Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 7 von 19)

Das Geheimnis

Nein – ich weiß es nicht,
das Geheimnis dieser Welt
kenne ich nicht.
Ich weiß nicht einmal,
ob es überhaupt eins gibt.

Vielleicht ist es ja ganz einfach
und wird bis heute übersehen,
da es im Krach des Denkens
zu leise und selbstverständlich,
gar nicht zu hören ist.

Unsere Erwartungen viel zu hoch sind,
wir immer darüber hinweg schauen
und es deshalb nicht finden.

Ich jedenfalls – ich –
kenne dieses Geheimnis nicht,
meine zwar, dass es ein solches Geheimnis gibt
und die Welt sich irgendwie selbst am Schopf packen kann.

Die Welt in einer Endlosschleife mit sich selbst verwoben ist
und aufgeklärt werden kann,
weshalb es überhaupt etwas gibt.

Aber wissen tue ich es nicht
und ich werde wieder aus der Welt verschwinden
bevor ich nur einen Funken davon verstehe.

Das ist eine Tragik
ohne Ende und Trost!

Ins Freie

Ins Freie will ich fliehen,
von dieser Welt hier nichts mehr sehen,
ihre Verbrechen, vergeblichen Mühen,
Schmerzen und Tod – zugrunde gehen.

Ich will fliehen in die Luft,
hoch, noch weiter, um Schönes zu sehen,
wo Sonnen, helle Sterne glühen,
die Wirbel wilder Schöpfung drehen.

Hinaus, hinauf, fort aus der Enge,
kleinlich-krämerischer Gedanken,
den Gefängnisen enger Zwänge,
dem Wirrwarr aus Zäunen, Schranken.

In Zärtlichkeit, Musik hinein,
hin zu betörenden Küssen, Festen,
in einen Bottich voll Milch und Wein,
in einen Tanz aus Licht und Liebe.

Hinaus, hinauf, fort aus der Enge,
in einen Tanz aus Licht und Liebe.

Plastik zu jedem Hauptgericht

Die Welt ist so verdorben,
ich hasse sie, diese Welt!
In ihr bekommen Mörder Orden,
und Schutzlose werden gequält!

Sie scheint mir voller Teufel,
es hausen hier dumpfe Affen,
daran habe ich keine Zweifel,
die rauben und zusammenraffen,

was immer sie nur schnappen können!
Ja, wir werden es schon schaffen,
wir werden die Welt verbrennen!
Zumindest die schlauen Affen!

Wir werden uns selbst vernichten
mit Hitze, Strahlung, Plastik,
wir werden bald verzichten
auf Kaviar, Hummer, feinen Aspik.

Plastik, ja – das schlucken wir
schon jetzt in rauen Mengen,
voll frisst sich davon jedes Tier,
in jeder Pflanze drängen

sich mikrokleine Plastikteilchen.
Bald wird es überall zu viel,
gut, das dauert noch ein Weilchen,
doch dann ist es aus – unser Spiel!

Man lacht gern über alte Römer, ihr Blei,
den Bleizucker, den sie gerne tranken,
doch wir genießen gerne Plastikbrei
und werden daran erkranken!

Und Blei – war damals noch nicht überall!
Dem Plastik aber – entkommen wir nicht!
Ob Ozean, Feld, ob Hühnerstall:
Plastik zu jedem Hauptgericht!

Und Plastik ist nur eines der Zeichen,
die wir, Teufel, schwarz in den Himmel malen.
Es gibt viel mehr! – Es wird gut reichen
zu vielen, vielen Schreien, Qualen.

Darm und Reim

Spaß beim Reimen hat nur mein Hirn,
die anderen alle kanns nur verwirrn!
Vor allem meinen Darm!
Auch mein rechter Arm,

und auch der linke kann nicht dichten,
sie alle müssen auf Reime verzichten.
Und ob das die Verdauung beeinflusst?
Verliert der Darm durchs Reimen Lust,

den Nahrungsbrei zu verdauen?
Danach muss die Wissenschaft schauen!
Das wäre ein Thema für Biologen,
vielleicht sogar für Arschologen.

Das ist ein Thema für mich! Den Richter
über die Verse und Reime, den Dichter!
Das wäre was Neues! – Ein neues Gedicht!
Geschissen nach dem Hauptgericht.

Hin zum Mai

Hin zum schönen Mai
strömen meine Gedanken.
Mai passt gut zu frei,
Gedanken – ohne Schranken.

Und ohne Schranken erblühn
die Blumen auf der großen Wiese,
so viel so frisches Grün,
so viele süße,
freche Küsse – zarte Umarmungen!

Gottes Pläne

Die Gläubigen denken nicht logisch,
immer steht Gott auf ihrer Seite,
das findet Gott oft ziemlich komisch,
will keine Hilfe und sucht das Weite.

Sie glauben nicht, dass Gott bestimmt,
dass Gott ihre Ziele nicht teilt,
dass Gott sich nicht wie sie benimmt,
an seinen eigenen Plänen feilt.

Sie meinen, sie seien mit Gott verbunden
und hätten zu ihm den direkten Draht.
Doch Gott hat nichts an ihnen gefunden,
was er sich von ihnen erbat.

Gott täuscht sie, muss sie enttäuschen,
sie rechnen nur immer mit sich selbst.
Er wird sie verdammen ignorieren
ihr Kreischen.
Gott will was er will, alleine nur selbst.

Glaubt man also, dann mit Vorsicht,
denn Gott durchkreuzt man keine Pläne,
selbst ist man eh ganz ohne Einsicht,
zeigt besser also keine Zähne,

führt keine Kriege als seine Armee.
Hält achtsam bedeckt seinen heiligen Namen
Denn wer ging seine Wege denn je?
Wer kann schon seine Pläne ahnen?

Da fügt man sich dem Lauf der Dinge,
denn Gott weiß alles, weiß es allein.
Er zieht einen schon aus der Schlinge,
doch wie, da sieht man nicht hinein.

Zurück!

Längst ist diese Zeit vergangen,
doch das Lied erklingt so schön,
hält mich melancholisch gefangen,
möchte sie ganz weit rückwärts dreh’n,

zurück, zurück in jene ferne Zeit,
wo die Welt viel besser war,
zumindest besser noch wie heut,
mit Bächlein fröhlich, flink und klar.

Doch nun bin ich dort und
mein Gefühl verdunstet gleich im Nebel:
Hier schwitzt man oft und treibt es selten bunt,
zieht mit schwacher Kraft ganz schwere Hebel,

treibt das Fahrzeug Richtung Zukunft!
Hofft auf immer stärkere Kraft,
träumt von einer schnellen Ankunft,
und sind wir dort, dann ist’s geschafft!

Gefahr für Deutschland

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/strudelwurm-100.html

Fleischfressende Würmer breiten sich aus,
man traut sich nicht mehr aus dem Haus.
Selbst Würmer knabbern nun an uns rum,
sind die eigentlich so dumm?

Das ganze Mikroplastik im Körper!
Das trifft die dann doch nur noch stärker!
Da reichert sich doch Plastik an,
was keinem Wurm ja guttun kann.

Ich wage mich trotzdem ganz weit raus,
Ich wehre mich gegen den schlimmen Graus,
ich könnt‘ den Würmern gar nicht schmecken,
dass sie beim Kauen gar erschrecken!

Ich weiß, das ist nicht ausgemacht!
Doch hat ein Wurm denn mal gelacht?
Die wühlen doch nur lustlos rum,
strecken sich und winden sich krumm,

doch denken tun sie nicht wie ich!
Die gehen nicht mal auf den Strich!
Die werden auch keine Freude haben,
selbst wenn sie sich gut an mir laben!

Ja, Würmer sind als Lebewesen
zu keiner Zeit sehr klug gewesen!
Vor Würmern kann ich doch zügig fliehen,
die ess‘ ich selbst, ganz ohne Mühen!

Vom Wahn geküsst

Die Gläubigen sind alle verrückt
Ihre Hirne liegen verkohlt in den Flammen
Des Gottes, der sie so entzückt
Sie sind verrückt! Alle zusammen!

Doch kann ich dem Glauben entkommen?
Ich glaube doch auch als Atheist
Vielleicht bin ich selbst benommen
Betrunken, vom Wahn geküsst

Gewiss – doch geh ich meinen Weg
Muss niemand töten, weil Gott es so will
Geh zwar wacklig auf krummem Steg
Umgehe aber sicher uralten Müll

Die Halden nutzlos strenger Regeln
Die trennen, zerschneiden, nicht vereinen
Ich hab den Drang, mich selbst zu zügeln
Steh gern auf meinen eigenen Beinen

Ja, manchmal bin ich ganz verkommen
So gierig, kein vernünftiges Tier
Ich hab das Heil hier nie gewonnen
Bin öfter auch ganz einsam hier

Doch hab ich noch Verstand
Ein Fünkchen Hoffnung kann noch keimen
Mein Wahnsinn hält mich ab vom Rand
Ich kann mich stoppen, mich verneinen

Kölner Dom

Dunkel schwarz springen die Steine
Hoch hinauf in den Himmel
Staunend schaut ein Mensch, der kleine
Hinauf, heraus aus dem Gewimmel

Der Menschen auf dem Domplatz
Hinein in die blaue Pracht, das Licht
Das gute Wetter ist ein Schatz
Das die große alte Masse zerbricht

Und strahlend neu den Dom erbaut
Der entlang dem stählernen Eisenband
Der Gleise weit hinausschaut
Ins Tal, das weite flache Land

Über die Brücke und den Rhein
Wie mächtig auch der ist und groß
Ich fühl mich als Mensch ganz klein
Und so begrenzt, so hoffnungslos

Doch in der Weite des Flusses, des Himmels
Da kann man sich auch geborgen fühlen
Inmitten des immensen Getümmels
Sich fröhlich und gut glücklich fühlen

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