
Ein Würmchen glüht hier, ein paar glühen dort,
die fliegenden Männchen sind noch fort,
nur wenige fanden bis jetzt den Wald,
oft schwirrten, verbrannten sie ganz kalt –
blütig ermordet an heißen Lampen oder
verirrten sich im wilden Geloder der Funken
von Fenstern und fernen, blassen Lämpchen.
Nur glückliche Männchen finden An-ge-be-te-te,
sofort von ihnen rasant umtänzelte,
knackige, leuchtend schöne Glühwürminnen.
Vereinen sich mit ihnen bald, bedrängen sie kurz,
halten sie festgedrückt an ihr Insektenherz,
verhaken sich ganz feurig mit ihr,
ganz ähnlich dem, wie wir
es tun – nur nicht so lyrisch beschrieben,
wie wir es besingen, wie wir es trieben.
Das tun sie eben doch nicht.
Ihnen reicht ein wenig Glühwürmchenlicht.
Nachdem sich Männchen, Weibchen getroffen –
das schreibe ich nun hart und offen –
haben sie ihr Ziel bereits erfüllt.
Die Erwachsenen haben keinen Hunger gestillt,
sie lebten nur noch von Larvenfett
und legten sich bald aufs Totenbett.
Eier, Larven, Imagos, neue Generationen –
ein smarter Weg, muss ich betonen.
Ein millionenfach begangener Weg,
ein eingefahrener, fester, gerader Steg.
Vermehren, nicht weniger werden zumindest,
ein kurzes Glück, wenn du Partner findest.
Mehr glauben diese Würmchen nicht –
nur wir sehen tiefer, sehen ins Licht,
sehen, meinen, da wäre ein Plan,
als bräche sich da doch mehr Bahn,
als bloße Vermehrung – viel mehr! Erkenntnis!
Alles durchschauen, verstehen – Hybris!
Wir wollen dahinter mehr erkennen,
das was wir Sinn – dahinter – nennen.
Das Leben mit all seinem Leiden, der Qual –
das ist doch letztendlich nicht so banal!
Das hat doch irgendwie mehr Sinn,
da steckt doch noch viel mehr dahinter,
dass grade – ich – jetzt hier auf Erden bin!
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