Lyrik und Sound

Kategorie: Thema (Seite 3 von 4)

Männertag

heute habe ich frei
am freien Tag der Männer,
strample ich nicht im Brei
aus Arbeit, schlafe länger

Heute scheint die Sonne,
und ich schreibe ein Gedicht
da reime ich kess auf Wonne,
das darf man ja sonst nicht.

Und lustig geht es zu
in meinem ganzen Kopf,
singe jetzt ohne Ruh,
packe das Leben am Schopf

nehm ein, zwei Kästen Bier
und zieh sie hinter mir her,
es gibt ja was zu feiern hier,
was will ich also mehr?

Ja – ein Mädchen umarmen,
sie grüßen durch ein Gedicht,
von ihr träumen und schwärmen,
mehr – darf ich leider nie.

Hemmungen


Der Text wurde inspiriert durch
https://youtu.be/L0OydDmfwAo?si=5oHhR8ioiySDc_du

Songtext und Übersetzung in:

https://www.songtexte.com/songtext/mani-matter/hemmige-53c68f19.html

aktuell machen die Aktion der USA in Venezuela das obige Lied von Mani Matter wieder mal sehr aktuell.

Mein Text stammt aus dem Juli 2024. Er reflektiert allerdings nur über meine eigenen Hemmungen bzw. fehlende Hemmungen in meinen Gedichten. Besonders meinen „erotischen“ Gedichten 😉 auf die mein Gedicht eingeht.

Hemmungen – das ist wohl wahr!
Was wäre der Mensch ohne Hemmungen?
Das wäre Wahnsinn – na klar!
Doch sind’s auch oft Beklemmungen,

die schnüren uns den Hals fest zu.
Es gibt ja immer ein zu viel!
Doch habe ich noch Hemmungen? –
Sind gar zu viele mit im Spiel?

Zu viele bei mir? – Oder zu wenig?
Zu offen, vielleicht zu provokant?
Oder richtig? Nicht eintönig,
direkt, außer Rand und Band?

Oder? – Ich überschätze mich!
All meine Themen sind x-mal durch!
Und ich bin prüde, enttäusch‘ dich!
Ein kranker, alter, sabbernder Lurch,

spritzt! Und scheut das direkte Wort.
Die Verse keuchen festgeschnürt,
durch Reime holpernd, stolpernd fort.
Und niemand wird davon verführt!

Meine Hemmungen sind mir,
auch so oft völlig unbewusst.
Ich bin ein angezogenes Tier,
das sich ausziehn muss zur Lust!

Da geht mir wichtiger Schutz verloren.
Kein Tier sonst fühlt sich nackt.
Es sei denn, es wird wie ein Schaf geschoren,
das kuschelige Tier vom Schäfer gepackt!

Ich hab doch immer Hosen an,
wenn ich „ohne Hemmung“ schreibe,
so dass ich gar nichts machen kann,
selbst wenn ich dabei übertreibe!

Ganz nackt – wie sähe ich denn aus!
Da würde ich doch ziemlich frieren,
da schaut vielleicht sogar was raus.
Welche Hemmung – kann ich noch verlieren?

Deshalb bleibe ich angezogen!
Doch in den Gedichten? – Wird es da scharf?
Und wenn – ist es dann ungezogen?
Ich schreibe nur, was jeder darf.

Wirklich? Wirklich? Oh nein! Ich lüge!
Das stimmt auch, weil es die Wahrheit ist!
Ob ich noch über Hemmung verfüge?
Weißt du – weil du mein Richter bist!

Erst getroffen betroffen

All das was wir glauben, wissen
bezweifeln können wir das alles
Ungewissheit liegt stets dazwischen
gerade im Fall des seltenen Falles,

dass wir uns beide treffen
doch beide einander nicht sehen.
wird uns das nie betreffen
auch wenn wir nebeneinander stehen.

nehmen wir uns ja nicht wahr
es wirkt sich nicht in uns aus
wir sind überzeugt, alles sei klar
aufmerksam sähen wir hinaus.

Erst wenn wir zusammen,
beide überfahren werden
uns in der Klinik rammen,
erzählen wir uns Schmerzen, Schäden,

Hergang, alles nacheinander.
zweifeln plötzlich betroffen,
fragen wir geschockt einander:
Haben wir uns dort getroffen?

Zukunft

ich weiß ich weiß sie nicht – Zukunft
dieses Wort zwingt mich zu hoffen,
wir kennen genau, nicht mal die Herkunft
ich gebe es zu, alles ist offen.

Alles ist offen in dieser Welt,
selbst Undenkbares kann schief gehn.
keiner unterm Sternenzelt,
kann handbreit in die Zukunft sehn.

wir können nur vermuten,
zu Hoffen führt zum Guten,
der Zukunft bester Werber,
ist nicht der Spielverderber,

der die Zukunft nach unten zieht,
dort wo das große Feuer glüht,
das wir nicht wissen, nicht vermuten
wir enden alle in den Gluten.

Knutschflecken

Leben ist nie ungefährlich
was jeder weiß sind wir mal ehrlich
doch neu war mir, selbst Knutschflecken,
können uns zu Boden strecken.

Gerade jetzt in Frühlingszeiten,
wo doch alle gerne reiten!
Das Leben es ist unerklärlich,
so gemein und so beschwerlich.

Das Liebeszeichen von Jugend auf,
grade an dem, gehen manche drauf!
die Umstände so giftig, böse, krass,
verderben jeden süßen Spaß.

An Krankheiten will ich nicht denken,
die ungestüm Verliebte schenken,
Gott ist schon etwas sadistisch,
und wir alle zu optimistisch!

Hineingeschlagen, gepresst in Not!
Dann feiern wir den Liebestod!
Nur Humor kann uns noch retten,
sprengt für Augenblicke die Ketten

dieser tristen, grauen Welt,
die ein Teufel am Leben hält.
Feiern wir den Todeskuss
den ich von Dir erleiden muss!

Feiern wir das gefährliche Saugen,
und brechen dann geliebte Augen,
feiern wir auch unser hartes Geschick,
die meiste Zeit, bringt es ja Glück,

so oft wird es wilde Lust entfachen,
so oft wir beide kichern, lachen,
und dann ein kleines Missgeschick!
bricht uns plötzlich das Genick!

Die Augen glanzlos, lichtlos, leer,
Die Wangen weiß und eingesunken.
Die Brust hebt sich nie mehr.
Der Körper in den Kissen versunken.

Doch wir haben geliebt, gelebt!
Das kann uns kein Tod nehmen,
Geküsst und in den Himmel entschwebt!
Durchstoßen von Deinen Zähnen!

George Eliot = Mary Ann Evans

Sagt mir bitte was „gleich“ ist
Sicher denkt ihr gleich
Das ihr das schon wisst
Erklärt es mir sogleich

Gleich ist a und b
Sobald ich keinen Unterschied seh
ob ich a oder b verwende
wie ich sie drehe oder wende

Ich kann nicht unterscheiden
Ob’s das ist oder das andere
Gleich scheinen die beiden
wie ich sie auch verändere

Kommt immer dasselbe heraus
wenn ich a mit b vertausche
gleich bleibt alles nach dem Tausch
welchen Tönen ich auch lausche.

Stromrechnung


Stromrechnung, Stromrechnung
Hops da explodiert,
beim Anbieter der Preis.
Ich bin konsterniert,
ehrlich, mir wird heiß!


Explodiert da mehr als doppelt,
ich explodiere mit,
fühle mich total veräppelt,
das ist ein starker Hit!


Da schlägt es einen vom Stuhl,
da hüpft man auf den Tisch,
da bleibt man nicht mehr cool,
kehrt nichts mehr weg mit einem Wisch


Da sagt man nicht mehr: Ist ok!
Nein, da geht es durch die Decke!
Was für ein Mist, oh weh!
Wenn ich in die Zukunft blicke,
mache ich die Augen zu!

Geschwindigkeit


Ich bin verdammt! Geschwindigkeit
sie jagt und ist auch schon vorbei.
Sie dauert eine Ewigkeit.
Sie gibt mich nicht mehr frei.


Ein Lärm, ein Schock, ein Unfall,
im Koma eingefroren
Ein Schlag, ein kurzer Knall.
Mein Gedächtnis verloren.

Ein langsames Ertrinken,
eintauchen in die Ewigkeit.
Nur tröpfchenweise denken
und irgendwann – verschwindet die Zeit.


Das Ende – aber nie erlebt,
da das Erleben früh erlischt.
Ganz starr und fest am Ende kleben,
dem man nicht mehr entwischt.


Kalt als Leichnam aufgetischt,
am Ende dieser seltsamen Welt,
aus der man kein Erlebnis mehr fischt,
sich selbst auflöst, zerfällt.


Jetzt leb ich, ja noch leb ich! Ja!
Doch alles geht oft furchtbar schnell!
Ich rase und dann packt es mich da
zerrt und zieht mir ab mein Fell.


Rasen, Rasen, noch gefangen,
schreddert mich die Zeit ganz fein!
Termin, Termine! Giftige Schlangen,
beißen, drücken, schnüren mich ein.


Was soll das alles? Streck Dich aus!
Deinen Zehen geht es gut.
Streck sie im Bett zur Sonne raus
Schau in ihr Licht, spring in die Flut!


Pfeift auf die Geschwindigkeit
Träge seid mir, seid mir schlau
Langsam, langsam lasst Euch Zeit
Schaut zärtlich zur Sonne ins Blau.

Dicke Tropfen

Leute ich hab Schnupfen
Ich bin so lahm und kalt
Zur Erde fallen dicke Tropfen
Ich spüre deutlich – ich bin alt

Leute klar ganz ungefährlich
Damit komm ich nicht in Kur
Doch erschlagen bin ich ehrlich
von meinen Kräften fehlt jede Spur

Ihr dürft auch drüber lachen
Ich fühle mich deshalb nicht noch kränker
Ich kann auch nichts dagegen machen
Steh drüber als Dichter und Denker

Mir zaubert selbst ein lustiges Lied
Kein Lächeln mehr auf die Lippen
Ich bin zusammengepresst, so müd
und drohe manchmal umzukippen.

Klagen bringt zwar auch nicht viel
doch lachen ist mir ganz unmöglich
Ich spür die Welt – sie ist kein Spiel
und In ihr leben – kaum erträglich.

Alles wegen meinem Schnupfen
genau und logisch abgeleitet
Philo und die dicken Tropfen
ein Pärchen das mich treu begleitet.

Inspitation: Ich war krank und hatte Schnupfen später kamen noch Halsschmerzen und eine Bronchitis dazu

Vampire

Über Vampire wurde viel geschrieben,
doch wo sind sie denn geblieben?
Außerhalb von Film und Papier –
wo findet man noch echte hier?

Habe wieder eine lange Nacht
im Bett alleine zugebracht,
einsam mit meinen Gedanken gespielt,
doch keinen Vampir bei mir gefühlt.

Schließlich mach ich das Fenster auf,
schau zum fahlen Mond hinauf.
Vielleicht gibt’s Vampire auf dem Mond,
damit sich die ganze Raumfahrt lohnt.

Ein Windstoß trug die Gardinen herein –
Vampire, Vampire könnten es sein!
Doch ist es ein Sturm, die Klimawende,
die menschengemachte Supersünde.

Da zischt es, raucht, und überall Nebel –
ganz sicher Vampire, Flegel!
Es sind Raketen, die explodieren,
dass viele Vampire ihre Gräber verlieren.

Zu krass wird für Vampire die Welt,
das hat ein Bundesamt festgestellt.
Bevor unser letzter Vampir zerfällt,
wird er nun schnell unter Schutz gestellt.

Doch nützt Papier Vampiren nicht,
durch die Wolken fällt schon Licht.
Bomben, Blitze, ein Knall
bringen den letzten Vampir zu Fall.

Keine Vampire gruseln uns mehr,
ihre Gräber sind verlassen und leer,
und unsre Probleme sind so groß –
da werden Vampire bedeutungslos.

Inspiration: Laberfach Vampire

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