
Ich weiß, ich bin ein elender Wicht,
nur ganz dumm – das bin ich nicht!
Etwas Besseres – das ist schneller,
modernere Lampen brennen heller,
oder sind sparsamer im Verbrauch.
Das gilt für die Softwareentwicklung auch.
Vor tausenden Jahren, da wurde gerupft,
mit bloßen Händen das Korn gezupft.
Da kam einer und nahm sein Messer,
und siehe da, es ging schon weit besser!
Dessen Form nun noch verbessert geschmiedet,
damit man nicht so schnell ermüdet!
Dann Sensen und Rechen und Säcke erfunden,
und schneller drehen die Schnitter die Runden.
Der Pflug, der Korb, der Mahlstein, der Flegel,
die Bauern hissen ihre Segel!
Und segeln geschwind in alle Welt.
Fortschritt, Effizienz, voran! Man hält
nun Rinder, um den Pflug zu ziehen.
Immer mehr Leute, weniger Mühen,
für immer mehr, mehr als man braucht zum Leben,
um’s zu verkaufen, Nahrung weiterzugeben,
an die, die nicht mehr schuften, sondern denken,
der Menschheit die Schrift, die Zahlen schenken.
Immer weiter ging der Weg nach oben,
immer weniger haben mehr hochgehoben.
Weniger Menschen brachten mehr Korn,
man war stolz darauf und dachte nach vorn.
Viel später kam dann die Industrie,
die Traktoren, Mähdrescher erfanden sie.
Das Rind, die Pferde wurden ersetzt,
doch niemals das alte Gesetz verletzt!
Modern bedeutet: Man braucht nicht mehr,
braucht weniger, leichter wird’s – nicht schwer.
Moderne Methoden laufen nicht leer!
Doch heute liegen die Stangen quer.
Die moderne Entwicklung, die braucht doch heute
nicht weniger, sondern viel mehr Leute!
Sie braucht Betreuer um die Entwickler herum,
sonst fallen sie uns noch im Sitzen um.
Um jedes Programm schart sich ein Team,
die alle dran gemeinsam ziehn,
Entwickler die einen, die andren Betreuer,
die Chefs darüber schüren das Feuer!
Und Entwickler braucht man mindestens zwei,
besser noch sind es mindestens drei,
noch besser sind dann mindestens vier,
ach nein, man braucht viel mehr hier!
Man braucht gleich ein ganzes Heer!
Doch wo, nur wo, kommen sie her?
Vor allem dann, wenn die Alten
abserviert, sie nicht mehr mitgestalten?
Die besseren Tools, die brauchen halt viel,
so viel mehr, für das ganz große Spiel.
Wie moderne Traktoren, die brauchen nicht einen,
sondern mehrere Fahrer – sonst nützen sie keinem!
Das stimmt doch nicht! Die fährt doch Einer allein!
Einer bestellt schon viele Felder! Du träumst doch! Nein! Nein!
Doch! Auf dem Feld braucht man noch einen – der zuguckt!
Und einen, der froh – aus dem Fenster luckt!
Und einen, der dann immer aufschreibt,
was dieser Traktor auf dem Feld so treibt!
Man muss erst den Weg übers Feld besprechen,
und wer ihn nun führt, den modernen Rechen.
Da kann man sicher der Software verzeihen,
dass sie, was früher einer, jetzt schafft mit dreien.
Ein Traktor, modern, der braucht eben viel –
wie viel dann bei uns, beim großen Spiel!
Ein Traktor, ja, der ist kompliziert,
wird sicher nicht allein konstruiert.
Ja hinter dem Traktor steht die Industrie!
Thomas, bedenk das, vergiss es nie!
Damit sind viele Leute beschäftigt,
sehr viele denken, und das ziemlich heftig!
Viele tausend Traktoren, stabiles Metall,
zehntausend sogar, und in jedem Fall
hat auch die Industrie eine Software-Abteilung.
Auch dort zelebriert man den Tanz der Heilung,
den Tanz vieler Teams um den wenigen Brei.
Doch Fortschritt – nein! – Nur noch mehr Geschrei!
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