Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 6 von 19)

Parmenides – Sein

Nein ich hasse Hits
Zuckungen und Blitz
Hier tanzt niemand mit
hält sich niemand fit

Kein Schlager und kein Gassenhauer
Keiner ist am Ende schlauer
Geht auch nicht nur insgeheim
um den Rhythmus und den Reim

Ich will niemanden erlösen
sondern in der Sonne dösen
Bevor ich noch mehr Zeit verliere
Es geht um nichts und niemand hier

Das Nichts die Leere
nicht Sein das Schwere
Das Nichts erscheint uns leicht
da es zum Sein nicht reicht

Das Sein dagegen ist schwer
Doch wo kommt es denn her
Kann es aus dem Nichts entstehen
Da sollte das Nichts zuvor bestehen

Doch Nichts – da ist kein Sein
es bohrt ins Sein ein Loch hinein
Es sagt das hier ja gar nichts ist
Doch hier da ist ein Ort der ist

Selbst ein Loch ist also was
ein Durchgang Loch in einem Fass
lässt Wasser aus ihm fließen
und ein Sieb hilf uns beim Gießen

Das Loch zeigt Wirkung um sich her
selbst wenn im Loch rein gar nichts wär
Das Loch das kann sehr wirksam sein
Da ist etwas da muss was sein

Was ist ein wirkliches Nichts
Nichts ist einfach Nichts
Nicht vorhanden nicht existent
nichts das Wort das nichts benennt

Dieses Wort deutet auf Nichts
Es deutet deutlich ins Nichts
Nur Seiendes kann sein
kann stimmig klingen rein

Und ist etwas dann ist es hier
nicht weniger nicht mehr
hier ist es es wirkt ist Sein
es ist Sein und steht allein

Da ist kein Unterschied
was ist man fühlt man sieht
das ist und ist immer gleich
geartet nicht arm nicht reich

Es ist einfach einfach ist es
hat keine Grenze Zerteilt es
Ihr könnt es nicht spalten
selbst mit allen Gewalten

trennt ihr das Sein nicht auseinander
denn der trennende Spalt ein Wunder
der Spalt der ist und existiert
wie man schnell durchs Fallen spürt

So gibt es deshalb nur ein Sein
überall und eines allein
Ungetrenntes aneinander gelegt
ist undenkbar Ganz unbewegt

ist Sein es kann sich nicht bewegen
wir können es nicht zerlegen
wir können es nicht verschieben
wir können es nicht verbiegen

Das Sein es ist auf ewig fest stabil
das Sein wird weder heiß noch kühl
das Sein ist einfach klar und rund
es ist nicht eingefärbt und bunt

Kein Blitz kein Stoß
unbegrenzt riesig groß
einzig und allein
überall ist Sein

Ich kann die Welt nicht retten

Nein – ich kann die Welt nicht retten
die fühlt sich wohl in ihren Ketten
es scheint ihr noch nicht heiß genug
Die Menschen werden zu spät klug

Die Menschen erkennen ihr Verderben
Erst wenn sie reihenweise sterben
Erst wenn der Sargnagel sie trifft
doch dann ist alles – schon verschifft

Dann kann uns nichts mehr retten
Die letzten Toten wird niemand betten
in trockene Erde, Steine und Sand
bedecken feuerheißes Land

Aber das ist doch zu viel
ist ein Katastrophenspiel
So wird die Welt nicht untergehn
wird nicht wie die Venus glühn

Nur Übertreibung – Klagen, nur klagen
Doch können wir das mit Gewissheit sagen
mit Sicherheit, dass uns das nicht blüht
dass sich die Menschheit genügend bemüht

Sind viele Kippunkte überschritten
dann helfen allen keine Bitten
Das Leben wird es wohl überstehen
um uns jedoch ist es geschehen

Die Lieferketten splittern zerstreuen
die Pfeiler unserer Wirtschaft brechen
die Sonnenstrahlen Äcker zerstechen
wir werden unsere Kurzsicht bereuen

Nein – ich kann die Welt nicht retten
auch wenn wir vor dem Abgrund stehn,
Die Dummheit tobt in unseren Städten
die Menschheit wird zugrunde gehn

Schein und sein

Lest ihr die Worte meiner Texte?
So lest – doch nehmt sie nicht für wahr
Die Wahrheit ist das Allerletzte
Ich schreibe Träume – klipp und klar

Doch traut auch diesen Worten nicht
Auch sie – sind nur gereimt
egal ob Wahrheit oder nicht
zu einem schönen Vers vereint

Doch glaubt mir alles, was aus mir schreit
Ich habe es alles selbst geschrieben

Es ist nicht alles Schein was scheint
etwas Wahrheit ist geblieben

Heraklit – Wandel

Die Sonne geht auf,
die Sonne geht unter.
Sie steigt hinauf
sie taucht unter.

Der Tag ist warm
und mild und hell,
gibt allem Charme,
der lichte Quell.

Die Nacht ist kalt,
finster im Dunkeln.
oben die Vielfalt,
der Sterne funkeln.

Wie alles schwingt
durch Tag und Nacht:
tags hoch springt,
nachts fällt und kracht!

Ganz langsam ziehen
die Tage durchs Jahr,
im Frühling erblühen
sie heller und klar.

Im Sommer beginnen
die heißesten Wochen,
die Herzen springen
nun ununterbrochen,

bis wilde Stürme
durchfegen den Herbst,
du Regenschirme
zum Schutz erwirbst.

Blätter bunte
sind wunderbar,
doch jede Stunde
mit Sonne wird rar.

Dunkler wird’s noch
hin zum November,
ein schwarzes Loch
bis Ende Dezember.

Der Winter bedeckt
die Welt mit Schnee,
und bald wieder weckt
der Frühling – Juchee!

So schwingen wir,
so wechseln Zeiten,
ob Mensch, ob Tier,
sie führen und leiten.

Aus dem Tag, der lacht
im sonnigen Glanz,
nun zurück in die Nacht,
geleitet ihr Tanz.

Die hält uns gefangen
im dunklen Raum.
Da raus zu gelangen
gelingt nur dem Traum.

Wir träumen: Der Tag
befreit jede Nacht!
Was kurz ihr erlag,
erwacht zur Pracht.

Wir zappeln, kleben,
wir geben nie auf.
Hoch! Das ist Leben!
Zieh’n wir hinauf!

Wir ziehen bestehen,
gewinnen Kämpfe!
Wir stolpern, stehen,
verspielen Trümpfe.

Wir wagen, springen,
wir krallen uns fest,
wir lachen, verbringen
das Leben als Fest.

Mit einem Blick
voll Sorgen: Gib acht!
Doch kein zurück!
Dem Tag folgt die Nacht!

Bald findet das Glück
noch jüngere Tänzer
wir fallen zurück,
um uns wird es finster.

Wir tasten nach vorn,
wo der Pfad verlief,
der Pfad ist verlor’n,
wir fallen sehr tief.

Doch unser Schrei
trifft stumme Steine,
spricht uns nicht frei,
verhallt von alleine.

Die Kraft, sie schwindet,
ein leises Verstummen.
Verluste verkündet
der Blick auf die Summen.

So wälzen Jahre
uns hobelnd ins Tal,
ergrauen Haare,
verrostet Stahl.

Man wetzt sich ab
und watet, versinkt
und stürzt hinab
und fällt, ertrinkt.

An tiefer Stelle
von Schlamm bedeckt,
als nahrhafte Quelle,
als Schatz entdeckt

von Wurm und Fisch
als Leckerbissen,
geschätzt am Tisch,
zerfetzt, zerrissen.

Vergangen! Die Nacht
taucht aus dem Licht,
verschluckt die Pracht,
das Ende ist’s nicht!

Nur wechselnde Wesen
die Formen tauschen.
durch Rhythmen rauschen
nie bleiben – fließen.

Die blaue Blume

Lass dort die schöne Blume stehen,
und gönn ihr die sonnigen Tage.
Soll nicht vertrocknen sie soll blühen
soll blüh’n und stell ihr keine Frage,

reiß ihr nicht die Blättchen einzeln
aus dem weichen Blütengrund.
Lass nur die Augen sehen, blinzeln,
ein Lächeln schenke diesem Fund.

Ruf sie, die Liebste, her, ganz nah,
bewundert diese blauen Blüten,
sie zu bewundern ist sie da,
ihr Duft ist dunkel wie alte Mythen.

Legt euch ins satte Gras, ins weiche,
dort lugt durch Zweige alter Bäume
die Sonne hell, im Schatten reiche
ihr deinen Mund ganz sanft und träume.

Küss sie – und lasst die Blumen stehen,
damit sich alle an ihnen freuen.
Gib ihr den Kuss – lang, wunderschön,
und immer wieder, wieder von neuem.

Tage getauscht

Gott, ich habe die Tage getauscht,
es ist an mir vorbei gerauscht.
Am Donnerstag dacht ich, dass Freitag ist,
es gruselt mich, was für ein Mist!

Das war kein kurzes Versehen,
lang habe ich es nicht gesehen,
mit Blindheit war ich geschlagen,
mir stellten sich keine Fragen.

Nun ein Blick auf die Uhr im PC
und plötzlich die Einsicht: Ach herrje!
Der Tag, der schon vergangen schien,
kommt erst noch, mit seinen Mühen!

Ist deshalb die Welt so böse und öde?
Weil ich so langsam schon verblöde?
Weil ich die Schönheit nicht mehr sehe,
an Hirnschwund elend zugrunde gehe?

Gewiss, ich glaube, ich kann noch denken
und Worte in schöne Sätze lenken,
doch kann es sein, das scheint nur so
und was ich schreibe, ist fürs Klo?

Macht jetzt schon nichts mehr Sinn,
weil ich bereits am Zerfallen bin?
Mir scheinen die Reime, die Sätze zu stimmen,
ihr aber seht – er ist von Sinnen!

Wie kann ich mich noch selbst erkennen,
wenn meine Nerven nicht richtig brennen?
Ich erkenne dann nicht mehr den Fall,
den Sturz, die Glätte überall!

Auch wenn ich rutsche, spüre ich’s nicht,
ich denke nur: Passt! Doch – es bricht!
Oh, sagt mir nicht, dass alles stimmig ist,
ihr seid nur lieb, bedeckt den Mist!

Ihr wollt es mir nur nicht gestehen,
doch könnt ihr schon den Wahnsinn sehen!
Die Sätze machen längst keinen Sinn mehr,
die Wörter stehen schon länger quer!

Nur mir erscheint noch alles klar,
ganz durchgestailt und wunderbar!
Ich habe mich völlig verrannt,
doch all das ist mir unbekannt!

Mein Gehirn ist so verschlissen,
ich kann, was fehlt, nicht mehr vermissen.
Und wenn das noch nicht jetzt geschieht,
weiß ich, dass es mir sicher blüht!

Dass es vielleicht gerade beginnt,
dass mein Verstand ganz langsam zerrinnt.
Und alle sind in der furchtbaren Lage,
kein Wunder, dass ich da verzage.

Ich sehe nur noch Krieg, die Plagen,
voll furchtbaren Leiden, die an uns nagen.
Wenn ein Gott wirklich die Welt erschuf,
hat er einen viel zu guten Ruf.

Denn er ergötzt sich versteckt, verborgen,
an all unsren Leiden, all unsren Sorgen.
Das hat der Teufel schon früh erkannt
und wurde dann gleich in die Hölle verbannt.

Ein Grausen packt mich und eisig kalt
läuft es mir den Rücken hinab!
Ja, ich werde, ach, bin schon alt!
Und irgendwann bricht alles ab!

Zum Teufel auch, zur Hölle hinab!
Das alles mag schon richtig sein.
Doch was bringt es, alter Sack?
Gibt’s nicht auch die Sonne, roten Wein?

Springt dir nicht manchmal das Herz
zum Himmel und du bist glücklich?
Lachst du nicht bei jedem Scherz?
Nur Unglück ist auch unmöglich!

Sei mutig, nicht vom Leben entsetzt,
parier ihm treffend jeden Schlag.
Freu dich, feiere das Gute im Jetzt.
Lob und genieß jeden warmen Tag.

Freu dich, schätze die Sorglosigkeit,
sag immer: All das hat noch Zeit!
Und wenn du wirklich gestorben bist,
ist alles vergessen, wird nichts vermisst.

Denn wer denkt, ist nicht gestorben,
und wer starb, vermisst keinen Morgen.
Lass dich verzweifelt, doch nie zerdrücken,
du darfst die süßen Äpfelchen pflücken!

Die Lage ist zwar gar nicht schön,
doch wohin könnten wir sonst gehen?
Geworfen sind wir in die Welt,
uns ist das Leben dadurch vergällt,

doch ein paar feine Kuchenstücke
gibt es – sucht euch jede Lücke,
schaut zum Unglück nicht zurück.
Sammelt sorgsam jedes Glück.

Pflanzt euch immer mal ’nen Baum,
der wächst, treibt Zweige, neue Triebe,
gebt ihm Platz und weiteren Raum,
pflegt ihn achtsam, gebt ihm Liebe.

Pflückt die prallen Äpfel dann,
backt einen wundervollen Kuchen,
saftig, darauf kommt es an,
nascht und lasst euch versuchen.

Appalachen Bluegrass

Bluegrass, Blaue Berge, armes Land,
keinen Kreuzer aber Glück,
mit dem Banjo in der Hand,
so denke ich zurück.

Male blaue Tapeten,
trillere auf rosa Saiten,
auch ganz ohne Moneten,
kann sich Spaß verbreiten.

War auch selbst nie da,
hab auch nie gehungert,
hab nicht dem Sterben nah,
in den Bergen rumgelungert.

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl …

Wie schafft es raffiniertes Olivenöl,
nur so schlau zu sein?
Das native Olivenöl, dagegen macht keinen Hehl
daraus, das Naive zu sein.

Es ist stolz auf sich, ein richtiger Naturbursche
mit allem Dreck, der durch die kalten Filter kommt.
Es ist das ungezähmte, Barsche,
das starke Original!

Das saubere, glückliche, gelbe
ist aber rein. Probiert es einfach mal,
ob ihr den Unterschied erkennt, es nicht dasselbe
ist…

Nur eines mit braunem,
das andere mit weißem Zucker gefärbt.

Chaos im Büro

Mehr Chaos brauch ich nicht zu machen,
das tanzt von sich aus ganz alleine.
Steckt man nicht drin, kann man lachen,
mir aber ist so, dass ich weine.

Ich brauch auch gar nicht still zu sein,
das Chaos trommelt eh schon laut.
Es kreischt mir so in die Ohren rein,
dass es selbst mich, den Teufel, graut.

Das Chaos ist mein Element,
so sagte ich früher immer,
doch nun, wo alles brennt,
will mein Wahnsinn nimmer!

Ich Teufel sehn mich, schrei: Jetzt Ruhe!
Doch hören kann mich keiner mehr.
Ich verschwand in einer Truhe,
dort ist es ruhig und leer.

Daraus schaue ich sehr oft nur zu,
doch gerade das kann stressen.
Man kann die Spannung in der Ruh
mit Teratonnen Sprengstoff messen.

Und mir bleibt nur noch das Grübeln,
das Nichtwissen, wo jetzt hin,
was mir auch viele gleich verübeln,
dass ich ein so ruhiger Teufel bin.

Da schlägt die Turmuhr vier,
dank dir, altem Christentum!
Ich dank dir, altem Gott, dafür,
das lockert alle um mich herum.

Doch morgen ist es wieder so,
das Kapital hat wirklich Macht.
Man zerspringt im Stress und lächelt froh,
und teuflische Ruhe gibt dann den Rest.

Morgennebel

Nebelig und am Morgen noch dunkel,
ich spüre die Kälte, wenn ich’s nur sehe!
Milchig alles statt Sternengefunkel –
ich will nur Ruhe! Alles macht Mühe!

Ich will im Bett wieder verschwinden,
im warmen Bett, wo alles so schön ist!
Will Sträuße dort aus Gedanken binden,
einfach schlafen – doch so ein Mist!

Die Gesellschaft drängt zum Handeln,
zum Aufstehen, um zur Arbeit zu gehen.
Doch weshalb sollte grad ich so handeln?
Ich will doch jetzt keinen Nebel sehen!

Ich forme meine Lippen zum Kuss,
ja, küssen würde ich jetzt gerne.
Doch leider, wenn man arbeiten muss,
rücken Küsse in die Ferne!

Kalt ist mir, es ist erschreckend,
was so ein dichter Nebel macht!
Trostlos in die Welt raus blickend,
gibt es niemanden der lacht!

Womit kann ich Euch nur trösten?
Erlösen wenn mein Kuss versagt?
Durch kleine, zarte Gesten?
Nicht dadurch, dass man drüber klagt!

Also mit gespieltem Schwung,
den mir sicher niemand glaubt?
Mit einer Morgenübung?
Die gleich alle Power raubt!

Morgenübungen machen Spaß!
Aber nur, wenn es die Richtigen sind!
Ach Anspielung! Lass sie! Lass!
Wo wir doch noch so müde sind!

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