[Verse 1] Wunderschöne Tage! Die Sonne spielt so schön mit den Schatten, die Schatten der Blätter, sie tanzen. Hoch und blau, der ganze Himmel!
[Verse 2] Ich möchte jubeln, doch mein Denken fängt meinen Jubel blitzschnell ein. Die Klimaängste, sie verrenken mir mein hüpfendes Gebein.
[Chorus] Doch Sorgen lösen nichts, sie zerfressen! Werfen wir uns – Kommt! In die Hitze hinein! Lass uns das Leben nicht vergessen! Saug das Licht ganz gierig ein.
[Verse 3] Retten wir uns den Humor heraus aus dem Krieg, dem ganzen Leid. Verschließen wir nicht vor der Freude die Tür. Streiten wir für eine bessere Zeit!
[Bridge] Eine Zeit, in der man sich freuen darf, man schämt sich doch jetzt schon fürs Lachen. Peperonizeit, heiß und scharf, ohne Geschütze, ohne ihr Krachen.
[Chorus] Doch Sorgen lösen nichts, sie zerfressen! Werfen wir uns – Kommt! In die Hitze hinein! Lass uns das Leben nicht vergessen! Saug das Licht ganz gierig ein.
[Verse 1] Es geht um meine Darmspiegelung, ein ungewöhnlich heikles Thema. Da gibt’s Tabus mit fester Verriegelung, und selten auch wird sie zum Drama.
[Verse 2] Der Darm – er hat ein trauriges Image. Wir sind zwar um ihn herum gebaut, doch kriegt er bei Tinder nie ein Match und kaum, dass einer mal nach ihm schaut.
[Verse 3] Man dichtet ganz selten auf den Darm. Sie klingen so schlecht, die Pupse. Er hat ganz ehrlich wenig Charme. Die Lieder betreffen Schwänze und Möpse,
[Verse 4] doch nicht diesen langen Schlauch. Verdient hätte er es sicher, doch ist er abstoßend und auch zu feucht, zu dunkel seine Gemächer.
[Verse 5] Selbst wenn er sich selbst mal, wie heute, durchs Auge der Ärztin betrachtet, erzählt er nicht alles in epischer Breite, werden die Regeln des Anstands beachtet.
[Bridge] Vom oberen Eingang bis zur Mündung aber ist er ein Wunder: Funktionell gebaut, kein plumpes Rohrwerk, voller Empfindung, ein wirkliches Wunder, wohin man schaut.
[Verse 6] Und der wird also bald untersucht, mit kleinen Kameras erkundet. Und dorthin verschwindet das ausgesucht fette Fleisch, das uns so mundet.
[Verse 7] Auch das Gemüse, der bunte Salat, die Nüsse und die Pastinaken, das Süße, Saure…, aller Art, was wir erst schlemmen, danach kacken.
[Verse 8] Was in den Mund geht, wird gepriesen, tausende Speisen werden besungen. Sobald die Bissen tiefer fließen, ist die Lyra schnell verklungen.
[Verse 9] Das heißt: Im Darm ist erst mal Dreck. Am Tag zuvor wird ausgeputzt, der ganze Schlick muss raus und weg! Und dazu wird viel Wasser benutzt.
[Verse 10] Das will erst mal getrunken sein, am Abend zuvor und dann am Morgen. Zwei Liter je stürz‘ ich hinein, wär’s Bier – dann hätt‘ ich keine Sorgen.
[Verse 11] Doch ist’s kein Bier! Ein Salzgemisch! – Eine Mischung aus zwei Pulvern, fein in Wasser gelöst, steht’s auf dem Tisch, und alles, alles muss jetzt rein!
[Verse 12] Der Geschmack, er geht, nur halb so schlimm! Und dazu – normales Wasser, viel Tee. Schluck für Schluck, Prost, nimm jetzt, nimm! Trink dich nun voll, denk – ’s wär Kaffee.
[Verse 13] Im Klo – dort schließ‘ ich aber ab, das müsst ihr einfach selbst erleben. Man spült so einiges hinab, zum Himmel wird’s euch nicht erheben.
[Verse 14] Mulmig ist die Fahrt mit der Bahn. Man dichtet am besten, lenkt sich ab, denkt konzentriert, dann kommt man an. In die Umkleide jetzt! Die Hose herab!
[Verse 15] Ich lass‘ mir immer die Spritze geben, beim Stich, da träum‘ ich ’nen guten Kuss, und wenn dann meine Lippen beben, schlafe ich ein und es ist Schluss.
[Verse 16] Man bekommt dann gar nichts mit, ich träum‘ auch nicht, ich bin sediert. Das würde sonst sicher auch kein Hit, mit dem man jemand imponiert.
[Verse 17] Nach dem Spiegeln, Anziehen, Schlafen, oder auch Schreiben, einerlei, und will mein Schicksal mich jetzt nicht strafen, gibt mich der Arzt mit Glückwunsch frei.
[Chorus] Das Arztgespräch – die Spannung steigt. Ich hoff‘ nicht hart und überraschend. Doch kein Polyp hat sich gezeigt, ein Freispruch allumfassend!
[Outro] Ein Glück! – Ich kann nun glücklich gehen, tanzen, übers Trottoir schweben. Erst mal gleich nach Essen sehen und ohne große Sorgen leben!
[Verse 1 – Minstrel Style, Storytelling] Nun kann ich nicht mehr sagen: Da komme ich nicht rein. Nein! – Nun ballern alle Fragen mir ungehindert zum Fenster rein.
[Verse 2 – Lament] Die Rollläden auch noch hoch und offen! Und ich so faul, fast nackt im Bett! Das macht mich echt betroffen – und dabei war früher alles nett.
[Chorus – Tavern Song Energy] Aber klar, ich gebe mich geschlagen! Wir sind ja hier in einem Betrieb, da haben die Chefs auch was zu sagen, und die haben uns alle lieb!
[Outro – Resigned Bard, Ironic] Die wollen für mich auch nur das Beste, ja für uns alle, gemeinsam hier – was das dann heißt – wenn ich das wüsste! Ich raues, graues, grummeldes Tier.
Wenn man denkt es geht schon wieder, drückt uns längst was anderes nieder. Schon Buddha wollte dieser Regel entkommen und ist doch immer mitgeschwommen.
Auch er ist dem Weltlauf nie entschlüpft. Er dachte nur, er hätte ihn durchbrochen. und ist dabei nur anders gehüpft. Er hatte niemals diese Welt durchstochen.
In jede Richtung, wohin wir auch rennen, können wir uns nicht von uns selber trennen. Wir bleiben immer beschränkt und klein, die Umwelt drückt uns ins Leben hinein.
Und das ist immer viel zu eng, bei so viel Umwelt, Gedränge umfasst die Umwelt sehr streng, sie knebeln uns die Wirkungsstränge.
Ein Anteil davon will verharren Ein anderer schiebt den Karren Die Lage verschiebt sich und ein Stück teils nach vorne und teils zurück.
Die Umwelt legt die Wirkung fest stets schiebt sie uns externe Dynamik lässt keinen Spielraum, sie presst, erzeugt in uns, im Einzelnen Panik.
Der Panik kann man nicht entgehen nur im besten Fall verstehen. Die Menschen, alles ist sehr klein und unsere Umwelt – bestimmt unser Sein.
Alles wird von allem gedrückt, durch diese Dynamik leben wir am Ende werden alle zerdrückt. Doch ohne sie, wär niemand hier!
Und manchmal, wenn etwas glückt, dann wird so viel Gutes gepflückt Das Gefühl, dass alles paßt und stimmt das dann jede Panik nimmt.
Entspannung – ja, das liebe ich, einfach an nichts denken müssen. Keine Sorgen quälen mich, wild sein auch und feurig küssen.
Vergessen wir also die Probleme, die können uns nur fertigmachen! Es gibt ja noch das Schöne – und den Humor: Lasst uns lachen!
Vor allem über uns selbst und dass wir das Ziel von allem wären, dass es schlimm wäre, wenn man fällt, dass wir zu viel wollen, begehren.
Ein Luftballon wird einmal platzen! Doch lasst ihn dennoch einmal steigen! Beim Essen darf man auch mal schmatzen, wir müssen nicht immer anständig bleiben.
Alles einfach unproblematisch, man verendet ja irgendwann doch. Doch heute, ganz ekstatisch, leben wir ja noch!
Ach die Geschichte ist ein Sumpf voller schwarz geronnenem Blut Gewalt ist ihr As, die Bosheit Trumpf viele verreckten, sie ist niemandem gut!
Doch was geschehen ist geschah, oder ob es perfide gefälscht war? Geschichte geht unter die Haut, so nah und wir wählen Helden, klar
Wir stehen immer auf einer Seite, und ich will ja gar nicht zynisch sein! Sie ufert auch aus, strömt in die Breite Alles zu viel! Gewiss Ja! Und richtig ein Nein!
Mit wenigen, Blitzen müssen wir uns begnügen, auch wenn uns doch alles interessiert, Ich bin begrenzt, ich muss mich fügen, bevor man sich in jeder Richtung verliert
unsere Kraft versagt uns einmal die Kraft, kann das Leid nicht mehr ertragen, mit der der Mensch seine Welt umschafft umdreht unseren Magen.
Schön, viel schöner ist die Liebe! Ach Thomas – denk an die Eifersucht! Der Honig den ich gern anfliege, Selbst Liebe trägt oft böse Frucht!!
Alles ist grausam ein Kampf! Man reibt sich selbst beim Lieben wund jede Hoffnung, Zuversicht verdampft! wie kynisch bin ich alter Hund!
Kommt tanz Thomas hab Mitgefühl! Tanz mit ins Leben, reim es auf Wonne, Jedes Leben ist doch nur ein Spiel, es glitzert, verdampft schnell in der Sonne.
Es hat kein tiefes großes Ziel, ganz weit über sich hinaus. es lebt und denkt und hat Gefühl es stirbt und es ist – aus!
Wieder wälzt sich dann die Geschichte, über ein kostbares Leben hinweg, und keine Lieder, keine Gedichte, bläst diese Verzweiflung jemals weg.
Das wir zu klein sind, zu viel wissen, führt uns in tiefe Verzweiflung hinein, Wir werden bald die Erde küssen, werden dann nur noch Geschichte sein!
Jeder Kreuzzug führt nach Jerusalem Nein – du wirst es sehr bald sehen In jedem Kreuzzug ist der edle Ritter Nur eine Minderheit und sie sind bitter
Es ist nicht nur heiliges Land betroffen Ein Kreuzzug ist ein Gräuel und offen Vernichtung an viele Orte zu tragen Viele ganz Unschuldige zu erschlagen
Nachdem der Papst den Ersten ausrief Ging gleich am Rhein schon sehr viel schief Am Rhein? Ja dort in vielen Städten Lebten Juden, „die bösen und fetten
Andersgläubigen“ und der Weg war lange Nach Jerusalem, „Tötet die Schlange! Hier schon!“ – War das Motto des Trupps Voller Hass auf Juden ergoss sich der Mob
Hinein in reiche und ärmere Orte Es waren furchtbare Taten und Worte Viele Juden lebten dort schon lange Zeit Waren auch durchaus angesehene Leut
Doch der Schutz durch die Räte, Bischöfe versagt Man hat es vor dem Mob nicht gewagt Den bedrängten Juden beizustehen Lies die Abschlachtung geschehen
Massen von Menschen erschlagen oder fliehen Ein Mob Franzosen und Deutsche Bauern, Bürger, Arme dazu Da brannten die jüdischen Viertel im Nu
Geplant vom Adel der Kirche wars nicht Der Mob war Volk, voll Wahn, „auf nach Jerusalem!“ Doch auch auf dem Weg dorthin, geschehen Gräuel an Gräuel, Gewalt, Gewalt Der große Zug macht überall Halt
Die Sonne scheint Ihr Licht es gießt uns schöne Farben in die Augen und dieser Sonnensaft er fließt in all unsre Zellen, sie wollen saugen
Und unsre Muskeln entfalten sich die Augen lachen auf und jubeln sehen die Welt und sehen dich und alle andern die Strahlen beflügeln mit dir mit Licht fröhlich fliegen
Sonne ach du liebe Zeit wieder flieg ich viel zu weit ich gestehe meine große Sünde dass ich zu leicht, zu viel empfinde ein Aufschwung immer ohne Kontrolle
Aber was soll es! Das Licht ist Licht ist Licht und etwas andres eben nicht
Ich kann das Licht nicht kleiner machen es gehört zu den wirklich großen Sachen