Lyrik und Sound

Monat: September 2026 (Seite 5 von 19)

Apokalypse

Apokalypse, Sterne fallen
wie Raketen aus dem All.
Einschläge von Bomben,
Schüsse knallen.

Apokalypse
Apokalypse

Apokalypse, kein Regen,
weite, wogende Felder verdorrt,
werden überschwemmt,
wenn Stürme darüberfegen.

Apokalypse
Apokalypse

Apokalypse, Angst und Schrecken
im verminten Kampfgebiet,
grimmiger Tod brüllt,
falls uns die Zünder entdecken.

Apokalypse
Apokalypse
Apokalypse

Wie Obelix

Wie Obelix

Ich bin wie Obelix ersoffen
Als Kind in einem Zauberbrei
Der Topf war tief, er stand weit offen
Ich fiel hinein, in Spielerei!

Seither muss ich nichts mehr nehmen
Das war schon damals viel zu viel
Das Zeug, es würde mich nur lähmen
Seither tanze ich das Spiel

Seither weiß ich um mein Ende,
Und dass mir keine Zeit mehr bleibt
Alles zerstreut sich doch im Winde,
Wie man sich auch die Zeit vertreibt.

Deshalb weg mit Geld und Ehre
Verdien mir lieber Zeit und Ruh.
Fliege gegen alle Schwere,
auf den offenen Himmel zu

Selbst über manches Unglück lachen
Das auch die Trauer nicht vertreibt
Ihm eine lange Nase machen
Lang bevor es richtig reibt

Seither weiß ich um mein Ende,
Und dass mir keine Zeit mehr bleibt
Alles zerstreut sich doch im Winde,
Wie man sich auch die Zeit vertreibt.

Doch auch da, immer auch wissen
Am Ende verlierst du das Spiel
Doch du durftest dafür küssen
Unsre Natur, sie gibt so viel!

Sie ist ein solcher Schatz, den wir
Uns bewahren, pflegen dürfen
Voll Spaß und voller Einsicht hier
freundlich, reichlich schlürfen.

Wie Obelix

Frankfurt (Palmengarten, Senckenberg Museum)

Nun Frankfurt ist schon stressig!
Ich aber sitze ruhig im Garten.
Im Palmengarten, leicht und lässig,
dort ausgestreckt auf gar nichts warten.

Gedanken an Millionen von Jahren,
durch Jura, Perm und Kambrium,
dreh ich zurück, wir fahren
in Vergangenes und schauen uns um.

Im Senckenberg, dem Ort meiner Träume,
ich hab’s mir anders vorgestellt,
durchhusche ich die großen Räume,
finde dort manches, was mir gefällt.

Seh riesige Saurier, kleine Käfer,
sehr alte Säuger, sogar Frösche.
Eingebettet, gerettet in Schiefer,
herauspräpariert in neuer Frische.

Millionen starben, zerfielen ganz,
nur Einzelne wurden erhalten,
Werden, Vergehen, ewiger Tanz,
wenn Altes stirbt, kann sich Neues entfalten.

Und auch diese Menschheit,
sie wird einmal vergehn
und ich hoffe auch danach,
kann noch Neues entstehn.

Aufgabe 15 in Wie schreibe ich ein Gedicht?

Zur Hölle! Wir sind immer erreichbar,
nach oben aber, kommen wir nicht.
Wir arbeiten lautlos, ohne Licht,
wir Schatten bleiben unsichtbar.

Wie wir umsonst, die Räder drehen,
wie wir umsonst, zur Arbeit laufen,
umsonst, all diese Dinge kaufen,
die wir hier unten, doch nicht sehen.

In unserer Hölle wird gedroht:
Der Arbeitsmarkt braucht uns nicht mehr
und unsere Konten werden leer,
der Zufall nur, streut Geld und Brot.

Die Angst kann keine Hoffnung stillen.
Der Druck, setzt unsere Seelen in Brand,
er presst uns alle an die Wand,
raubt uns den Atem, bricht den Willen.

Lässt uns erschöpft und leer zurück.
Zur Hölle, da müssen wir raus!

Rennt! Jagt! Durch die Flammen hinaus!
Dort! – Ein Schimmern – Strahlen – das Glück?
Rennt! Jagt! Durch die Flammen hinaus!
Dort! – Ein Schimmern – Strahlen – das Glück?

Vergangenheit

Vergangenheit – mein Tröster.
Ich habe ja so viel erlebt!
Komm her, umarme mich fester!
Wie der Boden nochmals bebt!

Vergangenheit – Versöhner
Mit allen Fehlern, die ich bereue.
Entspannt lehnst du am Gartenzaun, du Schöne,
späte Sonne, auf die ich mich freue!

Vergangenheit – du süße Falle,
zurück erscheint so vieles schöner,
du schnappst schnell zu, packst alle!
Überdecker, Maler, rosa Töner!

Vergangenheit – mein Tröster.
Ich habe ja so viel erlebt!
Komm her, umarme mich fester!
Wie der Boden nochmals bebt!

Vergangenheit – Versöhner
Mit allen Fehlern, die ich bereue.
Entspannt lehnst du am Gartenzaun, du Schöne,
späte Sonne, auf die ich mich freue!

Vergangenheit – du süße Falle,
zurück erscheint so vieles schöner,
du schnappst schnell zu, packst alle!
Überdecker, Maler, rosa Töner!

Vergangenheit

Betrieb

Wir rennen durch die Räume,
springen in den Spagat,
vergessen all unsere Träume,
kochen bei zweihundert Grad.

Wir tauchen ab in die Kälte,
ziehn Zahlen, Zinsen, Ziele,
erzeugen Erfolge, Werte gestellte
und Lücken, Lücken viele.

Die Mühle zermahlt Leben,
die Mühle zermahlt Zeit.
Die Wände halten, kleben,
die Wände pressen breit.

Doch Wände hier – sind hart
und Zellen hier – sehr klein.
Bis man uns verscharrt,
schlagen wir gegen Stein.

Die Mühle zermahlt Leben,
die Mühle zermahlt Zeit.
Die Wände halten, kleben,
die Wände pressen breit.

Seht Grenzen näher kommen,
den Raum, der immer kleiner wird,
langsam wird uns der Atem genommen,
zusammengepresst, wir im Geviert.

Fein mahlt sie, fein, die Mühle,
krachend zu rohem Schrott.
Herum, herum wirbeln Arme, Gefühle,
kopflos, quetscht sie uns fort.

Griechisch essen

Frühlingshaftes, warmes Wetter,
voll lauter Straßen, stiller Gassen,
Sonne, Wein, Mythen und Götter.
Sich vom Rausch entführen lassen!

Ja, ich lasse mich entführen,
an des Okeanus Gestade,
bin der Mauern, der Türen,
der Enge dunkler Zimmer müde.

Komm und schau nach einer Taverne!
Die Griechengötter sind schon da.
Griechischen Wein, den trink ich gerne,
Entspannung legt die Sonne nah.

Lieblich süß ist er, der Wein,
leicht das Hackfleisch des Bifteki.
Bin dort früh und ganz allein,
Brot gibt’s dazu und Tsatsiki.

Ich atme den Duft des Weines.
So süß ist er, er schmeckt so fein.
Zum höchsten Glück fehlt nur ein Kleines,
ich füll ihn in mein Blut hinein.

Noch roter wird’s und schwerer.
Kann ich danach noch gehn?
Meine Gedanken werden leerer,
warm wird mir und schön.

Die Sonne flieht aus dem Asphalt,
Sonnenflecken werden grau,
bald wird es nächtlich kalt,
März ist doch noch rau.

Bald lieg ich schwer in Träumen,
fall tief hinein in einen Fluss,
den Frühlingspärchen säumen,
Nixen geben Kuss um Kuss.

61 Jahre

Einundsechzig – es steigt die Zahl
der Jahre bis hinauf zum Ende.
Mal seh’n, ob ich ein einziges Mal
auch mal den Rückwärtsgang finde.

Der mich um Jahre jünger macht
(mit Monaten wäre ich nicht zufrieden).
Dann geht es ab, dann gute Nacht!
Dann fang‘ ich sicher an zu sieden.

Doch leider, weiß es Gott wohl auch
und fürchtet, dass spräche sich ‚rum.
Verwandelt alle Tricks in Rauch.
Die Zeiger drehen sich einfach nicht um!

Zur Strafe muss ich mir selbst zusehen,
wie alles langsam langsamer geht.
Wie alles erstarrt, bis zu den Zehen,
ein immer kälterer Wind um mich weht.

Nur der Humor malt mir noch Farben
und fährt mich ein wenig ins Licht,
holt aus vertrockneten Garben
lausige Ähren, aber mehr auch nicht.

Doch will ich jetzt nicht weiter weinen,
da hier kein Weinen etwas bringt.
Seh‘ lieber schön die Sonne scheinen
und wie das Weltei zerspringt und singt!

Singt Liebeslieder und der Mai,
der spielt dazu, lässt uns tanzen.
Der Maizauber sagt eins, zwei, drei!
Verzaubert diese Welt im Ganzen.

Verzaubert und zerbricht,
jeglichen Zaun und Zaum,
wirft Feuer, Licht auf Licht,
Farbe hinaus in den Raum.

An der Bar

Hier ist es wild, die Gläser klirren
ein paar schnelle Damen schwirren
bringen, holen, Tassen, Teller.
Mir dreht sich alles immer schneller.

Es geht hier rund, ein Sturm, man fühlt,
das Team ist super eingespielt!
Der Durst der Gäste wird gestillt,
Halbe, Weizen gut gefüllt,

Wein mal rot und einmal weiß,
auch der Kaffee gut und heiß.
Die Spülmaschine ausgeräumt.
Der Cappuccino aufgeschäumt.

Und ich sitze und schaue zu
und sitze hier und habe Ruh.
Das turbulente Chaos vor mir,
wo ich den Überblick verlier,

nicht mehr weiß, was da, was dort,
der Wirbel packt mich, bläst mich fort!
Hier – da lässt es sich gut Essen,
kann sich mit den Besten messen.

Hier ist so viel Leben, Krach und los!
Die Küche gut und einfach famos.
Wie viele Gäste, Wünsche, Speisen,
hier durch diese Räume kreisen!

Cello

Ich raste in jedem Konzert von Dir
Lag dort, zu Deinen Füßen
Dein Cello klang da, wie ein Stier
Mit kräftig, tiefen Schnauberstößen

Yeah! Yeah! Yeah!

Du rockst Cello und ich tanze
Du paukst Cello und ich wein
Du rockst Cello, gehst aufs Ganze
Ich träum Nächte lang – allein

Du schlugst mit Deinem Cello Takt
Hardrock mit stampfendem Bogen
Das war so groß und abgefuckt
Die Saiten sind Dir weggeflogen

Du rockst Cello und ich tanze
Du paukst Cello und ich wein
Du rockst Cello, gehst aufs Ganze
Ich träum Nächte lang – allein

Nun schreit Dein Cello in der Ecke
Du hast es einfach reingeschmissen
Es zeigt Schrammen auf der Decke
Und seine Saiten sind zerrissen

Du paukst Cello und ich weinte
Du rockst Cello und ich schrie
Du liebst Cello, was uns einte
Und ich vergaß Dich – einfach nie

Komm spiel und hol es raus
Hörst Du es nicht, sein tiefes Stöhnen?
Zurück zur Bühne, spring hinauf
Lass Saiten, Bogen wieder dröhnen

Komm rock Cello und ich tanze
Komm pauk Cello und ich wein
Komm rock Cello, geh aufs Ganze
Und ich träum nicht mehr allein

Nicht mehr allein! Nicht mehr allein!

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