Sommerzeit, ich freu mich, Helau!
dass ich sie sehn kann und scherzen,
mit dieser süßen, glücklichen Frau,
sie liegt mir nahe am Herzen.
Eine Maid, die Kräuter
sucht und ich als ihr Geliebter
habe sie mir auserkoren,
zu ihrem Dienst bin ich geboren.

Warte, pass auf, auf dich!
Wer heimlich liebt, der hüte sich!

Sie war den ganzen Winter lang
versperrt, zum Ärger beider.
Nun führt zur Heide hinaus ihr Gang
und sie trägt Maienkleider.
Dort bricht sie Blumen für einen Kranz,
den sie zum Tanz
tragen will.
Dort kose ich sie viel – doch still.

Warte, pass auf, auf dich!
Wer heimlich liebt, der hüte sich!

Ich freu mich auf die schöne Stund,
wenn sie entschwindet in den Garten
und ihr roter Rosenmund
mir befiehlt, ich solle warten.
Da wird mir schon ganz wohl zumut,
weil sie die Mutter dann nicht hütet,
ihr – vor der ich mich sehr hüten soll,
leicht entsprang – wie wundervoll!

Warte, pass auf, auf dich!
Wer heimlich liebt, der hüte sich!

Da ich mich in Acht nehmen soll
vor deiner Mutter, deren List,
sei meine Liebste mutig, liebevoll,
damit du mich dann nicht nur küsst.
Brich ihren Widerstand, hüte
nicht das Haus, zeig mir deine Güte,
und solange ich lebe,
weißt du, dass ich dir Besitz und Leben gebe.

Warte, pass auf, auf dich!
Wer heimlich liebt, der hüte sich!

Steinmar, sammle deinen Mut!
Wenn ich mir diese edle Frau genommen,
sie ist so höfisch und so gut,
dann wirst du viele Ehren bekommen.
Dann gehörst du zu jenem besten Teil,
der von der Freude und dem Heil
dieser Welt wohl hören soll,
und das wäre ja doch wundervoll!

Warte, pass auf, auf dich!
Wer heimlich liebt, der hüte sich!