Hab vom alten Karl von der Höhe
weit in die Stadt hinunter geschaut
ich nahm die Treppe hinauf hatte Mühe
doch reizend der Ausblick so unverbaut

Bin nun dem Arbeitstag entkommen
und trinke hier ein fröhliches Bier
ich habe mir eine Halbe genommen
noch ich dazu, ergibt’s ein Tier.

Ein Tier das sich entspannt genießt
das seine Plage ganz vergisst
die Stadt von oben freundlich grüßt
nicht mehr in Arbeitsmaßen misst.

Das sich nicht kreuzigt und verkommen
noch weiter mit der Arbeit beschmutzt
das alle Kohlen die zu ihm kommen
sammelt und sich niemals putzt.

das hungrig ist und hungrig bleibt
und gierig für Geld alles tut
das dermaßen übertreibt
niemals schwelgt oder ruht.

Thomas sei wenigstens jetzt nicht gierig
wenigstens jetzt an die Liebe denken
aber auch die Liebe ist schwierig
wohin also in Gedanken schwenken?

Ich schwenke von oben über die Stadt
über viele Häuser, Dächer, Fenster
alles pastellene, leicht schon matt.
Schon wieder Herbst, schon wieder bald finster?

Nein! – noch ist August, August
Nur ein kurzer leichter Regentag
Vor mir wächst ein Baum voll Lust
spreizt Blätter ins Licht hinein in den Tag

Doch hör von unten drängt Verkehr
brummend durch die Bäume herauf
Ja diese Stadt keucht unten schwer
doch hört hier oben einfach nicht drauf.

Blick Dich um zu den wenigen Gästen
Die haben sich auch nach oben verirrt
Um sich an der Ruhe hier zu mästen
ein Vogel kiebst und schwirrt

Ja denk an den Frühling hier im Sommer
damit er nicht so schnell vergeht
und an den Wein im Voraus nicht an den Jammer
der alles zerfetzt und niedermäht.

glücklich lass den Blick jetzt ziehen
von diesem Hügel in die Tiefe
noch ist alles prall so bunt und grün
und sendet allen liebe Grüße!