
Manch Herzen tut der Winter viel zuleide.
Das hat der Wald und auch die Heide
mit ihrem grün gefärbten Kleide
nun überwunden – Trauer – Scheide!
Wenn der Mai die kalte Zeit beschließt,
mit Tau die Blumen und die Wiesen gießt,
der Wald voll der Gesänge überfließt,
mein Leib so viele Freuden genießt.
Mein Liebster mag mich gern zur Linde bringen
sein Herz feste zwischen meine Brüste zwingen,
den Tau von Blumen blasen, schwingen
mit mir – um mein zartes Kränzlein ringen.
Ich weiß, dass er mich niemals davon abbringt,
was mein Herz an seinem Leib besingt,
der meine Trauer lindert bis sie verklingt,
und unter uns die Blume bricht und sinkt.
Will ihn mit nackten Armen umfassen
den roten Mund an seinen passen
und meine Augen bekennen lassen:
Nie konnte Liebe mich so erfassen!
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