
Lyrik – ob du sie hörst, singst oder liest,
was Lyrik genau als Gattung umfasst,
welcher Text in die breite Lyrik fließt
und welche Beschreibung zu ihr passt.
Das ist noch gar nicht ausgemacht.
Lyrik lässt sich nicht einfach fassen,
sie ist so frei, so glitschig, glatt, gib acht,
nicht frustrieren lassen!
Denn wonach man gar nicht fassen kann,
ist dennoch gut zu fühlen, zu lesen.
Geht man aber zu theoretisch ran,
versteckt sie ihr unzähmbares Wesen.
Ist es ein Text, in dem die Klänge
an hoher Stelle stehen?
Doch Epen sind teils auch Gesänge,
wie kann das zusammengehen?
Sind es die Regeln, die sie halten,
die Verse, Strophen, die sie formen,
die Stärken, die den Rhythmus gestalten,
die Hebung, Metrik, alle diese Normen?
Oder die Hierarchie ihrer Teile,
Verse, Strophen, Gruppen,
aus Strophen, Reime, Zeile für Zeile,
ineinander gesetzte russische Puppen.
Oder ist sie oft Lied, nur ohne Musik,
ohne ihre Basis, ohne Gesang,
ein Text, abgeschnitten, ohne Glück,
nur noch geflüsterter Klang?
Lyrik, Lyrik fließt, malt Bilder,
ein feiner Stoff aus kleinen Silben,
sanft, glatt, gespannt, gekreppt und wilder
Strom aus Gedanken, Gefühlen, die vergilben
oder durch Jahrhunderte wirken.
Alles das zusammen gut gemixt,
Texte, die uns stützen, stärken?
Nun mich hat die Lyrik verhext!
Inspiration: Die Frage wie und ob man Lyrik definieren kann aus: Grundstudium Literaturwissenschaft, 10 Bde., Bd.6, Aspekte der Lyrik: Mit einer Einführung in die Verslehre (wv studium) von Bernhard Asmuth (24/250.04.2026)



