Weißt Du, meine Nervenketten
sind aus ihren Kränzen gesprungen,
da ist auch nichts mehr zu retten,
die Ritzel sind tief eingedrungen
ins weiche Gehirn, quirlten es flüssig.
Jetzt schäumt es auf nach allen Seiten,
seine prallen Falten fallen rissig
ein, unfähig Gedanken weiterzuleiten.
Niemand kann uns noch leiten,
Ordnung bringen in der Welt.
Worte, Sätze, nur Belanglosigkeiten,
die nichts mehr zusammenhält.
Nichts hält sich noch für errettbar,
entkommt dem Haus der Verwesung.
Ruinen, Ideologien starren leer, klar,
früher da schien noch alles machbar.
Neuer Wohlstand explodierte für alle,
der Brunnen Erde spuckte Reichtum.
Heute streckt CO₂ seine Kralle
aus und nichts wird’s mit grenzenlosem Konsum.
Der frisst die letzten Gedanken auf,
aufgelöst fließen Hirne in Gullys
– hinab, nicht in den Himmel hinauf,
– hinab mitten in die Kanäle, ins Verlies,
wo der schaumige Schleim der Träume
mit bitteren Tränen gemixt wird.
Nichts, luftige, ölige Schwärme
aus Pilzen, Bakterien, Algen, zersetzt, umschwirrt
von Fliegen und ausgeschlürft
von bald zerplatzenden Maden,
die der dunkle Fluss auswirft.
Wahnsinnige gehen dort noch baden.
Wahnsinnige suchen im blähenden Schaum
nach Licht und Weisheit und Erkenntnis,
geben der Hoffnung immer noch Raum.
Wahnsinnige! Das wird nichts!
Wir sind nicht dazu geboren,
um Erkenntnis aus dem Lauf der Welt zu filtern.
Wir stopfen unsere Mägen mit Kadavern voll, verloren
wären wir hier sonst, überwintern
müssen wir jedes Jahr im Dreck,
dem Boden voller Würmer, Pilzhyphen,
den Schleim schiebt man nicht weg,
die Hände und Lippen triefen.
Trinken Plastikcocktails aus blauen Flaschen,
rufen die Wogen der Meere,
erstickt in Netzen, Taschen,
voll riesiger Strudel, blauer Leere!
Kein Leben mehr außer Mikroben,
Fadenwürmer behausen Plastikwälder,
die die Meere durchziehen von unten bis oben,
nur noch leere, endlose Behälter!
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