So vieles bringt mich zum Verzweifeln,
auch über mich selbst muss ich klagen,
wie sich Versäumnisse anhäufen
und Fehler – nein! – Nicht fragen!

Es reicht mir schon, dass ich sie kenne,
die ganze Gedankenlosigkeit,
dass ich so schnell bin und wegrenne
und so gut vertrödle all meine Zeit.

Doch wenn ich so streng zu mir wäre,
wär ich’s zu and’ren gleich viermal,
deshalb nehme ich die Schwere,
trage sie kraftlos, diese Qual,

die mir mein träges Leben bereitet.
Weich bin ich eben, kein harter Stahl,
der nur mit Mühe austeilt und streitet,
der zurückweicht jedes Mal.

Du, Thomas, machst es dir zu einfach,
da deine Trägheit auch and’re betrifft,
gibts viele Stöße, viel Streit, viel Krach,
und alle werden angeschifft.

Sei lieber doch noch etwas strenger,
lass das grenzenlose Ruhn,
vielleicht wird’s für andere enger,
doch mehr hast du mit dir zu tun!

Red dich nicht mit schönen Versen heraus!
Es wird dir im Leben nichts nützen!
Schau früh nach Regenwolken aus,
Leben heißt leider auch – Schwitzen!!

Ach schnelle Peitschen, harter Streich,
Ach Skylla, ach Charybdis
zwischen zu hart und zu weich,
zu wählen – ein Verhängnis!

Es gibt einen Weg mitten hindurch!
Einen Weg nicht ohne Gefahr!
Auf wir müssen durchs Leben durch,
Macht dazu alle Segel klar!

Kämpf und streng Dich härter an,
Doch lass es, dieses Kritischsein
Tu das was man machen kann,
und sag auch manchmal nein.

Weich und fest in einem zusammen,
Knochen und Fett und Haut drum herum
Wasser gemeinsam mit Flammen,
ein gutes, menschliches Drumherum.

Das singen alle selig,
und wissen – das klappt nie,
Ein Glück – viel wächst dazwischen,
kommt lasst uns beides mischen!

Inspiration: Selbstzweifel (24.04.2026)