Lyrik und Sound

Monat: April 2026 (Seite 4 von 4)

Unzähmbare Lyrik

Lyrik – ob du sie hörst, singst oder liest,
was Lyrik genau als Gattung umfasst,
welcher Text in die breite Lyrik fließt
und welche Beschreibung zu ihr passt.

Das ist noch gar nicht ausgemacht.
Lyrik lässt sich nicht einfach fassen,
sie ist so frei, so glitschig, glatt, gib acht,
nicht frustrieren lassen!

Denn wonach man gar nicht fassen kann,
ist dennoch gut zu fühlen, zu lesen.
Geht man aber zu theoretisch ran,
versteckt sie ihr unzähmbares Wesen.

Ist es ein Text, in dem die Klänge
an hoher Stelle stehen?
Doch Epen sind teils auch Gesänge,
wie kann das zusammengehen?

Sind es die Regeln, die sie halten,
die Verse, Strophen, die sie formen,
die Stärken, die den Rhythmus gestalten,
die Hebung, Metrik, alle diese Normen?

Oder die Hierarchie ihrer Teile,
Verse, Strophen, Gruppen,
aus Strophen, Reime, Zeile für Zeile,
ineinander gesetzte russische Puppen.

Oder ist sie oft Lied, nur ohne Musik,
ohne ihre Basis, ohne Gesang,
ein Text, abgeschnitten, ohne Glück,
nur noch geflüsterter Klang?

Lyrik, Lyrik fließt, malt Bilder,
ein feiner Stoff aus kleinen Silben,
sanft, glatt, gespannt, gekreppt und wilder
Strom aus Gedanken, Gefühlen, die vergilben

oder durch Jahrhunderte wirken.
Alles das zusammen gut gemixt,
Texte, die uns stützen, stärken?
Nun mich hat die Lyrik verhext!

Inspiration: Die Frage wie und ob man Lyrik definieren kann aus: Grundstudium Literaturwissenschaft, 10 Bde., Bd.6, Aspekte der Lyrik: Mit einer Einführung in die Verslehre (wv studium) von Bernhard Asmuth (24/250.04.2026)

Am Morgen

Ein neuer, lichter, heller Tag,
doch seine ersten Stunden
schon wieder sind sie vergangen!
Ein Stück mit jedem Glockenschlag,
die Zeiger unerbittliche Runden
drehen sie – ja – wir sind gefangen!

In Zeit und Raum hineingepresst,
auf eine schmale Zeit begrenzt,
ohnmächtig müssen wir wieder gehen.
Ach lass das! Feiern wir ein Fest,
Arbeit und die Schule geschwänzt,
Glück, Glück das wollen wir sehen!

Ach, du hast dich schon sehr viel
mit diesem Glück beschäftigt.
Ich bin da skeptisch, nicht so fröhlich,
spiel zwar auch mal gern ein Spiel,
doch dann manchmal viel zu heftig,
erkenne gar nicht, wie gefährlich

meine hilflosen Züge sind.
Ich strebe zwar nach Glück und Licht,
doch finde ich vom Glück nicht viel.
Es verweht mir im Wind
Jeder Plan von mir zerbricht
und um mich ist es windig, kühl

Und nicht nur private Stürme sind
bedrohlich. Das die ganze Welt zerbricht
ist möglich, real und gar kein Spiel.
Doch die meisten Führer die sind blind,
beachten unser Glück gar nicht,
„das Beste für uns! “ – nur das ist ihr Ziel!

Wir werden von ihnen mal hier,
mal wieder dorthin getrieben.
Ich habe längst keine Hoffnung mehr,
keine Hoffnung! Nein! Auch ich bin Tier!
Selbst meine Hingabe, meine Sehnsucht, mein Lieben,
ist nicht zart, sondern bitter und schwer.

Die Sonne und der Süden

Sonne ja das reimt sich,
leider auf wenige Worte,
dieses Wort es reizt mich,
scheint so schön, alle Orte

laden sie sehr gerne ein,
doch findet sie eitel allein,
den Süden für sich passend,
den Süden eng umfassend

küsst sie den Tag für Tag,
nur wenn man Regen mag,
Macht einen das nicht traurig,
Ich finde Regen schaurig,

vor allem früh am Morgen,
stören mich dann Sorgen,
da bliebe ich gerne im Bett
wenn ich bloß die Kohlen hätt

Ich würde verschwinden,
suchen und den Süden finden.
Mit der Sonne, ach wie nett
liegt er da im Sonnenbett.

Küsst sie ab, vor und zurück,
genösse gerne dieses Glück!
Doch die Sonne sie sagt nein,
Du darfst da nicht mit rein!

Leg mich deshalb an den Strand,
an dem ich Sonnenstrahlen fand,
ganze Haufen Sonnensand,
durchwühlt meine kleine Hand.

und ich hör dort deutsche Schlager,
Auch ich hab einmal Glück,
nach Deutschland aber
kommt keiner zurück!

Inspiration: Kleiner spaßiger Ausgleich am 25.04.2026 aus einem Fragment entwickelt zu „Unzähmbare Lyrik“ und „Absolute Lyrik“.

Unbarmherzige Sonne!

Blau scheint in den Wintergarten
ein leichter, schöner, neuer Tag
hier auf der Couch ein frohes Erwachen
Sonntag ist auch, ich mag

Wenn sich alles so gut trifft
Farbe und Stimmung zusammen stimmt
Da geht es nach oben wie im Lift
Die Welt ist gut! Bestimmt!

Doch auch Kriege haben blaue Himmel
Tage wo die Sonne freundlich scheint
und Soldaten schießen, ein Gewimmel
von Fliegen über Fleisch erscheint

bedauert, dass Tote so schnell verwesen
Sie selbst so wenige Eier legen
Für die kleinen besorgten Wesen
ist dieses Fleisch ein Segen.

Ihr Fliegengott er segnet das Fleisch
bittet Sie dann an den großen Tisch
Auch Raben kommen mit Gekreisch
zum Lobgesang, denn die Leiber sind frisch

Und du strahlst schön über allen
du unbarmherzige Sonne
die unsere Leiden nicht erkennt.
beleuchtest die verblasste Wonne,
verlassen dort eine Villa brennt

der ganze Umkreis ist zerstört
und Schüsse knallen, knallen
ein Bild in dem die Sonne stört
alle Ideale vom Sockel fallen

Inspiration: Geschrieben am 26.04.2026 am Morgen begonnen.

Karneval

Karneval, oh Karneval!
Feuer, ach, Ekstase!
Bunte Masken überall,
turbulente Straße!

Straße der Narren,
Mottowägen
aus den Karren,
Kamellenregen.

Viele wilde Kostüme,
heiße, nackte Schenkel
mitten auf der Bühne!
Küsse, Glück, Geplänkel.

Karneval, oh Karneval,
feiert durch die Nächte!
Öffnet jeden Saustall,
predigt Liebe – echte!

Inspiration: Ein Erinnerungsgedicht an den Karneval 2025 in Köln

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