Lyrik und Sound

Kategorie: Klimawandel (Seite 2 von 2)

Wohin???

Wohin soll ich rennen
wenn alle Wege brennen
Alle Gleise brechen
Schiffe nicht mehr stechen

In die weite Welt ins Meer
Übrig bleibt nur ein leer
getrunkenes Fass voller Bier
Mehr gibt es nicht mehr hier.

Die Zukunft ist verreist
Die Gegenwart vereist
Und stürzt herab ein Blitz
ändert das doch nichts

Der kleine Mann der ist verbrannt
Die kleine Frau davon gerannt
Niemand pflegt mehr mit den Rechen
Aus denen längst die Zähne brechen.

Der Mai wurde der Sonne geopfert
Die Hitze frisst die Frühlingsluft
Grün wird – was man rot verkupfert
Singt ein kurzer Regen, sein Duft

Vertrocknet dennoch alles verschwindet
verdampfter Regen er verschwindet
Und das blau des Himmels tauscht
Ins Graue, regnerisch rauscht

das Grau später Flüssen entlang ins Meer
Alle Wege stehen quer
Alle Wege brennen
Keiner kann mehr rennen.

Chaos Welt

Ich hab der Welt hier nichts zu sagen
Ich schlag mich nur mit ihr herum
Es lohnt hier nicht sehr viel zu wagen
Auch grade Wege biegt sie krumm.

Viele vermuten dahinter Gott
Damit sie nicht bricht hält der sie zusammen
Der schmiert sie dauernd hält sie flott
Und der Teufel kämpft gegen die Flammen

Nein ich seh das Göttliche nicht
Hier geht viel schief und wenig gut
Viel Dunkelheit spärliches Licht
Und wenn es flutet ist es gleich Glut

Nein hier ist nichts tief geplant
Sehr selten geht es ordentlich zu
Es ist zu kalt zu heiß, miteinander verzahnt
schwingt hier nichts, alles stürzt ohne Ruh

Die Welt sie läuft hier wild und leer
Verliert sich in der Zeit der Leere
Moleküle schießen hin und her
Rennen sich ständig selbst in die Quere

Und auch wir und unsere Wünsche
kollidieren und zerspringen
Wir spielen mit Masken nutzen Tünche
Während wir nachdenklich Lieder singen

Schleudergang

Welt, du rast im Schleudergang,
spülst uns Sicherheiten weg,
schabst uns rau die Trommel entlang,
verschleuderst Wahn und Dreck.

Sauber, sicher wird es niemals!
Ein Wirbel drückt uns auf ein Riff,
fest in der Schlaufe eines Schals,
würgen wir in seinem Griff.

Der Frühlingsrock zerfetzt, zerknittert
Goethes Gedichte säuseln nur Schitt
Die Welt in Schlamm geschlittert
durchgedreht rotiert alles mit

Kalt so kalt, der Frühling lässt
Noch ewig auf sich warten.
Bomben trommeln, schlagen fest,
fegen Orte aus den Karten.

Bullen, Bären sind geflohen,
Schläge, Schrecken, Hitze, Leid.
Flammen saugen, Menschen verrohen
Zerbissen Zungen – Totes schreit!

Die Wirklichkeit zerstört, zermahlt,
schwarz und kahl, verbrannte Bäume,
versperrte Türen, teurer bezahlt
wird jeder unserer schönen Träume.

Schrei auf zu deinem gnädigen Gott!
Statt Regen regnet es Raketen.
Seht! Euer Herr treibt mit euch Spott,
will Euch zusammen prügeln, kneten.

Euer Gott schuf eine harte Welt,
er liebt es, lässt es gerne krachen.
Wenn Mensch um Mensch zur Erde fällt,
wird er sich einfach neue machen.

Leiser Widerstand

Mir fällt kein glückliches Lied mehr ein,
ich kann die Lust nicht mehr besingen.
Die Wirklichkeit greift immer herein,
kann jeden Witz erwürgen, verschlingen.

Doch würde ich gerne weiter hinaus,
dem ganzen Wahn der Welt entkommen,
und bleibe doch eine kleine Maus,
mein Widerstand verschwommen.

Ich habe nur ganz kleine Pläne,
muss mir mein Leben mühsam töpfern,
und zeige nur sehr kurze Zähne,
will mich nicht fürs Ganze opfern.

Ja, da ist schon Eigenwille,
ich gebe mich längst nicht geschlagen.
Da kocht es tief in der Stille,
doch dreht’s mir auch den Magen.

Ich schwitze dann, friere fatal,
bin lustlos ohne Sicherheit,
giftig auch und doch auch schal,
ohne Biss und Schneid.

Aus Trotz muss ich wohl tanzen,
zurück erobern meinen Traum,
mich zwischen Lust verschanzen,
doch Chancen habe ich kaum.

Ich kann nur strichweise flöten,
die Wirklichkeit packt doch zu sehr.
Die Wirklichkeit steckt voller Kröten,
die Wirklichkeit ist hinter mir her.

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