Lyrik und Sound

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Erfolge

Ach ich weiß uns küssen Erfolge
oft in wilden Träumen nur.
Richtige Wege bedecken welke
Blätter und leer ist die frostige Flur.

Was soll das Wort Erfolg denn heißen
In einer Welt in der man verliert
In der wir stets zu Gräbern reisen,
man stirbt und danach nichts mehr spürt?

Erfolge sind sinnlose Schatten,
voll Hoffnung, dass man uns nie vergisst
zumindest nicht so, wie man die Ratten
nach ihrem Tod nicht mehr vermisst.

Glückskeks

Schön ist es einfach glücklich zu sein,
durch die wilde Welt zu tanzen,
zu rennen, zu hüpfen auf einem Bein,
einen Freiheitsbaum zu pflanzen.

Und seien es auch nur Augenblicke!
Wo ich die Welt so an mich drücke.
Den Augenblick lang will ich eben,
in schönen Momenten schweben.

November


Ach du grauer, trister November,
selbst der Klimawandel läßt Dich kalt.
Du bist von reichlich tumber,
dunkler und nebliger Gestalt.


Sei froh darüber und laß mich ruhn.
Ihr seid hingegen zu viel beschäftigt,
der Erde Schlechtes anzutun.
tut so viel schlimmes, wer hat euch berechtigt,

Arten reihenweis auszulöschen?
Meint ihr, ihr rettet die Welt mit Geld?
Da muss ich euch tief enttäuschen,
Geld kommt nicht vor, in unserer Welt!

Da Geld nur Schein ist, ohne Bezug,
zur Ewigkeit, den Kräften der Welt,
nur Scheine sinds, doch ihr nicht klug
und euer Traum, ach er zerfällt!

Eure Bits und Bytes und all das Papier,
das Gold gehortet, ihr könnt es bald – fressen!
Ihr seid genau, wie jedes andere Tier,
auf viel zu kurzen Vorteil versessen.

Ihr habt einfach nicht das Format
und das ändert sich auch nicht.
Ich kenne da nur einen Rat
und der wird nicht schmecken, übt Eines: Verzicht!

Doch keiner will den Rat je hören,
von mir dem November, denn ich bin trist.
Als würdet ihr euch – um gar nichts scheren,
bis es zu spät, für euch alle ist!

Geh also weg und lass mich in Ruh.
Ich fühl mich im Dunkeln so wohl.
Geh gerne straks auf den Winter zu
und finde den lockeren Mai so hohl!

Und wäre ich auch nur einmal so schön,
einmal so schön wie der Mai!
Dann würdest du zugrunde gehn.
Im Sommer wärs vorbei.

Sumervar (Ulrich von Lichtenstein)

Sommerfarben,
bunte Strahlengarben,
Heide, Feld, Wiesen und Wald.
Da und dort, nun schau,
weiß, rot, blau,
gelb, braun, grün, die schöne Gestalt.
Warm, herrlich,
freundlich, zärtlich –
ganz alles, was die Erde trägt.
Selig der Mann,
der es spüren kann,
der dient und Mühe erträgt,
vor lauter Liebe bebt.

Wem Gott gibt,
dass er liebt,
die Liebe, den umfasst sie ganz!
Ohne Leid
geschenkt
wird ihm das ganze Jahr der Glanz
des Mai,
und frei
liebt er verspielt den Tanz.
Ein frohes Leben
kann sie leicht geben,
die Minne, wem sie will,
viel, so wie sie will!

Wem ein Weib
den Leib
zärtlich umfasst
und er sagt nicht:
„Seltene Perle, glänzendes Licht!“,
der hat sein Glück verpasst!
Ihm ist geschehen,
muss er gestehen,
dass die Trauer Fieber erfasst,
und er ohne Kummer
getauft vom Kerzenschimmer
von sanften weißen Armen
umschlungen wird.

Ein feuriger Hort,
ist ein Wort,
das beim Küssen geschieht,
mitten im Spiel,
voller Gefühl,
spielt der Liebste, sieht,
ob da nicht
ihr Augenlicht
glänzt und strahlt und dann,
ja fürwahr,
ganz und gar,
lieb und wohlgetan,
stürmt die Lust heran.

Die Minne walte
und entfalte
sich, wenn um einen Mann
ein Weib
um ihren Leib
vier Arme gehen, dann
ganz dicht
und heiß da brennt ein Licht!,
das sie befeuern kann.
Ob da nichts glüht
und scharf aufblüht
der kleine feuerrote Mund,
wird von der Minne gefunden
und findet Trost und kann gesunden.

Arbeitslied

Arbeiten kannst du bis ins Grab,
wenn du tust, was andere wollen.
Lass dich führen, Galopp statt Trab.
Schöpf für andere aus dem Vollen.

Natürlich sollst du kreativ sein.
Doch eigene Ideen in deinem Kopf?
Das darf doch jetzt nicht wahr sein.
Die pressen sie dir doch in den Schopf!

Natürlich heißt es: Wandel wagen,
doch wichtige Steine nicht versetzt!
Auch nie die Ordnung hinterfragen.
Sonst sind zu viele darüber entsetzt.

Natürlich sollst du wirtschaftlich handeln,
doch deshalb nicht mehr Geld verdienen.
Du sollst all deine Bedürfnisse bündeln,
andere dürfen sich selbst bedienen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich sollst du erfolgreich sein
und deinem Chef den Vortritt lassen.
Er sonnt sich dann in deinem Schein
und darf nach seinen Lorbeeren fassen.

Natürlich darfst du Kosten sparen.
Du bist dein eigenes Sparpaket.
Du darfst am eigenen Leib erfahren,
wie Kosten einsparen richtig geht.

Natürlich sind wir ein bunter Kreis –
siehe nur den Schrank voll bunter Tassen!
Alle genormt und langweilig weiß?
Dann ist mit uns wohl nicht zu spaßen!

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Natürlich ist irgendwann Schluss,
das bedauern wir ehrlich sehr,
dass man von hier mal scheiden muss,
sonst lägen die Alten doch kreuz und quer.

So läuft es weiter bis ins Grab,
so wirst du sehr viel Zeit verlieren.
Am Ende lässt man dich hinab,
doch lass dich davon nicht frustrieren!

Frag nicht zu früh nach dem Sinn,
sonst willst du nicht mehr fliegen.
Du wirfst deine Flügel zu früh hin
oder kannst sie nicht mehr biegen.

Du fragst: Wofür? Du fragst: Wozu?
Du drückst dich dünne – Tag für Tag.
Öffne die Tür – lass es nicht zu!
Flieg raus aus deinem Taubenschlag!

Husch Ihrer Augen (Minnelied von Burkhard von Hohenfels)

Ein Blick, ein Schwenk,
Freude und Leid
zeigt mir ein
Husch ihrer Augen.
Wendet sie ihren Blick
von mir ab, zerreißt
es mein Freudenkleid
mitten in zwei Stücke.
Was sie auch will,
Sorgen, Spiele,
kann sie mir schenken.

Keiner der Falken
stürzt doch schneller
hinab zur Beute
wie mein Herz
ihres anfliegt.
Kühn immer wieder stürzt es,
stößt an ihr Herz.
Es ist ein großes Wunder,
das es sie nicht niederstößt.

So heftig wie je,
so ist mein Herz
und viele wunderts,
wie leicht sie es hinführt,
das wilde Herz,
dass es nicht zuckt.
Das was stets so wild
und unstet ist,
dann sogar noch zu ihr fliegt.

Die Welt umjodeln

Sprachen verspielt tauschen
Chinesische Nixen belauschen
Russisch übersetzt verstehen
leicht über Grenzen gehen

Die Trennung überwinden
und in der Fremde finden
was in deinem Rhythmus schwingt
Dir viele neue Ideen bringt

Verklammern und verbinden
mit Tugenden und Sünden
Wir jodeln um die Welt
so wie es uns gefällt

Wir trennen Grenzen auseinander
und legen dicht beieinander
Ein munteres zusammen rennen
und Unterschiede anerkennen

Verbunden durch Technik und KI
für alle gab es das noch nie
So Sprachen leicht zu tauschen
so um den Planeten zu rauschen

Brush Your Teeth mit Tarja

Brush your teeth mit Tarja

Ja natürlich bin schon da
Haare kurz und Augen blass
und ein Bäuchlein wie ein Fass
Die Zahnbürste schon in der Hand
die Bürste außer Rand und Band
Zahnpasta drauf ne kleine Spitze
Zahnbelag es gibt ne Party!

Jetzt kriegst du eines auf den Mütze
Jetzt fährt die Bürste auf Dir Ski
Obwohl ich jetzt schon fertig bin
sag ich trotzdem das kriege ich hin

Bürsten bürsten Feuer hui
bürsten bürsten hilft dem Boy
Kreisen, kreisen, ohne Scheu!
Bleib jetzt deinem Rhythmus treu
ruhig, länger ohne Stress!
der Belag mal more mal less
weg damit wie ich mich freu

Bürsten bürsten bürsten Tarja schaut zu
Bring mich bitte nicht aus der Ruh
Ja ich weiß auch hinten drin
macht das Zähneputzen Sinn
und die Zunge Ei mich würgt es
aber ja die smarte Coolness
Meinst Du ich wäre nun sexy
oder immer noch ein Grizzly

Den ganzen Sabber ausgespuckt
kontrollieren niemand geschockt
Ausgeblasen der Morgenblues
bald gibt es süßes Apfelmus
Zwei Minuten sind nicht viel
Zwei Minuten schon am Ziel

Bürsten bürsten Feuer hui
bürsten bürsten hilft dem Boy
Kreisen, kreisen, ohne Scheu!
Bleib jetzt deinem Rhythmus treu
ruhig, länger ohne Stress!
der Belag mal more mal less
weg damit wie ich mich freu

Habe ich heute nichts gefühlt
dann bin ich völlig abgekühlt
Muss mich in Abenteuer stürzen
und noch einmal bürsten, bürsten

Doch lieber den Moment genießen
Zahnseide ich lasse sie fließen
einen feinen Cellostrich
ziehe ich für dich und mich

Elende Tage

In diesen elenden Tagen,
in denen uns die Nacht umgibt,
in denen uns Dämonen jagen,
alles auseinanderfliegt!

In diesen grausamen Zeiten!
Wo keine Hoffnung mehr verführt,
wo alle sich zerstreiten,
nichts zu einer Lösung führt!

In diesen furchtbaren Zeiten,
lebt auf und lebt verkehrt!
Verachtet Widrigkeiten!
Den Frust – hinausgekehrt!

Die Erde geht doch längst nicht unter,
wenn wir am Boden liegen,
der Boden liegt noch tiefer drunter,
lasst uns starten, fliegen!

Wir wollen das Leben erobern,
die Welt, wir wollen sie küssen,
zusammen Liebe fischen!

Diesen ganzen Frust vergessen,
dieses Leben einfach feiern,
heißes Feuer aus uns pressen,
hinaus in wilde Tropen steuern!

Segeln in die Weite,
segeln in den Sonnenschein,
mitten durch Hagel durchs Heute,
mitten in Freiheit hinein.

Die Erde geht doch längst nicht unter,
wenn wir am Boden liegen,
der Boden liegt noch tiefer drunter,
lasst uns starten, fliegen!

Wir wollen das Leben erobern,
die Welt, wir wollen sie küssen,
zusammen Liebe fischen!

Stell Dir vor …


Inspiriert durch „Imagine“ von John Lennon


Stell dir vor, es gäb viel Arbeit,
doch du rennst da gar nicht hin.
Stell dir vor, du sparst viel Zeit!
Sehr ökonomisch, Zeitgewinn.

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor, mit offenen Augen,
Kohle ist schwarz und nicht dein Glück.
Stell dir vor, die Kohlen taugen
nur noch als Museumsstück!

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor, du würdest leben!
Dass du oft mit Freunden isst.
Stell dir vor, dass man aufs Streben,
Hierarchien, alle pisst.

Stell dir vor, nur grüne Wiesen,
auf denen du dich lange streckst.
Stell dir vor, der Zwang zerrissen!
Frei und ganz, mit einem Sprung.

Stell dir vor, stell dir vor,
viel Zeit zum Lachen,
Leben leicht und nicht so schwer.
Stell dir vor, verrückte Sachen.

Stell dir vor – all das all,
dieses ganze große Glück.
Stells dir vor – vor dem Fall.
Dem Fall zur Hölle, zu uns zurück!

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