Thomas, in nur wenigen Jahren,
dann hältst Du Dein Epos in der Hand.
Füll es mit Versen wunderbaren,
füll’s mit Ideen, spring über die Wand,

mach Dich sichtbar und halt durch,
bekenne Dich zu Deiner Wut,
bleib nicht schlaff, ein fetter Lurch,
bleib eigensinnig und hab Mut.

Viele schütteln schon den Kopf,
obwohl es erst der Anfang ist.
Was will der alte, zerbrochene Topf,
der so unrein, jetzt Scheiße frisst?

Aber nein, überhöh Dich jetzt nicht,
sieh nicht alles so dramatisch.
Du bist kein Kyniker, kein Licht,
kein Weiser und auch nicht extatisch.

Kein Redner und kein Schauspieler,
Du bist nur einfach furchtbar wütend.
Kein Lehrer der Wut, höchstens Schüler,
ein Texter nur, über Versen brütend.

Der nun ein paar Jahre lang,
vielleicht jeden Tag beschreibt,
mit schrillen Versen ohne Rang.
Mal sehen, ob meine Wut groß bleibt.

Bleib, ja bleib, oh holde Sirene,
schenk mir viel Gift und Mut!
Gib mir scharfe, bissige Zähne,
lass es hochkochen, mein Blut!

Thomas, Du wirst kein Epos schreiben,
nur Sätze in die Tasten hämmern,
ganz wenige, vielleicht dürfen bleiben,
ganz viele höchstens einmal schimmern.

Und die meisten wirst Du vergessen,
selbst Du, der sie geschrieben hat.
In wenigen Jahren ist alles gegessen,
und Du stirbst müde, lustlos und matt.