Lyrik und Sound

Monat: April 2026 (Seite 2 von 4)

Geschwindigkeit


Ich bin verdammt! Geschwindigkeit
sie jagt und ist auch schon vorbei.
Sie dauert eine Ewigkeit.
Sie gibt mich nicht mehr frei.


Ein Lärm, ein Schock, ein Unfall,
im Koma eingefroren
Ein Schlag, ein kurzer Knall.
Mein Gedächtnis verloren.

Ein langsames Ertrinken,
eintauchen in die Ewigkeit.
Nur tröpfchenweise denken
und irgendwann – verschwindet die Zeit.


Das Ende – aber nie erlebt,
da das Erleben früh erlischt.
Ganz starr und fest am Ende kleben,
dem man nicht mehr entwischt.


Kalt als Leichnam aufgetischt,
am Ende dieser seltsamen Welt,
aus der man kein Erlebnis mehr fischt,
sich selbst auflöst, zerfällt.


Jetzt leb ich, ja noch leb ich! Ja!
Doch alles geht oft furchtbar schnell!
Ich rase und dann packt es mich da
zerrt und zieht mir ab mein Fell.


Rasen, Rasen, noch gefangen,
schreddert mich die Zeit ganz fein!
Termin, Termine! Giftige Schlangen,
beißen, drücken, schnüren mich ein.


Was soll das alles? Streck Dich aus!
Deinen Zehen geht es gut.
Streck sie im Bett zur Sonne raus
Schau in ihr Licht, spring in die Flut!


Pfeift auf die Geschwindigkeit
Träge seid mir, seid mir schlau
Langsam, langsam lasst Euch Zeit
Schaut zärtlich zur Sonne ins Blau.

Hinein in See und Wellen

Weiß sind sie die Wolken
nur wenn sie harmlos sind
die sind weich und welken
Lösen sich leicht auf im Wind

Die stürmischen die toben
die brechen Mast und Baum
voll Regen peitschen sie von oben
lassen Träumen keinen Raum

Doch träumen will ich immer wieder
Gefährlich auch und hart
Peitschen sollen wilde Lieder
Johlen auf der großen Fahrt

Das Meer oh ja die wilde See
aufgespannt von den Tropen
Hin zu den Polen Eis und Schnee
Dort singen Sirenen, toben Zyklopen


Das Meer, das schon so viele ertränkte
Dort wo wilde Träume blühen
Schiff um Schiff versenkte
dort wächst nun Liebe bunt und grün

Kein heißes Leben mehr zerschmettern
zur Hölle mit den Degen
Wir wollen zärtliche Lieder schmettern
Und uns in die Sonne legen

Die Stürme toben trotzdem weiter
ertränken weiter viele
Doch Piraten Wellenreiter
Piratinnen lieben wildere Spiele

Feurige Szenen zwischen Meer und Sturm
Lieben Hitze und Kälte, zuckende Böen
Tiamats Grollen, der uralte Wurm
überschwemmt die Welt die höchsten Höhen

Piraten durchschneiden Wellenkämme
Ihre Schiffe schwanken doch sinken sie nicht
Sie segeln hinaus aus jeder Enge
und golden glänzt ihr Ruf im Licht

Chaos Welt

Ich hab der Welt hier nichts zu sagen
Ich schlag mich nur mit ihr herum
Es lohnt hier nicht sehr viel zu wagen
Auch grade Wege biegt sie krumm.

Viele vermuten dahinter Gott
Damit sie nicht bricht hält der sie zusammen
Der schmiert sie dauernd hält sie flott
Und der Teufel kämpft gegen die Flammen

Nein ich seh das Göttliche nicht
Hier geht viel schief und wenig gut
Viel Dunkelheit spärliches Licht
Und wenn es flutet ist es gleich Glut

Nein hier ist nichts tief geplant
Sehr selten geht es ordentlich zu
Es ist zu kalt zu heiß, miteinander verzahnt
schwingt hier nichts, alles stürzt ohne Ruh

Die Welt sie läuft hier wild und leer
Verliert sich in der Zeit der Leere
Moleküle schießen hin und her
Rennen sich ständig selbst in die Quere

Und auch wir und unsere Wünsche
kollidieren und zerspringen
Wir spielen mit Masken nutzen Tünche
Während wir nachdenklich Lieder singen

Schleudergang

Welt, du rast im Schleudergang,
spülst uns Sicherheiten weg,
schabst uns rau die Trommel entlang,
verschleuderst Wahn und Dreck.

Sauber, sicher wird es niemals!
Ein Wirbel drückt uns auf ein Riff,
fest in der Schlaufe eines Schals,
würgen wir in seinem Griff.

Der Frühlingsrock zerfetzt, zerknittert
Goethes Gedichte säuseln nur Schitt
Die Welt in Schlamm geschlittert
durchgedreht rotiert alles mit

Kalt so kalt, der Frühling lässt
Noch ewig auf sich warten.
Bomben trommeln, schlagen fest,
fegen Orte aus den Karten.

Bullen, Bären sind geflohen,
Schläge, Schrecken, Hitze, Leid.
Flammen saugen, Menschen verrohen
Zerbissen Zungen – Totes schreit!

Die Wirklichkeit zerstört, zermahlt,
schwarz und kahl, verbrannte Bäume,
versperrte Türen, teurer bezahlt
wird jeder unserer schönen Träume.

Schrei auf zu deinem gnädigen Gott!
Statt Regen regnet es Raketen.
Seht! Euer Herr treibt mit euch Spott,
will Euch zusammen prügeln, kneten.

Euer Gott schuf eine harte Welt,
er liebt es, lässt es gerne krachen.
Wenn Mensch um Mensch zur Erde fällt,
wird er sich einfach neue machen.

Leiser Widerstand

Mir fällt kein glückliches Lied mehr ein,
ich kann die Lust nicht mehr besingen.
Die Wirklichkeit greift immer herein,
kann jeden Witz erwürgen, verschlingen.

Doch würde ich gerne weiter hinaus,
dem ganzen Wahn der Welt entkommen,
und bleibe doch eine kleine Maus,
mein Widerstand verschwommen.

Ich habe nur ganz kleine Pläne,
muss mir mein Leben mühsam töpfern,
und zeige nur sehr kurze Zähne,
will mich nicht fürs Ganze opfern.

Ja, da ist schon Eigenwille,
ich gebe mich längst nicht geschlagen.
Da kocht es tief in der Stille,
doch dreht’s mir auch den Magen.

Ich schwitze dann, friere fatal,
bin lustlos ohne Sicherheit,
giftig auch und doch auch schal,
ohne Biss und Schneid.

Aus Trotz muss ich wohl tanzen,
zurück erobern meinen Traum,
mich zwischen Lust verschanzen,
doch Chancen habe ich kaum.

Ich kann nur strichweise flöten,
die Wirklichkeit packt doch zu sehr.
Die Wirklichkeit steckt voller Kröten,
die Wirklichkeit ist hinter mir her.

Tanz am See

Ich habe Urlaub und ich seh
kein YouTube, keine Nachrichten mehr
Ich tanz und mit mir hüpft der See
Mein Kahn er lacht, er freut sich sehr.

Wie ihn die Wellen schnittig tragen!
Am Ufer vorbei durch Licht und Schatten,
Wo Blättchen sich nun ins Freie wagen,
frühlingsgrün die jungen, glatten.

Im Urlaub bin ich und es fällt
die Hölle hinter mir ein
die Welt wird auf den Kopf gestellt
Ich schlüpf ins Leben rein.

Ich greif ins kühle Wasser, fein!
Aus der Ferne grüßt ein Schwan,
schaut in sein Spiegelbild hinein,
zieht galant eine weite Bahn.

Ich tanz‘, ich habe Urlaub
drehe jetzt mein Ding
Mein Ding an das ich glaub
sei es auch klein, gering.

Und auf anderen Booten lachen,
Kinder, Alte und die Welt,
Bezaubernde Blumen erwachen,
genießen, Sonnenregen fällt.

Alles blüht, auch ich im Urlaub
Ich zück‘ der Freiheit Freifahrschein
Zu Pflichten hin, stell ich mich taub.
Ich tanze nur und spüre Sein.

Der Tod

Der Tod – er ist das Tor zum Leben,
zu mir meiner begrenzten Zeit, .
Er fragt mich, wonach will ich streben?
und was gibt Halt und Sicherheit?

Der Tod – der Anfang des Denkens,
er reißt aus der gewohnten Bahn.
In welche Richtung soll ich lenken?
Ja worauf kommt es mir denn an?

Den Tod – bedenk ich jede Zeit,
damit er mich nicht zu früh findet.
Mich nicht überrascht, meine Endlichkeit,
trotz aller Grenzen ins Leben mündet.

Der Tod – der gibt mir tiefe Ruhe.
Ich kann hier nichts verlieren.
Verrückt darf ich sein – bis zur Truhe!
und darf mich selbst verführen.

und darf mich öffnen, muss nicht zuschlagen,
ja nichts gibt’s , was mich zum Quälen zwingt,
Ich lasse mich nicht plagen!
Nicht pressen, bis mein Leib zerspringt.

Wir sind hier frei! – Entscheiden!
Nein alle fallen, stürzen, sinken!
Verdammt, verdammt dazu zu leiden,
bis wir den letzten Becher trinken.

Trump und trüber

Es geht Trump und drüber,
drunter geht nichts mehr
Alle Sicherheit – vorüber
Versprechungen alle leer.

Alles Öl wird ausgetrunken
Wahnsinn geht uns alle an
Die Zukunft im Chaos versunken
Wo man sie nie mehr finden kann.

Nur die Dichtung wehrt sich
Und dichtet doch nie ab
Trotz Zeichen, Strich für Strich
rutschen wir ins Verderben hinab

Alles keine Träume
Wie ich sie immer habe
Wenn ich mein Pferdchen zäume
heiße Ritte wage

Alles Mist und Wirklichkeit
Ich kann mich nicht entziehen
Oft geht mir alles viel zu weit
Und ich kann doch nicht fliehen.

Trump und immer trüber
Färbt sich der Himmel ein
Gute Zeiten lange vorüber
waren eh nur immer Schein.

Dicke Tropfen

Leute ich hab Schnupfen
Ich bin so lahm und kalt
Zur Erde fallen dicke Tropfen
Ich spüre deutlich – ich bin alt

Leute klar ganz ungefährlich
Damit komm ich nicht in Kur
Doch erschlagen bin ich ehrlich
von meinen Kräften fehlt jede Spur

Ihr dürft auch drüber lachen
Ich fühle mich deshalb nicht noch kränker
Ich kann auch nichts dagegen machen
Steh drüber als Dichter und Denker

Mir zaubert selbst ein lustiges Lied
Kein Lächeln mehr auf die Lippen
Ich bin zusammengepresst, so müd
und drohe manchmal umzukippen.

Klagen bringt zwar auch nicht viel
doch lachen ist mir ganz unmöglich
Ich spür die Welt – sie ist kein Spiel
und In ihr leben – kaum erträglich.

Alles wegen meinem Schnupfen
genau und logisch abgeleitet
Philo und die dicken Tropfen
ein Pärchen das mich treu begleitet.

Inspitation: Ich war krank und hatte Schnupfen später kamen noch Halsschmerzen und eine Bronchitis dazu

Vorbild Trump?

Warum ist mir gar nichts mehr peinlich?
Weil ich auf den Weltgrund blicke
und so viele Trumps drin sehe!
Unheimlich viele – und mich schnell bücke

damit ich mich hinter ihnen verstecke,
mir sage, dass mir noch viel fehlt
Ich noch eine weite Strecke
dehnen darf, was schamlos in mir schwelt.

Doch ich bin gar nicht so groß,
dass ich mich bücken, kleinmachen müsste.
Trumps stellen sich so leidenschaftlich bloß
und schwellen dann noch ihre Brüste

Nein ich bin klein und kleine Sünden
sinds nur, die ich gestehen kann
Ich muß mich zu nichts überwinden
trete locker zum Beichtvater ran:

Thomas, Thomas was schreibst du da?
Trump, Trump darf nie ein Vorbild sein
Wir sind nicht zum Betrügen da
etwas moralisch darfs schon sein

Etwas Moral wenn auch nicht zu viel
sonst verdirbt es allen den Spaß
Doch kein Verderben brutales Spiel
keine Gewalt, keine Bosheit, kein Hass.

Doch wer kann so feinfühlig sein
Auf dem harten Weg nach oben?
Führer sind sehr oft nur gemein
Meinen alle Regeln sind aufgehoben

sie wären nur sich selbst verpflichtet
Ihrer Gier und Lust und ihrem Geld
Ihrer Machtgier, andere entrechtet
Was für eine verrückte Welt!

Doch da stecke ich selbst mit drin
mit der Hoffnung: Ich bin nur klein
Auch für mich macht Eigennutz Sinn
Nur der dicke Priester sagt Nein!

Um im Wirtshaus dann zu schlemmen
Die schlimmsten sind die höchsten Priester
Die uns mit Moral überschwemmen
Ertränken – auch Moral ist düster!

Inspiration: Wie wirkt sich Trump auf die allgemeine Scham aus?

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