nur einen Rat
und der wird nicht schmecken, übt Eines: Verzicht!

Doch keiner will den Rat je hören,
von mir dem November, denn ich bin trist.
Als würdet ihr euch – um gar nichts scheren,
bis es zu spät, für euch alle ist!

Geh also weg und lass mich in Ruh.
Ich fühl mich im Dunkeln so wohl.
Geh gerne straks auf den Winter zu
und finde den lockeren Mai so hohl!

Und wäre ich auch nur einmal so schön,
einmal so schön wie der Mai!
Dann würdest du zugrunde gehn.
Im Sommer wärs vorbei.

Falkenlied (Minnelied von dem von Kürenberg)

Einen Falken zog ich
wohl über ein Jahr
auf und schmückte ihn wunderbar
mit farbigen Bändchen im Fittich.
Ich ließ ihn fliegen – nach kurzer Zeit
da wählte er sich die Freiheit,
flog nie zu mir zurück.

Ich sehe ihn immer wieder,
erkenne ihn an seinen Bändchen.
War gut zu ihm, ein gutes Händchen
hatt ich, sang ihm schöne Lieder.
Nun seh ich ihn, wie er die Freiheit genießt,
mich nur noch aus der Ferne grüßt.
Trennt sie nie, die sich wirklich lieben!

Ratschläge für den Mann

Was ist der Rat für einen Mann,
auf den er sich verlassen kann?
Was soll er tun und was soll er lassen,
um in unsere Welt zu passen?

Es gibt zu viele Richtungen!
Ein Wald hat immer zu viele Bäume!
Unübersichtlich, ohne Lichtungen!
Frauen haben zu viele Träume!

Also einfach aufgeben?
Unter vielen passt Eine allein?
Oder suchen nach den guten Reben,
sags mir Ratschlagsdschungelhain!

Hör einer Frau wirklich mal zu!
Und sag ihr auch mal – nein!
Sei konsequent, entscheide und du
sollst ausgewogen, respektvoll sein.

Und lass sie nicht zu viel von dir wissen!
Sonst kann sie nichts mehr hoffen.
Neues sucht sie, will spielerisch küssen,
ist auch für Abenteuer offen.

Doch genug der tollen Phrasen,
lasst uns froh und munter sein!
Lasst uns tollen wie die Hasen,
suhlen wir uns wie ein Schwein!

Panta rhei

Nichts ist, was bleiben kann und muss
verschwinden, alles bleibt im Fluss.
Diese Einsicht ist so altbekannt,
allgemein und abgebrannt,

man kann sie kaum noch spüren,
sie scheint mich gar nicht zu berühren.
Dennoch ist sie ein Abgrund
ein Schlund, man reibt sich rot und wund,

sobald man es tragisch selbst erlebt,
Gewissheit und Bisheriges bebt.
Ja die Welt, sie lässt es nicht zu,
Entspannt zu bleiben und die Ruh

verwirbelt ins Nichts im großen Fluss,
in dem nichts bleibt, alles Enden muss.
Der mich nun selbst packt, so sehr ich mich wehre,
trotzdem wegstößt – tief ins Leere!

Hokuspokus

Ich möchte gerne ein Zauberer sein,
sage dann einfach: Hokuspokus!
Dann renkt sich alles von allein,
alles immer selber ein. Ein Genuss,

wäre es auch, wenn man nie zunimmt,
selbst wenn alles wunderbar schmeckt.
Ein Leben, in dem alles stimmt,
das offen ist und nichts versteckt.

Ein Meer, ein Ausblick weit hinaus,
türkis und ständig Sonnenschein,
dennoch trocknet aber nichts aus —
aus Quellen springt Wasser und Wein!

Man badet dort und neckisch spritzt
das Wasser, und macht alles nass.
Alles passt zusammen und sitzt,
nur noch Liebe, nirgendwo Hass.

Das Leben könnte so einfach sein,
ein gutes Leben, ohne Nacht,
ein herrliches Leben, lustvoll und rein,
ein Leben, das stets glücklich macht.

Das Leben könnte so einfach sein —
wer hat es nur so schwierig gemacht?
Wer war denn wirklich so gemein?
Wer hat uns so viele Sorgen gebracht?

War ich es, oder warst es du?
Oder schieben wir’s dem Teufel zu?
Die Frage lässt mich nie in Ruh’ —
wer warf uns all die Sorgen zu? – Puh!

Ich weiß nicht, was die Zauberei
vielleicht aus gutem Grund behindert.
Ich bin gefangen, ich bin nicht frei,
und nichts, was diese Erkenntnis lindert,

ist mir bekannt. Nur Chemie und Kraut,
nur Phantasie treibt mit uns Spott,
dass sie zaubert, Wirklichkeit baut —
und sicher auch die Hoffnung Gott

und all die anderen Fabelwesen:
Dämonen, Nixen selbst der Teufel —
können dieses Geheimnis nie lösen.
Das weiß ich, weiß ich ohne Zweifel!

Nichts kann mich zum Zaubern führen,
nichts folgt meinem reinen Willen.
Muss immer greifen, stemmen, spüren,
doch kann das nicht die Sehnsucht stillen,

nach diesem Ruf – nach Hokuspokus!

Arbeit und KI

Ich möchte nicht mehr arbeiten,
weil es mir nur den Magen verdirbt,
nutzlos sind gestempelte Zeiten,
und teuer – da man eh bald stirbt!

Ich zumindest – aber auch du!
Selbst hundert Jahre sind doch wenig.
Schau auf dich selbst, sei einfach du
und du siehst – du bist ein König!

Geschlechtergerecht: Eine Königin!
Und was muss! Eine Königin machen?
Sie gibt sich fohen Festen hin,
dem Flirten, Reden und dem Lachen!

Gewiss sie hat noch Angestellte,
Die aber auch nicht arbeiten wollen.
Nicht nur sie ist die Auserwählte,
nicht nur sie – will spielen, tollen!

Doch wie sollte das denn gehen,
wenn plötzlich alle Könige sind?
Die würden sich alle im Wege stehen!
Diesen Gedanken zerzaust der Wind.

Das quält sich schon
durch die gesamte Geschichte!
Diese Welt ist nur aus Ton
und macht alles zunichte!

Alle können nicht oben sein,
ja die Mehrzahl – die muss unten schuften!
Nur Wenige atmen frei – ganz einsam, allein,
dürfen reichlich nach Faulheit duften.

Doch kommt jetzt die Wende? – Durch KI?
Denn Roboter können doch bald alles!
Die Bosse schreien zwar – Niemals! Nie!
Doch im Traum – im Fall des Falles …

Alles käme durcheinander!
Wofür soll man dann noch Leute bezahlen?
Die liegen dann kuschlig beieinander,
wo aber bleiben – die harten Qualen?

Denn Geld bekommt man doch nicht für Lust!
Selbst Prostituierte bejahen das.
Geld bekommt der, der schuften muss!
Geld bekommt man nicht für Spaß!

Doch wenn nun Roboter – alles produzieren?
Wie kommt der Boss dann an sein Geld?
Er würde sein Geld an den Spaß verlieren!
Denn auch sein Arbeitswert zerfällt.

Er kann sein Gehalt nicht mehr begründen.
Kann nicht mehr behaupten: Ich bin was wert!
Er würde bald keinen mehr finden,
der seine Taschen für ihn leert!

Keiner baut dann mehr Roboter,
die würden alles selber tun!
Uns bliebe dann nur noch ein Lotter-
leben und viel Zeit um auszuruhn!

Wie kann man eine Wirtschaft gestalten,
die alles ohne Menschen schafft?
Die so ist wie alle Naturgewalten,
alles ohne Geld – durch Energie und Kraft.

Die aus dem Strom der Sonne fliest,
alles umwältzt, stampft und erschafft,
während der Mensch – nebenbei – nur genießt?
Doch was macht dann der Mensch mit seiner Kraft?

Wenn ihn die Geldnot nicht mehr treibt?
Ach – Geld gibt’s erst seit fünftausend Jahren!
Der weiß schon, wie er die Zeit vertreibt.
Der wird mit Ideen sicher nicht sparen.

Der tanzt oder flirtet oder schreibt,
der genießt die Sonne und denkt,
oder was er sonst noch so treibt …
wohin er seinen Karren lenkt …

Nutzloser wird sein Leben nicht,
denn Arbeit ist nur – Zeit verschwendet!
Das merkt man – wenn vieles zusammenbricht,
oder das Leben – sehr bald endet.

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