Rilke ringt mit seinem Gott
Er hätte es schon wissen können
Den Alten kriegt man nicht mehr flott
Doch Rilke wollte brennen, brennen!

Rilke was hast du nur getan!
Selbst mir schlägt das Stundenbuch ans Herz
doch ist es nutzlos, nichts, nur nichts,
ein Wahn und sinnloser Schmerz.

Hättest Du doch Aphrodite besungen!
Die nützt zumindest im süßen Spiel
Aber Du hast alles durchsucht durchdrungen
doch das kalte All blieb kühl.

Es weiß noch immer nichts von dir
der Herr des Himmels bleibt verschwunden
und ich, ich altes elendes Tier
drehe zum Abschluss nur düstere Runden.

Rilke du schufst dir Gott nur wieder
aus Dir selbst, dem alten Ton
aus Tönen, deine schönen Lieder
sie tragen uns sanft, erhaben davon

und bringen uns doch nur selber nah.
Zu Gott – diesen Umweg braucht es nicht
denn dieser Gott er bleibt nicht da,
verschwindet, verdampft im Licht

der Wirklichkeit und all der Wut,
dem Stechen, Hauen aufeinander.
Diese Welt braucht keinen Gott sondern Mut,
den Mut zum Leben, zum Miteinander.

Mein Blick ging hinaus durch die Stäbe
ich verlor meinen Glauben an Gott seine Macht
tat nicht mehr als ob es Götter gäbe
sah hoch zu den Sternen, hinein in die Nacht.