Leben das ist echt beschwerlich
manchmal bin ich da zu ehrlich,
manchmal lauf ich eig’ne Kreise
bin mir sicher, ich bin weise

und bin es am Ende trotzdem nicht,
Der Papst hingegen hell im Licht,
weiß stets was er nun machen soll,
erscheint so weise, würdevoll.

Der vertraut auf alte Mären,
die ihn fünffach hart beschweren
und trifft ihn dann ein Stoß
sagt er nicht mal: Ist was los?

Ich aber lebe leicht:
Einmal Leben reicht.
Nach mir kommen andere dran
keiner verschmort im ewigen Bann.

Mein Leben habe ich verbunden,
mit Einsicht, Fehlern, Versuchen.
hab unten stolz mein Heil gefunden,
Der Papst – muss weiter oben suchen.

Der muss auf Petrus warten,
bis Petrus ihm die Tür aufhält,
Ich kann rennen und starten,
er startet erst, nachdem er zerfällt.

Der Papst lebt mäßig, einfach,
weil er sein Leben gar nicht lebt,
zu leben, das ist nicht sein Fach
da er hoch gen Himmel strebt.

Ich aber will doch immer leben,
und spüre so die vielen Flöhe
die mir fest am Körper kleben
ich krieche, spring nicht in die Höhe.

Und bin hier unten hilflos,
Meine Hand ergreift kein Ziel,
Gott der Schatten dunkel, groß,
düster lädt mich nicht zum Spiel.

Mein Leben, dumpf, ist nicht erhaben,
wenn der Schatten es nicht heiligt
um mich fliegen schon die Raben
krächzen laut und haben es eilig.

Wie kann ich mich nun selbst erheben,
aus meinem engen Lager im Schlamm?
Wie fröhlich sein und leben, leben
wo ich nur stecken bleiben kann?

Ich liege hier – was soll ich,
machen, an welchem Strich
ziehen, hochziehen, stehen?
Ich kann nicht alle Wege gehen

nur Einen, Einen, nicht mal bewusst,
gehäkelt Häkchen Frust an Frust
grade noch davongekommen,
wieder eine Kurve genommen.

Aber alles ganz ohne Plan,
fahre ich sicher in der Bahn
bis sie springt, mein Körper fliegt,
plötzlich quer im Graben liegt.

Keinen Halt gibt es, alle Andern
sehe ich genauso wandern,
und nur die eine Lösung finden
die Augen, Ohren zuzubinden.

Den Mund fest zu zunageln,
dass keine Widerworte hageln,
mich nicht zerquetschen Schlangen,
die im Schlammgrund Menschen fangen.

Im Nebel muss man lauschen, wachen,
oft einen großen Haken machen,
ohne die Gefahren zu sehen,
Ohne das Chaos zu verstehen.

Selten geschieht es, doch es geschieht,
dass man sich gar nicht bemüht
und trotzdem gewinnt wie im Lotto.
Leider zu selten, dass man’s als Motto

dick über’s Leben schreiben kann.
Ohne Plan verliert man,
obwohl kein Plan so richtig greift,
das Leben von ihm abschweift.

Ohne Pläne fehlen Spuren,
die Richtung fehlt, man geht verloren.
flattert wild im Zickzack,
weggestoßen, wieder gepackt.

rückwärts gedreht, geschleudert,
Zufall will mich fangen, fassen,
bis ich durchgewühlt geläutert
nach Plänen greife – die nicht passen.

Pläne und Zufall – rosiges Leben,
von einem Sturz zum andern,
Leben ist es doch, erleben
Aussicht, Schluchten, wandern.

ohne Ziel, geradeaus.