
Ach Liebste, ach mein Liebster Du,
ich hadre oft mit dieser Welt.
In der rast alles aufs Ende zu
und selbst das Schönste – zerfällt!
Überall lauert der sichere Tod.
Begrenzt ist alles, zu jeder Zeit.
Die Sorgen drücken und die Not.
Hier kommt man niemals weit.
Natur sie treibt mit uns nur Spott,
vertuscht das Leid mit bunten Scherben.
Kurz glaubt man dann an einen lieben Gott,
der doch Krankheiten erfand und elendes Sterben!
Die Erde hält uns fest, in einem Raum,
der endlos weit und furchtbar leer ist.
Ein riesiger, ewiger, wilder Albtraum:
Oft steinig, eisig, zu heiß, zu kalt, zu trist.
Nur von fern, ganz fern, ganz weit,
funkeln sie harmlos, die Sterne.
Leichte Pünktchen, was uns freut,
die sind so schön, die sehen wir gerne.
Doch etwas näher und gar nicht so nah,
dann tötet uns das Sternenlicht.
Von Zartheit ist dann nichts mehr da,
der Albtraum kocht, der Schein zerbricht.
Die Welt ist schon im Kern brutal,
mit viel zu viel Kraft, um zärtlich zu sein.
Oft furchtbar öde, kalt und kahl,
oft Wüste aus Feuer, Lavagestein.
In diesem Elend der Leere gedeiht,
verloren in diesem endlosen All
und von ihm bedroht, die ganze Zeit,
und manchmal kurz vor dem Zerfall –
das Leben! Pflanzen Tiere, Pilze,
die Archäeen, Bakterien, Viren zusammen,
vermengt mit Wasser, sie bilden Filze,
dünne Filme, dann weite Wälder, Savannen.
Sie tummeln sich im großen Meer!
Und sind füreinander Delikatessen!
Sie saugen einander gierig leer,
und jagen sich und fressen.
Das Leben frisst sich voll,
an sich selbst, die Lebewesen,
so schön sie sind und wundervoll,
sind Ausgeburten des Bösen,
sie töten, um zu überleben.
Sie nutzen dazu alle Tricks,
sie lernen feine Netze weben,
sie schlagen zu, ganz fix.
Die Zeit schärft ihren Körperbau,
durch fangen, fressen, fliehen,
durch Hirne werden sie schlau,
mit Augen um nach Feinden zu sehen,
um dicke Beute zu machen. Vieles entsteht,
nur unter dem Druck der feindlichen Welt,
nur weil ein rauer Wind hier weht,
die Umwelt leichte Wege verstellt.
So viel verdanken wir dem Grauen!
Erraubten, erkämpften den Intellekt
Einzelne, Gruppen – stechen und hauen,
der Weg zu uns – ist blutbefleckt!
Die ganze Welt – sie ist so eng!
Sie drückt in uns die Gewalt hinein!
So eisern ist alles, fest und streng!
Die Welt, sie hält uns kurz und klein!
Die Welt – sie ist nicht Eden,
die Existenz oft voller Qual,
die Tatsachen erzählen, reden,
beschreiben – ein großes Jammertal!
Gerade‘ der Mensch nutzt seine Einsicht,
oft nur dazu, um tief zu schaden.
Tötet, zerstört mit Absicht
freut sich daran, im Blut zu baden.
Gesetze sind oft nur ein Trick,
um die Gerechtigkeit zu biegen.
Die Macht drängt immer das Recht zurück,
erdrückt Verlierer, die am Boden liegen.
Ich hadere mit dieser Welt,
sie ist bestimmt nicht gut!
Hier, wo alles stirbt, zerfällt,
braucht es besonderen Mut!
Habt Mut! Habt Mut! Hier zu leben,
das war niemals Zucker schlecken!
Hier stehen Fallen, öffnen sich Gräben!
Doch lasst Euch nicht erschrecken!
Ihr dürft Euch nicht erschrecken lassen!
Ihr könnt der Welt ja nicht entkommen
Ihr könnt ihre Tiefe auch nie erfassen
Und was sie uns gibt, wird uns wieder genommen.
Doch Liebste und mein Liebster Du,
wir sind aus hartem Stein geschlagen!
Wir stehen auf, wir gehen in Ruh
auch bittere Wege, um Neues zu wagen!
Aus dunklen, riesigen, eisigen Wolken,
rieseln Flocken, in einen See,
voll Tränen und alle Blumen welken,
es fällt dort viel – so viel Schnee!
Die Welt sie ist gewaltdurchdrungen,
vom Fressen, vom gefressen werden,
die herrliche Welt – ist zersprungen,
scheint voller Leid, voller Beschwerden.
Da singt ein Vogel, ein Fröschlein quakt,
die Liebeslieder, die die beiden singen,
durchbrechen den Schmerz – gewagt
seh ich die zwei zum Weibchen springen.
Ein neues Motto wird entworfen,
die Lust, sich gut tun, bekommt seine Chance.
Das Hauen und Stechen wird kurz verworfen,
das Männchen, Weibchen geraten in Trance.
Die Schönheit steigt aus dem Meer,
die Schaumgeborene neigt sich uns zu,
sie hebt uns hoch, nichts scheint mehr schwer,
ein Tanz beginnt, zwischen ich und du.
DIe Blumen locken mit warmen Düften,
die Bienen tauchen in Blüten hinein.
Sie tragen den Pollen an ihren Hüften,
zu anderen Blüten, zu sich heim.
Sehr schöne Melodien entsteigen,
den kalten Seen, dem eisigen Meer
und einen kurzen Moment da schweigen,
die Leiden, die Liebe legt sich quer.
Die Liebe lässt keine Klage mehr zu,
wie sie uns mit Musik begeistert!
Trumpft auf, sie gibt keine Ruh,
das Leben wird mit Farben bekleistert!
Das Leben erhält durch sie seinen Sinn,
das Leben wird durch sie lebenswert,
oh gebt Euch leicht der Liebe hin,
und sträubt Euch nicht, begehrt!
Oh meine Liebste, oh mein Liebster Du,
lass uns die Augenblicke feiern,
die Guten, Schönen, den Träumen zu,
dorthin lasst uns rudern und steuern!
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