Lyrik und Sound

Autor: admin (Seite 6 von 7)

Der röhrende Hirsch

Der röhrende Hirsch
ist ziemlich unwirsch
Schon wieder wird er gemalt
aber keiner davon zahlt!

Hört ihn durchs Dickicht sprechen,
wie sehr er in der Klemme steckt,
wie jeder dieser Frechen,
Maler finstere Gedanken weckt.

Denn sie zerstören seine Träume!
Treten aus dunklem Forst und malen,
für Jägerzimmer, Speiseräume,
doch ohne höflich zu bezahlen.

Nicht mit Geld, noch Beeren, Zweigen
Die immer gleiche Leier
Ich muss mich nur ein wenig zeigen
Mein Geweih meine…

Dann steht auf der Wiese die Staffelei
Und ein Maler malt wie wild
Und karikiert, ne sauerei
nackt und bloß mein Ebenbild

Gerahmt in Berge Täler, Seen
doch nie mit meiner lieben Kuh
Ich röhre das die Felsen glühen
„komm Kuh, komm auf mich zu!“

Die scharfe Kuh ist nie zu sehen
Nur Dampf vor meinem Mund
Ich kann nicht in die Vollen gehen
so einsam sein ist ungesund.

Der Maler der die Kuh verjagt
zertrampelt mir auch ihre Fährte
Der, der niemals Danke sagt
er ist mein ständiger Gefährte

Dennoch es waren Menschenfinger
Die den Pinsel treffend führten
Der Abstand zu mir war geringer
Mit Händen die noch etwas spürten.

Heut muß ich nicht mehr schreien, rufen.
Den Prompt er hat ihn schnell getippt
Mein Hirschgeweih und meine Hufen
nur Bytes, die Wirklichkeit weggezippt

Inspiration: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6hrender_Hirsch

Frühlingskuss

Komm jetzt wieder Frühling,
gib mir wieder einen Kuss
zärtlich leg mich zu Dir hin,
schreibe, schreibe ohne Schluss!

Eins ans andre, höher, höher!
Jauchze, dichte von der Flur,
von Wald und Heide und vom Weiher,
von Sonnenstrahlen, Honig pur!

Doch Frühling ach, du brauchst mich nicht,
du hast ja selbst schon so viel Kraft,
die Sonne bist du, das pralle Licht,
das wirklich Leidenschaft erschafft.

Ich kommentiere nur, ein laues Lüftchen
an das man sich nur kurz erinnert,
ein kleiner Kahn, ein Schiffchen,
das auf dem Gartenteich schimmert.

Nie kann ich Dich erreichen,
versuche es aber immer wieder,
meine Fiedel gut zu streichen,
zärtlich, zarte, wilde Lieder

Alles Leben soll Dich besingen.
Blüten sollen springen
Lerchenchöre klingen,
jede Saite in uns schwingen!

So komm jetzt wilder Frühling,
durchström mich, starker Fluss,
zärtlich leg Dich zu mir hin,
schenk mir wieder einen Kuss.

Inspiration: Schönes Wetter und das Ende des April brachten mich auf diese Idee

Schwächen

So vieles bringt mich zum Verzweifeln,
auch über mich selbst muss ich klagen,
wie sich Versäumnisse anhäufen
und Fehler – nein! – Nicht fragen!

Es reicht mir schon, dass ich sie kenne,
die ganze Gedankenlosigkeit,
dass ich so schnell bin und wegrenne
und so gut vertrödle all meine Zeit.

Doch wenn ich so streng zu mir wäre,
wär ich’s zu and’ren gleich viermal,
deshalb nehme ich die Schwere,
trage sie kraftlos, diese Qual,

die mir mein träges Leben bereitet.
Weich bin ich eben, kein harter Stahl,
der nur mit Mühe austeilt und streitet,
der zurückweicht jedes Mal.

Du, Thomas, machst es dir zu einfach,
da deine Trägheit auch and’re betrifft,
gibts viele Stöße, viel Streit, viel Krach,
und alle werden angeschifft.

Sei lieber doch noch etwas strenger,
lass das grenzenlose Ruhn,
vielleicht wird’s für andere enger,
doch mehr hast du mit dir zu tun!

Red dich nicht mit schönen Versen heraus!
Es wird dir im Leben nichts nützen!
Schau früh nach Regenwolken aus,
Leben heißt leider auch – Schwitzen!!

Ach schnelle Peitschen, harter Streich,
Ach Skylla, ach Charybdis
zwischen zu hart und zu weich,
zu wählen – ein Verhängnis!

Es gibt einen Weg mitten hindurch!
Einen Weg nicht ohne Gefahr!
Auf wir müssen durchs Leben durch,
Macht dazu alle Segel klar!

Kämpf und streng Dich härter an,
Doch lass es, dieses Kritischsein
Tu das was man machen kann,
und sag auch manchmal nein.

Weich und fest in einem zusammen,
Knochen und Fett und Haut drum herum
Wasser gemeinsam mit Flammen,
ein gutes, menschliches Drumherum.

Das singen alle selig,
und wissen – das klappt nie,
Ein Glück – viel wächst dazwischen,
kommt lasst uns beides mischen!

Inspiration: Selbstzweifel (24.04.2026)

Variation zu Zhuangzis Schmetterlingstraum

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zhuangzi und DeepSeek

Die Erzählung (Quelle DeepSeek):

Einst träumte Zhuang Zhou, er sei ein Schmetterling, ein fröhlicher Schmetterling, der selbstvergessen umherflog. Er wusste nichts von Zhuang Zhou. Plötzlich erwachte er – und war wieder wirklich Zhuang Zhou. Aber er wusste nicht, ob er Zhuang Zhou war, der geträumt hatte, ein Schmetterling zu sein, oder ob er ein Schmetterling war, der träumte, wirklich Zhuang Zhou zu sein.

nun mein Gedicht:

Nerven rattern
Ich denke
Enten schnattern
Ich sinke

In einen Traum
Ich lausch
da weht im Raum
der Rausch

Falle wieder weiter
glücklich heiter,
werde ich zum Schmetterling
ich kleines torkelndes Ding

Wühle mich fallend,
steigend
durch die Luft
folge Blütenduft,

Pastellene Blütenfarben,
führen mich am Zügel
Staubblättergarben
bestäuben meine Flügel

und ich verteile klebrige Pollen
die halten, nicht verwehen
trinke den wundervollen
Saft der Necktarseen

betrunken im Rausch
vergessen den Tausch
bin ich was ich träume,
umflattere die Bäume

finde ein paar Blüten,
Blüten meine Retter!
die meinen Schlaf behüten,
sinke in die Blätter,

der Blüten falle zurück
Ins Blütenglück
träume
Mensch zu sein

Aliens

Ufos sind geheimnisvoll
entführen sie, machen sie toll?
sind es außerirdische Wesen?
Oder Russen, oder Chinesen?
Weshalb jetzt, in der Ära Trump
Ist der im Weltall – so bekannt?

Wunder suchen wir oft Zeichen,
die uns von oben erreichen,
von einem Gott, einem Planeten,
wir fürchten es, wir beten,
es wäre ein Gang durchs Feuer,
oder ein echtes Abenteuer.

Ob Aliens befürchten, zittern,
das sie in neue Deals rein schlittern?
Die alten Schwüre nicht mehr gelten?
Droht jetzt auch noch ein Krieg der Welten?
Doch warum sind die Leute oft alt,
stellt man grad‘ Pensionäre kalt?

Die Aliens, die Aliens,
ihr Geheimnis ist immens,
voller dunkler, geheimer Ecken
in denen sie sich tief verstecken.
Am besten in der normalen Statistik:
Ein Rentner ist oft nicht mehr rüstig,

verirrt sich oder knickt mal ein,
fällt tief in einen Schacht hinein.
Oder besucht zu scharfe Plätze,
plötzlich ein paar helle Blitze,
strahlen und ihn reißt die Hitze,
mitten aus dem Leben heraus.
Oder sein Licht geht einfach aus

auf einer Lichtung, an einem Fluss,
ein Herzinfarkt – gibt einen Kuss.
Es kann so viele Wege geben,
an deren Ende, wir nicht mehr leben.
Und das ein Hausmeister Aliens traf,
glaubt weder ein Löwe noch ein Schaf

niemals stand in der heiligen Schrift,
dass man überhaupt je Aliens trifft.
Denn Aliens, Aliens – die sind so fern,
die sehen vielleicht unsren Stern
gerade als Noah geboren wurde.

Inspiration: https://www.morgenpost.de/politik/article411776607/tot-oder-vermisst-das-raetsel-um-die-verschwundenen-ufo-forscher.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Absolute Lyrik

Absolute Lyrik – Phrase!
Absolute Lyrik – Extase?
was darf ich von ihr erwarten?
Ganz weit oben muss ich starten.

Und wie tief falle ich dann runter?!
Vielleicht ist es besser gewöhnlich zu bleiben
nicht so ernst sondern absolut munter
am Besten wohl ein Trinklied zu schreiben

Ein Trinklied genau – mit Wein und Gesang!
und sicher auch mit Weibern
auf einem Schiff den Rhein entlang
mit vollen Fässern, vollen Leibern.

Da schunkeln wir und absolut
fühlen wir uns alle gut
Zechen, sinken immer schneller
absolut wahr! hinab in den Keller.

Den es auf Schiffen gar nicht gibt
Wir gehen also allesamt munter
dort wo sich die Loreley vergnügt
mit Schiff und Mäusen unter.

Und tauchen gleich wieder glücklich auf
voll Wein im Wasser erleichtert
Absolut wahr! Bis zu Gott hinauf
Der trinkt mit, vom Wein begeistert

Absolut wahr! hat er mitgerettet
Absolut lyrisch und konfus
durch Zufälle sinnvoll verkettet
ohne Schwips und Pferdefuß.

Inspiration: Humoristische Bemerkung zu einem Abschnitt über Absolute Lyrik in Grundstudium Literaturwissenschaft, 10 Bde., Bd.6, Aspekte der Lyrik: Mit einer Einführung in die Verslehre (24.04.2026)

Unzähmbare Lyrik

Lyrik – ob du sie hörst, singst oder liest,
was Lyrik genau als Gattung umfasst,
welcher Text in die breite Lyrik fließt
und welche Beschreibung zu ihr passt.

Das ist noch gar nicht ausgemacht.
Lyrik lässt sich nicht einfach fassen,
sie ist so frei, so glitschig, glatt, gib acht,
nicht frustrieren lassen!

Denn wonach man gar nicht fassen kann,
ist dennoch gut zu fühlen, zu lesen.
Geht man aber zu theoretisch ran,
versteckt sie ihr unzähmbares Wesen.

Ist es ein Text, in dem die Klänge
an hoher Stelle stehen?
Doch Epen sind teils auch Gesänge,
wie kann das zusammengehen?

Sind es die Regeln, die sie halten,
die Verse, Strophen, die sie formen,
die Stärken, die den Rhythmus gestalten,
die Hebung, Metrik, alle diese Normen?

Oder die Hierarchie ihrer Teile,
Verse, Strophen, Gruppen,
aus Strophen, Reime, Zeile für Zeile,
ineinander gesetzte russische Puppen.

Oder ist sie oft Lied, nur ohne Musik,
ohne ihre Basis, ohne Gesang,
ein Text, abgeschnitten, ohne Glück,
nur noch geflüsterter Klang?

Lyrik, Lyrik fließt, malt Bilder,
ein feiner Stoff aus kleinen Silben,
sanft, glatt, gespannt, gekreppt und wilder
Strom aus Gedanken, Gefühlen, die vergilben

oder durch Jahrhunderte wirken.
Alles das zusammen gut gemixt,
Texte, die uns stützen, stärken?
Nun mich hat die Lyrik verhext!

Inspiration: Die Frage wie und ob man Lyrik definieren kann aus: Grundstudium Literaturwissenschaft, 10 Bde., Bd.6, Aspekte der Lyrik: Mit einer Einführung in die Verslehre (wv studium) von Bernhard Asmuth (24/250.04.2026)

Am Morgen

Ein neuer, lichter, heller Tag,
doch seine ersten Stunden
schon wieder sind sie vergangen!
Ein Stück mit jedem Glockenschlag,
die Zeiger unerbittliche Runden
drehen sie – ja – wir sind gefangen!

In Zeit und Raum hineingepresst,
auf eine schmale Zeit begrenzt,
ohnmächtig müssen wir wieder gehen.
Ach lass das! Feiern wir ein Fest,
Arbeit und die Schule geschwänzt,
Glück, Glück das wollen wir sehen!

Ach, du hast dich schon sehr viel
mit diesem Glück beschäftigt.
Ich bin da skeptisch, nicht so fröhlich,
spiel zwar auch mal gern ein Spiel,
doch dann manchmal viel zu heftig,
erkenne gar nicht, wie gefährlich

meine hilflosen Züge sind.
Ich strebe zwar nach Glück und Licht,
doch finde ich vom Glück nicht viel.
Es verweht mir im Wind
Jeder Plan von mir zerbricht
und um mich ist es windig, kühl

Und nicht nur private Stürme sind
bedrohlich. Das die ganze Welt zerbricht
ist möglich, real und gar kein Spiel.
Doch die meisten Führer die sind blind,
beachten unser Glück gar nicht,
„das Beste für uns! “ – nur das ist ihr Ziel!

Wir werden von ihnen mal hier,
mal wieder dorthin getrieben.
Ich habe längst keine Hoffnung mehr,
keine Hoffnung! Nein! Auch ich bin Tier!
Selbst meine Hingabe, meine Sehnsucht, mein Lieben,
ist nicht zart, sondern bitter und schwer.

Die Sonne und der Süden

Sonne ja das reimt sich,
leider auf wenige Worte,
dieses Wort es reizt mich,
scheint so schön, alle Orte

laden sie sehr gerne ein,
doch findet sie eitel allein,
den Süden für sich passend,
den Süden eng umfassend

küsst sie den Tag für Tag,
nur wenn man Regen mag,
Macht einen das nicht traurig,
Ich finde Regen schaurig,

vor allem früh am Morgen,
stören mich dann Sorgen,
da bliebe ich gerne im Bett
wenn ich bloß die Kohlen hätt

Ich würde verschwinden,
suchen und den Süden finden.
Mit der Sonne, ach wie nett
liegt er da im Sonnenbett.

Küsst sie ab, vor und zurück,
genösse gerne dieses Glück!
Doch die Sonne sie sagt nein,
Du darfst da nicht mit rein!

Leg mich deshalb an den Strand,
an dem ich Sonnenstrahlen fand,
ganze Haufen Sonnensand,
durchwühlt meine kleine Hand.

und ich hör dort deutsche Schlager,
Auch ich hab einmal Glück,
nach Deutschland aber
kommt keiner zurück!

Inspiration: Kleiner spaßiger Ausgleich am 25.04.2026 aus einem Fragment entwickelt zu „Unzähmbare Lyrik“ und „Absolute Lyrik“.

Unbarmherzige Sonne!

Blau scheint in den Wintergarten
ein leichter, schöner, neuer Tag
hier auf der Couch ein frohes Erwachen
Sonntag ist auch, ich mag

Wenn sich alles so gut trifft
Farbe und Stimmung zusammen stimmt
Da geht es nach oben wie im Lift
Die Welt ist gut! Bestimmt!

Doch auch Kriege haben blaue Himmel
Tage wo die Sonne freundlich scheint
und Soldaten schießen, ein Gewimmel
von Fliegen über Fleisch erscheint

bedauert, dass Tote so schnell verwesen
Sie selbst so wenige Eier legen
Für die kleinen besorgten Wesen
ist dieses Fleisch ein Segen.

Ihr Fliegengott er segnet das Fleisch
bittet Sie dann an den großen Tisch
Auch Raben kommen mit Gekreisch
zum Lobgesang, denn die Leiber sind frisch

Und du strahlst schön über allen
du unbarmherzige Sonne
die unsere Leiden nicht erkennt.
beleuchtest die verblasste Wonne,
verlassen dort eine Villa brennt

der ganze Umkreis ist zerstört
und Schüsse knallen, knallen
ein Bild in dem die Sonne stört
alle Ideale vom Sockel fallen

Inspiration: Geschrieben am 26.04.2026 am Morgen begonnen.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Kamellenregen

Theme von Anders NorénHoch ↑