Uns umgeben lauter Brände
Uns umzingeln Feuerwände
Im Norden brennen weite Wälder,
im Süden versengen prächtige Felder
und Städte werden überschwemmt.
Die Natur ist wild und ganz enthemmt.

Raketen durchwühlen verkeilte Heere,
duchschlagen Wände, fügen schwere.
Wunden zu, zerreißen den Bauch,
Glas zersplittert, Staub und Rauch,
verklebt die rosigen Bläschen der Lunge,
verfärbt sie weiß, die verfallende Wange.

Und all das real, nicht nur geschrieben,
nicht nur geträumt in Fieberschüben,
nur dünnen Nervenfasern entsprungen.
Ganz real werden wir verschlungen,
der heilen Welt, dem Spiel der bunten
Fahnen zum Trotz, fällt unser schwarzes Blut nach unten.

Der Krieg ist jetzt und doch schon lange,
sticht uns der Krieg, die Schlange!
Alles real und doch – nur eine Binsenweisheit!
Zu oft gehört, die Verzweiflung, das Leid,
ist gewöhnlich geworden und ganz real
ignorieren wir die furchtbare Qual,

solange es andere sind, die brennen,
die schreien, ins Verderben rennen.
Doch auch wir, wir werden dem nicht entgehen,
und können das eigene Ende schon sehen.
Denn die Feuer fressen sich näher heran
und keiner ist da, der sie aufhalten kann.
Und zuletzt steckt einer, mit fester Hand,
atomar die ganze Welt in Brand.

Was dann noch bleibt, beschreibt kein Albtraum,
diesen endlos leeren, leblosen Raum